Ausgelaugt, antriebslos verzweifelt

22.06.17 09:49 #1
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Julia85 ist offline
Beiträge: 5
Seit: 22.06.17
Hallo zusammen, ich muss ein bisschen ausholen und hoffe jemanden, oder einfach tipps zu finden.

Also mitlerweile ist es schon seit längerem, sprich sicher über ein Jahr so.
Ich lebe in einem trott von Leben....arbeiten, funktionieren , arbeiten.
Die sachen müssen gemacht werden, zuhause muss alles gemacht werden, da habe ich 0 unterstützung von meinem Partner.
Die freude an meiner Arbeit ist verloren gegangen, jedoch sind wochenende noch viel schlimmer.Schwer alles in worte zu fassen, da ich schon in gedanken daran in tränen ausbrechen könnte.
Mein problem ist, das ich nicht mehr richtig schlafen kann, bin dauermüde und habe mein Lachen verloren.
Ich habe selbst gemerkt das ich mich von allem und jedem zurück gezogen habe, keinen antrieb mehr finde um irgenetwas zu machen( auser zu funktionieren )
Mit meinem partner suchte ich desöfteren das gespräch, doch er zeigte immer desinteresse und im gleichen zug hatten wir streit wegen kleinigkeiten.
Manchmal habe ich das gefühl von ihm unterdrückt zu werden, durch ihn habe ich mich sehr stark in der persönlichkeit geändert.
Nein ich gebe ihm keine schuld, den ich ( glaube ) ich liebe ihn...und nach 8 Jahren beziehung kan es nicht immer rund laufen.



Nun war ich mit einer Freundin das Wochenende fort und hatte das erste mal seit sehr langer zeit einfach mal zeit für mich.
Ich liess mich von einem terapeut/masseure behandeln.
Im muss sagen ich bin kein offener mensch, schon gar nicht fremden Menschen gegenüber.
Der terapeut hatte jedoch ein gespür dafür und wir kamen ins gespräch.
Danach hat es mir einfach den Boden unter den Füssen weggezogen.
Das erste mal habe ich bewusst gespührt wie seelentot und ausgelaugt ich eigentlich bin.
Jeglicher versuch das gesprächstema auf etwas anderes zu lenken missglückte.
Für mich war es sehr emotional und es tat mir danach auch gut.
Wieder zuhause musste ich wieder funktionieren :0(

Allerdings hat es in mir etwas ausgelöst das ich nicht beschreiben kann.
Ich fühle mich absolut leer, frage mich was der sinn meines da seins ist, oder was der sinn des lebens überhaupt ist.
Manchmal habe ich heulkrämpfe manchmal icht mal mehr das.

Mit jemandem darüber reden... kan ich nicht, niemand weiss wie es mir wirklich geht.
Gestern habe ich das erste mal mit einer Freundin etwas darüber gesprochen, ihre antwort was sofort " Du bist doch immer so aufgestellt das kan doch nicht sein "
Ich glaube ich stehe mir da auch selbst im weg, den ich traue mich nicht mal mit jemanden darüber zu sprechen.

Bin ich wirklich schon so weit gesunken und behersche die perfekte fassade?
Was ist dass, eine Depression, ein Burnout oder einfach kein selbstwertgefühl mehr.... ich weiss es nicht.

Ich bin verzweifelt


Ausgelaugt, antriebslos verzweifelt

Oregano ist offline
Beiträge: 63.685
Seit: 10.01.04
Hallo Julia,

Du bist sicher nicht "gesunken" - Du bist einfach erschöpft und innerlich leer. Das kann vorkommen, aber das ist weder eine Schande, noch ist es hoffnungslos !

Wenn Dein Partner so desinteressiert an Deinem Zustand ist, würde ich mir schon ein paar Gedanken darüber machen, ob er so wirklich ein Partner ist. Das ist die eine Seite der Fragestellung. Die andere Seite ist die Frage, ob Du nicht durch Dein Verhalten und Deine Denkmuster den Zeitpunkt schon lange hinter Dir hast, wo Du noch mit links etwas hättest ändern können. Wenn selbst eine Freundin von Dir sich wundert, daß Du doch eigentlich immer so gut drauf bist und nie gemerkt hat, daß da etwas nicht rund läuft ...

