Gefühl sich rechtfertigen und erklären zu müssen

16.11.12 22:54 #1
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Sascha12 ist offline
Beiträge: 202
Seit: 07.02.12
Hallo Leute ich mache hier mal wieder einen kleinen abstecher in den Psychobereich da meine von Borreliosezerschundene Seele Erleichterung braucht !


Und zwar geht es darum das ich immer den Zwang verspüre mich zu rechtfertigen oder es einfach automatisch tue.

Wenn ich irgendetwas mache wo andere einfach tuen gehe ich hin und erkläre mich warum ich das tue wieso und weshalb !

Wenn ich zum Beispiel einen Weg entlanglauf und mich fragt jemand warum ich nicht da entlang laufe wos kürzer ist dann könnte ich sagen ,weil ich halt kann ;-)

Was mache ich ich fange an zu labern als würde mein Leben davon abhängen aber das reicht noch nicht das rechtferigen,das ist nicht das schlimmste,das schlimmste ist das ich dann versuche noch zu erklären warum d.H denjenigen davon zu überzeugen das ich ja Recht habe und warum und wieso....
Oder ein zweites Beispiel immer wenn jemand was macht komm ich mit meinen scheiß ratschlägen, z.B ich sage ich habe gelesen das wenn man das macht dann... oder ich habe gehör.. ich habe gelesen... ich würde.... !
Statt die Leute einfach machen zu lassen was geht mich das an !
Meist ernte ich dann Zorn weil ich mich immer so energisch einmische um Leute davon zu überzeugen warum ich etwas auf eine bestimmte Art machen würde oder mache das es in gegenzorn endet !

Aber viele geben mir dann Recht weil ich verdammt gut argumentieren kann und auch oft unter die Gürtellinie schlage und ihnen dann ihre scheisse vorwerfe,aber das Problem ist das ich es erst gar nicht soweit kommen lassen will ich kann mich manchmal selbst nicht labern hören !

Noch ein kleiner Nachtrag,wenn ich irgendeinen guten Satz oder Spruch raushaue und die Leute lachen oder er einfach "Intelligent" war dann geh ich hin und erkläre was ich damit meine,letztens meine ein Mädel das sie Blöd sei wegen eine Liebessache dann sagte ich ihr "Die Liebe relativiert die dummheit" keine Ahnung wie ich auf diesen genialen Satz kam,aber aufjedenfall statt ihn so stehen zu lassen fang ich ihr an zu erklären was ich damit meine ganz genau... ach es ist zum verrückt werden

So da gibts noch mehr aber eigentlich wollte ich wissen ob das jemand kennt das wär mir wichtiger als jeder ratschlag zu wissen ob es noch jemand so get !

LG Sascha
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Verdammt,ich will mein Leben zurück !! :-(

Geändert von Sascha12 (17.11.12 um 00:08 Uhr)

Gefühl sich rechtfertigen und erklären zu müssen

Sascha12 ist offline
Themenstarter Beiträge: 202
Seit: 07.02.12
Mann jetzt fallen mir die Details noch ein, und zwar is tmir eingefallen das ich dies nur bei Menschen mache die mir etwas "blöd" vorkommen !Weil ich dann denke die verstehen mich nicht,ich war mal ne zeitlang mit Leuten befreundet da habe ich das absolut nicht gemacht !Ich habe dann immer das gefühl ich rede ins leere das was ich sage greift nicht,ich sehe im Blick von meinem gegenüber das er mich nicht versteht oder es kommt mir so vor,komische sache !
Und wenn ich dieses dämliche leere in den Augen sehe dann fange ich damit an !
Ich habe auch die Angewohnheit auf allem herumzureiten,ich sage zu etwas meien Meinung und statt es dabei zu belassen,mach ich so lange bis ich von meinem gegenüber ne Reaktion merke obwohl er schon verstanden hat was ich meine !

So jetzt reichts mal !

Nehmts mir nciht übel aber jetzt gehts mir besser wo ich das mal losgeworden bin !
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Verdammt,ich will mein Leben zurück !! :-(

Geändert von Sascha12 (17.11.12 um 00:17 Uhr)

Gefühl sich rechtfertigen und erklären zu müssen

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo Sascha,

da musste ich jetzt doch ein paarmal schmunzeln. Ich finde es durchaus nachvollziehbar, dass man anderen die eigene Sichtweise verständlich machen möchte. Und wenn man nicht verstanden wird, dann erklärt man halt. Anscheinend bist du auch recht wortgewand.
Aber wie du schon selbst festgestellt hast, kann es auch zuviel des Guten sein, womit du sicher Recht hast. Ich kenne das von mir selbst, anderen erklären zu wollen, wie sich die Krankheit die man hat, verhält, genauso wie alles andere, was man bei sich als Wissen bereits klar Schiff gemacht hat. Aber ich finde es besser, bevor man loslegt, erst einmal hineinzufühlen, was denn jetzt wohl angebracht ist.
Im näheren Umkreis eine Krankheit verständlich zu machen, dass kann man lernen in wenigen Sätzen und vielleicht mit einem Beispiel zu umschreiben, so dass es allgemein verständlich ist. Es sollte dann ein Beispiel sein, dass bei jedem ein Aha-Erlebnis auslöst und wodurch eine Verbindung zu der Krankheit, die man hat, hergestellt werden kann.

