Grenzen setzen, ohne zu verletzen

06.03.07 19:46 #1
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Grenzen setzen, ohne zu verletzen

phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Hallo Uta,

genügend oft, da ich ja auch Teilzeithausmann war, bis noch weit in die Schulzeit der Kinder hinein. Das dies eine sehr gute Erfahrung ist, die ich jedem Vater empfehlen würde ist die eine Sache, dass dies auf Kosten der beruflichen Karriere gehen kann, ist eine andere- zumindest damals war ein solcher Mann hierzulande relativ exotisch.

Also ich habe auch die Erfahrung mit anderne "Hausfrauen" Kaffee trinken zu gehen, machen dürfen.

herzlichst - Phil
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herzlichst aus Trollhalden!

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Praktische Frage an Phil: wie oft warst Du mit Deinen beiden kleinen Kindern zusammen einkaufen und hast an der Kasse gestanden, wo die verführerischen Süssigkeiten aufgebaut sind?

Innere Harmonie ist ein anstrebenswerter Zustand - da gibt es keine Zweifel. Aber erfordert nicht genau dieser Zustand immer wieder Rückzüge aus dem täglichen STress, der von der Umwelt (Kindern und Frau) nicht unbedingt als Beitrag zur familiären Harmonie verstanden wird? Solange Frau die gleichen Möglichkeiten zum Rückzug hat: wunderbar. Doch ist dies meiner Meinung nach selten gegeben, wenn Kinder da sind, weil die einfach ihr Recht auf ihre Weise (zu Recht) fordern - egal, ob nun gerade ein Rückzug nötig wäre oder nicht.

Gruss,
Uta

Hallo Uta,

auch das ist wieder ein ganz zentrales Thema: Wie können es Eltern/ Mütter/ Erziehende hinbekommen, sich innere wie physische Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen, um mit dem permanenten Stress, bzw. den (mehr oder weniger belastenden) Aufgaben zurecht zu kommen?
Hinzu kommt die Frage nach weiteren Stressbewältigungsmöglichkeiten.
Es ist schon klar, dass man, während der Stolz der Familie, sagen wir mal der Dreijährige, gerade einen Tobsuchtsanfall an der Kasse zelebriert, sich schlecht auf den Boden hocken, mit dem Rücken am Kuchenregal, eine Yogaübung durchführen kann.

Herzliche Grüße von

Leòn
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Dateityp: doc C - Wie Eltern mit eigenem Ärger umgehen können2.doc (27,5 KB, 15x aufgerufen)

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo

Gerne noch auf dies eingehe.

Am ehesten wirkte es, das Kind vom Ort des Geschehens wegzutragen. Das geht aber irgendwann nicht mehr, weil das Kind zu schwer wird. Und dann fangen die Probleme wirklich an. Und was dann? Theroretisiert mal nicht so viel. Schreib mal, was ihr konkret in solchen Situationen gemacht habt.
Was Leon in 15 schrieb fand ich sehr gut. Wenn das Kind im Trotzalter ist, aht es sich selber nicht mehr im Griff, weshalb sein Verhalten bis zu einem gewissen grad entschuldbar ist. Das Wegtragen ist deshalb gut, oder wie leon es schrieb. Schäm Dich einfach nicht, wenn Du das schreiende Kind emotions- und wortklos wegträgst. Später wird dies nicht mehr vorkommen, bzw wenn es vorkommt, dann sind Konsequenzen angebracht. Konsequenzen sollen möglichst mit dem Verhalten erstens in Beziehung stehen und zweitens sollte diese beziehung vom Kind verstanden werden können, dh auch, die Konsequenz darf nicht zu lange warten.
Konkret, darf das Kind das nächste mal wo man an einen Ort hingeht der ihm Spass machen würde, nicht mehr mitkommen, weil er sich eben deneben benommen hat. Nachtreil: Event ist dieser zeitpunkt zu weit weg. Andere Möglichkeit: Man gibt dem kind wenn man heimkommt keine Zwischenverpflegung (bzw nur wasser) weil man jetzt wegen seinem Verhalten keine Lust mehr hat, mehr zu tun bzw zu geben
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Flower

Ich räume meinen Kindern stets dieselben Rechte ein, die ich auch mir zugestehe und umgekehrt. Das ist unsere einzige Regel.
Sie dürfen solange aufbleiben wie sei wollen? Dann heimkommen wann sie wollen? Dorthin gehen wo sie wollen? Trinken was sie wollen?
Oder verstehe ich Dich da falsch?
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Liebe Grüsse
Beat

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Anne¨¨

wo die Probleme ihre Ursache in der speziellen Besonderheit (autistische Züge) meines Kindes lagen
Das beharren auf abläufe etc gehört dazu. Anders gesagt, dagegen hilft bei solchen kindern irgendwelche Strafe nicht viel. Besser ist es, das gegenteil, wenn es sich für das Gute entschieden hat, dies zu belohnen.

