Untergang der Mutter durch meine Krankheit

04.11.17 20:43 #1
Neues Thema erstellen
Untergang der Mutter durch meine Krankheit

Kayen ist gerade online
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Zitat von Jasper888 Beitrag anzeigen

Ich glaube Sie hatte sich gewünscht ich könnte Sie davon befreien und ich habe Sie nur noch mehr hineingezogen.
Hast Du Deine Mutter mal auf diese Gedanken angesprochen, ob es wirklich ihr Wunsch ist? oder wie kommst Du auf diese Idee?

Zitat von Jasper888 Beitrag anzeigen
So geht es mir aber auch mit meiner Krankheit. Sie wollte es nie wahrhaben und daher war der Druck auf mich enorm und ich habe obwohl es mir sehr schlecht ging alle Energie investiert die ich nicht hatte um zu funktionieren. Das hat mich am Ende quasi ums Leben gebracht.

Was fühlst Du denn genau bei diesen Gedanken bzw. welche Emotionen kommen dabei hoch?
Du wurdest nicht wirklich erhört, dass Du krank bist. . . und jetzt ist Deine Mutter krank und hofft auf Deine Hilfe. . . die Hilfe, die Du aber selbst nie bekommen hast, dafür aber wohl jede Menge Erwartungsdruck?

Diese Frage ist jetzt etwas makaber: aber würdest Du ihr denn noch helfen wollen, wenn Du könntest?
Kannst Du Dir vielleicht vorstellen, was dieser "Krieg" (Gut und Böse) mit Deinem Körper macht?
(Du kannst Dir gerne die Fragen alle selbst beantworten, möchte Dir nur aufzeigen, was in Deinem Körper so los sein könnte)

Noch eine Frage: Wenn Du nicht krank wärst, Jasper, würdest Du dann total gerne den Betrieb übernehmen oder hättest Du am liebsten Dein eigenes, unabhängiges Leben?
__________________
Entwickel das Heilsame in Dir - Vermeide das Unheilsame

Geändert von Kayen (05.11.17 um 17:05 Uhr)

Untergang der Mutter durch meine Krankheit

Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.693
Seit: 10.01.04
Hallo Jasper,

eine schwierige Situation, die sich ja schon lange aufgebaut hat. Schon zu Zeiten, als Du und Deine Schwester noch gar keine Möglichkeiten hattet, selbst zu entscheiden.

Hast Du schon einmal daran gedacht, mit Deiner Mutter eine Quasi-Paartherapie zu machen? Oder wichtige Themen mit einem Mediator zu besprechen?

Ihr neuer Partner (seit 20 Jahren) ist Intellektuell nicht kompatibel, hat Ihr aber gut getan und er ist ein guter Mensch.
Da sitzt aber jemand auf einem hohen Roß ... Schlimm, finde ich.

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Untergang der Mutter durch meine Krankheit

Jasper888 ist offline
Themenstarter Beiträge: 442
Seit: 18.09.14
Hy,

das mit dem intellektuell nicht kompatibel hört sich geschrieben schlimm an, ist aber in keinster Weise herabwertend gemeint. Sie sind eben wie Feuer und Wasser. Haben sich in der Vergangenheit gut getan und jetzt im Alter ist es eher schwierig. Manche Dinge lassen sich in kurzen Zeilen nicht ausreichend erklären.

Jeder in meiner Familie ist ein wirklich guter Mensch, der dem anderen nur das Beste wünscht und sich bemüht. Der eine hat ein größeres, der andere ein kleineres Päckchen zu tragen.

Der Krieg in mir ist schon seit Ewigkeiten unerträglich. Ich wollte Sie immer vor meinem Vater beschützen (der war ein wenig rabiater), aber war zu klein und dann seit ich 17 bin ging das mit der Gesundheit los.

Ich habe mit meiner Mutter immer offen über alles reden können. Das macht es ja so schwierig. Ich kann Ihr nicht mal böse sein.

