Umfrageergebnis anzeigen: Gewalttätige Computerspiele verbieten?
Ich bin für ein generelles Verbot von solchen Spielen! 13 44,83%
Ich bin für eine Freigabe ab 18! 6 20,69%
Ich bin für eine bessere Kontrolle der Einhaltung der Altersgrenze! 5 17,24%
Ich habe eine andere Meinung, die ich unten erläutern werde! 5 17,24%
Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht! 0 0%
Teilnehmer: 29. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

Gewalttätige Spiele verbieten?

13.03.09 23:08 #1
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Gewalttätige Spiele verbieten?
MisterX
Massenmod bzw. Massentötungen durch Durchgeknallte gab es auch schon vor den PC-Spielen ...

Daher weiß ich nicht, was die damit zu tun haben sollten?

Man sollte dann wohl lieber mal Länder- bzw. Sozialsstrukturen zu Vergleich heranziehen. Dann weiß man evtl. wie man verhindert, dass Menschen derartig durchknallen ...

Lieben Gruß

Gewalttätige Spiele verbieten?

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hm, ich kann mich an meine Generation erinnern. Da gab es Bonanza und Rauchende Colts ect. im Fernsehen.
Da wurde hin und wieder auch geschossen, natürlich immer die Guten gegen die Bösen.
Ich könne mir vorstellen, das solche Spiele durchaus prägend sein können. Ob verbieten etwas hilft.
Ich denke schon, einerseits, andererseits sehe ich auch das die richtigen Werte in der Familie/Schule vermittelt werden sollten.
Die Prägung der Kinder sollte darauf hinzielen, das sie diese Spiele von sich aus ablehnen, weil sie wissen was sie bewirken können. Außerdem sollte ein Kind in der Lage sein, selbst wenn es so etwas spielt, nicht gleich in eine Sucht zu verfallen, oder sich dumme Gedanken zu machen die wirklichkeitsfremd sind.
Ich sehe das genauso wie mit allem was süchtig macht. Alkohol, Zigaretten, Drogen. Verbote bringen etwas auf jeden Fall, aber letztendlich sollte eine Erziehung immer in die Richtung laufen, das man selbstständig in der Lage ist "Nein" zu sagen.

Grüsse von Juliette

Gewalttätige Spiele verbieten?

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo, Ixie,

wie ich schon oben andeutete, gehe ich davon aus, dass gewalttätige Spiele höchstens einen Faktor, nicht aber die alleinige Ursache, darstellen kann.

Herzliche Grüße von
Leòn
__________________
Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

Gewalttätige Spiele verbieten?
MisterX
ja klar - und denke, meine Antwort stellt keinen Widerspruch dar

Es soll übrigens (genauen Zeitpunkt kann ich jetzt nicht mehr sagen, aber es war mind. 1000 Jahre her), auch mal eine gerechte, geordnete Gesellschaft gegeben haben.
In dieser gab es (nach heutigen Erkenntnissen) absolut keine Gewalt!

Allerdings ist diese Gesellschaft wieder nach ca. 100 Jahren zerfallen ...
Meines Wissens sogar ohne die Inquisition

Heute sind wohl nicht mehr die Vorraussetzungen vorhanden, um solch eine Gesellschaft überhaupt erst entstehen zu lassen.
Z.B. Großstädte lassen sich m.E. nicht resozialisieren.

Lieben Gruß

Geändert von MisterX (16.03.09 um 15:06 Uhr)

Gewalttätige Spiele verbieten?

Tobi09 ist offline
Beiträge: 2.401
Seit: 23.01.07
Ich oute mich hier mal als Gelegenheitszocker. Darunter auch sog. "Killerspiele" (Far Cry, GTA, u.a.).
Die Sache ist ganz einfach: wer am lautesten "Verbot" schreit, weiß am wenigsten über solche Spiele bescheid, hat sie noch nie selbst gespielt. Ich kann bestätigen, dass es mich durch diese Spiele in keinster Weise gelüstet, im realen Leben Leute abzuballern. Im Gegenteil, ich bin eigentlich ein friedliebender Mensch und immer darauf bedacht, gewaltsame Konfrontationen aller Art zu vermeiden. Aus der noch nicht allzu lange vergangenen Schulzeit weiß ich, dass man heutzutage wahrscheinlich bei 95% aller männlichen Jugendlichen solche Spiele auf dem PC finden wird, die alle keine Intentionen haben, Amok zu laufen.

