Familien sind heute anders

14.02.09 09:25 #1
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Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo, einen Gruß an Alle,

ich weiß nicht, ob es nur mir so geht. Mir fällt auf, dass oft von einer klassischen Familienvorstellung ausgegangen wird: Mutter, Vater, Kind/er.

Die Realität, in der in Deutschland inzwischen jede zweite Ehe geschieden wird, sieht meines Erachtens anders aus.

Alleinerziehende, Stieffamilien, zusammengesetzte Stieffamilien und zusammengesetzte Stieffamilien mit gemeinsamen Kindern, prägen das Bild von Familie aus meiner Sicht und zwar in zunehmendem Maße. Hinzu kommen noch familienartige Lebensgemeinschaften/ WG's und so weiter.

Das birgt, meiner Meinung nach neue Probleme und neue Chancen.

Familien heute

Was denkt Ihr dazu?

Herzliche Grüße von
Leòn

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Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

Geändert von Leòn (15.02.09 um 09:07 Uhr)

Familien sind heute anders

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo,

ein paar Angaben zur Bevölkerungsstruktur von mir:

Nach offiziellen Studien beträgt der Anteil an Stieffamilien in Deutschland ca. 7% Wenn Eltern sich trennen: Wie Kinder ... - Google Buchsuche ; wobei ich von einer höheren "Dunkelziffer" ausgehe.

Der Anteil der Alleinerziehenden an der Gesamtbevölkerung liegt bei ca. 20 %.
!6 % der Gesamtbevölkerung sind alleinerziehende Mütter.
Wie viele Mütter gibt es?1 11700000: Wie alt sind verheiratete deutsche Frauen durchschnittlich, wenn sie zum ersten Mal Mutter werden?2 29,1 JahreWie viele Kinder pro Frau gibt es im Durchschnitt?2 1,37Wie viel Prozent aller Mütter sind alleinerzieh
Nun sind diese Zahlen nicht hundertprozentig sicher, weil solche Daten ganz schwer ermittelbar sind und die Lebensformen sich relativ zügig, ja nahezu durchgängig verändern.

Ungefähr 36 % aller Haushalte in Deutschland sind Einpersonenhaushalte/ Singles.
http://de.wikipedia.org/wiki/Single_(Lebensform)

Herzliche Grüße von
Leòn
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Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

Familien sind heute anders
Männlich Sternenstaub
Lieber León,
ich finde Dein Thema außerordentlich interessant, doch habe ich leider keine Kraft, mich dazu zu äußern, denn es ist ein Thema, dass extrem umfangreicht ist!

Kann Dir im Moment dazu nur mitteilen, dass ich seit Jahrzehnten dieses Geschehen verfolge und im eigentlichem Sinne sehr viel dazu mitteilen könnte...doch wie schon geschrieben, dieses Thema ist so umfangreich und ich hoffe, andere können es kürzer machen.
Wenn ich nur mehr Kraft hätte fruchtbar und kreativ zu wirken, so wie ich es in einem gesundem Zustand auch könnte!

Wie meinst Du es, dass wir eine Chance haben in den neuen Erkenntnissen?
Kann ein Verfall jemals eine Chance sein?
Die problematik ist leider im negativem Sinne ist gerade dabei sich voll und ganz zu entfalten was die ganzen Veränderungen im Familiärem Sinne beinhaltet...danach, ja vieleicht wird wird eine Chance dasein, in einer Rückkehr auf alte werte...bei einigen sind diese ja schon erkennbar aber die einigen sind nicht die Masse...die Masse ist tief verunsichert und lebt fern von positiven Werten, die schon seit jahrtausenden bekannt sind.
Wir wollen auch nicht vergessen, dass diese Welt global geworden ist, diese Problematik somit Weltweit existent geworden ist.

Schöne Neue Welt!

Jetzt muss, damit sich der Mensch sich ändert in einem Land die ganze Menschheit sich ändern!

Die Masse ist schon immer gelenkt worden so wie eine Herde Tiere vom Leittier!

Die Leittiere sind die Mächtigen wo auch immer und diese bestimmen die Welt...wie diese jetzt ist und wie diese werden wird.

Außnahmen bestätigen die Regel, doch diese sind dann auch wiederum kleine oder große Katastrophen!

