„Verfremdungs-Gefühle“

19.07.12 12:28 #1
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Weiblich darklady
In der Psychopathologie spricht man von De-Realisation, wenn einem die Umwelt unwirklich vorkommt -, und von De-Personalisation, wenn man sich selbst fremd erscheint.

Ich habe beides für mich immer abgelehnt.

Aber ich habe oft gesagt:
‚Ich fühle mich, als wenn ich nicht mehr in diese Welt gehöre.
Ich stehe da irgendwo ganz allein –, und jegliches Leben läuft an mir vorbei und ignoriert mich einfach.’

***

Wer kennt Ähnliches von sich?
Wie geht Ihr damit um?


„Verfremdungs-Gefühle“

Gleerndil ist offline
Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Hallo Darklady,

ich kenne, kannte dieses Gefühl, nicht ganz da zu sein, oder auch wie durch Nebel zu sehen, den eigenen Sinn nicht mehr zu spüren, einen allgemeinen Sinn zu suchen, und auch nicht zu wissen, was das alles bedeuten sollte . . . mich ließen alle diese Fragen nicht mehr los, und ich hatte auch eher das Gefühl, damit nur noch sterben zu können, ohne Antworten nicht mehr leben zu können.

Ich habe gedacht, gelesen, gegrübelt, gezweifelt, gehofft, gebetet, gelitten,

und habe irgendwann etwas wie eine Führung auf diesem Weg gespürt, manchmal auch einen kleinen Tritt,

vom Schicksal?

von einem Schutz-Engel?

von Gott?

ich glaube, manchmal hatten sich dann auch alle zusammen getan.


"Zu sich selbst finden" halte ich inzwischen für eine ziemlich gewagte Aussage, denn wer bin Ich, wer sind Wir, als Menschen, als Körper, Seele und Geist, oder auch als Selbst-Bewusst-Sein.


Hat das alles etwas von den Gefühlen und Gedanken, von denen Du sprichst?



Liebe Grüße

Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

Geändert von Gleerndil (20.07.12 um 13:29 Uhr) Grund: Schrift

„Verfremdungs-Gefühle“
Weiblich darklady
Themenstarter
Danke - Gerd,

o wie wünsche ich mir "Führung".

Wie wünsche ich mir Zuwendung.
Einfach 'mal von jemandem bemerkt und in die Arme genommen werden ...
Ein einziges Mal nur.

„Verfremdungs-Gefühle“

Gleerndil ist offline
Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
... und Du hast aber Kinder, Familie gehabt, hast als Ärztin gearbeitet,

ich weiß, das sind erstmal äußerliche Dinge ...



Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

„Verfremdungs-Gefühle“
Weiblich darklady
Themenstarter
Oft geht es eben nicht um das, was man "gehabt" hat, sondern darum, mit dem fertig zu werden, was man jetzt ist.

„Verfremdungs-Gefühle“

Gleerndil ist offline
Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
... die Frage wäre natürlich eher gewesen, weshalb davon so gar nichts geblieben ist, was geschehen ist, was mit Dir und auch anderen geschehen ist, die mit Dir zusammen waren ...


Liebe Grüße

Gerd
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Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

„Verfremdungs-Gefühle“
Weiblich darklady
Themenstarter
Nun -, der Auslöser für die aktuelle Trauer ist ein neuer Verlust einer schönen Situation, die einem unerwartet vor ein paar Monaten geschenkt und nun (erwartet) wieder entzogen worden ist.

„Verfremdungs-Gefühle“

Gleerndil ist offline
Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
. . . hm, magst Du sagen, was das für eine Situation war, die Dir - warum erwartet? - wieder entzogen wurde?

Gerd
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„Verfremdungs-Gefühle“
Weiblich darklady
Themenstarter
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
. . . hm, magst Du sagen, was das für eine Situation war, die Dir - warum erwartet? - wieder entzogen wurde?

Gerd
Vielleicht später - und dann nicht an dieser Stelle.

„Verfremdungs-Gefühle“
Nyota
Zitat von darklady Beitrag anzeigen
In der Psychopathologie spricht man von De-Realisation, wenn einem die Umwelt unwirklich vorkommt -, und von De-Personalisation, wenn man sich selbst fremd erscheint.

Ich habe beides für mich immer abgelehnt.

Aber ich habe oft gesagt:
‚Ich fühle mich, als wenn ich nicht mehr in diese Welt gehöre.
Ich stehe da irgendwo ganz allein –, und jegliches Leben läuft an mir vorbei und ignoriert mich einfach.
O ja ..., wie ich das kenne.

Zitat: "Ich stehe da irgendwo ganz allein -",

und ich möchte fortsetzen:
... und frage mich: bin ich der, für den ich mich immer hielt??

Weswegen dieser Nebel-Zustand?
Dieser Automatismus allen Tuns?
Diese Unlust, überhaupt noch etwas tun zu müssen?

Weshalb mir das alles?

Leiden als Strafe?
Wofür?


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