Generation Zombie

26.02.09 18:52 #1
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MisterX
Heute habe ich gerade im TV eine Sendung gesehen, die aufzeigte, wie sich Gewalt sozusagen vererbt bzw. weiter überträgt

Ein Kind, welches sexuell missbraucht wurde, missbraucht in der Regel auch wieder seine Kinder!
Ein Kind, welches geschlagen wurde, schlägt auch wieder seine Kinder.
Ein Kind, welches unter Psychoterror gelebt hat, veranstaltet diesen auch wieder bei seinen Kindern usw.

Aber vieles ist noch nicht mal „nur“ auf die Kinder beschränkt.
Menschen, welche eine unglückliche Kindheit hatten, versuchen auch oft das Leben andere Menschen zu zerstören.

Mir persönlich war dies völlig neu – und ich bin bisher davon ausgegangen, dass so was nur in Einzellfällen vorkommt.
Ich dachte sogar, ein Mensch, welcher schwer gelitten hat, kann den Wert des Lebens erst schätzen.
Ich persönlich kann den Wert des Lebens zum Beispiel erst wirklich schätzen, seit dem ich schwer krank war. Vorher war es zu selbstverständlich – genau wie Wasser und Luft eben.

Ich denke, dieses - wohl oft unter den Teppich gekehrte - Thema ist durchaus einer Diskussion wert, und stelle es deshalb mal hier rein ....

Lieben Gruß


Generation Zombie

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo misterx,

ich habe mal gehört, dass sich verhaltensstrukturen 7 generationen weiter vererben, bis sich die nachkommen ändern, bzw. bis sich das ausgewachsen hat.
ich denke, wenn man vorher verhaltensmuster durchbrechen will, braucht man einen sehr starken willen und muss stark daran arbeiten.
in dem falle wird man seinen eltern nicht ähnlich.
doch schwer ist das.
sehr schwer.

viele liebe grüsse von shelley
__________________
IchDiskutierNichtMitIdioten.ErstZiehnSieMichAufIhrNiveauRab, DannSchlagen'sMichMitIhrerErfahrung.

Generation Zombie

Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Ich dachte sogar, ein Mensch, welcher schwer gelitten hat, kann den Wert des Lebens erst schätzen.
Wenn die Psyche des Menschen sehr gelitten hat, dann fällt es schwer das Leben zu schätzen, denn dann ist das Leben eher eine Gefahr, wo man sich behaupten muss, wo man sich wehren muss, wo man Angst haben muss.
Das was du erwähnst sind zum Teil schwere Traumatas: Sexueller Missbrauch, Schläge usw.
Sich davon zu befreien, das ist Arbeit und braucht viel Eigenliebe und Hilfe.

Grüsse von Juliette

Generation Zombie

Heather ist offline
Beiträge: 9.809
Seit: 25.09.07
Hallo MisterX,

und es kommt noch schlimmer:
Ein Kind, welches sexuell missbraucht wurde, missbraucht in der Regel auch wieder seine Kinder!
Und: Ein Kind, welches sexuell missbraucht wurde lässt zu, dass das eigene Kind auch missbraucht wird !

Ein Kind, welches geschlagen wurde, schlägt auch wieder seine Kinder.
Ein Kind, welches geschlagen wurde lässt zu, dass das eigene Kind geschlagen wird !

Ein Kind, welches unter Psychoterror gelebt hat, veranstaltet diesen auch wieder bei seinen Kindern usw.
Ein Kind, welches unter Psychoterror gelebt hat, lässt zu, dass das eigene Kind unter Psychoterror leiden muss !

Das sind keine leeren Behauptungen, nein, ich weiß das aus eigener Erfahrung bzw. aus meinem Umkreis.

Natürlich muss das nicht immer so sein, doch gerade solche Opfer suchen sich oft einen Partner mit ähnlichen Wesenszügen wie die ihres Peinigers, vielleicht in der Hoffnung einen solchen Menschen auch ändern zu können - ich weiß es nicht , und so geschieht diese Misshandlung oft über mehrere Generationen. Und zwar so lange bis eines der Opfer diesen Teufelskreis durchbricht und sich wehrt oder von außen Hilfe sucht.
Ich bin sehr dankbar, ich bin eines der Opfer das sich irgendwann gewehrt hat und dann auch irgendwann die Misshandlung öffentlich gemacht hat!

Ich kann jedem Menschen, der ein solches Opfer ist, nur raten das Gleiche zu tun. Denn genau ab diesem Zeitpunkt ist man nicht mehr nur das (selbst empfundene) hilflose Opfer sondern der Täter wird dann endlich zum Täter!!!


Liebe Grüße .

Heather
__________________
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

(Albert Einstein)

Generation Zombie

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Mister X

Ja, die Untersuchungen stimmen, für mich gibt es dazu auch Gründe, aber die lase ich mal sein.

Ich dachte sogar, ein Mensch, welcher schwer gelitten hat, kann den Wert des Lebens erst schätzen.
Das ist richtig, wenn er (genug) Liebe bekommen hat! Diejenigen die so was durchgemacht ahben, haben dies eben nicht. Du mit einer angenommenen normalen kindheit hast es bekommen, weshalb Du den Wert des Leben jetzt schätzen kannst. Die anderen können hingegen (unbewusst) nicht einmal das leben selbst und schon gar nicht den wert schätzen.