Es sind einfach zu viele Variable um die Gleichung zu lösen. Gebe es Hoffnung gesund zu werden, würden sich auch andere Probleme lösen. Im Endeffeckt liegt alles an mir und dieser Krankheit, die scheinbar nicht zu besiegen ist und das Gefühl die Uhr tickt.

Empathie kann eine stärke sein, aber eben auch leid anrichten. Ich bin sehr empathisch und ich kann Ihr in Ihrem leid, dass durch mich, aber auch durch Sie und Ihr Leben zugestossen ist nicht helfen. Mir selbst auch nicht. Zuviel für eine Seele.

Ich danke echt, dass Ihr euch damit auseinander setzt. Danke

Untergang der Mutter durch meine Krankheit

Gleerndil ist offline
Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Zitat von Gleerndil Beitrag anzeigen
Wieso "durfte" Deine Mutter nicht glücklich sein? Nach dem Tod Deines Vaters, oder auch vorher schon?
Das war vor 20 bzw 22 Jahren, Du bist seit 20 Jahren krank!?
Seit 20 Jahren gibt es einen neuen, anderen Partner Deiner Mutter.
Noch als Ergänzung, Jasper,
vor 22 Jahren warst Du 15, Dein Vater hat sich selber das Leben genommen,
1980, vor 37 Jahren, waren Deine Eltern vermutlich 20 - 30 Jahre alt, dürften also in den 50er Jahren geboren sein, als Nachkriegsgeneration,
und ihre Eltern, Deine Großeltern dürften dann zur (erwachsenen) Kriegsgeneration gehört haben, mit welchen Erlebnissen, mit welcher Geschichte auch immer.
Und denkbaren transgenerationalen, generationen-übergreifenden Wirkungen auf Kinder und auch Enkelkinder.....nochmal ein anderer Punkt der Familiengeschichte.

Gerd
__________________
Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

Untergang der Mutter durch meine Krankheit

Jasper888 ist offline
Themenstarter Beiträge: 442
Seit: 18.09.14
Hallo Gerd,

ja da hast Du recht. Ein Großvater ist im Krieg verstorben, der andere war Hauptmann (mütterlicher Seits).
Vielleicht ist es einfach ein Fluch. Ich habe gerade auf Arte eine Dokumentation darüber gesehen, wie eben diese Dinge sich 2-3 Generationen weiterschleppen und das Erbgut verändern.

Ich bin gerührt, dass Du quasi mitgerechnet hast

Leider haben wir keine Nachkommen, die den Fluch brechen könnten.

Untergang der Mutter durch meine Krankheit

Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.693
Seit: 10.01.04
Hallo Jasper,

an einen "Fluch" glaube ich eher nicht. Aber ich denke schon, daß sich traumatische ERlebnisse in der Familie erhalten können und deshalb auch wiederholen, wenn sie nicht aufgelöst worden sind.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die klingen zum Teil abenteuerlich oder auch esoterisch, aber ich denke, sie sind sehr wohl wirksam, wenn man den richtigen Therapeuten dazu findet oder selbst an sich arbeitet.

Vielleicht schaust Du Dir mal die Threads hier zum "Gupta-Amygdala-Retraining" an?
Oder die Beschreibung der "alpha-Synapsen-Programmierung"?
Oder das Familienstellen?
...

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Untergang der Mutter durch meine Krankheit

Gleerndil ist offline
Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Zitat von Jasper888 Beitrag anzeigen
Vielleicht ist es einfach ein Fluch. Ich habe gerade auf Arte eine Dokumentation darüber gesehen, wie eben diese Dinge sich 2-3 Generationen weiterschleppen und das Erbgut verändern.

Ich bin gerührt, dass Du quasi mitgerechnet hast

Leider haben wir keine Nachkommen, die den Fluch brechen könnten.
Das heißt, Du lebst nicht alleine, Jasper? - nein, wahrscheinlich meinst Du euch Geschwister mit "wir", richtig?