Verbote bringen nicht die Bohne. Es ist kein Problem, sich die Spiele aus GB zu importieren (im Moment sogar günstiger wegen Wechselkursverh.). Und wenn es überall verboten ist, kann man sich die Sachen illegal über Tauschbörsen runterladen. Verbote erhöhen sogar den Reiz an der Sache und sind m.E. kontraproduktiv.

Ähnliches gilt für Waffen. Nur dass wir nicht weniger Waffen in der Gesellschaft brauchen sondern sogar mehr. Jeder muss das Recht (und nicht das Privileg) haben, Waffen zu erwerben, damit sich jeder vor Verbrechern schützen kann. Wenn die nämlich wissen, dass die Bevölkerung nicht schutzlos ist und Gefahr besteht, bei Gewalttaten von jedem bewaffneten Zivilisten getötet zu werden, überlegen sie sich das ganze zweimal. Diese Zusammenhänge sind übrigens ganz klar belegt. Weniger Waffen = mehr Kriminalität, mehr Waffen = weniger Kriminalität. Beispiel Chicago, wo es schon seit einiger Zeit ausnahmsweise ein Waffenverbot gibt.
Chicago Murder Rate Up 18% - despite the Handgun Ban | LearnAboutGuns.com*

Ein Recht auf Waffen ist in der US Verfassung ganz eindeutig festgelegt, nicht weil die Gründungsväter Vollidioten waren, sondern weil sie schlau waren und wussten: die Bürger müssen bewaffnet sein, um sich vor Kriminellen zu schützen und vor der eigenen Regierung, die in der Vergangenheit immer wieder tyrannische Zuge entwickelt hatte.
In der Schweiz gibt es m.W.n. ein ähnliches Waffenrecht.

Das gleiche gilt für Drogen. Cannabis, Cokain, Heroin sollten in jeder Apotheke frei verkäuflich sein (früher war das mal so). Das garantiert pharmazeutische Qualität, schafft den Schwarzmarkt ab. Bei einem Verbot erhöhen sich die Preise drastisch, somit auch der Profit und das führt wiederum zu mehr Drogen in der Gesellschaft, weil der Profit von vielen ausgenutzt wird. Eine Aufhebung des Verbots führt nicht zu vermehrtem Drogenkonsum sondern verringert diesen sogar, auch das ist ganz klar am Beispiel Holland belegt:

Das Beispiel Holland zeigt, was passiert, wenn nicht nur der unmittelbare Konsum, sondern auch der Handel von Cannabis freigegeben wird: Dort gibt es Coffeeshops, wo der Verkauf kleiner Mengen geduldet wird. Die Zahl der Cannabis-Konsumenten ist dadurch nicht – wie vielfach befürchtet – gestiegen, sondern sogar zurückgegangen. Obwohl die Märkte für weiche und harte Drogen weitgehend getrennt sind, ist auch die Zahl der Konsumenten harter Drogen zurückgegangen. Die Zahl der Drogentoten ist gesunken.
Deutsches Ärzteblatt: Archiv "Drogenpolitik: Das Verbot von Cannabis ist ein „kollektiver Irrweg“" (27.10.2000)

Wer meint, Verbote und Kontrollen wären die Lösung für irgendwas, der ist auf dem Holzweg. Im besten Fall bringen sie nichts, im schlimmsten Fall bewirken sie das Gegenteil. Das gilt genauso für Eltern, die ihren Kindern immer wieder eintrichtern, dass sie ja nicht rauchen und Alkohol trinken sollen. Ist zwar gut gemeint, bewirkt aber das Gegenteil. Verbote erhöhen den Reiz.
Kinder sollten (in intaktem sozielen Umfeld) in erster Linie zu guten Menschen erzogen werden, die sich selbst eine Meinung darüber bilden, was gut und was schlecht ist.
__________________
Gruß Tobi

Geändert von Tobi09 (16.03.09 um 17:44 Uhr)

Gewalttätige Spiele verbieten?
Männlich Bodo
Hi Tobi!

