Späte Lehren aus frühen Warnungen - Europäische Umweltagentur

11.04.12 09:25 #1
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Nischka ist offline
Beiträge: 1.532
Seit: 02.01.11
Da das Thema der gesundheitlichen Schädigungen durch jede Art von Funk ungeheuer wichtig ist, mache ich hier einen eigenen "Fred" auf zu den Späten Lehren aus frühen Warnungen.

Ich kann nur immer wieder an alle appelllieren, denen das Thema noch etwas fremd ist, sich mal im Internet selbst schlau zu machen - und wenn es erstmal nur eine Stunde lesen ist - und so rasch wie möglich zu handeln (erstmal z. B. alles Funkende auf Kabel umstellen).

Was hier und dort noch behauptet wird, stimmt nicht: Das Thema der Gefahren ist n i c h t umstritten!

Hier ein paar Links für Interessierte:

Diagnose Funk:
Willkommen

Bürgerwelle:
Bürgerwelle - Startseite

Ulrich Weiner, ein Betroffener:
Ulrich Weiner: Über mich
Ausschnitt von Ulrich Weiners Geschichte:

Über gesundheitliche Auswirkungen der Funktechnik machte ich mir keine Gedanken, da ich immer dachte, wenn es wirklich gefährlich wäre, dann wäre es sicher verboten. Lediglich bei der Einführung der digitalen D-Netze gab es immer wieder Warnungen von einigen Ärzten und auch von Technikern aus meiner Umgebung.
Sie sagten: „Pass mit der digitalen Funktechnik auf, es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis, dass das ungefährlich ist!“ Gehört habe ich das öfter, aber Gedanken habe ich mir keine darüber gemacht und munter weiter mit dem Handy telefoniert.

Dies ging auch viele Jahre gut, bis es eines Tages damit begann, dass ich nach jedem Handytelefonat mich kaum mehr konzentrieren konnte. Ich wollte das erst nicht wahr haben und begann gezielt mit eigenen Tests. So verzichtete ich an mehreren Tagen ganz auf das Handy, um zu sehen, ob das etwas mit meiner Konzentration zu tun hatte oder nicht.
Und tatsächlich, an den Tagen, an denen ich auf das Handy verzichtete, konnte ich mich um ein Vielfaches besser konzentrieren und mehr leisten als an den Tagen, an denen ich mit dem Handy telefonierte. Ich probierte dies über viele Wochen immer wieder aus, bis ich mir eingestehen musste, dass es da einen eindeutigen Zusammenhang gab.
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Hier nun einige Ausschnitte der hervorragenden Ausarbeitung zur Geschichte der Gefahren durch Röntgenstrahlen, Radioaktivität, Benzol, Asbest, PCB, Antibiotika, Hormonen, Rinderwahnsinn usw. (eins zu eins übertragbar auf das Thema Funk):

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„SPÄTE LEHREN AUS FRÜHEN WARNUNGEN:
Das Vorsorgeprinzip 1896-2000“
Eine Analyse der Europäischen Umweltagentur, Hrsg. Umweltbundesamt

Das Buch analysiert Katastrophen der Vergangenheit, die Millionen Menschen und Tiere das Leben kosteten. Ursache waren gesundheitsgefährdende Produkte, Technologien oder Produktionsmethoden. Auch „laute und späte“ Warnungen wurden von den Entscheidungsträgern wegen kurzfristiger wirtschaftlicher und politischer Interaktionen willentlich ignoriert. Das Vorsorgeprinzip wurde komplett dem Profit untergeordnet.

Die Ablaufphasen dieser Katastrophen:

Phase 1: Produktakzeptanz und Euphorie
Ein neues Produkt kommt ungetestet auf den Markt, wird überschwänglich vermarktet.

Phase 2: Frühe Warnungen:
Erste Entdeckung der Schädlichkeit des Produkts
Unabhängige Wissenschaftler, betroffene Bevölkerungsteile stellen Gesundheitsschäden fest und fordern die Behörden zum Eingreifen auf.

