Mein Vater meldet sich wieder, wie soll ich damit umgehen?

22.06.11 21:44 #1
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BinWaage2010 ist offline
Beiträge: 76
Seit: 16.11.10
Mir kommen alte Erinnerungen an meine schlechte Vergangenheit hoch, wenn ich meinen Vater sehe, auch wenn er noch so eine nette Maske aufsetzen kann. Ich wollte keinen Kontakt auf Grund seines wahren Gesichtes, doch als ich wegen einer Mandel-OP im Krankenhaus lag, brachte meine Mutter einfach meinen Vater mit. Mir wurde mulmig, ich hatte Angst vor Eskalationen, die ich nicht gebrauchen kann.
Als nächstes hatte ich noch Möbel im Elternhaus stehen, meine Mutter wechselt die Wohnung, da brauchte sie Unterstützung, die Möbel letzte Woche herzuholen, diese Woche soll die Chouch noch kommen, dann ist alles vorrüber. Ich muss noch einmal meinen Vater sehen, wobei mir wieder alles von früher hochkommt.
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Was ich ziemlich lange vergeblich probiert habe, gebe ich auch irgendwann auf.

Mein Vater meldet sich wieder, wie soll ich damit umgehen?

Nischka ist offline
Beiträge: 1.528
Seit: 02.01.11
Hallo Waage,
ich kann das so richtig gut verstehen.
Ich habe mit meinen Eltern auch seit etlichen Jahren keinen Kontakt mehr, aus guten Gründen. Nach zehn Jahren des Gar-nicht-mehr-Sehens meldete sich letztes Jahr plötzlich mein Vater. Ich war ganz überrascht. Meine Mutter verbietet ihm seit langem, Kontakt mit mir zu haben, und sie redet ihm immer "Meinungen" über mich ein, die er zeitweise übernimmt.
Aber letztes Jahr sagte er, er habe sich entschieden, sich über das Verbot hinwegzusetzen. Er war dann zwei Stunden da. Ich habe ihm das erste Mal in meinem Leben von mir und meinem Weg, der leider viel Krankheit beinhaltet (Impfungen, Amalgam, Palladium, Funkstrahlung) berichten können. Ich hätt es nie für möglich gehalten, aber er hat mich vollständig ernstgenommen, mich total verstanden. Ich war echt geplättet. Vielleicht lag dies auch an dem endlosen Abstand, den wir hatten.

Ich weiß nicht, wann Du Deinen Vater zum letzten Mal gesehen hattest vor dem Ereignis im Krankenhaus.
Ich finde, Du hast total das Recht, Dich zu distanzieren, wenn Du das sichere Gefühl hast, daß er Dir nicht guttut, und daß alte Gefühle hochkommen, die Dich erneut verletzen.
Wenn Du für Dich weißt, daß Du den Kontakt jetzt nicht möchtest und nicht verkraften kannst, dann tu es nicht.
Und wenn Du den Eindruck hast, daß er Dir mit Maske begegnet, dann ist es eh keine richtige Begegnung, die irgendetwas bringen könnte.

Hast Du irgendeine Möglichkeit, diese Begegnung zu umgehen?
Du könntest ja entweder Deiner Mutter davon berichten oder Deinem Vater einen Brief schreiben (muß ja nicht lang sein), ich meine: sachlich darstellen, wie es Dir geht, daß es Dir nicht guttut, daß Du Zeit und Abstand brauchst.

Nimm Dir das Recht!
Daumendrück!
**Nischka**
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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Hallo BinWaage,
stehe einfach zu dir selbst. Der hat dir jetzt sowieso nichts mehr zu sagen und Du kannst dein Leben leben, wie Du es willst.

Kannst auch die Ohren auf Durchzug stellen.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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BinWaage2010 ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 16.11.10
Ich habe meinen Vater vor 4 Jahren das letzte Mal vor dem Krankenhausaufenthalt gesehen, als ich noch bei meiner Mutter wohnte. Er war bis zu letzt abwertend, was meine ungewöhnlichen Seiten angeht und konnte auch nicht akzeptieren, dass ich autistisch bin.

Entweder, ich konnte mich wie eine Erwachsene benehmen, oder es gab Krach.
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Kayen ist offline
Beiträge: 4.883
Seit: 14.03.07
Liebe Bin Waage,

die Aktion von Deiner Mutter, Deinen Vater mit ins Krankenhaus zu bringen, verstehe ich auch nicht.

Weiss Deine Mutter, wie Du über Deinen Vater denkst und fühlst? Dann wäre es sehr unsensibel und ich würde ihr erklären, warum sie auf Deine Unterstützung verzichten muss. Ist zwar alles nicht schön, aber die andere Seite ist ja, das sie dann auch Dir gegenüber nicht sehr feinfühlig ist.
Vielleicht kann jemand anderes für den Möbeltransport einspringen?