Die Nähe ist dem Kind einersseits wie jedem kind zwar angenehm, andererseits sind es zu viele Informationen, Nervenimpulse weshalb so ein Kind ablehnend gegenüber Nähe und scheinbar Liebe ist. Menschenw erden generell oft nicht als wünschenswert oder interessant befunden. Ein Nachholen dieser Nähe ist wei Gretel es sagt, bei kindern denen es besser geht häufig der Fall, habe ich auch erlebt, bzw erlebe es noch heute.
Sollte noch etwas autistisches hängenbgeblieben sein, dann lässt sich dies übrigens gut therapieren. Via PN kann ich Dir dann weitere Infos geben, oder via www.autismus-ads-behandlen.ch bzw in Deutschland Autismus Leimen - Eine Internetpraesenz des Vereins Autismus Rhein-Neckar-Kraichgau e.V.
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Liebe Grüsse
Beat

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Anne ist offline
Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Hallo Beat,

danke für deine Links und das Angebot der Unterstützung. Glückerweise ist wohl fast nichts mehr hängengeblieben. Ich fand endlich Hilfe, als das Kind 4 war, und mir endlich jemand sagen konnte, warum dieses Kind anders ist als andere. Endlich verstand ich auch, warum vieles für ihn unmöglich war, was andere einfach so nebenbei einfach so mitbekommen usw. und warum meine Bemühungen mit normalen Mitteln ins Leere liefen. Durch eine längere gute Therapie gelang es, ihn ins "normale" Leben zurückzubringen. Ich verstand dadurch auch, welche Denkmuster er etwa hat, so dass ich bessere Chancen hatte, auf ihn einzugehen, und vieles andere.
Inzwischen kann von autistischen Zügen keine Rede mehr sein. Durch seine hohe mathematische Begabung und damit verbunden sehr anderen Interessen und der fehlenden Begeisterung für Fußball usw. fällt er zwar nach wie vor etwas auf. Aber als krankhaft würde ich das jetzt nicht mehr bezeichnen. Einfach nur anders.
Ich bin sehr froh darüber. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass bis etwa 6 Jahre sich die "Hardware" im Gehirn noch entwickelt. Wenn man frühzeitig etwas tut hat man eine relativ große Chance noch dauerhaft etwas zu bessern. Später kann man nur noch die Software verbessern, was aber nicht so grundlegende Änderungen mehr möglich macht. Vielleicht war mit 4 es gerade noch möglich, die Abwärtsentwicklung zu stoppen.

Jetzt sucht das Kind von sich auch die Nähe wie du das beschriebst. Es gab offenbar wirklich viel nachzuholen, als es endlich aufwärts ging.

Du hast recht. Strafe hätte in der schwierigen Zeit kaum was gebracht, weil auch das nicht ankam wie so vieles andere auch. Aber es war dadurch eben besonders anstrengend.
Seit einigen Jahren habe ich aber das Glück, jeden Tag aufs Neue glücklich darüber sein zu können, dass er so (geworden) ist, wie er jetzt eben ist. Ist ist so sehr viel wert, weil ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist.

Anne

Geändert von Anne (12.03.07 um 15:44 Uhr)

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Anne

So wie du das kind beschreibst, scheint er nur noch leichte Aspergerzüge zu haben, die die meisten als Normal betrachten. Wenn er dem menschlichen nicht abweisend ist, Beziehungen eingehen kann, dann hast Du es geschafft und Du gehörst hire im deutschen Sprachraum zu den Heldinnnen!!!
Habe eine grosse bitte an Dich: W*ir brauchen solche geschichten um Eltern Mut zu machen und die Wirksamkeit von den Therapieen (die andere wie Du es selbst erlabt hast, als blöd bezeicfhnen) zu bestätigen. Bitte sende mir die Geschichte mit alle Therapien die Du gemacht hast und was sich veränderte per mail zu. Vorlagen kannst du auf dem gemachten CH Link betrachten. Bitte bitte.

Danke im voraus
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Liebe Grüsse
Beat

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Anne ist offline
Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Hallo Beat,

ich kann dir gern mal was schreiben. Der CH-Link bringt mir allerdings einen Seitenladefehler.
Ich kann dir allerdings keinen Namen für die Therapie sagen, aber ich kann versuchen zu erklären, was da getan wurde.