Immerhin konntest Du mit diesem Therapeuten reden. Es geht also schon, wenn die Umstände günstig sind.
Ich denke, Du bräuchtest dringend Hilfe - sowohl körperlich als auch seelisch.

Warst Du denn schon einmal beim Arzt und hast wichtige WErte bestimmen lassen und hast DU ihm auch gesagt, daß er Dir schlecht geht?
Ist Deine Schilddrüse beim Facharzt (Endokrinologe/Nuklearmediziner) untersucht worden?
Ernährst Dich möglichst ausgewogen mit viel Frischem?
Hast Du körperliche Beschwerden?
Wann warst Du das letzte Mal allein im Urlaub?
Hast Du schon mal an eine Kur gedacht?

Ich denke, solange Du weiter offensichtlich gut funktionierst, wird sich nicht viel ändern. ERst wenn Du klar formulierst - vor Dir und anderen - dass Du so nicht mehr weiter machen kannst und willst, wird sich etwas ändern. MAnchmal wird das zunächst gar nicht so gut aussehen, aber das Ende von etwas bedeutet immer auch den Anfang von etwas ...

Entspannung kann viel bringen. In der Gruppe gelingt der Einstieg besser als allein:
Mediation, TaiChi, Muskalrelaxation ...

http://www.symptome.ch/vbboard/nachd...n-schlimm.html
http://www.symptome.ch/vbboard/psych...etraining.html
...

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

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Julia85 ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 22.06.17
Danke für deine antwort

Ob es wirklich einen " Partner " ist weiss ich nicht, das kann ich mir zur zeit selbst nicht beantworten.
Eigentlich bin ich einfach nur dumm, denke ich mir...Ich habe alles, warum hinterfrage ich es dan:(
Trotzdem fühle ich mich so einsam und scheine nicht zu genügen.... vermissen tu ich ihn trotzdem wen er nicht da ist.
Sein desinteresse liggt wohl darin das er täglich bis 20.00 arbeitet und er überarbeitet ist.

Du hast recht, ich habe den zeitpunkt schon lange verpasst wo ich's einfach ändern hätte können.
Wen ich nur nicht so dumm wäre, ich schäme mich so sehr für meine gefüle.
Aber der gedanke daran zu einem artzt zu gehen schlägt mir schon auf den magen... beim anruf fängts schon an das ich unendlich nervös werde und die übelkeit ist ohnmächtig:0(
Eben ich steh mir selbst komplett im weg, ich werde diese schüchternheit einfach nicht los, weshalb ich such mit niemandem darüber rede.

Essen naja... eigentlich aber immer frischen salath wen ich überhaupt was runter kriege.

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Wildaster ist offline
Beiträge: 5.639
Seit: 18.03.12
Liebe Julia, in meinem Leben gab es oft solche Tiefpunkte und darum kann ich mich gut in deine Gefühlswelt hineindenken.

Und wenn du einmal nicht funktionierst und einmal an dich denkst?
Ich denke da an eine kleine Auszeit. Hast du ein gutes Verhältnis zu deiner Hausärztin?
Wenn ja, dann sprich einmal mit ihr über deine Probleme und wie es mit einer Kur aussieht, so wie es Oregano schon vorschlug.
Fernab des Alltages wirst du sicher zur Ruhe kommen und kannst vieles durchleuchten und neue Kraft schöpfen. Du wirst dann auch sehen, ob dich dein Partner vermisst.

Wichtig ist auch, liebe Julia, dass du versuchst mit deinem Partner über alles zu reden.
Liebe ist so wichtig in unserem Leben, denn gemeinsam schafft man viele Hürden und sie macht uns stark, aber man muss bereit sein sich zu öffnen.
Ob ihr noch eine Einheit seid, das findest du dann schnell heraus.

