Kleinstkindbetreuung ab 4 Monaten?! - Eure Meinung -

03.01.12 20:13 #1
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BnF ist offline
Weiblich BnF
Beiträge: 168
Seit: 24.09.09
Hallöchen zusammen,

ich hätte eine Bitte an euch!

Ich muss im Rahmen meiner Ausbildung zur Erzieherin ein Fachgespräch führen, und habe dafür das Thema
"Rabeneltern?! Kleinstkindbetreuung ab 4 Monaten"
gewählt.

Nun bräuchte ich noch für die Gestaltung des Gespräches ein paar spontane Aussagen zu diesem Thema, die ich dann auf Plakaten an die Wand hängen möchte(gibt bestimmt Extrapunkte)!

Also wäre es super wenn ihr nur ganz kurz in einem Stichwort oder kurzem Satz sagen würdet, wie ihr zu diesem Thema steht. Wenn möglich bitte mit Geschlecht und Altersangabe.

Ich danke schonmal im Vorraus allen die mir hierbei helfen möchten!!!

Lieben Gruß
BnF

Kleinstkindbetreuung ab 4 Monaten?! - Eure Meinung -

BnF ist offline
Weiblich BnF
Themenstarter Beiträge: 168
Seit: 24.09.09
Hallöchen,

hat denn niemand von euch einen Satz oder ein Wort für mich??

Jeder der dieses Thema öffnet wird doch irgendeinen Gedanken zu dem Thema haben?!?!

Ihr würdet mir echt weiter helfen!

Lieben Gruß
BnF

Kleinstkindbetreuung ab 4 Monaten?! - Eure Meinung -

Rota ist offline
Beiträge: 2.626
Seit: 22.07.08
[quote=BnF;763097][QUOTE]Hallöchen,

Jetzt habe ich extra einen Tag abgewartet, ob sich irgend Jemand zu dem Thema äußert.
Ich tue es jetzt einfach einmal, weil mich als Urgroßmutter, diese Sache sehr beschäftigt.

Du mußt noch sehr jung sein, weil Dir mit Deiner Begrüßung an uns und dem "Hallöchen" offensichtlich der Ernst der Sache noch abgeht.
Ich möchte Dich nicht verletzen, nur zum Nachdenken veranlassen. was es mit einer Trennung von Mutter und Kind in dem Alter von 4 Monaten für Spätfolgen haben kann.

hat denn niemand von euch einen Satz oder ein Wort für mich??
Es ist ein gutes Zeichen, so denke ich, daß sich bis jetzt noch keiner gemeldet hat. Offensichtlich nehmen die anderen Teilnehmer dieses Forums, sofern sie Dein Posting gelesen haben, die Sache ernster als Du denkst.

Jeder der dieses Thema öffnet wird doch irgendeinen Gedanken zu dem Thema haben?!?!
Ja, das denke ich, aber warum sollten wir Deine Hausaufgaben machen?, was denkst Du selbst zu diesem Thema das würde mich interessieren.

Hier könnte erst einmal eine Diskussion entstehen darüber, was es bedeutet, ein Kind mit 4 Monaten einer solchen Strapaze auszusetzen: weg von der Mama hin zu einer fremden Person.

Ihr würdet mir echt weiter helfen!
Was hast Du denn bis jetzt schon gelernt, was zu dem Thema beiträgt? Wer sind Deine Ausbilder und was meinen die dazu?

Du wirst doch nicht ernsthaft glauben, daß die Versuche unserer Regierung, die Mütter in den Beruf zurückzuholen und ihre Kinder abzuschieben, der neuen Generation helfen wird, sich im Leben besser zurecht zu finden, als die Kinder der Mütter, die sich bemühen ihren Kindern die Wärme und die Beschützung in der Familie zu ermöglichen.

Ich würde mich freuen, wenn Du meinen Beitrag nicht krumm nehmen würdest, sondern Dich auf eine echte Diskussion einließest. Ich bin überaus interessiert daran, jungen Frauen den Ernst der Lage nahe zu bringen, was es bedeutet, in seiner frühen Kindheit entwurzelt zu werden. Das ist so ähnlich, als würde man junge Radieschen immer wieder aus der Erde ziehen um zu schauen, wie weit sie schon sind. Da kommt nix gescheites dabei heraus. Glaube mir.

Ich bin für die Bedürfnisse der Kinder nach Geborgenheit zu Hause, nicht für die egoistischen Wünsche der Mütter die ohne dringenden Grund in die Berufswelt zurückkehren wollen.

