ADS und Computer

14.08.11 16:33 #1
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sasal ist offline
Beiträge: 4
Seit: 31.07.11
Hallo, ich habe ein großes Problem. Mein Sohn 12 jahre ( bald 13 ) hat ADS das steht seit einem dreiviertel Jahr fest. Nun sind Ferien und wir fahren nicht in den Urlaub. Das ist ja alles noch kein Problem, aber jetzt kommts. Meinem Sohn ist natürlich stinklangweilig und möchte gerne Fern sehen oder eben am Computer spielen. In Maßen ist das ja ok aber jeder hat eine andere Defenition von Maßvoll. Kann mir jemand einen Tipp geben oder nen Rat. Momentan bin ich wirklich in einer Zwickmühle.

Danke !


ADS u. Computer

Steve77 ist offline
Beiträge: 21
Seit: 13.08.11
Zitat von sasal Beitrag anzeigen
Hallo, ich habe ein großes Problem. Mein Sohn 12 jahre ( bald 13 ) hat ADS das steht seit einem dreiviertel Jahr fest. Nun sind Ferien und wir fahren nicht in den Urlaub. Das ist ja alles noch kein Problem, aber jetzt kommts. Meinem Sohn ist natürlich stinklangweilig und möchte gerne Fern sehen oder eben am Computer spielen. In Maßen ist das ja ok aber jeder hat eine andere Defenition von Maßvoll. Kann mir jemand einen Tipp geben oder nen Rat. Momentan bin ich wirklich in einer Zwickmühle.

Danke !
Hallo sasal. Ich habe wirklich Verständnis für deinen Sohn, da ich in seinem Alter in etwa die gleiche Problematik durchgemacht hatte. Die Frage ist nun, welche Tätigkeiten führt er auf dem PC aus, nur Computerspiele und nichts anderes? Spielt er exzessiv oder gibt da eine Möglichkeit, ihm da Alternativen anzubieten? Damals habe ich (habe AS und ADHS) meist täglich stundenlang gespielt, jegliches Zeitgefühl verloren und habe anstatt für die Schule zu büffeln lieber gezockt.

Hat dein Sohn noch Geschwister oder Bekannte, mit den er etwas unternehmen könnte? Wie siehts aus mit Hobbys?

Wenn du ausführlicher und präziser das Problem beschreiben würdest, könnte man eher Ratschläge geben. Gruss von Steve

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sasal ist offline
Themenstarter Beiträge: 4
Seit: 31.07.11
Zitat von Steve77 Beitrag anzeigen
Hallo sasal. Ich habe wirklich Verständnis für deinen Sohn, da ich in seinem Alter in etwa die gleiche Problematik durchgemacht hatte. Die Frage ist nun, welche Tätigkeiten führt er auf dem PC aus, nur Computerspiele und nichts anderes? Spielt er exzessiv oder gibt da eine Möglichkeit, ihm da Alternativen anzubieten? Damals habe ich (habe AS und ADHS) meist täglich stundenlang gespielt, jegliches Zeitgefühl verloren und habe anstatt für die Schule zu büffeln lieber gezockt.

Hat dein Sohn noch Geschwister oder Bekannte, mit den er etwas unternehmen könnte? Wie siehts aus mit Hobbys?

Wenn du ausführlicher und präziser das Problem beschreiben würdest, könnte man eher Ratschläge geben. Gruss von Steve
Hallo steve77,

es ist genau so wie du es gemacht hast er spielt stundenlang. Er hat keine Geschwister und das mit den Hobbys ist auch so ne Sache. Er interessiert sich für nichts und wenn ihn mal eine Sportart oder sonstiges in den Kopf kommt, verwirft er sie wieder weil da vielleicht niemand ist den er kennt. Er hat jetzt nicht viele Freunde aber die die er hat sind wirklich gute Freunde.
Ich versuche auch mit ihm etwas zu unternehmen aber das kann nicht alles sein, nur mit seiner Mutter was zu unternehmen.
Wenn ich ihm ein Zeitlimit setze versucht er alles aber wirklich alles um es zu umgehen. und es kommt am Ende nur ein Streit heraus der mich dann nur zermürbt.
LG Sasal