Vielleicht magst Du hier symptome.ch/ sichtweise-psychologie #122 lesen, oder auch davor, bis zum Anfang des Threads?.......ansonsten, Du selber bist ja eben auch Nachkomme, Du könntest, meine ich, beginnen, diese familiären Verstrickungen(?) anzusehen, zu verstehen(?) und bestenfalls aufzulösen(?) - für Dich aufzulösen. Oder Dich von den Auswirkungen und Verstrickungen zu lösen......eine Frage liegt ja noch sehr nahe: Wie kam es dazu, dass sich Dein Vater das Leben genommen hat? Und wie hat das auf die ganze Familie gewirkt? Was haben da Großeltern dazu gesagt, die zu ihrer Zeit GANZ andere Ansichten und Meinungen dazu gelernt und gehört haben!?

Gerd
__________________
Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

Geändert von Gleerndil (06.11.17 um 05:55 Uhr) Grund: ergänzt

Untergang der Mutter durch meine Krankheit

gabi0 ist offline
Beiträge: 1.142
Seit: 17.08.13
hallo jasper,

hast du mal mit deiner mutti offen gesprochen?
ich glaube nicht ,daß deine mutti dir die schuld gibt.
frage sie mal ob es umgedreht ist.

ich bin 56 und habe zwei mädels.
die jüngere von beiden ist 31 und von geburt aus sehr krank.
so das sie heute volle rente bekommt.
sie selber hat zwei kinder .

ihr junge 13 hat mastozytose,mastzellleukämie und noch einiges mehr.
wir ziehen ihn mit groß ,da meine tochter krank ist.

ich würde meinem kind oder enkel nie sagen,daß sie schuld sind.
nicht einmal denken würd ich das.

ich suche höchstens bei mir die schuld.
auch wenn ich weiß, daß es schicksal ist.


hier mal einen link.
dort geht es nicht nur um heutige flüchtlinge.

http://www.luise-reddemann.de/filead...koeln_2016.pdf

ich wünsche dir und deiner mutti alles gute.
unter diesen umständen wird deine mutti bestimmt auch nicht wollen ,daß du den familienbetrieb übernimmst.

lg und alles gute gabi

@ hallo gleerndil, vielen dank für diese psychologische seite.

Geändert von gabi0 (06.11.17 um 19:15 Uhr) Grund: korrektur

Untergang der Mutter durch meine Krankheit

Gleerndil ist offline
Beiträge: 4.200
Seit: 26.07.09
Hallo Jasper,
sollte es Dir bisher tatsächlich gar nicht bewusst gewesen sein, dass auch nur irgendwas an eurer Familiengeschichte nicht ganz "in Ordnung" gewesen sein könnte? Gibt es da niemand in Deinem Umfeld, in der Familie oder auch von Bekannten und Freunden, der/die vielleicht schonmal was gesagt hat? Nebenbei oder auch ganz direkt? Ob nun über Deine Mutter und ihr Verhältnis zu Erfolg und den Kindern und ihrem Mann, und heute ihrem Lebenspartner? Oder über Deinen Vater und dass er sich tragischerweise(?) aus dieser Familie heraus katapultiert(?) hat. Oder vielleicht über den Großvater und seine Rolle als Hauptmann in der Hitler-Wehrmacht (vermutlich) - wie hat der sich selbst und seine Rolle im NS-Staat später gesehen?
Gab es Freunde und Freundinnen, die vielleicht mal gefragt haben, in welchem Verhältnis Du zu Deiner Mutter stehst, wenn sie Dir wie selbstverständlich(?) schon die Rolle im eigenen Unternehmen zugeteilt/zugewiesen hat? Gibt es da eine große und starke Familientradition? Warst Du für sie auch der "Stammhalter"? Der, der das Unternehmen weiter führen wird?
Wer hat das Unternehmen gegründet? Nach dem Krieg? Oder gibt es auch da eine schon längere Geschichte und Tradition? Wie sieht Deine Schwester die ganze Situation der Familie, und ihre eigene Rolle in dieser Familie? Was hat sie dann in den letzten 20 Jahren zu Dir gesagt, hat sie da irgendwie Verständnis oder Mitgefühl gezeigt?