Lieben Gruss
Kayen
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Nischka ist offline
Beiträge: 1.528
Seit: 02.01.11
Hört sich - für mich - so an, daß Deine Selbstschutzmechanismen nicht ausreichen für ein Treffen mit Ohren auf Durchzug schalten.
Keiner kann Dich zu einem Treffen zwingen. Ich denke wirklich, es ist am besten, das zu umgehen und das mit der Couch anders zu lösen.
Wenn er kein Verständnis für Deine "Ungewöhnlichkeiten" aufbringt, dann macht es höchstwahrscheinlich auch wenig Sinn, mit ihm zu sprechen o. ä.
Dann lebt er halt auf nem anderen Planeten.
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BinWaage2010 ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 16.11.10
Kayen, meine Mutter weiß, wie wir uns früher immer gezankt haben, er prügelte mich als Kind sogar, wenn ich von ihm was nicht wollte, oder es schief gegangen ist.
Erst nach der Trennung hörte er auf mit Gewalt, aber Abwertungen leider nicht. Sie weiß auch, wie sehr ich gebranntmarkt bin, er schenkte mir Sachen zum Geburtstag, wo kein Interesse besteht. Ich wollte Branntherden vermeiden, also blieb ich sachlich. Ich habe heute noch Angst vor Eskalationen und denke über Situationen mit meinem Vater negativ, weil ich nicht weiß, ob es gut läuft oder schief geht. Bei jedem Mal bin ich im Ungewissen.

Leider ist die Couch heute noch nicht da, eigentlich wollte er sie heute vorbei bringen.
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Kayen ist offline
Beiträge: 4.883
Seit: 14.03.07
Zitat von BinWaage2010 Beitrag anzeigen
Kayen, meine Mutter weiß, wie wir uns früher immer gezankt haben, er prügelte mich als Kind sogar, wenn ich von ihm was nicht wollte, oder es schief gegangen ist.
Erst nach der Trennung hörte er auf mit Gewalt, aber Abwertungen leider nicht. Sie weiß auch, wie sehr ich gebranntmarkt bin, er schenkte mir Sachen zum Geburtstag, wo kein Interesse besteht. Ich wollte Branntherden vermeiden, also blieb ich sachlich. Ich habe heute noch Angst vor Eskalationen und denke über Situationen mit meinem Vater negativ, weil ich nicht weiß, ob es gut läuft oder schief geht. Bei jedem Mal bin ich im Ungewissen.

Leider ist die Couch heute noch nicht da, eigentlich wollte er sie heute vorbei bringen.

Und genau deswegen verstehe ich die Aktion von Deiner Mutter nicht, Deinen Vater mit an das Krankenbett zu bringen. Das heisst, dass sie Deine Gefühle genauso übergeht.
Wenn Dein Vater eine Chance zum Einlenken braucht, weil er Dich lieb hat und bei Dir sein möchte, wäre der richtige Weg Deiner Mutter gewesen, erstmal allein ins Krankenzimmer zu kommen und Dich zu fragen, ob Du dafür bereit bist.

Ich würde Deiner Mutter ganz klare Vorgaben machen, dass erst mit Deiner Zustimmung ein Zusammentreffen mit Deinem Vater gewünscht ist.

Ist doch schlimm wenn Deine Gefühle immer übergangen werden, wie soll die Seele da zur Ruhe kommen.

Lieben Gruss
Kayen
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Franca ist offline
Beiträge: 577
Seit: 12.01.04
Meine Mutter ist psychisch krank, was die ganze (groß)Familie nicht sehen wollte. Sie konnte die Leute manipulieren, weil sie gute Phasen hatte, in denen sie alle unterhielt. Ich bin nicht nur auf sie sauer sondern auf die Systematik, mit der das ignoriert wurde. Sie ging immer auf mich los, weil wir Ähnlichkeiten hatten. Mir sind die Augen vor 2 Jahren aufgegangen, als ich merkte daß meine Geschwister bei Weiten nicht so gelitten hatten wie ich. Jetzt ist sie dement und alt, es fällt schwer, zu glauben, daß sie als Mutter so unfähig war. Ich hatte 2 Jahre lang keinen Kontakt. Jetzt ist sie apathisch. Sie hat mich erst nach einem Jahr Funkstille in Ruhe gelassen.
ich hätte das früher machen sollen. Es gibt Leute , denen kann man nicht helfen, da Zwangsbehandlung hierzulande nur in Extremfällen erlaubt ist. Es ist oft ein Fehler, ich hätte sie als Mutter gut behandelt lieber gehabt als psychisch krank und weg. Manisch Depressive Erkrankungn verursachen ein gehobenes Selbstwertgefühl, die Familie aktzeptieren die Krankheit leider. Leiden tun wie immer die Kinder. Laß dich nicht manipulieren. Deine Mutter will auch alles vertuschen.

Geändert von Franca (28.06.11 um 12:39 Uhr) Grund: rsf

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BinWaage2010 ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 16.11.10
Meine Mutter hat mich dieses Jahr wieder ohne mein Einverständnis mit meinem Vater zusammen geführt. Ich dachte am 26.05.:,,Ich gucke nicht richtig!" Es war abgesprochen, dass sie zu meinem Geburtstag (am 26.05.) kommen durfte aber nicht er.


Übrigens, ich habe im Laufe der Jahre gelernt, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Aus meiner Verwandtschaft weiß nur keiner etwas davon. Die Erinnerungen bekomme ich allerdings immer noch nicht in den Griff.
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