ADS u. Computer

Steve77 ist offline
Beiträge: 21
Seit: 13.08.11
Zitat von sasal Beitrag anzeigen
Hallo steve77,

es ist genau so wie du es gemacht hast er spielt stundenlang. Er hat keine Geschwister und das mit den Hobbys ist auch so ne Sache. Er interessiert sich für nichts und wenn ihn mal eine Sportart oder sonstiges in den Kopf kommt, verwirft er sie wieder weil da vielleicht niemand ist den er kennt. Er hat jetzt nicht viele Freunde aber die die er hat sind wirklich gute Freunde.
Ich versuche auch mit ihm etwas zu unternehmen aber das kann nicht alles sein, nur mit seiner Mutter was zu unternehmen.
Wenn ich ihm ein Zeitlimit setze versucht er alles aber wirklich alles um es zu umgehen. und es kommt am Ende nur ein Streit heraus der mich dann nur zermürbt.
LG Sasal
Hallo Sasal. Ich kann eure Lage nachvollziehen, da ich sehr ähnliche Schwierigkeiten hatte bzw. noch habe. Dasselbe mit den Geschwistern (hatte nie welche) und den Hobbys. Es ist sehr schwer sich für etwas zu begeistern, wenn man niemanden hat, um dies auszuüben. Inzwischen spiele ich nicht mehr am PC, aber täglich stundenlang vor dem Rechner ist nicht "das wahre" und auch für die Gesundheit schädlich. Ich bin jetzt 21 jährig und habe bereits Rückenschmerzen. Das ganze hält sich noch in Grenzen, aber ich hoffe deinem Sohn passiert dies nicht auch noch irgendwann. Ja, ein Zeitlimit hat bei mir auch nie funktioniert, oft ist mir auch heutzutage noch langweilig.

Ich kann mich beispielsweise sehr gut mit Musik ablenken, vor allem mit Rockmusik, aber auch Pop- und Country-Musik. Ist dein Sohn auch musikalisch interessiert? Rockstar wäre vielleicht was, dann kriegst du ihn weg vom Rechner. (natürlich mit einem leichten ironischen Unterton) Was ist mit seinen Freunden, unternimmt er mit denen etwas?

Es ist leider sehr schwer in dieser Zwickmühle, meine Eltern sind mit mir auch überfordert. War dein Sohn irgendwo in Therapie, bzw. wie erhielt er seine Diagnose? Dazu müsste man auch die Vorgeschichte kennen, was hat dazu geführt, dass ihr die Diagnose gemacht habt? War er in der Schule auch auffällig? Gruss von Steve

ADS u. Computer

sasal ist offline
Themenstarter Beiträge: 4
Seit: 31.07.11
Zitat von Steve77 Beitrag anzeigen
Hallo Sasal. Ich kann eure Lage nachvollziehen, da ich sehr ähnliche Schwierigkeiten hatte bzw. noch habe. Dasselbe mit den Geschwistern (hatte nie welche) und den Hobbys. Es ist sehr schwer sich für etwas zu begeistern, wenn man niemanden hat, um dies auszuüben. Inzwischen spiele ich nicht mehr am PC, aber täglich stundenlang vor dem Rechner ist nicht "das wahre" und auch für die Gesundheit schädlich. Ich bin jetzt 21 jährig und habe bereits Rückenschmerzen. Das ganze hält sich noch in Grenzen, aber ich hoffe deinem Sohn passiert dies nicht auch noch irgendwann. Ja, ein Zeitlimit hat bei mir auch nie funktioniert, oft ist mir auch heutzutage noch langweilig.

Ich kann mich beispielsweise sehr gut mit Musik ablenken, vor allem mit Rockmusik, aber auch Pop- und Country-Musik. Ist dein Sohn auch musikalisch interessiert? Rockstar wäre vielleicht was, dann kriegst du ihn weg vom Rechner. (natürlich mit einem leichten ironischen Unterton) Was ist mit seinen Freunden, unternimmt er mit denen etwas?

Es ist leider sehr schwer in dieser Zwickmühle, meine Eltern sind mit mir auch überfordert. War dein Sohn irgendwo in Therapie, bzw. wie erhielt er seine Diagnose? Dazu müsste man auch die Vorgeschichte kennen, was hat dazu geführt, dass ihr die Diagnose gemacht habt? War er in der Schule auch auffällig? Gruss von Steve
Hi Steve,