Erklärst Du etwas näher, was Dich speziell an den genannten Spielen fasziniert?

Dient es Dir auch zum Aggressionsabbau - was als solcher notwendig wie legitim ist?

Ich will Dir ganz kurz schreiben, warum ich gegen diese Games bin.

Ich meine, dass die Beschäftigung mit den dort praktizierten Gräueltaten
die menschliche Seele nachhaltig verwunden kann - nicht muss. Natürlich
werden nicht alle Gamer zu Amoktätern, da hast Du vollkommen Recht.

Aber was hinterlässt eine Session nachhaltig?

Erleichterung? Freude? Befriedigung?

Ich meine nein.

Beispiel: Racing-Game.

Finde es Ok, wenn Karambolagen passieren und Autos verschrottet werden.
Ein Game, wo dargestellt würde, wie der Fahrer zermalmt wird, fände ich nicht Ok.

Du bist bedeutend jünger als ich, aber mich hätten als jungen Burschen diese
Spiele angewidert, dass weiß ich. Versetze Dich mal bitte in folgende Lage:

Tobi ist älter und Papa. Er beobachtet, wie sein geliebter Sohn sich zunehmend
zurückzieht und in die Welt der Killer-Spiele eintaucht.

Kommunikation ist regressiv, das vormals enge Vertrauensverhältnis gestört.

Frage: Würdest Du versuchen, mit Deinem Kind mindestens über seine
vordergründige Begeisterung reden zu wollen? Es ginge erst einmal nicht
darum, dem fiktiven Kind etwas zu untersagen.

Kannst Du Dich in diese Situation - die ich als schmerzhaft empfinde -
aus der Sicht des Vaters hineinversetzen?

Nur darum geht es mir im Moment.






LGB

Geändert von Bodo (16.03.09 um 18:05 Uhr)

Gewalttätige Spiele verbieten?
Binnie
Zitat von Tobi09 Beitrag anzeigen
Ein Recht auf Waffen ist in der US Verfassung ganz eindeutig festgelegt, nicht weil die Gründungsväter Vollidioten waren, sondern weil sie schlau waren und wussten: die Bürger müssen bewaffnet sein, um sich vor Kriminellen zu schützen und vor der eigenen Regierung, die in der Vergangenheit immer wieder tyrannische Zuge entwickelt hatte.
In der Schweiz gibt es m.W.n. ein ähnliches Waffenrecht.
Sicherlich verdienen sich die Gründungsväter und ihre Nachfahren auch noch heute dumm und dämlich mit Waffen, weil sie nämlich die Hersteller selbiger sind! Jedenfalls scheint mir das eine völlige Verzerrung der Realität zu sein, dass man durch Waffen weniger Kriminalität hat.

Zu Killerspielen möchte ich noch folgendes ergänzen. Ich glaube eigentlich auch nicht, dass ein junger Mensch alleine durch Spielen von Killerspielen zum Amokläufer wird. Da müssen wahrscheinlich mehrere Faktoren zusammen kommen, wie meistens. Ein viel wesentlicherer Faktor sind m.E. Psychodrogen und / oder ein zerrüttetes Elternhaus, usw., also alle Faktoren, die kein stabiles und "geeignetes Umfeld" für junge Heranwachsende bieten.

Ich würde solche Spiele daher auch nicht verbieten, weil das nur noch mehr Neugier provoziert. Ich würde als Eltern optimalerweise versuchen, dem Kind ein Umfeld zu bieten, das diese Spiele vergleichsweise unattraktiv erscheinen lässt, und eher versuchen mit Einsicht zu arbeiten.

Geändert von Binnie (16.03.09 um 18:22 Uhr)

Gewalttätige Spiele verbieten?
Männlich Bodo
Hi Binnie!


Zitat von Binnie Beitrag anzeigen
Da müssen wahrscheinlich mehrere Faktoren zusammen kommen, wie meistens.
Stimmt.