Wohin hat die ganze Menschheitsgeschichte geführt?

Von einem Konträr zum anderem!

Überlebt hat die Menschheit auch darum, weil dieser Prozess immerzu aktiviert gewesen ist.

Doch nun haben wir ein Zeitalter, da können wir nicht auf das altvertraute hoffen!

Nun wird es in der Zukunft völlig neues geben, neues das noch niemals zuvor gewesen ist...und nur die Zukunft wird zeigen wo all dies hinführen wird!

Ich hoffe auf " Tiefe Besinnung ".

Liebe Grüße Jogi

Geändert von Sternenstaub (15.02.09 um 11:30 Uhr)

Familien sind heute anders

Ursu ist offline
Beiträge: 1.030
Seit: 27.06.08
Morgen Leòn


Ich selbst komme aus einer sogenannten klassischen Familie, ein Vater,
eine Mutter und 6 Kinder *das ist der nicht so übliche Teil *, alle vom selben Vater.

In meinem Umfeld ist es noch so das die Klassischen Familien überwiegen,
das mag vieleicht auch daran liegen das ich zwar aus einer Stadt komme die aber sehr dörflichen Charakter hat.

Dennoch giebt es auch einen nicht zu verachteten Prozentsatz an sogenannte Patchwork-Familien.
Dieser Begriff ist in keinem Fall abwertend gemeint *ich finde ihn ausgesprochen passend*
aus Teilen von etwas wird wieder etwas Neues geschaffen, ein Ganzes für sich.

Die eigendliche Frage ist ja warum es sich so verhält und wie dei jeweilig Betroffenen damit umgehen.

Heute hat man dieses Stigmata der geschiedenen Ehe nicht mehr, es ist auch nicht mehr verpöhnt "nur" zusammen zu leben ohne Verheiratet zu sein.
Auch Jugendliche schätzen die Gegenwart anderer und ältere Menschen begrüsen es wenn sie in eine Gemeinschaft aufgenommen werden.

Für viele ist ersichtlich der Mensch ist im großen und Ganzen ein Rudeltier,
natürlich giebt es auch Ausnahmen, aber meistens schätzt er die Gemeinschaft,
egal ob diese jetzt aus der Familie im Blutsverwandten Teil besteht oder einer selbstgewählten Gruppe wie der Zusammenschluss zu einer WG.

Viele sehnen sich zwar nach dem Ideal Vater-Mutter-Kind aber auch wenn man in Früheren Zeiten schaut,
kann man erkennen, dass das auch nicht immer so war, dieses Ideal wurde geprägt, verworfen, wieder ausgegraben und wieder zur Seite geschoben.

Fakt ist, Jeder muss das System das für Ihn am besten passt finden und leben, da giebt es nicht nur einen Weg.
Der Mensch gestalltet seine Umgebung und sein Umfeld und wird immer daran Arbeiten, dieser Prozess wird nie zu Ende gehen,
und wer weis wo uns das Eines Tages hinfüren mag.

Liebe Grüße,
ursu
__________________
Die Summe der konstanten Fehler nennt man Stil,
... aber ein Rest Unsicherheit bleibt immer.

Familien sind heute anders

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Jogi,
ich finde es toll, dass du hier Deine Meinung geschrieben hast!

Lieber León,
ich finde Dein Thema außerordentlich interessant, doch habe ich leider keine Kraft, mich dazu zu äußern, denn es ist ein Thema, dass extrem umfangreicht ist!
Um so mehr freue ich mich natürlich über Deine Antwort!
....
Wenn ich nur mehr Kraft hätte fruchtbar und kreativ zu wirken, so wie ich es in einem gesundem Zustand auch könnte!
Du tust das, was Du kannst und das finde ich super!

...Wie meinst Du es, dass wir eine Chance haben in den neuen Erkenntnissen?
Kann ein Verfall jemals eine Chance sein?...
Jaaa Jogi, ganz genau! Ich muss da an Hermann hesses "Stufen" denken:"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben." http://www.symptome.ch/vbboard/nachd...html#post68814

ich bin, Jogi, ganz fest davon überzeugt, dass solche Veränderungen auch positive Wirkungen mit sich bringen.
Aus meiner Sicht bergen solche Stieffamilien und vor allem auch zusammengesetzte Stieffamilien, große Chancen für neue Anregungen, geistige und soziale Impulse für die Kinder und das ganze Familiensystem. Auch verändern sich, ganz langsam aber bemerkbar, starre Rollensysteme. Männer übernehmen mehr "klassisch weibliche" Aufgaben und umgekehrt.

