Ich möchte leben

19.05.06 04:40 #1
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Ich möchte leben

Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo kim,

ich weiss nicht, wer mich jetzt stationär einweisen würde, weil ich gerade nichts akkutes habe.
und irgendwie mag ich eh nicht packen und das letzte mal, als ich dort stationär war, ging es mir immer schlechter und schlechter.
ich habe in 10 tagen 4kg verloren, konnte nicht mehr essen und musste immer mehr erbrechen.
seither ertrage ich noch weniger lärm und noch weniger sonne.

erst zu hause, als ich die medikemante vom spezialisten wieder nahm, ging es wieder ein wenig aufwärts.
zwei wochen dachte ich wirklich, es könnte was werden, doch dann bekam ich so ein antibiotikum gegen den staph. aureus und seither komme ich irgendwie nicht mehr hoch.

ich muss auch schauen, dass die krankenkasse das noch alles mit macht.
weil es war eben eine anthroposophische klinik, wo ich da war und da kann man ja nicht unendlich gehen von der kasse aus.

ach ich weiss echt nimmer.

ich dachte, ich gehe ins unikrankenhaus auf die ambulante medizinische station, doch ich weiss nicht, ob man da einfach hin kann, wenn man keinen arzt und keinen termin hat.
und wenn, dann muss man bestimmt einen ganzen tag warten; ich weiss ja nicht.
ob sie dann wirklich einfach so den port spülen?

da dachte ich, ich gehe auf die notfall, doch ohne überweisung auf der notfall zu sein ist auch voller mist.
ich habe es zwar schon machen müssen mal wegen dem katheter.
ja; da muss man immer so lange warten, doch langsam wäre mir das egal.
aber ich meine; einen port spülen ist ja irgendwie kein notfall.

ja und irgendwie; also ich müsste ihn ja alle vier wochen spülen lassen.
ich schaffe das einfach nicht mehr!
alle vier wohen spezialist.
alle vier wochen doktor.
alle vier wochen katheterwechsel.
alle vier wochen lulifrau.
regelmässig beiständin.
dann noch arzttermine, die sonst dazu kämen.
weiter jede woche therapien.
sprachgestaltung, in physio müsste ich noch und so.
das problem:

wenn ich mehr als zweimal in der woche weg gehen muss, breche ich wieder zusammen.
schon zweimal in der woche weggehen schaffe ich fast nicht mehr.
besonders auch nicht, wenn noch therapeuten und die schwestern heim kommen.

und okay;
ich weiss.
ich spinne.
aber ich möchte es einfach einmal in der woche an die hochschule zum unterricht schaffen.
das ist noch das einzige, was ich vom leben habe.
es ist meine atemtherapie.
der lehrer macht die beste gesprächstherapie.
es ist meine psychotherapie.
irgendwie ----
wenn ich damit aufhöre, dann habe ich noch die allerletzte hoffnung verloren, je ein diplom schaffen zu können.
und ich will es einfach schaffen.
es ist mir noch das wichtigste, was ich auf dieser welt zu tun habe.
denkt nur, ich spinne deswegen.
es ist ja schwer zu verstehen.
aber die musik tut wirklich gut und zu hause alleine schaffe ich es momentan eh nicht mehr.
ich brauche irgendwie die kraft vom lehrer, die er mir im unterricht gibt.

mein port tut weh und ich habe angst, dass was ist damit.
ich hoffe, es ist nur, weil ich immer darauf liege.
der erste hat nicht so weh getan.
da spürte ich nur den schlauch beim schlucken.
es muss an der lage liegen.
aber ich habe wirklich ein wenig angst, dass er da vor sich hinverstopft, wenn ich es einfach nicht hinkriege, dass mir den jemand spült.

ich will wirklich nicht in ein pflegeheim gehen müssen.
das kann echt nicht das wahre sein, dass einem ärzte krank therapieren und wenn sie nicht mehr weiter wissen, geht es ab in ein pflegeheim.
okay;
ein wenig liegt es auch daran, dass ich keine kraft mehr habe, dinge zu tun, die mir gut tun.
und noch mehr liegt es daran, dass ich nicht mehr das geld habe für die dinge, welche mir gut tun.
oft denke ich auch, dass es eh keinen sinn hat.
warum so viel geld für einen kranken ausgeben, wenn er eh nicht gesund wird davon?
ich denke schon bald wie die versicherungen.

viele liebe grüsse von shelley

p.s.:

zsófi scheint gestorben zu sein und das macht mich ein wenig traurig, weil jetzt der zoltán so alleine ist.
armer kerl!
ich hoffe so, dass im frühling die kinder schlüpfen, welche zsófi da in winzigen eilein in die baumrinde gesetzt hat.
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Geändert von Shelley (16.12.08 um 22:21 Uhr)

Ich möchte leben

Sonora ist offline
Beiträge: 3.013
Seit: 10.09.08
Hallo Shelley!

Es tut mir so leid, was du alles mitmachen musst. Ich wünschte, ich könnte dir helfen. Aber du bist so weit weg!