Zitat von Binnie Beitrag anzeigen
Ein viel wesentlicherer Faktor sind m.E. Psychodrogen und / oder ein
zerrüttetes Elternhaus, usw., also alle Faktoren, die kein stabiles und
"geeignetes Umfeld" für junge Heranwachsende bieten.
Die Deutschen Mörder entstammten einem geordneten Elternhaus mit
Zuwendung - sowohl in materieller wie in emotionaler Hinsicht. Leider.
Das heißt, dass der Tatbestand einer Verwahrlosung oder Zerrüttung
hier nicht ursächlich ist. Aber dem Umfeld muss auch hier eine
nähere Aufmerksamkeit gewidmet werden, mal schauen, was in der
nächsten Zeit an seriösen neuen Informationen über den Background
erscheint, Einiges ist ja bereits bekannt. Ein sehr trauriges und auch
sehr sensibel zu behandelndes Kapitel.






LGB

Gewalttätige Spiele verbieten?
MisterX
Waffen sind ja relativ.
Ich glaub, die Handfeuerwaffe wurde mittlerweile fast vollständig von der Psychowaffe abgelöst...

So gesehen ist ein "Ballerspiel" wohl sowas wie Nostalgie
Mann gegen Mann - klare Regeln. Fairer Kampf!

Die Psychokriege, die heutzutage geführt werden, sind anders.
Auf der einen Seite sitzt jemand der "das Recht" und fast jede Macht hat - auf der anderen Seite bin ich bzw. ist der Durchschnittsbürger.

Ein Match, das man nur verlieren kann ..
Kein fairer Kampf - kein Niveau mehr.

Dass dann schwache Persönlichkeiten ab und an durchdrehen, wundert mich daher nicht sonderlich ...

Lieben Gruß

PS: In den USA sterben m.W. jedes Jahr 10 000 Leute durch Schusswaffen.
Wieviele Leute in DE durch Psychokriege umkommen, darüber gibt es wohl keine Statistik ...

www.psychokrieg.de - Mobbing - und was man dagegen tun kann

Gewalttätige Spiele verbieten?
Binnie
Hallo Bodo,

Zitat von Bodo Beitrag anzeigen
Hi Binnie!
Die Deutschen Mörder entstammten einem geordneten Elternhaus mit
Zuwendung - sowohl in materieller wie in emotionaler Hinsicht. Leider.
Das heißt, dass der Tatbestand einer Verwahrlosung oder Zerrüttung
hier nicht ursächlich ist. Aber dem Umfeld muss auch hier eine
nähere Aufmerksamkeit gewidmet werden, mal schauen, was in der
nächsten Zeit an seriösen neuen Informationen über den Background
erscheint, Einiges ist ja bereits bekannt. Ein sehr trauriges und auch
sehr sensibel zu behandelndes Kapitel.
LGB
Ein finanziell gut ausgestattetes Elternhaus ist ja - wie man am Fall von Winnenden wieder mal erkennen kann - überhaupt kein Garant für "geordnete" Verhältnisse. Ganz im Gegenteil fehlen hier sehr häufig neben den materiellen Werten eben auch, die viel wesentlicheren richtigen zwischenmenschlichen Beziehungen und Werte, und generell eben ideelle Werte. Und wenn diese so wichtigen Beziehungen und Werte fehlen, dann kann das eben auch dazu führen, dass junge Menschen völlig auf die falsche Spur geraten.

Ob dies nun die Hauptfaktoren bei diesem Tim sind, bleibt abzuwarten. Bin ja mal gespannt, wie weit die tatsächlichen Umstände des Falles an die Öffentlichkeit gelangen! Jedenfalls wäre mein Tipp erstens die familiären Umstände (Welche Eltern gehen denn bitte so locker mit Waffenbesitz um, und stilisieren sowas derart ? Das ist doch schon total krank, oder ?), dann natürlich Probleme mit den Mitschülern und die Einnahme entsprechender Antideppressiva... Das alles zusammen hat aus diesem 17jährigen irgendwann eine Mordmaschine gemacht!


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