An wen wenden, wenn ein Kind Hilfe braucht?

30.09.10 21:23 #1
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An wen wenden, wenn ein Kind Hilfe braucht?

samsa ist offline
Themenstarter Beiträge: 220
Seit: 25.05.10
hallo ihr lieben,

ich danke euch für eure ganzen tipps. meine bekannte wohnt leider nicht in der selben stadt. sie wohnt über eine stunde von mir entfernt. sie weis das sie fehler macht und ja sie sagt auch das sie total überfordert ist. sie sagt auch das sie schon div. male beim dortigen jugendamt war und auch gesagt hat das sie das kind schlägt. die sollen gesagt haben das sie nix machen, erst wenn das kind im KH liegt. ob das nun so stimmt weis ich nicht, war ja nicht dabei. dennoch liegt der fehler immer bei den anderen. so erzählt sie das. zärtlichkeiten zwischen mama und kind habe ich nie erlebt (kenne die kleine seit geburt). also kuscheln oder so. das kind wird immer sehr gefordert. vor allem interlektuell (es liegt wohl auch eine gewisse begabung vor).
freitags ist bei uns kein jugendamt erreichbar. wird haben bei uns eine kinder und jugendtelefon. da kann man auch als erwachsener anrufen. das habe ich auch getan. dort bekam ich nur den hinweis mit meiner bekannten nochmal zu reden oder mit zum jugendamt zu gehen (leider kann ich das jobmäßig nicht machen). die am telefon bezweifelte allerdings das dass jugendamt so gar nicht handelt.

mir fällt es sehr sehr schwer. es ist ja niemand "fremdes" sondern eine sehr vertraute person. und -wie ja auch schon gesagt wurde- anschwärzen will man ja auch niemanden. ich will ja auch nicht das sie das kind abgenommen bekommt. ich möchte nur das sie hilfe bekommt und das kind natürlich auch. es ist hart sich zu entscheiden ob man was tut oder nicht. aber wenn wirklich was passiert könnte ich mir das nicht verzeihen.

An wen wenden, wenn ein Kind Hilfe braucht?

Laxxmi ist offline
Beiträge: 524
Seit: 04.05.10
Hallo samsa,

ich glaube, dass dir deine Bekannte einen kleinen Bären aufbinden wollte: dass das Jugendamt in diesem Fall (noch) nicht eingreift, kann ich mir nicht vorstellen.

Ich habe früher mit dem JA öfter beruflich zu tun gehabt, und neulich auch privat. Auch wenn die Soz.-Päds dort heftig viel zu tun haben, gehen sie solchen Hinweisen stets nach.
Was meinst du, was los wäre, wenn sie wirklich nur eingreifen würden, wenns zu Tätlichkeiten käme ...

Du kannst dort auch anrufen und darum bitten, deine Angaben vertraulich zu behandeln, dann wird dein Name auf gar keinen Fall preisgegeben.

Viele Grüße,

Laxxmi

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ManuelaT ist offline
Beiträge: 44
Seit: 02.09.09
Leider ist das Schlagen von Kindern nicht in jeder Kultur gleichgesetzt mit Kindesmissbrauch.

Die Frage ist, ob das Jugendamt schnell genug reagiert.

Auf jeden Fall muss mit der Mutter gesprochen werden und sie hat meine Meinung nach die volle Konsequenzen daraus zu ziehen.

Hier in Deutschland wird ganz oft weggeschaut. Es ist für viele Leute fast Routine geworden wegzuschauen. Ich finde das kulturlos und Welt geschlossen.

In andere Kulturen wieder rum greifen die Menschen ein und übernehmen fast schon die Rolle von "Jugendamt"

Das wichtigste ist jedoch, dass das Kind darunter leidet. Egal ob Jugendamt eingreift und das Kind von der Mutter entfernt oder nicht. Übrigens das Jugendamt ist mittlerweile nicht mehr fähig und organisiert genug, um vernünftig zu arbeiten. (Geldmangel und Personalmangel "STUNDEN VOLLKRIEGEN" und Gewissenlosigkeit)
Leider haben wir bisher öfter erlebt, dass das Jugendamt nicht effektiv gearbeitet bzw. reagiert hat.