Außerdem denke ich, dass es auch "alte Werte" gibt, bei denen ich froh bin, dass sie "über Bord geworfen" werden, wie "unbedingter Gehorsam", patriarchale Herrschaftsgewalt und (das ist hier off topic) Nationalismus.
..die Masse ist tief verunsichert und lebt fern von positiven Werten, die schon seit jahrtausenden bekannt sind.
Wir wollen auch nicht vergessen, dass diese Welt global geworden ist, diese Problematik somit Weltweit existent geworden ist.....
Jogi, ich glaube, dass sich alle positiven Werte auf einen einzigen Begriff reduzieren lassen und ich bin sicher, dass Du weißt, was ich meine. Und so lange es Menschen gibt, so lange auch nur noch ein Grashüpfer über die Erde hoppst, wird das da sein, hat ewigen Bestand und wird ewige Gültigkeit haben. Daran glaube ich!

Herzliche Grüße von
Leòn
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Geändert von Leòn (16.02.09 um 13:05 Uhr)

Familien sind heute anders

Oregano ist offline
Beiträge: 63.685
Seit: 10.01.04
Ja, Familien sind heute anders - vielleicht zeigen sie sich heute auch oft nur anders, waren es aber schon lange.

Wenn ich Familienstrukturen z.B. in konservativ-islamischen Familien mit unseren heutigen Formen vergleiche, bin ich froh, daß sich da etwas verändert. So schrecklich lange ist es noch nicht her, daß rechtlich gesehen, Ehemänner und Väter eine unglaubliche Macht hatten.

Ich bin froh, wenn ich das Altvertraute nicht unbedingt leben muß. Was war das denn genau?:
- Hierarchischer Aufbau der Familie
- Abhängigkeit der Familienmitglieder vom Ernährer
- Oft zusätzlich Eingebundensein in religiöse Zwänge, ob man wollte oder nicht
- Probleme, wenn man aus seiner "Schicht" ausbrechen wollte: eine höhere Schule oder ein Studium waren schwierig zu erreichen. Oft war das frühe Geldverdienen wichtiger als die Förderung einer Begabung.
- Arm dran waren Menschen, die "anders" waren wie Homosexuelle und Lesben (so lange ist es noch nicht her, daß der § 118 abgeschafft wurde.
- Arm dran waren die Frauen, die gute Gründe dafür hatten, ein Kind nicht haben zu wollen. Auch sie machten sich strafbar, wenn sie abtrieben.

Gruss,
Uta

Geändert von Oregano (16.02.09 um 13:41 Uhr)

Familien sind heute anders

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Ursu,

ich danke Dir für Deine Antwort!

Dennoch giebt es auch einen nicht zu verachteten Prozentsatz an sogenannte Patchwork-Familien.
Dieser Begriff ist in keinem Fall abwertend gemeint *ich finde ihn ausgesprochen passend*
aus Teilen von etwas wird wieder etwas Neues geschaffen, ein Ganzes für sich.
Das finde ich, ist ein ganz wichtiges Thema - das Zusammenwachsen von "Patchworkfamilien".
Die eigendliche Frage ist ja warum es sich so verhält und wie dei jeweilig Betroffenen damit umgehen.
Genau - und ich denke, das ist nicht immer leicht! Ich werde mich da zu späterer Zeit noch mal ausführlicher zu äußern, denke ich.
Heute hat man dieses Stigmata der geschiedenen Ehe nicht mehr, es ist auch nicht mehr verpöhnt "nur" zusammen zu leben ohne Verheiratet zu sein.
Auch Jugendliche schätzen die Gegenwart anderer und ältere Menschen begrüsen es wenn sie in eine Gemeinschaft aufgenommen werden.
Das klingt für mich nun wieder nach einer ganz positiven Entwicklung, bzw. nach positiven Folgen des aktuellen Wandels.
Für viele ist ersichtlich der Mensch ist im großen und Ganzen ein Rudeltier,
natürlich giebt es auch Ausnahmen, aber meistens schätzt er die Gemeinschaft,
egal ob diese jetzt aus der Familie im Blutsverwandten Teil besteht oder einer selbstgewählten Gruppe wie der Zusammenschluss zu einer WG.
Meine These dazu : Je größer die Schwiriegkeiten, bzw. die "Krise", desto wichtiger wird die "Gemeinschaft". Individualismus entwickelt sich eher in "leichteren Epochen".
Viele sehnen sich zwar nach dem Ideal Vater-Mutter-Kind aber auch wenn man in Früheren Zeiten schaut,
kann man erkennen, dass das auch nicht immer so war, dieses Ideal wurde geprägt, verworfen, wieder ausgegraben und wieder zur Seite geschoben.
Ja, das sehe ich auch so. Auch das Ideal von der (bäuerlichen) Großfamilie und Mehrgenerationenfamilie, von dem manche mit romantisch verklärtem Blicke "träumen" ist meines Erachtens nicht immer so das tolle System ... also, es hat wie andere Modelle auch: Vor- und Nachteile.
Fakt ist, Jeder muss das System das für Ihn am besten passt finden und leben, da giebt es nicht nur einen Weg.
Ja, und die die Wege mögen sich im Laufe eines Lebens auch verändern ..