die Aufforderung oder besser gesagt den Rat habe ich letztes Jahr von der Schule bekommen. Denen ist aufgefallen dass er viel träumt und sich einfach nicht organisieren kann. Mir ist das auch aufgefallen aber ich wäre nie auf ADS gekommen, Nun gut ich habe uns einen Arzt gesucht und der hat sämtliche Tests gemacht und eben ADS festgestellt. Das war Oktober 2010. Seit Februar nimmt er auch Tabletten (Medikinet) allerdings eine sehr schwache Dosis die aber auch nicht wirklich was hilft. Das Restultat war die 6. Klasse muss er nun wiederholen. Er geht auf Gymnasium und hat eigentlich das Zeug dazu. Nur das Lernen darauf hat er überhaupt keine Lust. Ich muss allerdings arbeiten gehen und kann ihn deshalb auch nicht kontrollieren. Abends wenn ich nach Hause komme bringt es nicht mehr viel mit ihm zu lernen weil er da überhaupt nichts mehr aufnehmen kann.
Ich habe sehr viel Geld in Nachhilfe investiert und die Nachhilfelehrer sagten er kann es, nur in den Schulaufgaben versagt er total. In den Exen und im mündlichen gehts eigentlich ganz gut allerdings ne 1 oder ne 2 klappt fast gar nicht und so bessern die 3 die doppelt zählenden Noten der Schulaufgaben nicht aus.
Er ist schon an Musik interssiert, er möchte auch Gitarre lernen aber wenn ich dann einen Musiklehrer suche sagt er: Ach vielleicht warte ich noch ein bisschen sonst habe ich ja gar keine Freizeit mehr. Mit Freizeit meint er natürlich den PC oder die Spielekonsole.
Früher war er beim Fussballverein das will er auch nicht mehr. Momentan versuche ich ihn in einem Sportverein unterzubringen die eine Trampolin Abteilung haben, denn das interessiert ihn momentan. Aber eben alles nur momentan. Und zwingen will ich ihn auch nicht das macht ihm und mir keinen Spaß.
Manchmal ist es echt zermürbend.
LG Sasal

ADS u. Computer

Steve77 ist offline
Beiträge: 21
Seit: 13.08.11
Zitat von sasal Beitrag anzeigen
Hi Steve,

die Aufforderung oder besser gesagt den Rat habe ich letztes Jahr von der Schule bekommen. Denen ist aufgefallen dass er viel träumt und sich einfach nicht organisieren kann. Mir ist das auch aufgefallen aber ich wäre nie auf ADS gekommen, Nun gut ich habe uns einen Arzt gesucht und der hat sämtliche Tests gemacht und eben ADS festgestellt. Das war Oktober 2010. Seit Februar nimmt er auch Tabletten (Medikinet) allerdings eine sehr schwache Dosis die aber auch nicht wirklich was hilft. Das Restultat war die 6. Klasse muss er nun wiederholen. Er geht auf Gymnasium und hat eigentlich das Zeug dazu. Nur das Lernen darauf hat er überhaupt keine Lust. Ich muss allerdings arbeiten gehen und kann ihn deshalb auch nicht kontrollieren. Abends wenn ich nach Hause komme bringt es nicht mehr viel mit ihm zu lernen weil er da überhaupt nichts mehr aufnehmen kann.
Ich habe sehr viel Geld in Nachhilfe investiert und die Nachhilfelehrer sagten er kann es, nur in den Schulaufgaben versagt er total. In den Exen und im mündlichen gehts eigentlich ganz gut allerdings ne 1 oder ne 2 klappt fast gar nicht und so bessern die 3 die doppelt zählenden Noten der Schulaufgaben nicht aus.
Er ist schon an Musik interssiert, er möchte auch Gitarre lernen aber wenn ich dann einen Musiklehrer suche sagt er: Ach vielleicht warte ich noch ein bisschen sonst habe ich ja gar keine Freizeit mehr. Mit Freizeit meint er natürlich den PC oder die Spielekonsole.
Früher war er beim Fussballverein das will er auch nicht mehr. Momentan versuche ich ihn in einem Sportverein unterzubringen die eine Trampolin Abteilung haben, denn das interessiert ihn momentan. Aber eben alles nur momentan. Und zwingen will ich ihn auch nicht das macht ihm und mir keinen Spaß.
Manchmal ist es echt zermürbend.
LG Sasal
Hallo Sasal. Leider fällt mir jetzt auf die schnelle nicht wirklich etwas ein, was deinem Sohn und dir helfen würde, um die Situation zu verbessern. Nun gut, er ist noch sehr jung und in diesem Alter hat man auch noch andere Interessen. In ein paar Jahren interessieren ihn die Computerspiele wahrscheinlich auch nicht mehr. Ich musste 20 Jahre alt werden, um die Lust daran endgültig zu verlieren. Dies reizt mich inzwischen absolut nicht mehr, in keinster Weise, nachdem ich zuvor jahrelang teilweise exzessiv gezockt hatte. Dies war meine persönliche Entscheidung, habe mal alle PC-Spiele verschenkt und die Festplatte von den Games bereinigt. Nun gut, online wäre auch noch eine Gefahr, aber wie gesagt, kein Interesse mehr.

