Grenzen setzen, ohne zu verletzen

06.03.07 19:46 #1
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Grenzen setzen, ohne zu verletzen

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Beat,

nicht der "Nichtklaps" war der "Missbrauch", sondern die fehlende angemessene Reaktion war schädigend.
Was an anderen Stellen, in diesem Thread immer wieder gesagt wurde ist, dass Kinder Grenzen brauchen und dass Erwachsene die Aufgabe, die PFLICHT haben, diese zu setzen. Kindern keine Grenzen als orientierungslinie zu bieten, wird von mir durchaus auch als "Missbrauch", bzw. als Vernachlässigung der elterlichen Sorgepflicht gesehen.
Wenn das "Kind schon so weit in den Brunnen gefallen ist", dass wir zum Beispiel jugendliche Straftäter vor uns haben, dann kann das Erleben von strafrechtlichen Konsequenzen durchaus ein sinnvolles Korrektiv bieten.

Allerdings geht es in diesem Thread eigentlich um das Thema, wie Grenzen auf eine verträgliche, möglichst wenig verletzende Art und Weise gesetzt werden können, um möglichst dem vorzubeugen, dass in einem späteren Alter die "drakonischen" Maßnahmen folgen müssen.

Herzliche Grüße von Leòn

Grenzen setzen, ohne zu verletzen

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hai, einen Gruß an Alle;

auch hier ging es, vor fast zwei Jahren, um "Grenzsetzungen". Vielleicht hat jemand Interesse, hier mal hinein zu schauen?

Herzliche Grüße von
Leòn
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Beat ist offline
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Hallo Leon

nicht der "Nichtklaps" war der "Missbrauch", sondern die fehlende angemessene Reaktion war schädigend.
Letzterem stimme ich voll zu, ersteres ist eben bei kleionen keinder oft eine angemessenen Reaktion.

Was an anderen Stellen, in diesem Thread immer wieder gesagt wurde ist, dass Kinder Grenzen brauchen und dass Erwachsene die Aufgabe, die PFLICHT haben, diese zu setzen. Kindern keine Grenzen als orientierungslinie zu bieten, wird von mir durchaus auch als "Missbrauch", bzw. als Vernachlässigung der elterlichen Sorgepflicht gesehen.
Wenn das "Kind schon so weit in den Brunnen gefallen ist", dass wir zum Beispiel jugendliche Straftäter vor uns haben, dann kann das Erleben von strafrechtlichen Konsequenzen durchaus ein sinnvolles Korrektiv bieten.

Wow, so gut, stammt das von mir? biggrins

wie Grenzen auf eine verträgliche, möglichst wenig verletzende Art und Weise gesetzt werden können,
kann nicht erkennen wie eine Grenze verträglich oder unverträglich gesetzt werden kann. Es kommt doch wenn schon auf die Grenze an nicht auf das wie, oder? Selbstverständlich muss die Grenze anständig und lieb kommuniziert werden wie alles anderes auch.
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Liebe Grüsse
Beat

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Beat,

ich danke Dir für Deine Antwort, nach fast zwei Jahren !


wie Grenzen auf eine verträgliche, möglichst wenig verletzende Art und Weise gesetzt werden können,
kann nicht erkennen wie eine Grenze verträglich oder unverträglich gesetzt werden kann. Es kommt doch wenn schon auf die Grenze an nicht auf das wie, oder? Selbstverständlich muss die Grenze anständig und lieb kommuniziert werden wie alles anderes auch.
Eben Beat. "Unverträglich" sind, aus meiner Sicht solche "Grenzsetzungen", die sich mit einem Aufrechterhalten einer positiv besetzten Beziehung nicht vereinbaren lassen; oder eben schlichtweg in den Bereich von Misshandlung fallen.

Herzliche Grüße von
Leòn
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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Leon

Mit Misshandlung hat dies absolut gar nichts zu tun. Ich schrioeb von einem Klaps (Po oder Finger)). Aus Erfahrung kann ich Dir wie vielen andere Menschen sagen, dass sich dies sehr gut mit einer positiv besetzten Beziehung nicht vereinbaren lässt.