Hier kannst du dir alles von der Seele schreiben, wir hören dir zu, liebe Julia.

Liebe Grüße von Wildaster
__________________
Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

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Julia85 ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 22.06.17
Nein ich habe leider keinen Hausarzt.
Meine Versicherung hat dieses Callmed artztmodel.Vor jedem Arzt besuch muss man da an rufen und die entscheiden dann.
Allerdings hab ich da schon einmal angerufen und wurde x male weitergeleitet und belächelt.

Einfach mal weg zu fahren....davon träume ich schon lange...allerdings würde ich nicht mehr zurück kommen.
Das letzte mal das ich alleine fort war,war eben dieses Wochenende.


Sich zu öffnen,das ist ein guter Punkt.Wie will man sich öffnen wen man sich gefangen in sich selbst fühlt...?

Ich habe mich riesig geschämt ein solches sehr persönliches Team zu eröffnen, aber es tut auch gut,einfach mal seinen Gedanken und den inneren schmerz los zu lassen.

Geändert von Julia85 (22.06.17 um 15:58 Uhr)

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Piratin ist offline
Beiträge: 892
Seit: 29.09.13
Hallo Julia,

Oregano und wildaster haben schon sehr gut geschrieben, das sehe ich alles ganz genau so. Das klingt sehr nach Depression oder Burnout. Man kann auch einfach aus Erschöpfung depressiv werden.

Du brauchst dich absolut nicht zu schämen, viele Menschen machen solche Phasen durch. Von außen sieht es aber keiner. Wenn man anfängt drüber zu reden erntet man nicht nur Unverständnis, sondern oft wird dann gesagt: "Ja, das kenne ich auch..."
Ich kann dich sehr, sehr gut verstehen! Ich z.B. wusste schon lange, dass ich auf einen Burn Out zusteuere. Rückzug von allem und jedem, nur noch antriebslos, traurig, aggressiv, Schlafstörungen, Rücken, Magen-Darm....Habe das alles aber irgendwie aus einer Metaebene betrachtet, funktioniert. Täglich auf das "Arbeits-Ich" umgeschaltet. Bis es eben nicht mehr ging und ich schon am Wochendende heulte beim Gedanken an die Arbeit und mein Lebens insgesamt. Ich habe immer Sachen gemacht, die ich eigentlich nicht wollte, Konflikte vermieden und das taut sich irgendwann, bis man sich total verliert.
Das beste was ich machen konnte, war mich meiner Hausärztin anzuvertrauen.

Zitat von Julia85 Beitrag anzeigen
Meine Versicherung hat dieses Callmed artztmodel.Vor jedem Arzt besuch muss man da an rufen und die entscheiden dann.
Allerdings hab ich da schon einmal angerufen und wurde x male weitergeleitet und belächelt.
Ich kenne dieses Modell nicht und finde das wirklich schlimm, würde dir aber sehr ans Herz legen, nochmal anzurufen. Wenn du sagst, du hast schlimme Schlafstörungen, können die wohl kaum ablehnen.
Versuche das auf jeden Fall durchzusetzen.

Liebe Grüße
Piratin
__________________
Alles von mir Geschriebene entspricht einzig und allein meiner Meinung ohne Allgemeingültigkeit.

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.685
Seit: 10.01.04
Julia ist offensichtlich in einer Schweizer Versicherung:

... CallMed – die telemedizinische Erstberatung während 24 Stunden
In gesundheitlichen Fragen kannst du dich zuerst telefonisch von einer
Fachperson bzw. einem Arzt beraten lassen. Es wird dann abgeklärt, ob und welche medizinische Behandlung nötig ist. So werden Kosten für Behandlungen gespart, da viele Fragen auch telefonisch und somit mit wenig Aufwand geklärt werden können. ...
Krankenkasse: CallMed - Krankenkasse Vergleiche

https://www.sympany.ch/de/privatkund...ails~GBA~.html
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Hallo Julia,

