Drei Stufen der Verdrängung

13.12.07 20:30 #1
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Drei Stufen der Verdrängung
Anne B.
Hallo Leòn,

Wie Du es beschreibst, scheint ja die Anpassung Dein Weg des adäquaten Umganges zu sein.
Wie ich es beschreibe, ist Anpassung ein Weg und für mich oft der Sinnvollste.

Ich finde, man darf auch ruhig verdrängen oder seine Probleme nicht erkennen oder lösen wollen. Es ist ja schließlich jedem sein eigenes Problem und das sollte es auch bleiben.

Viele Grüße, Anne

Drei Stufen der Verdrängung

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Flowerpower,

ich finde, dass jeder für sich entscheiden sollte, ob er/sie einen Zustand verändern möchte oder nicht.
Ich würde auch nicht sagen, dass "Verdrängung" immer zu negativen Folgen führen muss. Ich denke auch, dass man gar nicht unbedingt jeden Zustand, auch wenn er als belastend erlebt wird, verändern kann.

Der Begriff der "Verdrängung" stammt ja aus der Psychoanalyse. Verdrängung ist demnach einer von mehreren Abwehrmechanismen, wie zum Beispiel Verleugnung, Verschiebung, Sublimierung und so weiter.Überblick

Bei der Verdrängung kann allerdings an der Stelle ein Problem entstehen, wenn
die Bewältigung eines tatsächlichen Problems aufgeschoben wird und dann über das Unterbewusstsein negativ wirkt:

Als Verdrängung wird in der Psychoanalyse ein Abwehrmechanismus bezeichnet, in dem tabuierte und bedrohliche Bewusstseinsinhalte, die nach Sigmund Freud aus dem Es stammen, mittels des wertenden und verdrängenden Überichs vom Bewusstsein des Menschen ausgeschlossen werden, deren psychische Energie aber erhalten bleibt.
Verdrängung (Psychoanalyse - Wikipedia)

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende von
Leòn

Drei Stufen der Verdrängung
Anne B.
Hallo León,

was ich über Sigmund Freud und seinen Lebenswandel weiß, reicht mir vollkommen, um zu behaupten, dass die Psychoanalyse der größte psychologische Unsinn ist, der mir je begegnet ist.

War trotzdem nett, mal darüber zu plaudern...

Viele Grüße, Anne

Drei Stufen der Verdrängung

Oregano ist offline
Beiträge: 63.734
Seit: 10.01.04
Die Definition von "Verdrängung" in der Psychoanalyse klingt zwar kompliziert, aber gilt meiner Meinung nach immer noch:

Solange ich ein Thema, das mich oder auch meine Familie (>Familienaufstellung) bedrängt, beeinträchtigt, totschweige und verdränge, wird es trotzdem weiter wirken. Wie oben geschrieben: es ist zwar aus dem Bewußtsein verdrängt, aber wir haben ja ein riesengroßes Unterbewußtsein, in dem sich das "Geheimnis" fröhlich ausbreiten kann.
Nicht ohne Grund liegen viele Ursachen für spätere psychische und physische Probleme in verdrängten Situationen. Verdrängung ist oft ein durchaus nützlicher und notwendiger Mechanismus, weil man ohne gar nicht weiterleben könnte. Erst später - in einer vielleicht gefestigten Lage - kann der Mensch dann anfangen, sich ganz langsam und behutsam zur ursprünglichen, jetzt verdrängten Situation durchzuwühlen, nachdem sie wieder ins Bewußtsein gekommen ist.

Gruss,
Uta

Drei Stufen der Verdrängung

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Manches aus Freuds Werk gilt als überholt, anderes war von Anfang an sehr umstritten. Ich bin bestimmt kein Freudianer. Allerdings ist sein Bewusstseins-/ Unterbewusstseins - Model, mit der Erklärung der Abwehrmechanismen, meiner Auffassung nach, bis heute konkurrenzlos.