Der Mensch gestalltet seine Umgebung und sein Umfeld und wird immer daran Arbeiten, dieser Prozess wird nie zu Ende gehen,
und wer weis wo uns das Eines Tages hinfüren mag.
Das finde ich auch einen sehr positiven Gedanken. Erhalten wir uns die Neugierde!

Herzliche Grüße von
Leòn
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Leòn ist offline
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Seit: 19.03.06
hallo Uta,


Zitat von Uta Beitrag anzeigen
.........
Ich bin froh, wenn ich das Altvertraute nicht unbedingt leben muß. Was war das denn genau?:
- Hierarchischer Aufbau der Familie
- Abhängigkeit der Familienmitglieder vom Ernährer
- Oft zusätzlich Eingebundensein in religiöse Zwänge, ob man wollte oder nicht
- Probleme, wenn man aus seiner "Schicht" ausbrechen wollte: eine höhere Schule oder ein Studium waren schwierig zu erreichen. Oft war das frühe Geldverdienen wichtiger als die Förderung einer Begabung.
- Arm dran waren Menschen, die "andes" waren wie Homosexuelle und Lesben (so lange ist es noch nicht her, daß der § 118 abgeschafft wurde.
- Arm dran waren die Frauen, die gute Gründe dafür hatten, ein Kind nicht haben zu wollen. Auch sie machten sich strafbar, wenn sie abtrieben.

Gruss,
Uta
ich sehe vieles davon ähnlich, kann aber auch die Sehnsucht von vielen nach den - zumindestens angenommenen, bzw. vermuteten - positiven Aspekten früherer Zeiten (wie mehr "Gemeinschaftssinn, Zusammenhalt, Ruhe, Gemütlichkeit, klarere Strukturen und so weiter) verstehen.

Herzliche Grüße von
Leòn
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Familien sind heute anders
Männlich Sternenstaub
Lieber León,
möchte mich recht herzlich bei Dir bedanken für Deine ganz ausgesprochen lieben Worte! Danke!
Meine Antwort ist zwar schon reichlich spät, doch Du weißt ja mitlerweile schon um meine kleinen Wehwehchen.
Wie gerne hätte ich an diesem Thread so richtig teilgenommen, doch leider geht es im Moment nicht...doch werden wieder bessere Zeiten kommen und dann werde ich es nachhohlen, denn ich hätte da viel zu schreiben, weil es ein lebenslanges Intressengebiet von mir ist.

Sobald ich genug Kraft habe komme ich auf Deinen sehr interessanten Thread hier zurück und dies dann mit Elan und Freude.

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende lieber Leó und sende Dir von mir ganz herzliche Grüße Jogi

Familien sind heute anders

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Jogi,

ich danke auch Dir für Deine netten Worte.
Ich finde es toll, wenn Du die Zeit und die Energie aufbringst, dass Du dann hier schreibst. Wenn es nicht geht, finde ich es völlig in Ordnung. Lasse Dir bitte die Zeit, die du brauchst!

Herzliche Grüße von
Leòn
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