Wen ich nur nicht so dumm wäre, ich schäme mich so sehr für meine gefühle.
Aber der gedanke daran, zu einem arzt zu gehen, schlägt mir schon auf den magen... beim anruf fängts schon an das ich unendlich nervös werde und die übelkeit ist ohnmächtig:0(
Eben ich steh mir selbst komplett im weg, ich werde diese schüchternheit einfach nicht los, weshalb ich such mit niemandem darüber rede.
Wie kommst Du denn auf die Idee, daß Du dumm wärst? Warum schämst Du Dich für Deine Gefühle? Die gehören zu Dir, und es gibt bestimmt Gründe, warum Deine Gefühle sich jetzt so zeigen. Die wollen Dir doch etwas sagen !
Auch wenn Ärzte nicht immer optimal sind: im Prinzip sind sie dafür da und haben dafür studiert, daß sie Menschen mit Problemen helfen. Es steht ihnen nicht zu und es gehört überhaupt nicht zu ihren "Aufgaben", über Klienten/Kranke zu urteilen und schon gar nicht, sie zu verurteilen.
Wenn Du noch keinen Hausarzt hast, wäre es vielleicht an der Zeit, einen zu suchen. - Soweit ich das in den Versicherungsregeln von CallMed sehe, müßtest Du eben zunächst dort anrufen, quasi zur "Vorsortierung", kannst dann aber zu einem Arzt gehen.

Es ist ja schon sehr gut, daß Du hier schreibst und Deine Gedanken formulierst und damit klärst. Mach eben erst einmal hier weiter - auch das ist ja ein Fortschritt.

Nur Mut !

Grüsse,
Oregano
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Earl Grey ist offline
Beiträge: 934
Seit: 25.09.13
Hallo Julia!

Ich finde gut, dass du das Dilemma noch früh genug erkannt hast! Nun kannst du nachdenken, wie du da raus kommst.
Auszeit hört sich gut an in deinem Fall. Und dann Prioritäten setzen, so dass du nicht überall perfekt funktionieren musst.

Evtl steckst du auch beruflich fest und musst deine Ansprüche herunterschrauben. Aber Gesundheit geht einfach vor.

Alles Gute
Earl Grey

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Julia85 ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 22.06.17
Danke für all eure antworten.

Ja ich bin in einer schweitzer versicherung.
Dachte ich versuche es nochmal und habe der callmed angerufen.
Wie geschrieben wurde, die entscheiden dan ob ein Arzt überhaupt nötig ist.

Der Herr hat mir gesagt ich solle mir paar tage frei nehmen und zur ruhe kommen, mich dan nächste Woche wieder melden.
Er sähe keinen grund einen artzt aufzusuchen, das sei nur ein Phase.Danach habe ich nicht mehr zugehört.

Ich war jetzt so verzweifelt das ich mich bei der dargebotenen Hand gemeldet habe.
Mitlerweile habe ich mich wider beruigt...aber meine gefühle fahren achterbahn zwischen wut hass und enteuschung auf mich selbst.

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Piratin ist offline
Beiträge: 892
Seit: 29.09.13
Hallo Julia,

du kannst dir doch nicht einfach so ein paar Tage freinehmen, wie soll das gehen? Dafür bräuchtest du doch eine Krankmeldung?

Zitat von Julia85 Beitrag anzeigen
Er sähe keinen grund einen artzt aufzusuchen, das sei nur ein Phase.Danach habe ich nicht mehr zugehört.
Ich finde das mehr als unsensibel, aber bitte, lass dich davon nicht abschrecken! Ich kann mir vorstellen, dass du wahrscheinlich wenig Kraft hast im Moment zu kämpfen. Dennoch: ruf da so oft an, bis du zu einem Arzt gehen kannst!
Wie ist es denn, wenn du eine Psychotherapie anfangen möchtest? Oder einen Facharzt aufsuchen?
__________________
Alles von mir Geschriebene entspricht einzig und allein meiner Meinung ohne Allgemeingültigkeit.


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