Bei fremden Menschen reicht es auch zu sagen, dass einem irgendetwas halt mehr Freude macht als das andere und gut ist. Man hat ja einen freien Willen. Das versteht eigentlich jeder und ich finde es symptatisch und authentisch.

Und wenn man fremden Menschen etwas erklärt, sollte man sie nicht für blöd halten, sondern immer davon ausgehen, dass sie sich darüber noch keine Gedanken gemacht haben. Und wenn man merkt, es kommt irgendwie nicht an, dafür kann man eine Antenne entwickeln, dann sagt man besser auch nichts.
Ein Beispiel:
So kann man, das Thema, was die gegenüberstehende Person betrifft anschneiden, eine sachlich unterlegte Info geben und dann sehen was passiert. Man merkt dann schnell, ob man noch weitergehen sollte oder ob der andere eine innere Ablehnung demonstriert. Bei einer Ablehnung halte ich mich in der Regel kurz, sage meine Sicht der Dinge, ohne belehrend zu sein und wechsle dann das Thema. Was derjenige dann mit der Info macht ist seine Sache. Und wenn man mit irgendetwas nicht zu recht kommt, vielleicht durch eine Krankheit und der andere kann nicht darauf eingehen, dann ist ein klares Nein immer gut, finde ich.

Bevor du also loslegst, kannst du üben sachliche, allgemein verständliche Beispiele mit einzubauen, so dass fast jeder versteht. Alle wird man vielleicht nicht erreichen. Aber ich habe so eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht.

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (17.11.12 um 18:12 Uhr)

Gefühl sich rechtfertigen und erklären zu müssen

Sascha12 ist offline
Themenstarter Beiträge: 202
Seit: 07.02.12
Hey danke Juliette das war wirklich lehreich

schmunzeln musste ich auch als ich das eben nochmal las,herjee was hab ich denn da gestern geschrieben

Hat mich richtig zu nachdenken bewegt, ich hab mir auch ein paar punkte gemacht:

-weniger rechtfertigen
-nicht immer zu allem meinen "Senf" dazugeben
-reden ist silber schweigen ist Gold
-andere einfach machen lassen und mich nicht immer einmischen
-mich nicht von stupiden kommentaren prvozieren lassen um zum Klugscheisser oder Besserwisser zu werden
-weniger diskutieren im allgemeinen,diskussionen aus dem Weg gehen !
-öfter NEIN sagen

ich bin auch so ein Gutmütiger Typ das gehört da wohl mit zum Symptomkomplex


ich habe deine Punkte berücksichtigt ;-) ich versuche mich mal daran zu halten !


LG Sascha
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Dora ist offline
Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
@Sascha 12, manchmal wäre es gut, man könnte heimlich Gespräche
aufzeichnen und dann abspielen lassen. Ich glaube, dann könnte sich jeder an seiner eigenen Nase fassen.

Wenn sich jemand selbst herunter zieht, dann fehlt ihm oft das Selbstwertgefühl.


lg
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Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich schreibe - nicht dafür, was du verstehst!

Gefühl sich rechtfertigen und erklären zu müssen

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo Sascha,

ich musste eher schmunzeln, weil es so lebendig geschrieben war. Das hat Spaß gemacht zu lesen.

ich bin auch so ein Gutmütiger Typ das gehört da wohl mit zum Symptomkomplex
Das kann gut sein.

Grüsse von Juliette

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Sascha12 ist offline
Themenstarter Beiträge: 202
Seit: 07.02.12
Haha,achso ok schön zu hören ich habe ordentlich in die Tasten gehauen ;-)
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Gefühl sich rechtfertigen und erklären zu müssen

clody ist offline
Beiträge: 216
Seit: 23.06.08
Für mich hört sich das ganze nach einem Muster an, das wenn es mal losgeht kaum mehr gestoppt werden kann und sich verselbständigt.

Einige Tipps die villeicht helfen das Muster zu durchbrechen: Langsam reden und schreiben. Die Worte die man sagt oder schreibt spüren. Sind sie noch ok, fühlen sie sich konstruktiv an, schwappen sie einfach unkontrolliert davon usw.

Es ist ganz normal dass einem das am Anfang sehr schwer fällt und man noch oft ins Muster fällt. Aber jedesmal wenn du es geschafft hast zu unterbrechen und einen anderen Weg einzuschlagen, stärkt das den Neuen weg.

Ich kenne hier das Beispiel der neurologischen Bahnen im Gehirn, die die man oft geht sind Autobahnen. Daneben gibt es aber auch noch kleiner Strassen oder Trampelpfade, die auch völlig verwildern können und abrutschen ins unbewusste. Jetzt gilt es diese Autobahn zu verlassen und einen Trampelpfad zu erkunden. Je öfter du auf dem Trampelpfad wanderst, desto breiter wird er und desto seltener du auf der Autobahn bist, desto schmaler wird sie. Wenn du sie gar nicht mehr brauchst, wird sie irgendwann völlig verwildern, dafür sind neue bessere Wege gut ausgeleuchtet.

Mir scheint du bist eine sehr energievolle Person. Die Langsamkeit könnte dir helfen, einen neuen Weg einzuschlagen. Wenn du darin geübter bist, wird der Weg auch mit mehr Power der selbe bleiben.

Und Mut zum stoppen. Wenn du merkst, dass du in deinem Muster drin bist. Stoppe. Atme durch, nimm dir Zeit nachzudenken.

Geändert von clody (20.11.12 um 13:21 Uhr)


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