Grenzen setzen, ohne zu verletzen

06.03.07 19:46 #1
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Grenzen setzen, ohne zu verletzen

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Manuela,

da stimme ich Dir vollkommen zu.

ich denke, hier gibt es gerade ein begriffliches Missverständnis. In den Erziehungswissenschaften (Lern- und Verhaltenspsychologie) gibt es die Begrifflichkeit der negativen und positiven Konsequenz. Und die negative und positive Verstärkung.

Setze ich eine Konsequenz, kann diese positiv sein, zum Beispiel: Wenn das Kind pünktlich Zuhause ist, darf es eine viertel Stunde länger aufbleiben.

Die andere Variante wäre eine negative Konsequenz: Kommt das Kind zu spät, muss es eine viertel Stunde früher ins Bett.

Herzliche Grüße von
Leòn
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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Auch ich stimme Manuela zu.

Natürlich sollen auch positive konsequenzen erfolgen!! Aber nicht auf negatives Verhalten
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Beat,

leider habe ich mich immer noch nicht richtig verständlich machen können! Bitte lies Dir meine Beispiele durch.
Es geht einfach darum, den Fokus zu verändern und statt negatives Verhalten zu sanktionieren, auf das postive Verhalten zu reagieren. Auch dies ist eine Form der Grenzdurchsetzung.

Herzliche Grüße von
Leòn
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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Leon

Wieso das eine gegen das andere Ausspielen? Wenn das Kind lernt, dass sowohl positives Verhalten positive Resultate als auch negatives Verhalten negative Resultate bringt (die auch oft auf einem zurückfallen), ist beides doch gut.
Das positive Konsequenzen eine Form der Grenzdurchsetzung sind, kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. Das es wichtig und richtig ist und das es animiert sich gut zu verhalten ja, aber das es hilft Grenzen durchzusetzen?
Es ist aus der Psychologie bekannt, dass eine positive Motivation (wenn Du nicht zu schnell fährst, bekommst du Fr 100.-) langfristig zwar mehr hilft als eine negative (wenn Du zu schnell fährst, kostet es Dich Fr 100.- Busse), aber die nagative Motivation hilft auch, mehr als keine Motivation.
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Liebe Grüsse
Beat

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Okay, wieder mal Danke für Deine Sichtweise, Beat. Gibt es noch andere Einschätzungen?

Herzliche Grüße von
Leòn
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pita ist offline
Beiträge: 3.139
Seit: 08.04.07
Zitat von Leòn Beitrag anzeigen
Setze ich eine Konsequenz, kann diese positiv sein, zum Beispiel: Wenn das Kind pünktlich Zuhause ist, darf es eine viertel Stunde länger aufbleiben.

Die andere Variante wäre eine negative Konsequenz: Kommt das Kind zu spät, muss es eine viertel Stunde früher ins Bett.
Und wann geht das Kind "pünktlich" ins Bett ?

Ich bin nicht der Meinung, dass das Einhalten von Regeln (bei kleineren Kindern von den Eltern vorgegeben, mit grösseren Kindern gemeinsam ausgehandelt) speziell belohnt werden sollte.

Kommt das Kind später als vereinbart nachhause, wäre m.E. eine logische Konsequenz, dass es bei der nächsten vergleichbaren Gelegenheit, entsprechend früher zuhause sein muss. Natürlich immer altersgemäss angepasst. Das Kind muss den Zusammenhang und den Zeitraum von jetzt zum nächsten Mal klar überblicken und erkennen können.

Liebe Grüsse
pita

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo pita,

, meine Güte, das war doch nur ein Beispiel!

Herzliche Grüße von
Leòn
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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Möchte noch was klarstellen:

Ich bin nicht der Meinung, dass das Einhalten von Regeln speziell belohnt werden sollte
Das sehe ich in der Regel auch so, habe es auch nicht so gemeint. Aber es gibt genug Möglichkeiten, ein Kind zzu belohnen und seine es nur ein parr gute oder ermutigende Worte, wie das hast Du toll gemacht.