Was noch erschwerend hinzukommt sind solche Phasen, in denen eine geordnete Tagesstruktur fehlt oder zumindest eine halbwegs sinnvolle und nützliche Tätigkeit. Genau wie dein Sohn jetzt in den Ferien, ihm ist "stinkelangweilig". So gehts mir auch oft genug, da ich seit längerer Zeit arbeitslos bin. Nicht dass ich nicht arbeiten möchte, sondern es ist recht schwer für Personen mit AS und ADHS einen Arbeitsplatz zu finden und auch längerfristig zu halten. Dazu kommen die Vorurteile, mancher Arbeitsgeber hat verständlicherweise "Angst" vor den Nachteilen, die durch die Tätigkeiten dieser Personen ausgehen. Man darf aber die Stärken nicht vergessen. Ich denke, das Ziel sollte es sein auch Leute mit solchen Problemen eine Perspektive zu bieten.

Du meinst es sehr gut mit ihm, hast ihn auch für die Nachhilfe angemeldet. Geht er noch bzw. ist er da auch immer motiviert und konzentriert am Werk? Irgendwie müsste man seine Lernbereitschaft fördern, mit irgendwas mehr Motivation verschaffen. Motivation heisst das Stichwort, ich bin kein Profi, aber das ideale wäre, wenn er möglichst früher als später selbst erkennt, was ihm im Leben mehr nutzen bringt: Die PC-Spiele, das Arbeiten an den Hausaufgaben, eine sportliche Betätigung, Musik oder doch etwas anderes?

Gruss von Steve

Mit Sogwirkung zum Erfolg

FranzJosefNeffe ist offline
Beiträge: 211
Seit: 24.10.10
Stinklangweiulig, das ist ein Problem, das zu 100% in Deinem Sohn stattfindet - es sei denn, Du machst es zu Deinem Problem. Dann wird er noch öfter versuchen, Dir seine ungelösten Probleme zuzuschieben. Dabei lernt er ganz sicher nicht Probleme lösen.
Was braucht er denn zur Llösung dieses IN IHM liegenden Problems?
Doch wohl eindeutiog seine und nicht Deine Kräfte.
Wie geht es diesen Kräften?
Ich würde sagen: bescheiden.
Wie sind die Aussichten für seine Kräfte?
Bisher doch auch: bescheiden.
Was müsste geschehen, dass es mit seinen Kräften aufwärts geht?
Nun, er müsste a) überhaupt mal merken dass er welche hat und b) dass er sich überhaupt nicht um sie kümmert und c) dass auch bei Kräften von nichts nichts kommt.
Wie würde es ihm gehen, wenn alle ihn so behandelten wie er seine Kräfte?
Bescheiden.
Also muss er lernen, seine Kräfte gut zu behandeln und zwar immer.
Als Ich-kann-Schule-Lehrer würde ich genau für die Kräfte schwärmen, mit denen er nicht kann. Wie kann man so intelligente Kräfte so unintelligent behandeln? Was kann er dagegen sagen, wenn ich seine Kräfte gut finde? Das tut den Kräften doch gut. Wenn er auch nur einmal hinfühlt, hat er den Schlüssel für seinen Erfolg. Wenn er seine Kräfte selbst regelmäßig und verlässlich gut behandelt, geht es aufwärts mit ihnen. Wenn er sich lieber quält, nun, dann schaue ich ihm vergnügt zu dabei und schwärme weiter für seine intelligenten Kräfte. Dann mögen mich seine Kräfte und folgen mir loieber als ihm! Das möcht ich einmal sehen, wie lange er das so lassen kann.
Vor ADS habe ich als IKS-Lehrer keinen Respekt. Wenn die Kräfte etwas haben, was sie zieht, ordnen sie sich und fangen an, ihren Erfolg zu genießen. Mit der üblichen Erziehdrückung erreicht man logischerweise genau das Gegenteil. Druck ist doch auch das Gegenteil von Zug, oder?
Ich freue mich auf Euren Erfolg.
Franz Josef Neffe
__________________
"Menschen werden auffällig, damit uns was auffällt." fjn


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