Internetsucht bei Aspergerkind

14.11.13 19:58 #1
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leri01
Hallo

Ich habe einen 13 jährigen Sohn, der Asperger hat. Seine Art kenne ich. Als Mutter ist den ganzen Ablauf wie normal, aber doch denkt man, etwas stimmt nicht oder/und ich will das beste für mein Kind. Vor allem denkt man, wieso gerade mein Kind? Ich war ja nicht so?
Aber nun beschäftigt mich sein PC Verhalten.

Da er alles Wortwörtlich nimmt, motorisch zwar besser ist als vorher, grosser Wortschatz hat, aber ab und zu stottert usw. Habe ich im Forum: "Kind mit Asperger-Syndrom" einen Teil geschrieben und gute nützliche Antworten erhalten.
Ich kann nicht mit mir von früher vergleichen, da wir sowieso keinen PC hatten und mehr draussen spielen waren und sonst Lego, Puzzle, Basteln, eigene Ideen zum etwas machen und sonst: Mami, mir ist langweilig, was ja auch normal ist.

Hier geht es darum:

Angefangen mit Playstation, kein Problem, da durfte er in der Freizeit ab und zu. Dann kam das Handy, nicht so wichtig (normales Tasten Handy) in dem alter (10) muss auch gelernt sein, um uns zu erreichen, wenn etwas ist. Danach bekam er ein iPhone vom Stiefvater, da fing es an mit den Apps und gratis SMS, da klebte er schon dran. Einen PC bekam er auch, da es heut zu Tage so ist. (Für das Internet habe ich einen separaten Stick). Ich war eigentlich dagegen, aber eben Stiefvater. Naja, man geht mit der Gesellschaft mit. Er muss ja mithalten und heute ist nur noch PC wichtig Lustigerweise tippt er in einer enormen Geschwindigkeit so komische Wörter und Zahlen und schnell hin und her. Die Tastatur also im Griff.
Das ist nun so weit gegangen, dass von mir aus gesehen mein Sohn Süchtig ist. Ich weiss schon, wieso ich ihm nicht alles gegeben habe...(Geben wollte)

Das Problem:
Kaum ist er zu Hause will er an den PC. Das Playstation, PSP, TV will er jetzt nicht. Lesen will er auch nicht. Also eigentlich gar nichts ausser PC. Aber das reicht ihm nicht. Er will Internet! Seit etwa 3 Monate habe ich ihm die Möglichkeit gegeben mit anderen usern Maincraft zu spielen (Er sagte, mein bester Kollege ist dort). Ich war sehr lange dagegen und sagte, wir schauen dann mal, weiss nicht.

Seit dem hat er ein Problem, wenn er kein Internet stick hat. Es geht nicht um seinen Kollegen, sondern um mehr Features zu erhalten und einfach online mit anderen zu spielen oder im YouTube blödsinniges anzuschauen.
Sogar wenn mal ein Kumpel zu Besuch kommt, ist er vor dem PC. (Der Arme muss mitreiten)

Ich will das nicht, es ist zu weit gegangen. Nun habe ich mit ihm das grosse Problem. Ich habe ihm gegeben und er nutzt es aus. Was ich sagen muss, er braucht das Internet eigentlich nur wegen dem Minecraft Server und Youtube betr. Minecraft. Ich kann ihm schon vertrauen. Aber es hastet aus.

Wenn ich sage: NEIN heute nicht oder jetzt nicht, dann fällt er wie ein Schauspieler zu Boden und macht den Clown. Oder er bekommt Wutanfälle und stosst den Stuhl zu Boden. Er kommt auch nicht zum Essen, wenn ich ihn nicht rufen gehe, er verpasst vieles so. Oder er sagt, er will nicht essen.
Es ist ihm wie Egal (er isst im heimlichen sehr viel süsses). Sehe ich im Kübel. (Verheimlichen kann er nicht so gut)

Ich mache es jetzt so, dass ich sage, wann er spielen darf, und auch dann, wenn er eine halbe Stunde (er meint, wir geben auf) schreiend singt und um unseren Tisch (wo wir Erwachsene sprechen) springt. Nein ist nein. Es nervt trotzdem.
Manchmal Terror, aber wir geben sicher nicht auf.

Schlussendlich nervt es doch, wenn ein Jugendlicher nichts anders weiss als Internet oder uns Erwachsene nerven bis ans Limite. Obwohl wir Erwachsene weiter reden...und nichts dergleichen tun oder sagen, so nicht...es nützt nichts. Jeden Tag fängt es wieder von vorne an.