Hier ein Beispiel wo ich aber trotzdem ausnahmsweise die Regelbefolgung belohnt habe.
Der kleine kommt am Abend ganz stolz und sagt, Papa heute habe ich trotz "blöden" Benehmen des Anderen, ihm keinen schlechten Worte an den Kopf geworfen.
Ich im Innern zuerst, na ja ist ja nichts besonderes sondern normal. Dann haben ich plötzlich kapiert, dass er bisher wirklich Mühe hatte, sich in solchen Situationen angemessen zu Verhalten. Anders gesagt, so ein Verhalten war für IHN eine Leistung.
Da habe ich ihn gelobt (wow, super gemacht, siehst Du, Du kannst es) und seine Freude war ihm ins Gesicht geschrieben. Ich denke in diesem Fall wird ihm diese Ermutigung helfen, sich nächstes mal wieder angemessen zu verhalten und denke deshalb das es richtig war.
Hoffe es zumindest
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Liebe Grüsse
Beat

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Hexe ist gerade online
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo,

ich denke es funktioniert ganz gut wenn man den Blick auf die guten Dinge richtet, diese zum Thema macht und damt auch das positive Verhalten stärkt.
Sogenannte Regelverletzungen zu bestrafen muss nicht sein.
Nach meiner Erfahrung kann solch ein Bestrafungsysthem sogar dazu führen dass die Grenzen bewusst von dem Kind überschritten werden. Denn das Kind will ab einem bestimmten Alter schauen wer "gewinnt".

Positives, richtiges Verhalten muss man auch nicht extra mit etwas belohnen. Es genügt da schon es deutlich zu sagen dass man es bemerkt hat, dass man es gut findet. Ein ehrlich gemeintes Lob ist meiner Meinung nach den Kindern sehr viel wert, auch in der Pubertät.Ausserdem sind Kinder sehr sensibel, sie spüren viel.

Wir haben bei unseren Kindern auch Regeln gehabt und Grenzen aufgezeigt. Doch wurde in den seltensten Fällen bestraft wenn diese Regeln verletzt wurden oder die Grenzen überschritten. Klar, es wurde darüber gesprochen, diskutiert und wir machten deutlich dass wir das nicht gut fanden. Das war oft langwierig, anstrengend, aber dafür hatten wir kaum Machtkämpfe auszutragen, wir mussten nichts "verteidigen".
ein kleines Beispiel:
meine Tochter kam selten pünktlich von der Schule nach hause. Auf dem Schulweg lagen mehrere Spielplätze, dort fanden wir sie meist wenn wir sie suchen gingen. Sie versprach jedesmal wieder von nun an pünktlich zu sein, schaffte es aber nicht immer. Eher selten.
Was taten wir? Ich ging sie suchen wenn sie zu lange weg blieb. Ich redete mit ihr warum sie pünktlich sein soll. Dass ich mir Sorgen mache, ich nicht weiss wo sie ist und ihr so auch nicht zu Hilfe kommen kann wenn sie mich braucht, dass das Essen immer kalt wird, wir alle Hunger haben, und so weiter.
Wenn sie es schaffte pünktlich zu kommen und die interessanten Plätze links liegen lies zeigten wir ihr wie wir uns darüber freuten.
Allen Unkerufen zum Trotz kam sie immer häufiger pünktlich, freute sich schon auf unsere Gesichter wenn sie pünktlich war.
Sie lernte zu verstehen dass sie uns allen mit ihren Streifzügen Sorgen und Unanehmlichkeiten bereitet, das wollte sie nicht. Sie lernte es ohne Strafen und Vorträge, einfach weil sie mitbekam wie wir uns alle dabei fühlten.
Später, auch während der Pubertät, hatten wir null Probleme deswegen. Sie legte großen Wert darauf dann zuhause zu sein wann wir es vereinbart hatten. Falls es nicht klappte rief sie rechtzeitig an damit wir uns nicht sorgten.

liebe Grüße von hexe

Grenzen setzen, ohne zu verletzen

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Hexe,

ich danke Dir für Deinen Beitrag und für dieses sehr sprechende Beispiel.

Es ist genau das was ich meinte; dass man in der Beziehung auch den Blick auf das, was "gut läuft" richten kann und es dann positive verstärkt. Dabei steht dann das "negative Verhalten" nicht im Mittelpunkt, sondern das, was wir uns wünschen!

Herzlichen Dank und viele Grüße von
Leòn
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