Jede Reaktion auf die unangemessenen Grenzüberschreitung tut irgendwie weh, sonst bewirkt sie ja nichts. Kinder sind heute oft psychisch geschädigt und psychisch misshandelt. Also kann ich jede Straffe wie auf das Zimmer gehen, böser Blick, böses Wort, vorenthalten der NMachspeise etc als psychische Gewalt / Liebesentzug betrachten. Und das Klienkind tut das auch recht oft. Ein direkter Klaps gerade nach der at kann das Kleinkind aber mit der Tat zusammenbringen und von sich der Person abkoppeln.

Konkret, welche Reaktionen bei einem Kleinkind findest Du den weniger "gewalttätiger" (beachte dabei die Psyche) als ein Klaps?
Welche Reaktion kann davon erst noch sofort erfolgen, damit das Kleinkind den Zusammenhang mit der Tat und nicht mit ihm als Person machen kann?
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Liebe Grüsse
Beat

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Beat,

ich danke Dir einstweilen für Deine Antwort!


Eine Frage an Alle:

Jede Reaktion auf die unangemessenen Grenzüberschreitung tut irgendwie weh, sonst bewirkt sie ja nichts.
Ist das so? Müssen Grenzsetzungen zwangsläufig "weh tun"?
Wie passt das zum Beispiel zu den Ergebnissen des Themen - Chats?http://www.symptome.ch/vbboard/famil...men-chats.html und zu dem, was hier http://www.symptome.ch/vbboard/famil...n-grenzen.html gesammelt wurde?

Herzliche Grüße von
Leòn
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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Leon

Nein Grenzsetzungen müssen nicht "weh" tun, aber deren bewusste Überschreitung, Ansonsten nützt die Grenzsetzung meist nichts.
Das wäre wie das Halteverbot wo man darunter schreibt, aber wenn sie trotzdem hier pakieren passiert gar nichts.

Der erste Link hat meines Erachtens wenig mit Grenzsetzung und deren Überschreitung zu tun, eher wie man etwas lernt.

Zitat aus dem 2. Link, nachdem ein Kind nie zur abgemachten Zeit zu Hause war (unangemessenen Grenzüberschreitung):
Konsequenz war dann, daß sie abgeholt wurde- war ihr sehr peinlich-, bzw. nachmittags nicht weg durfte. bis sie Signal gab, es nun wieder versuchen zu wollen. Inzwischen hat sie es gelernt, sieht auch klar die Vorteile davon.
Hier war das "weh" tun das peinlich sein bzw das eingeschränkt sein und nicht weg dürfen.
Vor allem das Abholen finde ich eine sehr gute Konsequenz, weil es direkt mit dem Vergehen verknüpft ist (Du bist jeweils nicht rechtzeitig zu Hause, also muss ich Dich abholen). Das tat "weh" und hat eine Sinnesänderung bewirkt.
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Liebe Grüsse
Beat

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo, einen Gruß an Alle,

dann präzisiere ich meine Frage: müssen "Konsequenzen" unbedingt "negativ" sein?

Herzliche Grüße von
Leòn
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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Leon

