körperliche Züchtigung im Kindesalter - Auswirkungen auf die Psyche?

02.03.07 23:58 #1
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körperliche Züchtigung im Kindesalter - Auswirkungen auf die Psyche?

Oregano ist offline
Beiträge: 63.714
Seit: 10.01.04
Hallo Chiara,
warum genau hat Dir das 1. Buch von Alice Miller so gut gefallen?
Ich habe es eher als totale Schuldzuweisung an die Eltern empfunden und fand es deshalb nicht sehr hilfreich.
Es ist sicherlich richtig - und dazu braucht es meiner Meinung nach kein Buch - daß Kinder liebevoll und mit der Möglichkeit, Vertrauen zu entwickeln aufwachsen sollen.
Es ist aber leider auch richtig, daß Eltern nur ein Glied in einer Reihe sind und Denk- und Verhaltensmuster oft von ihren Vorfahren übernehmen.
Erst wenn diese Muster bewußt werden und dann auch bewußt verändert werden, kann man diese verhängnisvolle Reihe unterbrechen. Sonst geht es unfröhlich weiter.

Gruss,
Uta

körperliche Züchtigung im Kindesalter - Auswirkungen auf die Psyche?

soullove ist offline
Beiträge: 719
Seit: 02.05.06
hi ,
Ich rede nicht von ein klapps.
Um mal klar zu stellen was ein klapps ist:ein leichte berührung von der die man nicht als schlag empfindet,aber als :achtung!!?

Was ich aber nicht in ordnung finde und nach mein meinung angst erzeugt statt lernen warum man etwas nicht tun soll ist hauen auf finger ,handrücken usw.
Ich würde angst haben wenn ich wusste das jemand mich bei ein bestimmte sache auf die finger hauen sollte.
Auch bekäme ich angst weil ich das gefühl hätte das jemand mir andauerend beobachtet und wartet bis er wieder mir bestrafen kann.
Wenn mein tochter etwas nicht tun dürfte hab ich sie geholfen zu verstehen warum nicht,kleine kinder verstehen viel mehr dan erwachsene meinen zu wissen.

wenn erwachsene meinen so macht können zu üben,sind sie auf ne irrweg,wo jedem erziehung in liebe weg ist.
Als eltern sollte man untersuchen was man an verhalten selbst übernommen hat,oder wo diese herschangst her kommt

liebe grüss soul

körperliche Züchtigung im Kindesalter - Auswirkungen auf die Psyche?

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Soul Vorweg das Kinder liebevoll und mit der Möglichkeit, Vertrauen zu entwickeln aufwachsen sollen. wie es Uta schreibt, ist hoffentlich unbestritten.

Wenn mein tochter etwas nicht tun dürfte hab ich sie geholfen zu verstehen warum nicht,kleine kinder verstehen viel mehr dan erwachsene meinen zu wissen.
Völlig einverstanden, das ist sehr wichtig, ja sogar das Wichtigste. Die Frage ist aber, was machst Du, wenn sie trotz dem Verstehen es bewusst (vieleicht sogar mehrmals) wieder macht? Es geht nur um diese Fälle.

Ich meinte mit Klaps auf die Finger schon ein Schlag der gespürt wird, der etwas weh tut. Von so was hat man meist nicht mehr Angst, oder ist Respekt nicht zutreffender (?), als alleine auf das Zimmer zu gehen, morgen nicht mit der Freundin spielen zu dürfen, oder einer anderen Konsequenz die Wirkung zeigt.

Auch bekäme ich Angst weil ich das Gefühl hätte das jemand mir andauerend beobachtet und wartet bis er wieder mir bestrafen kann.
Klar, hoffe doch sehr, dass niemand hier dies tut

wenn erwachsene meinen so macht können zu üben,sind sie auf ne irrweg,wo jedem erziehung in liebe weg ist.
Das ist richtig, um das darf es nicht gehen. Kindern solle man aus Liebe auch Grenzen setzen, die geben ihnen halt. Grenzen werden aber nur gesetzt bzw als solche wahrgenommen, wenn die Überschreitung Konsequenzen hat (Supernannerl oder wie sie hiess hat es im Fernsehen ja gezeigt).
Also nochmals, es geht nur um die Frage welche Konsequenz (welche nur nach bewusstem Fehlverhalten vorkommen kann) gut oder am besten ist, bzw ob es keine Fälle in keinem Kindsalter gibt, wo ein Klaps gut oder sogar besser als eine andere konsequenz ist. Dabei soll immer beachtet werden, dass einige konsequenzen wirklich psychische Belastungen auslösen können, zB nicht mehr reden mit dem Kind, isolieren, Liebesentzug etc etc.
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

körperliche Züchtigung im Kindesalter - Auswirkungen auf die Psyche?

