Kinder zur Selbständigkeit erziehen

10.03.09 18:21 #1
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Kinder zur Selbständigkeit erziehen

Petra ist offline
Beiträge: 69
Seit: 04.10.08
Frage zu dem Modewort "Altersgerecht" .

Ja genau ich sage Modewort . Darum weil man das Altersgerecht eigentlich gar nicht auf jedes Kind gleich beziehen kann. Die einen sind sehr früh Selbstständig die anderen brauchen länger.

Klar kommt es auf jeden Fall auf die Erziehung und die Förderung des Kindes an.
Mich beschimpfte man damals wirklich in der Familie als Rabenmutter , da ich zusammen mit meinem Sohn , damals knapp 3 schon jeden Abend das Zimmer aufräumte. Mit 4 durfte er mit wählen was er anziehen wollte , er half mit knapp 5 schon im Haushalt mit (Abtrocknen , Kochen , Putzen etc...) . Klar nur so lange wie er mochte.
Ab Schule dann wurde er für grosse Hilfe entlöhnt , musste aber nebenher auch mal so helfen.

Als ich sehr krank wurde , er war ca. 10 jahre alt , war ich dankbar das er so selbstständig war. Er kochte sogar für Papa und sich mal was.

Heute ist er 26 und ist ein fleissiger , sauberer und Selbstständiger junger Mann.

Kinder zur Selbständigkeit erziehen

BinWaage2010 ist offline
Beiträge: 76
Seit: 15.11.10
Ja, sage ich doch, mir wurden auch diverse Haushaltsaufgaben beigebracht, ich hatte
zwar Jahre lang gebraucht zu lernen, mein Kinderzimmer aufzuräumen, doch für den
Fall, dass meine Eltern arbeiten waren, brachte man mir ab 10 Jahren andere Tätigkeiten bei zB, Staubsaugen, wischen, Haustiere reinigen usw......

Ich bin zwar 2008 ausgezogen, jedoch leider zu demotiviert Haushalt zu machen, dass
mich mein Mann dazu antreiben muss.
Doch damals war ich froh, wenn man mir es beigebracht hatte, weil es für die
Zukunft das A&O ist.

Exempla trahunt - Beispiele ziehen

FranzJosefNeffe ist offline
Beiträge: 211
Seit: 24.10.10
Wenn Du Dir selbst gestattest, dass es Dich zur Selbständigkeit zieht, und wenn Du das genießt und es Deine Lebensfreude ist, dann hast Du damit so eine starke SOGwirkung, dass es Dir nicht nur Deine Kinder nachmachen. Es tut dann einfach gut, von Deinem Beispiel zu lernen. Das SOG-Prinzip ist das Grundprinzip der Ich-kann-Schule. Wir sind aber alle in die Du-musst-Schule gegangen und da gilt der DRUCK. Die Erwachsenen machen dann selber das Gegenteil von dem, was die Kinder sollen, und sie kompensieren ihre Schuldgefühle, indem sie immer mehr DRUCK machen, damit es den Kindern einmal besser geht.
Druck drückt Probleme zusammen, das ist das exakte Gegenteil von Lösung. Und wenn man nicht mehr drücken kann, gehen die Probleme sofort wieder auseinander. Und wachsen exakt um die Energie, die man zuvor hineingedrückt hat. Sog dagegen löst, richtet auf, macht wachsen und kann die Kräfte punktgenau lenken. Wenn wir also klug sind, lassen wir uns was ein- oder auffallen, was zieht.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

Kinder zur Selbständigkeit erziehen

Rosenwasser ist offline
Beiträge: 5
Seit: 30.11.10
Ich glaube das geht nur, wenn man seinen Kindern einen Bereich gibt, für den sie eigenständig zustsändig sind. Als Einbahnstraße funktioniert das nicht. Damit meine ich, dass man sein Kind zwar zum Gehorsam erzieht, wenn man ihm irgendwelche Aufgaben in Form von Befehlen gibt. Du staubsaugst jetzt, du spülst jetzt, bring mal den Abfall runter etc. Aber das Gehrosam und Selbständigkeit sind ja wirklich nicht dasselbe.

Ein geeignetes Umfeld dafür ist der Verein. Da gibt es Mechanismen, etwa in der Fußballmannschaft, die zur Selbständigkeit erziehen. Da gibt es eben Mecker von den Mitspielern oder vom Trainer, wenn man nicht regelmäßig trainiert oder undiszipliniert spielt. Die teilweise Eigenverantwortung für das Haustier (Füttern, Gassi gehen, Katzenklo machen, Hasenstall reinigen etc.) ist heikel, weil sehr stark vom jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes abhängig, aber auch sehr lehrreich, weil der Vierbeiner schon mit dem Kind zu kommunizieren imstande ist und es auch konditionieren kann.