Phase 3: Werbe- und Verharmlosungsoffensive der Industrie
Die produzierende Industrie und ihre Verbände bestreiten dies pauschal. Die Lobby und PR-Abteilungen werden aktiv. Werbeagenturen verpassen dem Produkt ein positives Image.

Phase 4: Unbedenklichkeitsgutachten
Korrumpierte Wissenschaftler treten mit Gegengutachten auf.

Phase 5: Realitätsschock: Laute Warnungen
Berichte über Kranke und Todesfälle mehren sich, eine Protestbewegung entsteht.

Phase 6: Staatlicher Betrug – und Unterdrückung

Die Regierung zweifelt die Zusammenhänge von Produkt und Opfern an, beruft sich auf die entwarnenden Gutachten. Kritische Beamte und Wissenschaftler bekommen Publikations- und Redeverbot, werden unter Druck gesetzt oder in Misskredit gebracht.

Phase 7: Priorität Wirtschaftsinteressen

Regierungsintern wird der Vorrang der Industrie- vor Gesundheitsinteressen festgelegt und Schweigen vereinbart, es wird „willentlich“ ignoriert. Die Industrie hält sich zurück, beruft sich auf die Regierung und beteuert ihre Gesetzestreue.

Phase 8: Verwirrung stiften

Die Regierung behauptet weiter, bedenkliche Erkenntnisse lägen nicht vor, die Grenz- und Schwellenwerte garantierten Sicherheit. Ein Verschleierungsvokabular wird festgelegt und Fachgespräche mit der Lobby inszeniert: „Bei behördlichen Beurteilungen kommt es häufig zu Fehleinschätzungen, weil die Entscheidungsträger bei der Risikoabschätzung auf Informationen eben derjenigen Akteure angewiesen sind, deren Produkte beurteilt werden.
Die Industrie hat inzwischen selbst die Erkenntnisse über die Risiken ihres Produkts, hält sie unter Verschluss und versucht, unabhängige Forschung zu verhindern. Mit einer „Phase verwirrender Debatten“ zünden Industrie und Regierung Nebelkerzen.

Phase 9: Späte Warnungen: Paralyse durch Analyse
Die Bürgerbewegung und öffentliche Kritik wächst. Die Regierung erklärt, dass sie die Sorgen ernst nimmt. Risiken können nicht mehr offen geleugnet werden. Man spielt auf Zeit. Die Datenlage sei nicht gesichert und reiche zum Handeln nicht aus. Regierung und Industrie leiten mit großem Presseaufwand Forschungen ein, sie stellen eine „Paralyse durch Analyse“ her. Kurzzeituntersuchungen werden präsentiert, die das Ergebnis haben, dass Bedenken hinsichtlich der (bekannten) Risiken völlig unbegründet sind.

Phase 10: Katastrophen – Verbot des Produkts
Die Langzeitwirkungen des Produkts treten zu Tage. Katastrophen fordern viele Tote. Die Politik lenkt ein. Nach frühestens 25 Jahren, bedingt durch wissenschaftlichen und öffentlichen Druck, katastrophale sichtbare Folgen, hohe staatliche Folgekosten, Versicherungsschäden, politische Rivalität und vorhandene Alternativprodukte, wird das Produkt verboten.
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Außerdem ein Ausschnitt bzgl. Röntgenstrahlen:

3.5. Schlussfolgerungen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit zunehmender Sensibilisierung für die Strahlenfolgen ganz allmählich Standards für den Strahlenschutz entwickelt wurden. Es hat aber auch Menschen gegeben, die ihrer Zeit voraus waren und vor drohendem Unheil warnten, und gleichzeitig auch immer wieder Phasen, in denen die Anpassung der Grenzwerte um Jahre hinter dem Kenntnisstand über die Gesundheitsgefahren herhinkte.
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15. Zwölf „späte Lehren“

• Unkenntnis, Unsicherheit und Risiken bei der Beurteilung von Technologien und bei der Schaffung des Gemeinwohls erkennen und ihnen entgegentreten.