Kurz gesagt, in welche Richtung es geht, hängt mit der Liebe zusammen, die man bekommen hat oder eben nicht.
__________________
Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

Generation Zombie
MisterX
Zitat von Juliette Beitrag anzeigen
Wenn die Psyche des Menschen sehr gelitten hat, dann fällt es schwer das Leben zu schätzen, denn dann ist das Leben eher eine Gefahr, wo man sich behaupten muss, wo man sich wehren muss, wo man Angst haben muss.
Das rechtfertigt aber überhaupt nichts! Und ich schlage doch deshalb nicht meine Kinder, missbrauche sie nicht sexuell, oder zerstöre und unterdrücke sie auf eine andere Art.
Wenn ich "das Leben da draußen“ als Gefahr betrachte – was es durchaus sein kann – versuche ich doch gerade meine Kinder so gut wie möglich zu beschützen, und allen Irrsinn von ihnen fern zu halten?!

Eine logische Erklärung in (dieser Richtung) scheint es also nicht zu geben. Es scheint mehr so zu sein, dass „dunkle Gewalt“ so ein Ersatz für Liebe darstellt. Liebe und Hass sind ja keine Gegensätze – sondern liegen angeblich dicht beieinander.
Und so bizarr es auch klingt, scheinen eben diese Menschen dann Ihre Verhaltensweise weiterzugeben.
Glück und Befriedigung durch quälen, vernichten, zerstören. Das gibt es ganz offenbar mehr als man denkt.

Zitat von Juliette Beitrag anzeigen
Das was du erwähnst sind zum Teil schwere Traumatas: Sexueller Missbrauch, Schläge usw.
Sich davon zu befreien, das ist Arbeit und braucht viel Eigenliebe und Hilfe.
Die meisten scheinen sich ja (laut Untersuchungen) gar nicht davon befreien zu wollen – sie scheinen das mehr als Vorwand und Schutzschild zu nehmen! Sie begründen Ihre Taten (moralisch) damit, dass es Ihnen ja auch nicht anders ging ...

Aber man könnte es wohl vereinfacht sagen:
Wer einmal Blut geleckt hat, der wird es immer wieder tun?!

Lieben Gruß

Generation Zombie
MisterX
Zitat von Shelley Beitrag anzeigen
hallo misterx,

ich habe mal gehört, dass sich verhaltensstrukturen 7 generationen weiter vererben, bis sich die nachkommen ändern, bzw. bis sich das ausgewachsen hat.
ich denke, wenn man vorher verhaltensmuster durchbrechen will, braucht man einen sehr starken willen und muss stark daran arbeiten.
in dem falle wird man seinen eltern nicht ähnlich.
doch schwer ist das.
sehr schwer.

viele liebe grüsse von shelley
Das denke ich auch, dass es sehr schwer wird. Es ist ja sozusagen anerzogen ...
Und genauso wie ein Mensch gut erzogen sein kann, kann er wohl auch zum "Bluthund" erzogen bzw. abgerichtet wurden sein ...

Lieben Gruß

PS: Das mit den sieben Generationen halte ich dann aber für ein wenig hergeholt
Aber Ahnung hab ich natürlich nicht!

Generation Zombie

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo Mister

Es scheint mehr so zu sein, dass „dunkle Gewalt“ so ein Ersatz für Liebe darstellt.
Interessanter Ansatz. Beides sind Beziehungen. Vieleicht so wie mit der aufmerksamkeit. Wenn man sie nicht (durch gutes) bekommt, dann zumindest durch schlechtes Verhalten.

So oder so, für mich ist unbestritten, dass es mit liebe , dh zuwenig liebe zusammenhängt.
__________________
Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

Generation Zombie
MisterX
Zitat von Heather Beitrag anzeigen
Natürlich muss das nicht immer so sein, doch gerade solche Opfer suchen sich oft einen Partner mit ähnlichen Wesenszügen wie die ihres Peinigers, vielleicht in der Hoffnung einen solchen Menschen auch ändern zu können - ich weiß es nicht ,
Weil Ihnen Gewalt dann doch irgendwo Kraft, Befriedigung und Glück gibt?
Und weil es eben zu "ihrer Normalität" gehört?

Oder weil sie hoffen dadurch die Rolle "des Guten" spielen zu können bzw. in eine solche Rolle zu kommen?
Sozusagen will man in dem Fall "das Gesetz der Polarisation" zu seinem Gunsten ausnutzen?

Zitat von Heather Beitrag anzeigen
Ich bin sehr dankbar, ich bin eines der Opfer das sich irgendwann gewehrt hat und dann auch irgendwann die Misshandlung öffentlich gemacht hat!
Da kann ich Dir nur wünschen, dass Du auch so ein glückliches Leben führen kannst ...

Lieben Gruß

Geändert von MisterX (27.02.09 um 12:22 Uhr) Grund: hatte Thema verfehlt ... :-(

Generation Zombie
MisterX
Zitat von Beat Beitrag anzeigen
Hallo Mister

Es scheint mehr so zu sein, dass „dunkle Gewalt“ so ein Ersatz für Liebe darstellt.
Interessanter Ansatz. Beides sind Beziehungen. Vieleicht so wie mit der aufmerksamkeit. Wenn man sie nicht (durch gutes) bekommt, dann zumindest durch schlechtes Verhalten.

So oder so, für mich ist unbestritten, dass es mit liebe , dh zuwenig liebe zusammenhängt.
Joo Beat, das denk ich auch.
Allerdings "nur" die Liebe zu propagieren wollen - als universelle Lösung und Heilung - ist wohl leider auch ein Irrweg?

Es ist offensichtlich ein sehr schwieriges Problem. Daher konnte es ja auch noch nie gelöst werden ...
Vielleicht sollte man es aber wenigstens mal ans Licht holen

Lieben Gruß


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