Hilfreich formulieren - Kommunikation

24.02.08 13:20 #1
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Männlich Bodo
Zitat von Kathy Beitrag anzeigen
und basta!
Das hat Gerhard Schröder auch gesagt.

Deshalb nannte man ihn den "Basta"kanzler.

Du hast schon Recht, Kathy.

Ich respektiere grundsätzlich einen anderen Standpunkt, wenn er vernünftig ist
und das Bekehren wollen war auch noch nie mein Ding.

Manchmal denke ich mir im Stillen: Wer nicht will, der hat schon.



Liebe Grüße, Bodo

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Ja, so kann man das auch machen, Kathy! Basta!
Nachvollziehen oder sogar verstehen hat aber den Vorteil, daß ich damit argumentativ - falls das wichtig ist - besser dran bin, weil ich dann die "Gegenmeinung" gleich einbauen kann.

Gruss,
Uta

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Grundsätzlich finde ich es auch richtig, in einer Diskussion die Argumente de/r Anderen nachzuvollziehen und zu versuchen, es zu verstehen. Wenn das aber nicht weiterhilft, ist sicher das zigste Wiederholen einer noch so großen "Wahrheit" auch nicht hilfreich. Und dann ist vielleicht so ein "inneres Basta" gar nicht so verkehrt. Letzten Endes bleibt uns ja doch nichts übrig, als den Standpunkt des Anderen zu akzeptieren, auch wenn wir uns deutlich davon distanzieren.

Herzliche Grüße von
Leòn

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Kathy ist offline
Beiträge: 3.386
Seit: 06.03.07
Hi

ihr habt schon Recht, ich habe mich da etwas drastisch ausgedrückt. Hatte an einen Therapeuten gedacht, der sogar noch einen Schritt weiter ging.

Er sagte: Wieso sollte man das Recht haben, etwas zu akzeptieren oder nicht zu akzeptieren? Jeder Mensch hat das Recht, den Weg zu wählen, den er gehen will, und die Meinung vertreten, die er vertritt, auch wenn er/sie uns schrecklich falsch vorkommt. Jeder darf also seine Fehler machen genau so wie wir, und wir sollten uns vor Einmischung hüten, denn wir kennen den PLAN nicht, nach dem dieses Leben abläuft.

Wie die Indianer sagen: Beurteile Niemanden, wenn du nicht in seinen Moccasins gelaufen bist...oder so ähnlich.

Natürlich ist es OK, Meinung und Gegenmeinung einzubringen. Ich persönlich mache es so, dass ich den Mund halte, wenn ich merke, dass man hoffnungslos unterschiedliche Meinungen vertritt. Vielleicht bin ich ja nur ein wenig ängstlich.

Lieben Gruss
Kathy

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Letztenendes ist das da die Sache, eines jeden Einzelnen, wie tief er in Diskussionen einsteigen will.

Hier sollte es inhaltlich ja darum gehen, wie eine Kommunikation gelingen kann. Also wie ich mich in solchen Prozessen - hier im Forum verhalte!

Von Valentin angeregt, möchte ich hier mal ein paar Grundideen von Marshall B. Rosenberg Marshall B. Rosenberg - Wikipedia einstellen:

Rosenberg spricht von "Lebensentfremdende Kommunikation", wenn er bestimmte Verhaltensweisen in der Kommunikation beschreibt:
Moralisches Verurteilen

Das Urteilen über Leute geht oft mit dem Gefühl von Ärger einher. Das Fehlverhalten der anderen wird analysiert und verurteilt. Der andere wird als schlecht, egoistisch oder böse gesehen. Als Ursache eines Konflikts gilt das falsche Verhalten anderer. Die hinter den Handlungen liegenden Bedürfnisse werden eher verschleiert als offengelegt. Rosenberg unterscheidet zwischen moralischen Urteilen und Werturteilen. Wenn wir nun ein Verhalten antreffen, das unserem Werturteil widerspricht, neigen wir dazu, die andere Person moralisch zu verurteilen. Rosenberg schlägt vor, das Werturteil zu verteidigen, ohne die Person zu verurteilen, so kann das Verhalten von der Person getrennt werden. Wenn sich etwa ein Vorgesetzter über einen Mitarbeiter lustig macht, können wir sagen: Mir ist es wichtig, sich über Fehler anderer nicht lustig zu machen, ich habe Angst, dass man sich auch über mich lustig macht, wenn ich einen Fehler mache! Lebensentfremdende Kommunikation wäre: Sie sind arrogant. Der Verzicht auf moralische Urteile kann ganz pragmatisch sein: Die Chance, dass unser Bedürfnis erfüllt wird, steigt, wenn wir den anderen nicht verurteilen – und letztendlich sagen wir auch inhaltlich mehr. Rosenberg zitiert im Bezug auf die Vermischung von Beobachtung und Bewertung gerne den indischen Philosophen Krishnamurti mit den Worten: „Die höchste Form menschlicher Intelligenz ist die Fähigkeit, zu beobachten, ohne zu bewerten.“
Forderungen