Viele Grüße Anne

Aha, der Link hatte einen Tippfehler.Dermüsste wohl so sein:
Autismus ADS Behandeln | HOME

Geändert von Anne (12.03.07 um 17:05 Uhr)

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Anne B.
Hallo Flower

Ich räume meinen Kindern stets dieselben Rechte ein, die ich auch mir zugestehe und umgekehrt. Das ist unsere einzige Regel.

Sie dürfen solange aufbleiben wie sei wollen? Dann heimkommen wann sie wollen? Dorthin gehen wo sie wollen? Trinken was sie wollen?
Oder verstehe ich Dich da falsch?
Hallo Beat,

meine Kinder sind schon etwas größer (15 + 18) und meine große Tochter lebt schon allein in einer kleinen Wohnung.

Jeder geht ins Bett, wenn er müde ist und jeder darf so lange aufbleiben wie er will, sofern er dadurch niemanden stört. Wenn jemand nicht hört, dann darf er auch mal sachlich angemeckert werden, auch ich. Nur Türenknallen ist strikt verboten!!! Bin zwar eine Mutter, aber halt keine perfekte. Genau dass ist es aber auch, was ich meinen Kindern beibringen will: Nobody is perfect!

Meine Kinder missbrauchen mein Vertrauen selten und kommen daher selten zu spät. Es wird immer angerufen, wenn es länger dauert. Wenn etwas Wichtiges anliegt, sind sie da, das ist ja auch wirklich wichtig. Als ich im Internat lebte, durften wir übrigens in der 9.Klasse einmal in der Woche bis 22.30 Uhr draußen bleiben. Das finde ich eigentlich recht spät.

Ich gehe natürlich dorthin, wohin ich gehen will und meine Kinder gehen auch dorthin, wohin sie gehen wollen. Ich zwinge sie nicht, mit mir irgendwohin zu gehen, z. B. in die Kirche und sie zwingen mich nicht, mit ihnen in ein Rockkonzert zu gehen. Es stört aber niemanden, wenn man gemeinsam geht, was wir auch schon öfter gemacht haben.

Zu Hause trinken meine Kinder nur, was sie wollen, weil nur das da ist, was sie trinken sollen . Was sie außer Haus trinken, weiß ich nicht, auf alle Fälle Mineralwasser, was sie mit zur Schule nehmen. Sicher auch mal heimlich einen Schluck Alkohol, sie haben es mir jedenfalls verraten. Soll ich sie nun für ihre Offenheit bestrafen?

Unsere Kinder sind eigene Persönlichkeiten. Ich bin nicht der Maßstab. Ich sage was wichtig für ihr späteres Leben ist und nenne die Konsequenzen, falls sie Grenzen überschreiten. Das mache ich öfter mal und verweise auf mich . Ich zeige ihnen außerdem, wie man sich wehrt: sie dürfen, ja sie sollen sogar auch lernen, mal unfreundlich zu sein, wenn's nötig ist.

Ob das alles richtig ist, weiß ich natürlich nicht. Was sie daraus machen, habe ich nicht in der Hand, es wird sich später zeigen. Mir ist jedenfalls wichtig, dass sie immer wieder gern nach Hause kommen und offen sind. Bis jetzt ist es auch so. Meine Kinder sagen zwar immer, dass ich keine "normale" Mutter bin, aber sie würden mich niemals tauschen wollen, auch nicht ihren Vater. Na da wären sie auch schön blöd, bei den vielen Freiheiten! Ich habe jedenfalls heute selten Sorgen - andere sagen vielleicht, dies sei nur so, weil ich/wir nachlässig seien. Blanker Neid .

Viele Grüße
Anne

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Anne

Ok und gut. Aber wie ist es wegen aufbleiben etc etc oder wäre es wenn die kinder wesentlich jünger wären so um 3 bis 7 jährig?

Meine Kinder missbrauchen mein Vertrauen selten und kommen daher selten zu spät
Zu spät kann man nur kommen, wenn man eine Vorschrift wann man zuhause sein muss bekommen hat. Dürfen Deine Kinder Dir auch sagen, wann Du zuhause zu sein hast und gilt alles gesagte auch für junge Kinder?

Zu Hause trinken meine Kinder nur, was sie wollen, weil nur das da ist, was sie trinken sollen
Na ja, da Du alles einkaufen darfst, dürften die Kinder es ja auch machen

Denke übrigens das du es gut machst mit deinen Kindern. Abner so kannst du nicht mit vierjährigen umgehen. bzw diese Freiheiten kannst du ihnen in Ihrem Interesse noch nicht geben
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Liebe Grüsse
Beat

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