Diesen Satz kannst Du gerne an Deine Pinwand heften.

Liebe Grüße
Rota.
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__________________
Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

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BnF ist offline
Weiblich BnF
Themenstarter Beiträge: 168
Seit: 24.09.09
Guten Abend Rota,

zunächst einmal begrüße ich dich so, wenn du meinst, dass das irgendetwas ändert.

Ich weiß ja nicht was du als Urgroßmutter weißt, aber ich als ausgebildete Erzieherin, die in einer Einrichtung für Kinder von 4 Monaten bis 2 Jahren tagtäglich arbeitet, weiß wohl mehr als du glaubst.

Dass man über dieses Thema lange und ausführlich diskutieren kann ist mir durchaus bewusst, darum habe ich dieses Thema für mein Fachgespräch unter Erzieherinnen gewählt.

Mich interessieren die Meinungen meiner Kolleginnen und ich möchte, dass jedem die Vor und Nachteile von einer Fremdbetreuung, und hierbei ist es egal ob es die Erzieherin oder die Oma ist, bewusst werden.
In diesem Gespräch wird auf einer professionellen Basis und mit fachtheoretischen Begründungen diskutiert. Dort kann man sowohl Bindungstheorien wie auch Entwicklungspsychologische Theorien anführen.

Ich habe niemanden darum gebeten meine "Hausaufgaben" zu erledigen, sondern lediglich darum gebeten mich zu unterstützen.

Ich wälze seit Wochen Bücher und lese mich quer durch alle Theorien, ich beobachte täglich die Kinder in der Einrichtung und führe dort eine intensive Elternarbeit. Also bereite ich dieses Gespräch äußerst sorgfältig durch.
Diese spontanen Aussagen, sollen nur zusätzliche Anregungen geben, wie wir diese Punkte in dem Fachgespräch begründen oder abstreiten können.
Ich wollte einfach nur echte, ehrliche Aussagen sammeln und keine von mir zusammen gefakten.

Vielleicht solltest du dir vielmehr überlegen, welche Erfahrungen du in dem Bereich hast und wie diese theoretisch begründet werden können.

Ich werde deine Aussage sehr gerne auf ein Plakat schreiben, weil sie offen und ehrlich ist.

Mit freundlichem Gruß
BnF

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BiancaSing ist offline
Beiträge: 798
Seit: 28.05.11
Hi, ich bin Mutter und habe praktische Erfahrung in dem Bereich. Als erstes muss ich erwähnen, dass ich zur Zeit in Asien wohe und arbeite.

Grundsätzlich ist es so, dass ich nierhends auf der Welt solche Erziehungs/Mutterschutz, Elternzeiten erlebt habe wie in Deutschland. Wenn im Ausland einer was von Pausen von bis zu 4 Jahren
hoehrt, schüttelt man nur den Kopf.
In Amerika ist es nicht unüblich, dass Muetter bereits nach 6 Wochen wieder arbeiten gehen.
Hier in Asien, ist der normale Mutterschutz 3 bis 4 Monate. Ich hatte Glueck, mein Arbeitgeber hat mir bis 1 Jahr genehmigt, bin nach 6 Monaten wieder ins Büro. Allerdings muss ich dazu sagen, dass hier und in vielen anderen Ländern das System darauf entsprechend abgelegt ist. Hier ZB nehmen Tagesstätten Kinder schon ab "newborn" an, andere ab 3 Monate, wieder andere erst ab 6 Monate. Auch haben viele hier eine "Maid", je eine Haushälterin, die sich in Abwesenheit als alternative und dauerhafte Bezugsperson anbietet.
Wie man sieht, andere Laender, andere Sitten. Und die sehen mir hier nicht alle so aus, als haetten sie irgendwelche Schaeden davongetragen ;-)
Mein Kind war wie gesagt ab 6 Monate tagsüber alleine mit der Haushälterin, davor auch regelmaessig und es lief wunderbar. Ich habe auch Kolleginen, die schon ein paar Wochen nach der Geburt wieder im Büro waren, eine Dame in London bereits nach 4 Tagen......Manches ist vielleicht übertrieben früh, auf der anderen Seite finde ich Deutschland auch übertrieben lange.

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BiancaSing ist offline
Beiträge: 798
Seit: 28.05.11
Sorry, meinte natürlich Elternzeiten bis zu 3 Jahren.

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Cherry ist offline
Beiträge: 682
Seit: 09.01.08
Ich bin ganz bei Rota.

Die armen Kinder!