Das Stellen von Forderungen anstatt von Bitten ist eine weitere Form der Kommunikation, die die Empathie zwischen Menschen verringert. Der Unterschied zwischen Bitte und Forderung ist, dass eine Bitte auch nicht erfüllt werden kann, bei einer Forderung drohen hier negative Sanktionen. Dies muss nicht immer in Form von offensichtlichen Strafen wie etwa Taschengeldabzug in der Erziehung oder aggressivem Verhalten passieren, es kann auch durch die Erzeugung von Angst oder Schuldgefühlen beim Gegenüber passieren. Wenn in einer Partnerschaft geäußert wird: Ich möchte, dass Du mehr Zeit mit mir verbringst dann kann dies eine Bitte, aber auch eine Forderung sein. Erst wenn dies nicht passiert und er ihm zu verstehen gibt Du lässt mich total alleine, du bist egoistisch zeigt sich, dass es eine Forderung war. Hier weist Rosenberg darauf hin, dass die GfK keine Methode ist, um andere zu manipulieren, auch eine in GfK gestellte Bitte kann abgelehnt werden. Allerdings erhöht diese Form der Kommunikation die Chance aller, ihre Bedürfnisse besser zu erfüllen.
Gewaltfreie Kommunikation - Wikipedia

Herzliche Grüße von
Leòn

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pita ist gerade online
Beiträge: 3.133
Seit: 08.04.07
Man sollte dem anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann,
und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.
(Max Frisch)

Romi Staub Coaching / Philosophisches
Liebe Grüsse
pita

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Anne ist offline
Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Hallo Pita, das ist ein toller Beitrag . Du hast ja so recht.

Darüber hinaus finde ich Kathys "Basta"Meinung auch sehr gut nachvollziehbar.

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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Ja, das finde ich auch.
Um annähernd passende Mäntel "zu schneidern", bedarf es, meiner Meinung nach eher einer hilfreichen Sprachlichkeit und Gesprächsführungs - Instrumenten, denn der Rhetorik in einem klassischen Sinne.

Hilfreich für die gemeinsame konstruktive Auseinandersetzung kann es, meiner Ansicht nach sein, wenn man - mit unterschiedlichen Mitteln - deutlich macht, dass es einem um die Äußerung von eigenen Meinungen, Erfahrungen, Überlegungen, Gedanken usw., geht. Dann halte ich es für hilfreich, in Diskussionen möglichst sachlich zu beschreiben, das heißt, sich auch mal Gedanken über die Wirkung von Worten, instbesondere von Adjektiven zu machen. Schriftsteller wie Tucholski und Hemingway haben auf den sparsamen Gebrauch von Adjektiven hingewiesen. Wenn man sich durch die Äußerungen von Anderen persönlich betroffen fühlt, kann es gut sein, diese "Betroffenheit" direkt anzusprechen, indem man die ausgelösten Gefühle möglichst genau benennt. Auch hier ist das dann meiner Meinung nach wieder hilfreich, bei den eigenen Gefühlen zu bleiben, ohne dem Anderen eine "Schuld" zuzuschreiben.

Die Ich - Botschaft als Mittel der Kommunikation eignet sich in "schriftlichen" Diskussionen meiner Meinung nach formal nur bedingt, vom Prinzip her aber schon. Deshalb werde ich einen Text dazu mal dranhängen!

Herzliche Grüße von
Leòn
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Geändert von Leòn (21.03.08 um 23:46 Uhr)

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Ich möchte einfach mal wieder diesen Thread hochholen, weil er viele wichtige Infos zur Kommunikation enthält - finde ich wenigstens.


Grüsse,
Uta

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Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Ich war vor kurzem auf einem Seminar gewesen und da ging es um gewaltfreie Kommunikation.

Leòn hat Marshall B. Rosenberg bereits erwähnt. Er hat das wirklich sehr gut nochvollziehbar geschrieben. Besonders gelungen finde ich die Modelle von Wolf und Giraffe, als unsere inneren Bilder, oder die zwei Seelen, die in dem Menschen beheimatet sind. Die Zeichnungen zu seinen Texten finde ich besonders gelungen und treffend.

Deshalb stelle ich diesen Link einmal hier herein.

"Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt."

Gewaltfreie Kommunikation Frankfurt

Grüsse von Juliette

Geändert von Juliette (03.09.09 um 10:07 Uhr)


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