• Langfristige Umwelt- und Gesundheitsüberwachung sowie -forschung aufgrund von Frühwarnungen durchführen.

• Schwachpunkte und Lücken in der Wissenschaft erkennen und reduzieren.

• Interdisziplinäre Hindernisse für die Lernentwicklung erkennen und beseitigen.

• Sicherstellen, dass die realen Bedingungen bei der Beurteilung durch Behörden angemessen berücksichtigt werden.

• Die angeführten Begründungen und Vorzüge systematisch prüfen und gegenüber potenziellen Risiken abwägen.

• Eine Anzahl alternativer Möglichkeiten zur Befriedigung von Bedürfnissen neben der zu beurteilenden Option bewerten und stabilere, vielfältigere und anpassungsfähigere Technologien fördern, so dass die Kosten unangenehmer
Überraschungen minimiert und die Vorteile von Innovationen maximiert werden.

• Sicherstellen, dass bei der Beurteilung das Wissen von „Laien“ sowie lokal verfügbares Wissen neben dem Fachwissen von Sachverständigen herangezogen wird.
• Die Werte und Ansichten unterschiedlicher sozialer Gruppen vollständig berücksichtigen.

• Die Unabhängigkeit von Behörden gegenüber Interessengruppen bewahren und gleichzeitig ein umfassendes Konzept zur Sammlung von Informationen und
Meinungen verfolgen.

• Institutionelle Hindernisse für die Lernentwicklung und Handlungsmöglichkeiten erkennen und beseitigen.

• Vermeiden, dass eine „Paralyse durch Analyse“ entsteht, und stattdessen so handeln, dass potenzielle Risiken gesenkt werden, wenn ein begründeter Anlass zur Besorgnis besteht
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Stell Dir vor, es gibt Funk, und keiner nutzt ihn :-D

Geändert von Nischka (11.04.12 um 09:42 Uhr)

Späte Lehren aus frühen Warnungen - Europäische Umweltagentur

Sam77 ist offline
Beiträge: 181
Seit: 03.12.11
Danke für den wichtigen "Fred"!

Was in der Beschreibung der Phasen fehlt ist folgender Punkt: Wer die Technik kritisiert und davor warnt macht sich lächerlich und gilt als überempfindlicher Hypochonder.

Das ist ja leider zur Zeit in puncto Elektrosmog noch so. "Gesunde und starke Menschen halten sowas aus! Nur Weicheier leiden darunter oder bilden es sich ein!" Eine solche Haltung ist schon noch verbreitet.

Leider merken viele gar nicht, dass sie selbst darunter leiden. Allein die Tatsache, dass kaum noch jemand in der Lage ist, einfach mal ruhig irgendwo zu sein und zu sitzen und das Dasein zu genießen, sondern alle ständig auf "Speed" sind, ist für mich auch ein Hinweis auf die Schädlichkeit des Elektrosmog. Hat auch noch mit anderem zu tun, aber der E-Smog ist ein Faktor. Diejenigen würden natürlich bestreiten, das ihr Verhalten problematisch ist und meinen, sie sind einfach "gut drauf".

Bei Elektrosmog kann der Baubiologe hilfreich sein

Die hoch- und niederfrequenten Felder von Telefon, WLAN, Mobilfunk, Babyphone usw. aber auch die häusliche Elektroinstallation sowie Lichtsysteme können nicht nur bei sensiblen Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Besonders die Orte, an denen wir uns lange aufhalten, sollten möglichst frei von solchen Störungen sein. Das ist vor allem unser Schlafplatz, wo wir uns normalerweise einen Drittel des Tages aufhalten und zudem ungestört regenerieren und Energie tanken wollen, aber auch unser Arbeitsplatz.

Baubiologen können solche Störungen messen und Lösungen zur Beseitigung empfehlen.
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