Kinder brauchen ihre Familie. Je jünger sie sind, desto mehr.
Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, Kinder brauchen auch keine Schule, sondern ein aufmerksames Familienleben.

Gebildet habe ich (w, Mitte 30) mir meine Meinung durch eigene Anschauung (Ich selbst wurde 4 Jahre fremd betreut, ich betreute zwei Jahre lang Kinder, meine Eltern arbeiten beide im erzieherischen Bereich, eigenes Kind war mal für ein paar Wochen in einer Kleinkindeinrichtung...) Gespräche mit anderen Eltern, Erzieherinnen und auch diverse Bücher und Studien.


Ja, ich hatte deine Anfrage auch schon einmal gelesen und nicht geantwortet. Ein Grund war, dass ich nicht der Meinung bin, dass man dieses wichtige Thema mit irgendwelchen Schlagphrasen diskutieren sollte.
Ein weiterer Grund ist sicherlich auch der, dass ich denke, dass es sinnlos ist zu antworten. Wenn du wirklich an spontanen Aussagen interessiert bist, warum googelst du nicht einfach danach? Die stehen doch zu Hauf im Netz rum oder in Elternheften oder wo auch immer.

Dies bestätigt einmal mehr, dass hierzulander nicht unbedingt die hellsten Köpfe Erzieher/Innen werden. Leider bin ich mir nicht sicher, ob ein Abschluss nur durch Studium daran etwas ändern würde. Traurige Situation!

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BiancaSing ist offline
Beiträge: 798
Seit: 28.05.11
Cherry, als erstes mal: die Basis einer guten Kinderbetreuerin sollte ein respektvoller Umgang mit anderen Menschen sein. Deine obere Aussage von "hellen Koepfen" hat dich, meiner Meinung nach, disqualifiziert. Hier geht es um eine offene und ehrliche Diskussion. Das Menschen verschiedene Ansichten haben, ist absolut normal. Auch die Erfahrungen, die Menschen machen, sind unterschiedlich und unsere Ansichten werden dadurch beeinflusst.
Ich habe den Vorteil, in verschiedenen Laender gelebt zu haben und dort auch gute, sowie auch schlechte Seiten des jeweiligen Systems kennengelernt zu haben und diese sehr gut mit 0deutschland vergleichen zu koennen. Mag sein, das du andere Ansichten hast, du brauchst deswegen nicht gleich beleidigend zu werden.
Ich jedenfalls finde eine offene Diskussion zu dem Thema gut, da kann jeder seine Erfahrungen einbringen. Dieses System, was hier beschrieben wird, hat nichts mit irgendwelchen "uebertrieben Ehrgeiz" der Muetter zu tun. Ich persoenlich bin der Meinung, das eine Eingliederung ins Berufsleben durchaus seine Vorteile hat. Und wie gesgat, ich kenne kein Land mit so extremen Mutterschutzzeiten wie Deutschland, deswegen haben es junge Frauen auch deutlich schwere als Maenner, in Deutschland einen vernuenftigen Job zu bekommen, weil sie fuer jeden Arbeitgeber nun mal halt leider ein gewisses Risiko darstellen. Fuer diejenigen, die gerne ein erfuelltes Muttersdasein haben wollen, ist das zugegebenermassen eine sehr gute Sache, leider denkt nicht jeder so.
In anderen Laendern ist die flexibilitaet deutlich groesser, Kindergaertenplaetze selten ein Problem, Frauen haben selten Probleme jobs zu bekommen, das Familieneinkommen (auch zum wohle der Kinder) ist gesicherter.
Und den "Schaden" von dem alle reden, den kann ich bei den Kindern, die in anderen Laendern aufwachsen, nicht wirklich erkennen. Und irgendwie schaffen es Muetter auf der ganzen Welt durchaus, und das deutlich besser als in Deutschland (!), berufs- und familienleben zu verbinden.
Bist du der Meinung, die Deutschen sind vorreiter auf diesem Gebiet und alle anderen Laender haben einfach keine Ahnung von Kindererziehung oder denen ist das Kindswohl schlichtweg egal? Meinst du, nur weil ich nach 6 Monaten wieder gerne arbeiten wollte, bin ich eine schlechte Mutter? Meinem Kind geht es sehr gut, er entwickelt sich praechtig, ist froehlich, aufgeschlossen und wird dreisprachig erzogen. Er interessiert sich mit seinen nun 1.5 Jahren fuer Musik, spielt gerne mit seinen Freunden, geht liebend gerne in seinen Kindergarten, geht gerne schwimmen. Armes Kind, hat tatsaechlich eine Schaden genommen....
Also, liebe Themenstarterin, lass dich nicht beirren. Es ist ein wichtiges Thema, mit allen seine pros und cons und es wird dazu ein Fuelle an Meinungen und Erfahrungen geben. Vielleicht solltest du auch mal in auslaendischen Foren posten (amerikanischen, englischen, australischen, etc), da bekommst du vielleicht etwas mehr Informationen zu dem Thema.