Als Einbahnstraße funktioniert das nicht.

FranzJosefNeffe ist offline
Beiträge: 211
Seit: 24.10.10
Als Einbahnstraße funktioniert das nicht. - Da hast Du den Kern erkannt. Aber warum sollte die Mama oder der Papa oder die Lehrerin nicht auch das Prinzip der Wirkung des Vereins nutzen lernen? In der Ich-kann-Schule heißt das: "Wenn ich mit deinen Kräften & Talenten BESSER umgehe als du, mögen sie mich und folgen mir lieber als dir."
Als Einbahnstraße funktioniert das nicht. - Das ist das Resonanzgesetz, das Gesetz von Saat und Ernte; das sollten wir alle lernen. Und mit den Kräften, von denen wir was wollen, so gut umgehen, dass sie uns gerne antworten und am Ende dann das wirklich Beste für uns getan werden kann. Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

Kinder zur Selbständigkeit erziehen

Veronika Lederer ist offline
Beiträge: 74
Seit: 02.04.11
Leicht frustrierte Mutter schickt lieben Gruß an alle!

Ich bewundere euch ein wenig, mit wieviel Nachdruck und Einsatz ihr es scheinbar ganz gut schafft, eure Kinder zur Selbständigkeit zu motivieren.

Meine Tochter ist 22 Jahre alt und studiert! Wir wohnen etwas abgelegen, so geht für die Fahrt zur Uni recht viel Zeit drauf, sie nützt daher keine Öffis sondern fährt mit unserem alten Auto. Sie lernt ja sehr fleißig und hat noch keine Prüfung geschmissen. Nebenbei zeichnet sie stundenlang und näht gerne Kostüme für die Gossip-Treffen.

Meine Tochter bekommt die Familienbeihilfe und ein kleines Stipendium, damit findet sie ihr Auslangen. Hat eigentlich wenig Ansprüche und Wünsche, so strengt sie sich auch überhaupt nicht an, etwas nebenbei zu verdienen. Sie verzichtet lieber auf alles, nur um es sich gut gehen zu lassen.
Schneide ich das Thema "Ferialjob" an, dann wird sie wie auch sonst immer wieder äußerst aggressiv. Sie meint, ich terrorisiere sie mit meinem ewigen Gejammere und ich will ihr etwas mit Gewalt aufzwingen.
Auch mit dem Haushalt nimmt sie es nicht so genau. Ich wasche die Wäsche mit meiner natürlich mit, aber bügle sie nicht. Ich koche für meinen Mann, der wegen seiner Erkrankung regelmäßig essen sollte (und nicht nur aus dem Kühlschrank essen soll), da schnorrt sie mit. Wenn ich nicht koche, isst sie sehr einseitig und begnügt sich eben mit einer Jause.

Auf einen einfachen Nenner gebracht: Meine Tochter begnügt sich mit dem, was sich "ergibt" und bemüht sich nur um Dinge, die sie interessieren. Ich war viele Jahre eine "biedere Hausfrau", daher war es für mich eigentlich logisch, dass ich den Haushalt mache, wie es sich als brave Hausfrau und Mutter gehört. Obwohl ich sie in ihrer Kindheit immer in alles eingebunden habe, hatte sie mit 16 Jahren einen Freund, der nie gearbeitet hat und meine Tochter von vorne bis hinten bedient hat. So hat sie wohl auch von ihm einiges abgeschaut.

Ich komme mit meinen Argumenten gegen sie nicht an, sie wird zornig und unterbricht wortlaut jede Diskussion. Ich wollte schon vor drei Jahren, dass sie in einer anderen Stadt studiert und sich ein Zimmer nimmt, doch es hilft nichts.

Natürlich hoffe ich, dass sie durch eine neue Beziehung oder durch das Studium vielleicht doch noch Ziele und Wünsche hegt, wodurch sie sich endlich abnabeln würde. Ich liebe sie sehr, doch ich habe Angst, dass es so weitergeht und sie mich weiter immer nur "überschreit" und "mundtot" macht.

Dazu möchte ich aber auch sagen, dass ich selbst zu meiner Mutter ein sehr gestörtes Verhältnis hatte. Ich wollte ihr immer helfen und wollte von ihr angenommen und geliebt werden, doch es hat sich nie eine harmonische Mutter-Tochter-Beziehung ergeben - bis zu ihrem Tod. Darunter habe ich immer sehr gelitten. So erdulde ich bei meiner Tochter vielleicht etwas zu viel.
Ich bin aber auch sehr unglücklich, dass mein Mann mir keinen Rückhalt gibt. Er will immer nur seine Ruhe, hat sich nie an der Erziehung beteiligt und ist auch noch mich neben der Tochter angegangen, dass ich immer Streit provoziere.

