Generation Zombie

26.02.09 18:52 #1
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Generation Zombie

Kathy ist offline
Beiträge: 3.387
Seit: 06.03.07
Zitat von Christiane22 Beitrag anzeigen
Nee, leider ist JEDER auch für das Unterlassen verantwortlich von allem was relevant ist oder gewesen wäre. Zum Beispiel auch, gewissem Treiben, wenn davon Kenntnis erlangt ist, offen gegenüberzustehen und es beim Namen zu benennen. u.a. um Andere nicht in den Abgrund rennen zu lassen. Was natürlich schwierig ist, in Zeiten in welchen Menschen nicht zwischen Lüge, Manipulation und Wahrheit unterscheiden können.

Gruss
Christiane
Das Unterlassen ist ebenfalls eine "Handlung", für die ich verantwortlich bin.

WER kann nicht unterscheiden zwischen Lüge, Manipulation und Wahrheit. Meinst Du Dich oder "die Massen"? Für die Massen bist Du nicht verantwortlich.

Gruss
Kathy
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Die Flöte des Unendlichen wird ohne Ende gespielt und ihr Ton ist Liebe. (Kabir)

Generation Zombie

Kathy ist offline
Beiträge: 3.387
Seit: 06.03.07
Zitat von MisterX Beitrag anzeigen
Also ich dachte auch, dass Kathy (ins Deutsche übersetzt ) schrieb: Krümmer Dich um Deinen eigenen Dreck. Was scheren Dich die anderen.

Ich würde dann eher Christiane zustimmen ...

Lieben Gruß
Da hast Du mich aber völlig falsch verstanden, MisterX

Wenn ich mich nur m meinen Dreck kümmere und die anderen leiden lasse, bin ich auch dafür verantwortlich.
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Geändert von Kathy (05.04.09 um 11:15 Uhr)

Generation Zombie

Kathy ist offline
Beiträge: 3.387
Seit: 06.03.07
Hallo Leòn


Ich hatte nicht gedacht, dass es so schwer zu verstehen ist. Bin froh, dass Du es etwas auführlicher auseinander "gepuhlt" ) hast. Vielen Dank!!!

Lieben Gruss
Kathy
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Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Kathy,

gern geschehen! - Das Puhlen ist schließlich eine norddeutsche Spezialität! www.swr.de/buffet/-/id=98256

Herzliche Grüße von
Leòn
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Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

Generation Zombie
Weiblich Christiane22
Zitat von Manno Beitrag anzeigen
Heute habe ich mal wieder eine DVD bekommen (weil ich mir von der Glotze nicht mehr jeden Mist reindrücken lassen will und mir nur noch Ausgewähltes auf DVD zukommen lasse). Die Sendung hieß: Die Angst an Schweizer Schulen (nach Winnenden). Irgendwie war's mal wieder ätzend langweiliges Gequatsche, doch plötzlich sprach eine Frau: Elisabeth Casper -Leiterin der Schulberatung St.Gallen. Danach war ich völlig hin und weg, denn man ist's ja schon gar nicht mehr gewöhnt, daß jemand auch mal "nachdenkt" bevor er zu quasseln beginnt.

Diese Frau verwies darauf, daß Scham eine Reaktion auslößt, die mit Vollgas zu vergleichen ist, während man gleichzeitig auf der Bremse steht. Sie erklärte, daß dieses Gefühl unerträglich ist und es auch für das Gehirn einen absolut unerträglichen Streßzustand bedeutet, was neurobiologisch nachgewiesen wurde. Wird also ein Mensch durch Schulversagen, Arbeitslosigkeit, ect. ständig beschämt, versucht er alles um aus dieser Situation herauszukommen. ALLES ! Jede Art aus dieser hilflosen Lähmung herauszukommen wird nach einiger Zeit akzeptiert. Alles ist besser, als in dieser Situation zu verbleiben. Notfalls eben auch ein Amoklauf. Dabei wirkt sich eine ständige Kränkung auf Dauer sogar schlimmer aus, wie ein (Kriegs-)Trauma. Insofern kann es Anfangs sogar eine Hilfe sein sich virtuell (im Videospiel) abzureagieren - irgendetwas machen zu können - sich notfalls in Gewaltphantasien zu befreien. Anfangs ! - Doch sollte man dann darauf achten, daß betroffenen Personen eine Chance haben aus dieser Situation auch real wieder herauszukommen. Man muß sich also fragen: Welche Lebensumstände machen krank - verhindern einen adäquaten Ausweg zu finden ... Ganz besonders eine stille fortgesetzte Ächtung zerstört die Seele ... (Anmerk.: ... und gerade diese fortgesetzte Ächtung ist der politische Regierungsstil unserer Zeit).