Wenn Dir das alles bisher überhaupt nicht bewusst war, dann kannst Du nur versuchen, Dich langsam solchen oder ähnlichen Fragen zu nähern. In Deiner Situation vielleicht eher mit persönlicher Hilfe als ohne. Würde ich sagen.
Zitat von Jasper888 Beitrag anzeigen
Ich hatte leider nie die Chance Ich zu werden. Ich würde gerne irgendwie meinen Frieden damit machen. Die meisten Dinge sind einfach nun zu spät, so kommt es nun mal manchmal im Leben. Ich befürchte ich werde damit keinen Frieden machen können. Das ist einfach schwer, auch wenn ich logisch weiss, dass es nicht meine Schuld ist.
Du bist gerade mal 37, Jasper! Ich weiß, Du fühlst Dich wohl ziemlich beschissen, aber Dein Ich, das darfst Du doch mit 37 nicht einfach aufgeben, weggeben! Und wenn Du meinst, bisher gar nicht Du selber gewesen zu sein, irgendwie keine Chance dazu bekommen(?) zu haben.....wann, wenn nicht jetzt, kannst oder musst(?) Du diesen Weg gehen! Meine ich.

Gibt es irgendjemand, mit dem, mit der Du über all diese Dinge und Gefühle und Familiengeschichten sprechen kannst? Da Deine Mutter ja mit dazu gehört, und vielleicht auch ein Teil des Problems(?) sein könnte, sehe ich sie da nicht unbedingt als den richtigen (An-)Sprech-Partner. Es hat ja vermutlich auch mit ihr zu tun, dass Du meinst, nie die Chance zu einem eigenen Leben, zum eigenen Ich, gehabt zu haben!

Spontan fällt mir gerade ein, vielleicht bekommt die Überschrift des Threads auch noch eine ganz andere Bedeutung. Vielleicht muss Deine Mutter als Mutter für Dich irgendwie "untergehen", im Sinne von eine andere Bedeutung oder Rolle bekommen, die nicht mehr Dein Leben oder sogar Dein ICH bestimmt.....!?

Für genau solche Fragen und Probleme, Lebensprobleme, gibt es Profis, die sowas nicht zum ersten Mal hören und sehen. Ganz egal erstmal, ob es da einen Zusammenhang mit Krankheit gibt oder nicht. Aber Dein Ich, Deine Seele.....dafür ist es nicht zu spät!

Meine ich Gerd
__________________
Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

Untergang der Mutter durch meine Krankheit

Kayen ist gerade online
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Zitat von Jasper888 Beitrag anzeigen
So geht es mir aber auch mit meiner Krankheit. Sie wollte es nie wahrhaben und daher war der Druck auf mich enorm und ich habe obwohl es mir sehr schlecht ging alle Energie investiert die ich nicht hatte um zu funktionieren. Das hat mich am Ende quasi ums Leben gebracht.
Hallo Jasper,

mir geht auch immer noch nicht Dein obiges Zitat aus dem Kopf. Hier nochmal ein Link, dessen Inhalt zu prüfen wäre:

Kinder narzisstischer Mütter | - UMGANG mit NARZISSTEN

Kinder narzisstischer Mütter

Narzisstische Mütter haben die Angewohnheit, ihre Kinder für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie erkennen ihre Kinder nicht in ihrer Veranlagung, ihrem wahren Wesen und mit ihrem inneren Reichtum. Die unerwünschten Persönlichkeitsanteile ihrer Kinder blenden sie einfach aus und behandeln sie als reine Objekte, die dem Idealbild der Mutter zu entsprechen haben. Die Kinder werden dabei von den eigenen Wahrnehmungen und Gefühlen, die im Widerspruch zu den Anforderungen der Mutter stehen, innerlich zerrissen und geraten in eine Orientierungslosigkeit.

Liebe Grüße von Kayen
__________________
Entwickel das Heilsame in Dir - Vermeide das Unheilsame


Optionen Suchen


Themenübersicht