So habe ich bei meiner Tochter eigentlich schon resigniert!

Ist es nicht ihr Leben, welches sie selbst zu verantworten hat?

Eure Meinung würde mich interessieren!

Liebe Grüße - Vroni

Liebe Dich selbst wie Deinen Nächsten !

FranzJosefNeffe ist offline
Beiträge: 211
Seit: 24.10.10
Du hast bei DIR resigniert. "Der gute Mann denkt an sich selbst zuletzt" - von diesem Satz aus Schillers Wilhelm Tell haben sich viele in die verkehrte Richtung lotsen lassen. Wenn es klappen soll, muss der gute Mann - uind auch die gute Mama - immer ZUERST AN SICH SELBST denken.
Wie willst Du Einfluss auf die Kräfte eines anderen bekommen, wenn Du noch nicht mal weißt, wie man Einfluss auf die eigenen Kräfte bekommt?
Ein praktischer Einstieg, das zu lernen, wäre Coués kleines Autosuggestionsbuch.
Der Mensch wählt seinen Weg: den der Gestaltung oder den des Erleidens. Beides sind Erfahrungswege. Als Ich-kann_Schule-Lehrer respektiere ich die Wahl. Wenn jemand nicht gestalten sondern durch tiefe Lebenserfahrung lernen wirll, habe ich großen Respekt davor. Ich kann dann ohne weiteres sagen: "Du willst durch Erleiden le nen und hast Dich für das Problem entschieden - soll ich Dir noch eins dazu machen?" Wenn Du Dich anschaust, siehst Du, wie schwer Du Dich tust, so SOUVERÄN zu handeln. Also musst doch Du ZUERST einmal etwas für DICH tun.
Deine Mama schon konnte Dich nicht lieben, weil sie sich selbst nicht lieben gelernt hat. Jertzt fang halt wenigstens DU einmal damit an! Oder soll das noch sieben Generationen so weitergehen?
Wenn Du nämlich mit Deinen Kräften umgehen kannst, dann bist Du a) endlich mal handlungsfähig und b) für die Kräfte Deiner Tochter interessant. Warum sollten sie Dich mit sich üben lassen, was Du nicht kannst? Wenn Du mit ihren Käften BESSER umgehen kannst, mögen die Dich und folgemn Dir lieber als ihr. Gnoti seauton - erkenne Dich selbst! Ich freue mich auf Deinen Erfolg.
Franz Josef Neffe
__________________
"Menschen werden auffällig, damit uns was auffällt." fjn

Liebe Dich selbst wie Deinen Nächsten !

Veronika Lederer ist offline
Beiträge: 74
Seit: 02.04.11
Ja, Lieber Franz Josef Neffe, ich gehöre wohl noch zu der Generation, wo man den Sinn des Lebens darin sieht, dem Nächsten zu dienen, Mann und Kind zu lieben und die Interessen anderer vor seine eigenen zu stellen. Ich habe doch tatsächlich das Rollenspiel meiner Eltern übernommen und ebenso mein Mann. Für ihn gibt es nur Arbeit und Pflicht. Hat man nicht ein Essen auf den Tisch gestellt, fühlt man sich als Rabenmutter und undankbare Ehefrau.
Ich hatte auch nie ein Selbstwertgefühl, mein Bruder und meine Freundinnen haben mich gehänselt und ausgenutzt, mein Vater hat mich mit 15 Jahren als alt genug betrachtet, mich auf die eigenen Beine zu stellen und ich habe mich nur gut gefühlt, wenn ich für andere da war und meine Aufgaben gut erfüllt habe. Noch heute bin ich im Dienstleistungsbereich tätig und bin für Alte und Hilfsbedürftige da.
Doch ich bin in den letzten Jahre gewachsen - vielleicht für meine Tochter ein wenig zu spät. Ich habe gelernt, meine eigenen Befürfnisse auch zu befriedigen, doch ich kann immer noch nicht "nein" sagen. So verwerflich finde ich es auch nicht, für andere da zu sein, die Zuneigung und Verbundenheit durch ein gutes Essen oder eine gewaschene Wäsche zu zeigen, oder?
Ein wenig fände ich es ja auch traurig, wenn niemand mehr etwas für den anderen tun würde. Früher haben drei Generationen unter einem Haus gewohnt und jeder hat seine Aufgabe bzw. half dem anderen. Umso trauriger finde ich es, dass es heute keine Rollenaufteilung mehr gibt. Der Mann bekommt vielleicht die Wäsche gebügelt, wenn er derweil ein Kotelett grillt!
Die Erziehung heute ist so verwirrend, dass weder die Pädagogen noch die Psychologen noch einen Überblick haben - ich auch nicht!
In diesem Sinne werde ich wohl weiter meinem Herzen folgen und hoffen, dass mein Einsatz für meine Lieben doch einmal Früchte tragen werden.