soullove ist offline
Beiträge: 719
Seit: 02.05.06
hi Beat,
Ich meinte mit Klaps auf die Finger schon ein Schlag der gespürt wird, der etwas weh tut. Von so was hat man meist nicht mehr Angst, oder ist Respekt nicht zutreffender (?), als alleine auf das Zimmer zu gehen, morgen nicht mit der Freundin spielen zu dürfen, oder einer anderen Konsequenz die Wirkung zeigt.


manchmal wenn man beide in ein strohm der emotionen gelangt kann man besser mal kurz von einander weg gehen ,sodas beide in der lage sind zu sich zu kommen.mann sollte das kind das auch so erklären ,dan wird es das nicht als konsequenz erfahren, in negative sinn.
Ich bin auch nicht für andere sogenannte consequenzen,ein kind zwingen zu lernen was ok wäre oder nicht klappt nicht.
Nur immer liebevoll verständnis für sich selber bei zu bringen an dem kind,sodass es in sich selbst lernen kann.
Man muss aufpassen den willen auf kinder auf zu legen,aber eher sichselbst fragen oder es jetzt unbedingt muss,weil man könnte auch dabei vieles über sich lernen,und sich vielleicht von "zwanghaft "befreien.

liebe grüss soul

körperliche Züchtigung im Kindesalter - Auswirkungen auf die Psyche?

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Soul

manchmal wenn man beide in ein strohm der emotionen gelangt kann man besser mal kurz von einander weg gehen ,sodas beide in der lage sind zu sich zu kommen.
Völlig zustimme. Aus Emotionen heraus sollte man nie schlagen, nie.

Ich bin auch nicht für andere sogenannte consequenzen,ein kind zwingen zu lernen was ok wäre oder nicht klappt nicht.
Wenn Du BEI Deinem Kind nach eingehender Erklärung und trotzdem nochmaligen Wiederholen bewusstes Überschreiten ohne Konsequenz "durchlässt" dann vertrittst Du den antiautoritären Erziehungsstil.
Dann müssten wir die Diskussion auf eine andere ebene verlagern. Nur soviel datzu: Dieser Erziehungsstil wurde propagiert und umgesetzt. Er gilt auch in der Pädagogik als gescheitert und wird heute eigentlich fast nirgenswo noch gelehrt. Kennst du übrigens die sendung Suppernannerl?

Man muss aufpassen den willen auf kinder auf zu legen,aber eher sichselbst fragen oder es jetzt unbedingt muss,weil man könnte auch dabei vieles über sich lernen,und sich vielleicht von "zwanghaft "befreien.
das ist alles richtig Soul, Es geht aber nicht um das. Wenn das Kind nach eingehender Erklärung bewusst Beeren des Nachbarn stielt, muss man sich nicht selbst fragen ob es jetzt unbedingt keine Beeren stehlen darf.
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Liebe Grüsse
Beat

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chiara ist offline
Themenstarter Beiträge: 259
Seit: 22.02.07
Hallo Uta,

warum genau hat Dir das 1. Buch von Alice Miller so gut gefallen?
ich habe geschrieben ich habe 1 Buch von Alice Miller gelesen - nicht das 1. te. Ich weiß gar nicht ob es das 1., 2. oder 3. oder wievielte Buch war. Ich hatte nur den Titel nicht greifbar, da ich das Buch verliehen hatte. In diesem Buch kann ich mich auch an keine total Schuldzuweisung an die Eltern erinnern, vielmehr spielte es eher für mich als Frau eine Rolle. Letztendlich habe ich mich aber jetzt mal ein wenig schlau gemacht worum es in diesem Buch wohl geht. Sie vertritt wohl die Theorie, dass Kinder durch die Eltern entsprechend konditioniert werden und dann auch die Verdrängung einsetzt. Generell denke ich auch, dass wir Eltern unsere Kinder sehr stark konditionieren und ich hatte z. B. bei der Geburt unserer Tochter mir zum Ziel gesetzt sie so wenig wie möglich zu konditionieren. Ich habe im Laufe der Jahre jedoch festgestellt, dass kaum möglich ist. Wir konditionieren unsere Kinder immer auf eine gewisse Art und Weise. So habe ich meinen Entschluß irgendwann dahingehend umgewandelt, indem ich gesagt habe, ich versuche unsere Tochter, wenn ich sie konditioniere, dann wenigstens mit positiven Werten und Verhalten zu konditionieren. Tatsächlich denke ich, dass das "weitestgehend" möglich ist, denn es hat bisher ziemlich gut funktioniert. Das versuche ich auch den Kindern, mit denen ich arbeite, so zu vermitteln und nach einer gewissen Zeit bemerkt man durchaus positive Veränderungen an den Kindern. Tatsächlich bin ich der Überzeugung, dass wir nicht nur bei Kindern, sondern bei allen Menschen positive Veränderungen bemerken würden, denn wenn wir uns selbst verändern, dann verändern wir auch unserer Welt und unsere Mitmenschen.
Und was die Muster anbelangt - ja, da gebe ich dir unbedingt recht. Suchen wir uns nicht immer den gleichen Mann, mit dem gleichen Muster, sofern wir nicht "erwacht" sind und uns aus diesem Muster gelöst haben. Die Schwierigkeit besteht tatsächlich darin, zunächst zu erkennen, dass wir überhaupt in diesem Muster verhaftet sind und dann kommt der nächste Schritt, dass wir uns von diesem Muster befreien. Gewiß keine leichte Aufgabe. Tatsächlich würde auch dieses Thema gewiß auch viele Diskussionspunkte bieten.