Nunja - den Namen dieser Frau sollte man sich merken, doch gleichzeitig schockierte mich die Dummheit der ganzen Männer, die um sie herum saßen. Es tat mir fast schon weh wie so eine intelligente Frau derart dumm zugequatscht wurde. Da hätte ich fast schon schreien können und konsequenter Weise sagte sie schließlich auch nichts mehr. Geistiger Dünnschiß müßte bestraft werden, denn erstens blockiert er die noch geistig Regen und zweitens sehe ich das als Umweltverschmutzung an.

So sagte so ein superkluger Quasselbolzen (geistiger Umweltverschutzer): Der Täter hat in seinen Videospielen nie erlebt, daß das Schießen auf andere weh tut. Erst als er selbst getroffen wurde hat er gemerkt "Oh-das tut ja weh !" und dann hat er auch aufgegeben... Daraus schloß er: Wenn Videospiele verboten würden, gäbe es das Problem nicht. Daß der Täter sich nach dieser Erfahrung:"Das tut ja weh..." trotzdem noch selbst erschossen hat (obwohl das ja weh tut) übertraf offenbar sein Denkvermögen. Ich war fassungslos, daß ein derart "X?Y!Z" überhaupt im SF Fernsehen gezeigt wurde.

Eine Unverschämtheit ist es aber, wenn sowas zusammen mit einem wirklich intelligenten Menschen gezeigt wird. Das sehe ich dann schon als Körperverletzung an. Danach gings mir körperlich richtig kotzübel. Es hat sich angefühlt, als wenn ich ein köstliches Dessert gegessen habe und man mir kurz danach schnell noch in den noch offenen Mund reingekotzt hätte. Da hört man etwas richtig intelligentes, öffnet sich dem, hört fasziniert zu und dann bekommt man völlig unerwartet einen ganzen Schwung geistigen XYZ reingedrückt ohne vorher rechtzeitig wieder "dichtmachen" zu können.

Nunja - ich mußte das jetzt einfach mal loswerden -paßte einfach zum Thema "Generation Zombie". Irgendwie werden wir heute nur noch zugemüllt - wenn ich das mal mit den Diskussionen früherer Zeiten (APO-Zeiten, 68er Generation) vergleiche. Damals gabs noch hoch intellektuelle Diskussionen - heute ists schon eine Sensation, wenn jemand überhaupt noch etwas Vernünftiges sagt.
Im Anschluss, auch wenn ich glaubte es gab da doch noch mal extra einen Thread für ...

"Focus": Amok-Läufer von Winnenden wurde massiv gemobbt - Yahoo! Nachrichten Deutschland
Der 17-jährige Amokläufer von Winnenden, Tim K., wurde offenbar schon lange vor der Bluttat im März von Mitschülern massiv gemobbt. [...] Dem "Spiegel" zufolge hatten Jugendtherapeuten Tims Eltern auf die Gefährlichkeit der Gewaltspiele hingewiesen, die ihr Sohn konsumierte.

Tim litt laut "Focus" an seiner ehemaligen Schule unter massiven Versagensängsten und habe zu zittern begonnen, wenn die Lehrer ihn aufriefen. Schon auf dem Schulweg sei Tim von Mädchen gehänselt worden und habe durch die vielen Verletzungen den Glauben an sich und die Menschen verloren [...]
In Internet-Chats habe seine jüngere Schwester geklagt, dass Tim sich seit seinem 14. Lebensjahr verändert habe. Die Schulprobleme hätten ihn belastet. Zuletzt sei er wegen schlechter Noten in Tränen ausgebrochen.
Also doch ein Mensch, und kein Zombie?

Natürlich ist jede Medien-Info, wie üblich, mit gesunder Skepsis zu betrachten. Dennoch kommt es hier wohl (endlich doch einmal) zu einer Sichtweise jenseits der einseitigen "Schuld"-Zuweisung an die Symptomträger, welche auch deutlich macht, wie sehr die Gemeinschaft in ihrem Handeln und Nichthandeln für den Einzelnen - und für die nachfolgende Generation! - wichtig und gefragt ist.

Gruss,
Christiane

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