Das finde ich traurig. Ich hoffe, dass es für das Kind aufhört in dieser Alptraum Leben zu müssen.

LG

Iranbefree

Geändert von ManuelaT (02.10.10 um 20:37 Uhr)

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von iranbefree Beitrag anzeigen
Leider ist das Schlagen von Kindern nicht in jeder Kultur gleichgesetzt mit Kindesmissbrauch.


LG

Iranbefree
Aber das hat es gemäss unseren Gesetzen eigentlich für Jeden, der in D lebt, zu sein.

Ein Problem dabei ist eben auch, dass das Recht zur elterlichen Züchtigung in D erst 2000 komplett abgeschafft und ersatzlos aus dem BGB gestrichen wurde. Was gleichzeitig bedeutet, dass somit alle Menschen, die in D derzeit Eltern sind, noch völlig gesetzeskonform von ihren Eltern gezüchtigt werden durften.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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ManuelaT ist offline
Beiträge: 44
Seit: 02.09.09
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Aber das hat es gemäss unseren Gesetzen eigentlich für Jeden, der in D lebt, zu sein.

Ein Problem dabei ist eben auch, dass das Recht zur elterlichen Züchtigung in D erst 2000 komplett abgeschafft und ersatzlos aus dem BGB gestrichen wurde. Was gleichzeitig bedeutet, dass somit alle Menschen, die in D derzeit Eltern sind, noch völlig gesetzeskonform von ihren Eltern gezüchtigt werden durften.
Das ist richtig. Es gilt offiziell für alle. Doch haben das auch alle verstanden? Das weiß ich nicht. Das passt nicht zu das was ich in der Gesellschaft beobachte.

LG

Iranbefree

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Heather ist offline
Beiträge: 9.809
Seit: 25.09.07
Hallo samsa,

sie sagt auch das sie schon div. male beim dortigen jugendamt war und auch gesagt hat das sie das kind schlägt. die sollen gesagt haben das sie nix machen, erst wenn das kind im KH liegt.
ich glaube ihr ehrlich gesagt nicht, dass sie tatsächlich dort war und die Probleme die sie hat realitätsnah geschildert hat . Vielleicht hat sie zugegeben es gab schon mal eine Ohrfeige aber mehr wohl eher nicht.
Und dies:
zärtlichkeiten zwischen mama und kind habe ich nie erlebt (kenne die kleine seit geburt). also kuscheln oder so.
hat sie so garantiert auch nicht geschildert . Ebenso die Tatsache die Kleine steht ständig unter Druck:
das kind wird immer sehr gefordert. vor allem interlektuell (es liegt wohl auch eine gewisse begabung vor).
wurde von ihr mit Sicherheit nicht realistisch dargestellt, falls sie das überhaupt irgendwie erwähnenswert findet was ich eher nicht annehme!

Warum auch immer das eben so ist, für das Kind ist das meiner Meinung nach nicht zumutbar. Jede Mama macht Fehler, ich habe auch zwei Kinder und kann mich davon auf keine Fall freisprechen, wenn das Kind aber nicht mal liebevolle Zuneigung bekommt ist zu befürchten sie verkümmert emotional. Und allein dies ist eine Art von Misshandlung!


Liebe Grüße .

Heather
__________________
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

(Albert Einstein)

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von iranbefree Beitrag anzeigen
Das ist richtig. Es gilt offiziell für alle. Doch haben das auch alle verstanden? Das weiß ich nicht. Das passt nicht zu das was ich in der Gesellschaft beobachte.

LG

Iranbefree
Das passt eben nicht, weil wir eine sehr lange und alte Tradition der gesetzlichen Züchtungsrechte haben. Die früher auch von Ehemännern, Lehrherrn, Arbeitgebern und dem Militär ausgeübt werden durften.