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Oregano ist offline
Beiträge: 62.670
Seit: 10.01.04
Es ist schwierig, Deutschland und seine Kinderbetreuung mit anderen Ländern zu vergleichen, weil die Voraussetzungen nicht vergleichbar sind. Und zwar sowohl die "materiellen"= Kinderkrippen und -gärten für jedes Alter als auch die Vor-Urteile in Bezug auf "Rabenmütter", die ihr Kind in eine Betreuung geben und "liebe" Mütter,die zu Hause bleiben, um ihr Kind dort zu betreuen. Dazu kommt noch, daß in manchen Ländern die Familie in der Kinderbetreuung mithilft, was in D. nicht mehr so oft möglich ist - aus verschiedenen Gründen wie: zu große Entfernungen, Altersgründe und mehr.

Ein Aspekt, den ich in diesem Zusammenhang auch wichtig finde, ist der Stress, dem alle Familienmitglieder ausgesetzt sind, wenn die Mutter/Frau bald nach der Geburt wieder arbeitet. Ich denke, da liegt einer der großen Unterschiede zu Ländern wie z.B. USA oder auch Singapur. Dort findet sich ziemlich leicht eine gute Nanny oder auch Haushälterin. In Deutschland scheint mir das anders und dazu noch ziemlich teuer, so daß oft das Gehalt der Frau für die Haushälterin wieder ausgegeben wird.

Auf der anderen Seite ist eine Hilfe für die Frau mit Kindern fast unabdingbar, wenn sie ganztags arbeitet (es gibt ja auch die Notwendigkeit dafür wegen der späteren Versorgung). Da liegt in D. meiner Meinung nach einiges im Argen. Dazu kommt noch, daß viele Frauen, die in ihrem Beruf gerne arbeiten und gearbeitet haben, ja noch, daß sie oft schon ca. 40 Jahre alt sind, wenn die Kinder auf die Welt kommen. So stabil sind manche dann gesundheitlich nicht mehr, vor allem, wenn es nicht nur ein Kind ist.
Mich macht der Gedanke nervös, wenn ich eine Familie mit Vater-Mutter-3-Kindern sehe: Vater 53, Mutter 44, Kinder 7, 4, 2.
Wenn sich nun die Eltern gesundheitlich endgültig zerschleißen in Beruf und Elternschaft: wohin soll das führen? Und wohin führt das die Kinder? Mir ist alles andere als wohl dabei, obwohl ich die Eltern sehr gut verstehen kann. Beide arbeiten in guten Berufen und haben dabei Freude und Erfüllung. Nur alles geschieht immer auf Volldampf, Organisation ist alles, und vieles, was eine "Nur-Hausfrau" einfach tun kann, bleibt auf der Strecke.

Grüsse,
Oregano

Geändert von Oregano (06.01.12 um 10:54 Uhr)

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Weiblich vittella
Ich habe zu diesem Thema gemischte Gefühle. Meine Kinder hätte ich nie in Fremdbetreuung gegeben, da bin ich eher von der alten Schule, dass sich ein Kind zu Hause bei der Mutter und den Geschwistern, Haustieren und immer der gewohnten Umgebung am besten entwickelt.

Heute als Grossmutter seh ich es etwas anders und müsste ich zurück, würde ich es auch anders machen, denn ich sehe heute die Auswirkungen.
Dazu sind die Leute die die Kinder betreuen heute besser ausbegildet.

Mein Enkel wird Teilweise auch Fremdbetreut in der Kita und der andere Teil ist bei mir, seine Mutter sieht er nur Abends kurz bevor er ins Bett geht.
Und es ist für ihn das Beste so. Das ich swas einmal sagen würde..

Nicht jedes Kind kann sich auf diese Weise so gut einordnen, Kinder sind verschieden und ich denke, es gibt welche denen es Schaden würde, weil sie mehr Mamma, mehr Ruhe und Geborgenheit und Rückzug brauchen und eher Introvertiert sind, mein Enkel ist sehr aufgeschlossen und Extrovertiert, deshalb ist das kein Problem.


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