Negativ ist eine Beurteilung. Wenn einem zB beim Heben einer Last etwas weh tut, kann man das wegen dem kleinen Schmerz negativ beurteilen, aber man kann dies auch positiv beurteilen, da es einem warnt, weiterhin oder noch mehr so schwere Lasten zu tragen. Dadurch wird die Gesundheit geschützt.
Aber denke Du meinst, ob Konsequenzen immer irgendwie im weitesten Sinne "weh" tun müssen.
Ich denke bezüglich Konsequenzen nach einer bewussten falschen Tat / Verhalten, im Prinzip ja. Aber kein Prinzip ohne Ausnahme. Bsp:
Ausgangslage: Spielgeräte sollen nicht bewusst zerstört werden.
Vorfall: Beim Spielen passiert ein schlimmer Unfall, der das Kind sehr trifft. Dadurch kommt in ihm nebst Trauer auch Wut zum Vorschein. In dier Wut zerschlägt es zb ein Hockeystock. Eigentlich wäre hier prinzipiell eine Konsequenz fällig, zB Bezahlen des Hockeystockes vom Sackgeld, oder Aussprechen eines Spielverbotes für eine gewisse Zeit. Die durch den Unfall ausgelöste Trauer ist aber so gross, dass der Hockeystock zur Nebensache wird. Das Kind braucht Hilfe und Begleitung in dieser Trauersituation. Irgendwelche Konsequenzen wegen dem Stock sind hier schlicht nicht angebracht.
Die Konsequenz soll ja nie ein Selbstzweck sein, sondern hat zum Ziel, eine Verhaltensänderung beim Kind zu bewirken und mittelfristig soll es sich (zumindest bei nicht mehr ganz kleinen Kindern) auch auf eine Herzensänderung (Einstellung etc) hinführen. Wo dies nicht bewirkt werden kann, bzw wo dies eventuell sogar kontraproduktiv sein kann, wie im Bsp., ist eine Konsequenz auch nicht angebracht.
Dh aber nicht, dass eine (scheinbar) sehr harte Konsequenz die sehr "weh" tun kann, nie angebracht ist. Einige von uns haben sicherlich schon Erfahrungen mit schlimmen Konsequenzen gemacht, von denen sie heute sagen, dass war eine Lehre für mich und die so eine nachhaltige Veränderung in sich selbst bewirkt hat.

Anders gesagt, Regeln, Konsequenzen etc sind gut und sehr wichtig, aber Kinder sind keine Maschinen, bei denen Handgriff A immer zu gutem, bzw B immer zu schlechtem Resultat führt. Und es geht ja beim Kind um das Resultat, dh eine gute Herzenshaltung und ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft, das seine individuellen Fähigkeiten einerseits positiv einbringen soll und andererseits auch zu seiner (späteren) Zufriedenheit beitragen soll.
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Liebe Grüsse
Beat

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Manuela ist offline
Beiträge: 1.510
Seit: 31.03.08
Hallo Leon,

viele Menschen verbinden mit Grenzen setzen so viel Schlechtes. Für mich bedeutet Grenzen setzen, dass ich meinen Kindern Werte vermittel, schaue was sie tun und nicht wegschaue, ihnen klare Regeln mitgebe. Nur dann sind sie auch in der Lage woanders auch Regeln einzuhalten und nicht Grenzen, die es nun mal überall gibt, zu überschreiten.

Grenzen gibt es bereits im Kindergarten, Grundschule, später weiterführende Schulen, Ausbildung, Arbeitsplatz usw. Es gibt einfach Situationen im Leben, wo man nicht tun und lassen kann was man will. Wenn ein/eine 14jährige bereits bis spät in die Nacht wegbleibt und betrunken Nachhause kommt, dann braucht man sich nicht wundern, wenn ich an ihn/sie mit 16 Jahren nicht mehr rankomme. Grenzen setzen sollte so früh wie möglich sein, dann wissen Kinder und Jugendliche wie man damit umgeht. Wer es vorher nie gelernt hat und soll mit 17 Jahren lernen Grenzen einzuhalten, hat massive Schwierigkeiten.

Erziehen heißt nicht, dass ich mein Kind herumkommandiere oder schikaniere, auch nicht schlage oder dergleichen. Erziehen bedeutet, dass ich meinem Kind Vorbild bin, ihm oder ihr ein normales Verhalten zeige und mich in jeder Situation kümmere. Erziehen heißt nicht, dass mein Kind mit 8Jahren stundenlang vor dem Computer sitzt, Ballerspiele spielt und ich meine Ruhe habe.

Es gibt Eltern, die vertreten die Meinung, dass wenn man verbietet die Kinder es heimlich machen. Das halte ich für absoluten Quatsch. Wenn ich meinen Kindern erkläre, warum sie dies oder jenes nicht machen dürfen, sollen oder wie auch immer, dann wissen sie Bescheid. Das heißt nicht, dass mein Sohn dann losgeht und sagt:"Jetzt erst Recht". Aber auch da sind wir wieder beim Grenzen setzen. Habe ich es vorher nie gemacht, dann wundert es mich nicht.

Liebe Grüße Manuela


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