Liebe Grüße

Chiara

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chiara ist offline
Themenstarter Beiträge: 259
Seit: 22.02.07
Liebe Anne,

Habe meinen gestrigen Beitrag gelöscht. Als ich ihn gerade noch einmal las, habe ich mir gedacht, dass das wirklich besser sei. Nicht weil ich mich schäme, sondern weil ich es eigentlich leid bin, immer wieder Projektionsflächen anzubieten.

Macht's gut!
Anne
Ich finde es schade, dass du deinen Beitrag gelöscht hast, aber ich kann es andererseits auch gut verstehen. Es ist nicht einfach die alten Schmerzen hervorzuholen und wieder zu betrachten und dann macht es nicht wirklich Spass dies dann von Unbeteiligten kommentiert zu sehen. Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute

Liebe Grüße

Chiara

körperliche Züchtigung im Kindesalter - Auswirkungen auf die Psyche?

phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Grüss euch,

das mit der Konditionierung sehe ich ganz ähnlich. Als kopflastige Bestrebung mag ich sie allerdings nicht, als gelebte Vorbildfunktion hingegen sehr.

Die nach wie vor wirkungsvollste Erziehungsmethode ist nun mal das Vorleben der Eltern, der Familie überhaupt. Und was vorgelebt wird, wird vom Kind auch aufgenommen. Daher braucht ein Kind "starke" Vorbilder, die in sich selber ruhen, in ihrer Mitte sind. Ich weiss wovon ich rede, denn hätte ich mich durchgesetzt - gegen die Ängste und Wut meines Partners und die daraus resultierenden pharmazeutischen Problembewältigungen - ich bin mir sicher, meinen Kindern wäre das eine oder andere erspart geblieben... und uns Eltern auch.

Damit fängt das Dilemma bereits an - wer von uns kann behaupten, dass er das auch wirklich ist, ein starkes und stärkendes Vorbild? Allein schon die von aussen auf uns Eltern einwirkenden und sich verändernden Anforderungen und Ansprüche, ebenso Lebensanschauungen spiegeln sich in unseren Kindern wieder.

Andererseits gehört es ja auch zum Lernprozess und der eigenen Lebensfähigkeit des späteren Erwachsenen, Konkfliktsituationen erlebt zu haben, ebenso die passende oder unpassende Konfliktlösung.

Mein Sohn mit 10: aus mir wirst du nie einen Optimisten machen... und mit 22: heute sehe ich das Leben optimistisch...

herzlichst - Phil
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herzlichst aus Trollhalden!

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Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
hallo Phil

Dir absolut zustimme
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Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

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Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo,

nur mal kurz am Rande:

Konditionierung und "Vorbild - Funktion" (Modelllernen) sind voneinander grundlegend verschiedene Lernmethoden.

Unter Konditionierung versteht man in der Psychologie das Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern (Stimulus-Response). Auf einen bestimmten Reiz folgt beim Organismus kontingent eine bestimmte Reaktion. Man unterscheidet zwei Grundtypen der Konditionierung: Die Klassische Konditionierung und die Operante Konditionierung.
Konditionierung - Wikipedia

Das "Lernen am Modell" oder Modelllernen funktioniert über Nachahmung, Wiederholung und Einübung.

Herzliche Grüße von

Leòn


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