Herzliche Grüße von
Leòn
P.S.:
Trotzdem machen Psychologen - Witze mehr Spaß, als die Psychoanalyse
http://www.symptome.ch/vbboard/humor...ert-schon.html

Drei Stufen der Verdrängung
Männlich Bodo
Zitat von Leòn Beitrag anzeigen
Allerdings ist sein Bewusstseins-/ Unterbewusstseins - Model, mit der Erklärung der Abwehrmechanismen, meiner Auffassung nach, bis heute konkurrenzlos.
Dem stimme ich zu. Und man muss Freud als "Kind seiner Zeit" verstehen.

Hochinteressant ist der Gedankenaustausch zwischen Freud und Stefan Zweig.


LG, Bodo

Drei Stufen der Verdrängung
Anne B.
Solange ich ein Thema, das mich oder auch meine Familie (>Familienaufstellung) bedrängt, beeinträchtigt, totschweige und verdränge, wird es trotzdem weiter wirken.
Ich denke, das hervorgeholte Thema wirkt auch dann weiter, solange man sich in letzter Konsequenz nicht versöhnt hat. Das Sichtbarmachen allein reicht nicht.

Beim Familienaufstellen werden Projektionen widergespiegelt, die dadurch ein vollständiges Bild ergeben und man sich letztlich ganz erkennen kann.

Bei der Psychoanalyse wird etwas aus dem Unterbewußtsein geholt, was "wahr" sein soll. Letzten Endes kommt der Klient jedoch nicht aus der Opferrolle heraus, weil das Ziel nicht die Versöhnung ist.

Mich würde mal interessieren, wievielen Menschen die Psychoanalysse tatsächlich geholfen hat und wieviele Menschen dadurch reich wurden, wenn man bedenkt, was eine Psychotherapiestunde kostet.

Das ist das, was mir dazu eingefallen ist. Lasse mich gern korrigieren.

Viele Grüße, Anne

Drei Stufen der Verdrängung

Oregano ist offline
Beiträge: 63.734
Seit: 10.01.04
Ich habe nur die Definition zur "Verdrängung" noch einmal näher angesehen, nicht mehr, Anne.

Die Psychoanalyse halte ich für eine sehr kritisch anzusehende Therapie, wobei es mindestens genauso auf die Persönlichkeit und sonstiges Wissen des TherapeutIn ankommt wie bei anderen TherapeutInnen.
Vom Kassensystem her in Deutschland gesehen ist sie eine Möglichkeit, eine längere Therapie in Anspruch zu nehmen, nachdem die Stunden mit Gesprächstherapie/Verhaltenstherapie vorbei sind. Wenn der Therapeut gut ist, ist das eine Chance.

Ich denke auch, daß die klassische Psychoanalyse hauptsächlich problemorientiert arbeitet, die Opferrolle also ständig bestätigt wird, während andere Therapie-Systeme (z.B. SYST) lösungsorientiert arbeiten, was mir wesentlich mehr zusagt.

Gruss,
Uta

ein Gedankenspiel zum Thema

Cailly ist offline
Beiträge: 261
Seit: 19.11.06
Verdrängung - Psychoanalye - Sigmund Freud

Freud erkannte zu seiner Zeit das sexueller Mißbrauch in vielen Familien vorkam, unabhängig von der "Schicht" in der diese Familien lebten.
Er sprach das Thema offen an -> wurde ausgeschlossen deshalb -> verleugnete die "Tat" als solche und verschob sie in`s "Unterbewußtsein" -> er passte sich an (auf Kosten der Opfer! -> Anpassungsstörung?!)und "verdrängte sein Wissen" -> er wurde der erfolgreiche Begründer einer großen umfassenden psychischen Fachrichtung.

War nur ein Gedankenspiel

Liebe Grüße,
Cailly

Drei Stufen der Verdrängung
Anne B.
Ich habe nur die Definition zur "Verdrängung" noch einmal näher angesehen, nicht mehr, Anne.
Ich habe nur einen interessanten Satz daraus näher angesehen, ohne dabei Rückschlüsse auf den Verfasser zu ziehen, nicht mehr, Uta.

Viele Grüße, Anne


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