In meinem Umkreis sehe ich immer wieder, dass Kranke nur dann wirklich gut und mit der nötigen Achtung behandelt werden, wenn jemand dabei ist, der sich kümmert und einsetzt. Wenn man krank ist, hat man ja nicht die Kraft, sich durchzusetzen.

Ich denke, wenn jemand sich für dich mit den Leuten anlegen würde, dann würde sich ganz schnell vieles in Wohlgefallen auflösen.

Das mit dem Port-Spülen z.B. ist doch ein Ding der Unmöglichkeit. Und wenn das selbst für Ärzte zu frickelig ist, so dass sie sich davor drücken, dann kannst du das doch erst recht nicht!!!

Ich kann gar nicht begreifen, dass dein Hausarzt sich nicht mit den nötigen Stellen in Verbindung setzt und durchsetzt, dass da endlich was passiert. Der Hausarzt soll doch immer der Hauptansprechpartner sein.

Gibt es bei dir nicht kirchliche Einrichtungen, die sich darum kümmern könnten, dass du vernünftig behandelt wirst? Man kann dich doch nicht so ganz alleine kämpfen lassen!

Ich bin in Gedanken bei dir!

Liebe Grüße
Sonora

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Ursu ist offline
Beiträge: 1.030
Seit: 27.06.08
Morgen Mädel,

klingt als währ bei dir im Moment echt Alles schlimm.

und okay;
ich weiss.
ich spinne.
aber ich möchte es einfach einmal in der woche an die hochschule zum unterricht schaffen.
das ist noch das einzige, was ich vom leben habe.
es ist meine atemtherapie.
der lehrer macht die beste gesprächstherapie.
es ist meine psychotherapie.
irgendwie ----
wenn ich damit aufhöre, dann habe ich noch die allerletzte hoffnung verloren, je ein diplom schaffen zu können.
und ich will es einfach schaffen.
es ist mir noch das wichtigste, was ich auf dieser welt zu tun habe.
denkt nur, ich spinne deswegen.


und nein, du spinnst nicht, es ist wichtig sich Ziele zu setzen und etwas zu haben auf das man sich freuen kann.

Drück dir die Daumen

See y,
ursu
__________________
Die Summe der konstanten Fehler nennt man Stil,
... aber ein Rest Unsicherheit bleibt immer.

Ich möchte leben
Männlich Sternenstaub
Liebe Shelley,
ich bin sehr traurig darüber, was Du im Moment alles durchmachen musst!
Leider Gottes kann ich Dir nicht helfen, doch will ich Dir ein bisschen Mut machen!

Jetzt lebe ich in tiefer Not...
fühle mich so ganz verlassen...
doch geht es weiter irgendwie...
denn ich bin stark in Zuversicht!

Die Zuversicht hält mich am Leben,
das hat sie oftmals schon getan,
die Zuversicht gibt mir Hoffnung,
Hoffnung die ich nun dringend brauche!

Die Hoffnung spendet viel Kraft,
die Kraft spendet das Durchhalten,
alles ist da für mich...
Hoffnung, Zuversicht und Kraft,
darum überstehe ich all dies...
und werde neu Erblühn!

Liebe Shelly, es tut mir so leid, was Du durchmachst...

alles, alles liebe wünsche ich Dir, bitte halte durch...bitte!

Jogi

Ich möchte leben
Weiblich KimS
Hallo Shelley,

Ich schliesse mich die schöne Worte meinen Vorschreibern an

Liebe Grüsse
Kim

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Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
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Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
ich bin nicht zuversichtlich, die hoffnung habe ich schon lange aufgegeben und kraft habe ich auch nimmer.

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Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
dankeschön vielmals aber trotzdem euch allen!

ich freue mich dicke dolle, dass ihr schreibt, mag aber nicht mehr so jedem einzelnen antworten.

sorry bitte.

hab euch alle lieb.

*knutsch*

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Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo jogi,

du darfst mal mit mir telephonieren, doch momentan mag ich gerade nicht so sprechen, schon wenn ich beim arzt was erzählen muss, ist es mir zu viel und ich schaffe es fast nicht.
aber wenn wir beide mögen vielleicht?
kann man dir vertrauen und du erzählst niemandem sachen weiter?

viele liebe grüsse von shelley
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Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo,

ich verstehe die welt nicht mehr.

bzw. meinen urologen.

mir sagt er, man müsse den verband jeden tag wechseln.
auf das rezept schreibt er: "täglich verbndswechsel".

da ist der mann der spitex da und tut hin und her.
er will mir dann tägliche termine geben.
doch plötzlich findet er, er müsse jetzt doch diesen urologen anrufen.

und was sagt der urologe?

es würde reichen, den verbandswechsel dreimal in der woche zu machen.

und wenn ich wieder bei ihm bin, findet er wieder: verbandswechsel jeden tag, weil es so entzunden ist.
dann sage ich das der spitex.
nur um dann vom urologen zu vernehmen, dass dreimal in der woche doch genügt.