Wenn rein theoretisch noch alle aktuellen Eltern ganz legal von ihren Eltern geschlagen werden konnten und viele der Grosseltern und Urgrosseltern ebenfalls geschlagen wurden, dann zieht sich die Gewalt eben in manchen Familien wie ein roter Faden durch viele Generationen.
Das kann man nicht einfach dadurch abschalten, dass man sagt Kinder sollen nicht mehr gezüchtigt werden und wir haben da neue Gesetze, denn Menschen reagieren in Stresssituationen oft genau so, wie sie es selbst erlebt haben.
Dass das Problem noch relativ häufig existiert ist doch allen bekannt und die üblichen Fälle können aufgrund der Masse eigentlich gar nicht alle vom JA verfolgt werden, denn die sind eigentlich für die wirklich schlimmen Fälle da, von denen es leider auch genug gibt.

Leider gibt es an unseren Schulen zwar Sozialkunde, aber keine soziale Schulung, die dieses Problem wenigstens in den Folgegenerationen beseitigen würde. Und auch die Schwangerschaftsvorbereitungskurse geben diesbezüglich keine intensive Unterweisung.

Sehr schade und echte Versäumnisse, da wir heutzutage in allen anderen Bereichen hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards haben.
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TanjaBK ist offline
Beiträge: 894
Seit: 08.07.09
Hallo Samsa,

einerseits verständlich, andererseits traurig, dass du den Kontakt zu dieser Mutter abgebrochen hast.

Vermutlich ist diese Mutter wirklich überfordert. Überforderung kann ein Teufelskreis sein, der immer schlimmer wird, wenn auch noch der Kontakt zur Umwelt kaputt geht....

Bestimmt gibt es ein Sozialpädiatrisches Zentrum bei einer Uni in eurer Nähe. Dort werden Mütter mit Kindern auf einer Eltern-Kind-Station aufgenommen, Probleme analysiert und besprochen, es werden umsetzbare Alternativen mit auf den Weg nach hause gegeben. An deiner Stelle würde ich ihr erstmal VERSUCHEN zu helfen, bevor du sie als Unverbesserliche Mutter behandelst, abstempelst und meidest.

Vllt. fehlt ihr nur der richtige Plan für ihre Probleme, und die Erziehungsprobleme.

Das mit dem Jugendamt ist ein Umweg, mach ihr doch den Vorschlag mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum oder einer Erziehungsberatungsstelle in eurer Nähe....

LG und viel Glück
Tanja

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Jerina ist offline
Beiträge: 100
Seit: 29.09.10
Sorry, aber ich würde den Kontakt dann GERADE halten. Schlagen - LEIDER habe ich meine eigenen Kinder zu früheren Zeiten auch geschlagen und ich schäme mich entsetzlich dafür.... - ist IMMER ein Zeichen von Hilflosigkeit und Verzweiflung - ich kenne kein Elternteil, das aus Überzeugung sein Kind durch Schläge "erziehen" will.
Schau nicht dran vorbei, geh weiter hin, sei da - und richtig: Das JA kann zuständig sein. Es wäre ein gewaltiger Schritt, aber vielleicht notwendig.
Andererseits gibt es auch Beratungsstellen, die Hilfen anbieten - schau dich um, sprich oder schreiben deine Nachbarin an und setze ihr ein bisschen die "Pistole auf die Brust" (ich wünschte, das hätte früher jemand bei MIR getan!!!).
Aber BITTE entzieh dich ihr nicht - das schürt die Verzweiflung und Ohnmacht immens, denn JEDER Schlag gegen das eigenen Kind reißt eine Riesenwunde in das eigene Herz - und man schreit innerlich förmlich nach Hilfe....

LG

Jerina
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Das Kostbarste, was man einem Lebewesen schenken kann, sind Zeit und Zuwendung

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Jerina ist offline
Beiträge: 100
Seit: 29.09.10
Nachtrag: Sorry, ich lese gerade: Bekannte, nicht Nachbarin. Aber die Grundempfehlung bleibt.
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