Jedenfalls herzlichen Dank, dass du mich mit deinen Worten zu stärken versuchst - ich verspreche, mich nicht mehr verletzen zu lassen und mich etwas wichtiger zu nehmen.

Viele liebe Grüße an alle im Forum
Eure Vroni

Zuversicht wirkt

FranzJosefNeffe ist offline
Beiträge: 211
Seit: 24.10.10
Es ist alles andere als verwerflich, für andere dazusein. Es wird nur vom Leben nicht belohnt, wenn man darüber die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt. Die Kraft, die ich für andere brauche, muss ich erst einmal bekommen. Und wenn ich die bekommen habe und immer wieder bekomme, dann weiß ich auch, dass mein Leben aus ein bisschen mehr besteht als aus dem, was ich mache.
Wenn andere meine Kräfte und Begabungen, meine Talente und meine Würde nicht achten, dann muss ich ihnen das nicht ein Leben lang nachmachen. Im Gegenteil verlangt das Leben, sobald ich etwas Neues erkanntn habe, dass ich ihm in MIR treu bleibe und entsprechend meiner neuen Erkenntnis neu handeln lerne.
Ich weiß, dass ich nicht in Einklang mit MEINEM Leben bin, wenn ich bloß weiter tue, was verlangt wird. Wer vom Leben nicht lernt, dem erteilt es seine Lektionen - damit er es dadurch lernt. Das Leben gibt uns nie auf.
Da wo Du jetzt gerade stehst auf Deinem Lebensweg, bist Du für diesen Punkt vollkommen in Ordnung. Der Lebensweg ist der einzige Weg, von dem uns niemand verdrängen kann, der immer unter unseren Füßen ist und den wir - selbst wenn wir ihn verloren glauben sollten - nie verlieren können.
Ich stimme Dir zu, dass weder Psychologen noch Pädagogen den Überblick zu haben scheinen. Wie ich sehe, suchen sie auch gar nicht danach. Ich habe erst neulich wieder einen Schüler gefragt, ob er schon mal ins Inhaltsverzeichnis seines Sprachbuches geschaut hat. Dann wüsste er nämlich, dass in diesem ganzen Schuljahr nur ca. 1 Dutzend Rechtschreibfälle zu lernen sind. Das kann man doch an 1 Tag! Wenn ich das weiß, dann gehe ich ganz anders ans Schreiben heran, als wenn ich keinen Anfang und kein Ende kenne. Ich hab noch nie einen Schüler erlebt, der Probleme hatte und dem der Lehrer schon mal das Inhaltsverzeichnis gezeigt hätte. Also haben doch wohl die Lehrer selber schon a) keinen Überblick über das jeweilige Fach, b) über die Bedürfnisse eines Kindes und c) über konkrete Problemlösung. Du siehst an diesem konkreten Beispiel, wie leicht er zu bekommen wäre. Mit diesem Beispiel möchte ich Dir auch sagen: Du kannst das ganz sicher; Deine feinen Talente können es für Dich. Sprich mit ihnen, immer wieder; sie tun es gerne für Dich!
Schau Dir die Talente an, die man Dir und Du Dir kleingehalten hat/hast! Sie haben die tiefste Lebenserfahrung. Sie sind wirklich kostbar. Nur schwach sind sie, sonst sind sie Deine kostbarsten Kräfte. Sie brauchen Deine Stärkung, Deine An-sicht, Deine Zu-ver-Sicht; schaue genau und voll Güte hin! Gib Deinen so feinen Talenten die Achtung und Anerkennung, die ihnen schon so lange zusteht! An Deinem Beispiel werden nach und nach auch die anderen lernen, Deinen so feinen Kräften die Anerkennung zu geben, die ihnen zukommt. Sag Deinen Kr#ften allen, dass sie Dich freuen, dass sie wichtig und gut sind! Sie werden glücklich sein, wenn Du ihre Freundin wirst, Vroni, und sie Deine Freunde. Pflege die Freundschaft mit Deinen feinsten Kräften! Sie sind es wert. Ich freue mich auf Euren Erfolg.
Franz Josef Neffe
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"Menschen werden auffällig, damit uns was auffällt." fjn


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