sie ruft wieder den urologen an und der urologe findet nur, ich hätte nicht alle tassen im schrank, würed ihm befehlen, dass er auf die verordnung schreibt, täglichen verbandswechsel und das sei gar nicht nötig.
also ob letzteres stimmt, weiss ich nicht, doch so komme ich mir vor.
richtig mies und beschissen.

ich denke, dass der urologen hintenrum so über mich urteilt, weil mir das schon mal passiert ist.
da sass ich neben dem arzt, als er mit nem anderen telephoniert hat und ich war zeuge der verleumdungen, welche der arzt am anderen ende über mich rausliess.

ich kenne sie wirklich langsam.
am ende ist immer der patient der dumme.

und ach ja:
wenn der urologe schreibt, täglichen verbandswechsel und ich dann bei der spitex finde, dreimal in der woche wäre bestimmt okay, dann schimpft nachher die spitex, wenn sie liest, dass auf dem papier vom täglichen verbandswechsel steht.
doch wenn sie den urologen spricht, kommt der ja auch wieder mit was anderem als dem, was er auf's papier geschrieben hat.

ich weiss echt nicht mehr, wo ich bin.
und es macht mich so fertig, das ganze hin und her.
ich ertrage das einfach nicht mehr.
ich zerre am letzten fünkchen kraft, das ich noch habe.

der von der spitex hat auchwieder mit mir geschumpfen.
er fand, ich würde doch das mit dem papierkram schaffen können, schliesslich sei ich alt genug.

ich war so am ende und konnte nur noch halb heulend sagen, dass ich es eben nicht mehr schaffe und er ja sieht, dass das rezept für die spitex vom 5. dezember imer noch bei mir ist, und ja; da ist mir auch eine dummheit passiert.
ich habe sie ihm gebeichtet.

ich habe ihm das rezept vom krankenhaus von anfang november gezeigt, auf dem auch darauf steht, dass man den verbandswechsel täglich machen sollte.
und ich sagte ihm, dass ich es noch nie gezeigt habe, weil da noch darauf steht, dass ich hilfe bei der körperpflege bräuchte.
und weil ich angst habe, wenn mir jemand von der spitex beim duschen helfen soll, habe ich das rezept nicht gezeigt.
und er fand so, dass wir doch im gespräch besprachen, dass ich mich selbst pflegen kann und warum das plötzlich nicht mehr ginge.
ja und ich heule fast und gab zu, dass es eben fast nicht geht und dass ich mutti auch nicht mehr darum bitten getraue und mich deswegen noch knapp einmal in der woche duschen kann und dass mir das unangenehm ist.
dass zu beichten war mir echt was von peinlich, aber ich habe wirklich ein problem damit, wenn die spitex mir beim duschen helfen sollte, zumal meine mutti es nicht mag, wenn da fremde leute in unser badezimmer kommen.
ich weiss echt nicht, was machen.
alleine schaffe ich es fast nicht, mich zu duschen.
mutti trau ich nicht mehr fragen.
und vor spitexhilfe bekomme ich die psychokrise.

und weil wir ja schon dabei waren, maulte ich den pfleger noch an, dass ich anscheinend nicht alt genug sei, da ich ja fast nicht mal mehr telephonieren kann und auch deswegen immer vergesse, das material zu bestellen, weil ich einfach zu schwach sei und keine kraft mehr habe.

und er?

er findet nur, dass ich ja auch an die hochschule reisen könnte.

obwohl ich ihm sagte, dass ich das ja eben eigentlich auch nicht wirklich schaffe, denke ich, dass er das nicht versteht.

es versteht niemand.
nur mein lehrer versteht es vielleicht, weil er ist ein gesunder mensch mit einem gesunden menschenverstand.
er sieht, wie wichtig es mir ist, auch wenn ich vor schmerzen fast nicht mehr atmen kann und wenn wir für eine pause unterbrechen, das fenster öffnen muss, weil ich vor koliken fast krepiere und wegen der halben ohnmacht mit den schweissausbrüchen das fenster öffnen muss und das im tiefen winter bei eisiger kälte.
er versteht es, dass mir sein unterricht so wichtig ist, auch wenn ich dann den heimweg fast nicht mehr schaffe.

die anderen nutzen die tatsache, dass ich dieses einzige etaws im leben, was mir noch freude gibt, nicht aufgeben möchte, nur aus, um mich fertig zu machen.

ja so ist es.

amen.

ich könnte nur noch heulen und habe bald nur noch angst vor allem, weil ich keine kraft mehr zum leben habe.

es ist komisch.
ich hatte nie angst.
erst, seit ich so schwach bin.
wenn ich sehr lange nicht weggehen konnte, habe ich sogar angst, das haus zu verlassen und brauche richtig die überwindung, nur um zu sehen, dass ich dabei nicht hopps gehe und es doch irgendwie - frag mich bitte niemand wie - doch noch schaffe.

es grüsst eine traurige shelley
__________________
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