Also meine Frage an Euch: habt ihr auch ähnliche Erfahrungen? Wie geht ihr damit um? Wie kann ich mich als Mutter beruhigen? Meine Nerven zappeln (ich will ja nur gutes) aber bekomme nur negatives (für mich negativ, für Sohnemann normal) Ich kann noch so stark sein, aber das reicht nicht. Ich kann strikte und Böse sein: aber das bringt nichts. Ich will ja nur Gutes.

Ich habe Störungen mit meinem Körper wegen all diesen Sorgen. Ich habe Muskelzuckung im Magen, fühlt sich an wie einen Krampf. Da muss ich vielleicht in einem anderem Forum.

Gruss Leri01


Internetsucht bei Aspergerkind

mondvogel ist offline
Beiträge: 5.133
Seit: 07.04.10
Guten Tag leri,

erst einmal heiße ich Dich herzlich Willkommen hier im Forum....

Es ist im Allgemeinen schwierig mit 13jährigen Söhnen heutzutage, da muss Asperger noch nicht mal eine Rolle spielen.

Zudem sein Stiefvater und Du nicht an einem Strang zieht. Ich glaube , das wäre als erstes sehr wichtig, dass Ihr Euch einig seid, damit etwas konsequent durchgeführt werden kann.

Ich wünsche Dir hilfreiche Antworten; hier gibt es einige Eltern mit Asperger-Kindern, die Dir helfen/ raten könnten....

Alles Gute, mondvogel
__________________
"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

Geändert von mondvogel (07.01.14 um 12:14 Uhr)

Sucht sucht dich für dich - hilf ihr finden !

FranzJosefNeffe ist offline
Beiträge: 211
Seit: 24.10.10
Sucht sucht dich für dich.
So sehe ich das als Ich-kann-Schule-Lehrer.
Ich befasse mich seit vielen Jahren mit Suggestivwirkungen und spiegle Dir mal, was Du dazu berichtest.

Mamas haben eine starke direkte BeZIEHung zum Kind.
Sie sind starke SENDER.
Alles, was sie denken + fühlen, strahlen sie aus.
Strahlen gehen überall durch und machen die Atmosphäre.
Wie sieht Dein Sendeprogramm aus?

Es stimmt etwas nicht - Wieso gerade mein Kind - er stotter ab und zu - er will an den PC - Lesen will er auch nicht - Stiefvater. Naja - mein Sohn süchtig ist - Clown - Wutanfälle -kommt nicht zum Essen - .................
Erkennst Du, dass Du ständig seine schlechten Vorgaben nach-denkst, sie mit Deiner Energie auflädst und wieder zu ihm zurücksendest?
Spürst Du, wie durch diese, Deine Energieversorgung, die Probleme wachsen und stärker werden?
Du kannst Dein SENDEPROGRAMM überprüfen und ändern und ganz gezielt genau das Ausstrahlen, was bei ihm wachsen soll.
Dafür müsstest Du aber erst einmal DIR SELBER einiges zudenken, zusprechen, zustrahlen: Stärkung, Achtung, Anerkennung, Bestätigung Deiner Güte (statt Selbstzweifeln) usw.
Wenn Du erst Dich gestärkt hast, wird auch Deine Ausstrahlung stark.
Coués Autosuggestion ist eine praxisbewährte Schnellhilfe dazu.
Solange Du nämlich mit Deinen Kräften nicht beeidnruckend gut umgehen kannst, wird er Dich mit seinen Kräften nicht üben lassen.

In der Ich-kann-Schule sind "Diagnosen" wie "Autismus" kein Krankheitsbild sondern ein WEG-Weiser. Wegweiser weisen von sich selber WEG.
Die Pädagogik hat das bis heute nicht verstanden; sie tanzt nur dauernd um den Wegweiser und kommt logischerweise so nie zu einem Ziel.
WEGweiser zeigen uns, dass es den für die Lösung des Problems zuständigen Kräften im Menschen schlecht geht.
Ich tät mich folglich gar nicht so um Deinen Jungen kümmern sondern mich für die Kräfte in ihm begeistern, die ich wachsen erleben möchte. Begeisterung ist ein gutes Wachstumsförderungsmittel. Und eben dadurch dass der Mensch wächst, wird er seinen Lebensaufgaben gewachsen. Es funktioniert (nur) ganz einfach.

Die SUCHT, die Du erlebst sind ja die Überlebensversuche seiner genialen Talente. Der Ich-kann-Schule-Satz 2008 sollte dir sagen, wie du Einfluss bekommst: "Wenn ich mit deinen Kräften BESSER umgehe als du, mögen sie mich und folgen mir lieber als dir.".
Das wirksamste BESSERumgehen geschieht mit Geisteskraft durch neues, überlegtes Denken, Fühlen und Ausstrahlen der möglichen guten Entwicklung.
Ich freue mich auf Deinen Erfolg.

Franz Josef Neffe
__________________
"Menschen werden auffällig, damit uns was auffällt." fjn


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