Diabetes: Pro & Contra Gluten

13.03.17 08:33 #1
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Oregano ist offline
Beiträge: 60.535
Seit: 10.01.04
Der Trend zu glutenfreier Ernährung ist in letzter Zeit stark angestiegen. Wer weiß,daß er Probleme mit der Verdauung von Gluten hat, tut sicher gut daran, auf Gluten zu verzichten.
Es geht hier um Diabetes bzw. das Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Allerdings wirft eine neuere Studie die Frage auf, ob eine glutenfreie Ernährung evtl. nicht das Diabetes 2-Risiko steigert, und zwar, weil glutenfreie Nahrungsmittel weniger Fasern enthalten und auch weniger Mineralstoffe:

Große Studie: Glutenfreie Ernährung steigert signifikant das Diabetes-Risiko

Noch ist das eine Hypothese, die überprüft werden muß ...

In einer anderen Studie wurden Kleinkinder über drei Jahre beobachtet in Bezug auf den Beginn der glutenhaltigen Ernährung bzw. glutenfreien Ernährung:

...
150 Kinder mit einem hohen Erkrankungsrisiko teil. Eine Hälfte der Kinder bekam zum ersten Mal im Alter von sechs Monaten glutenhaltige Nahrung, die andere Hälfte im Alter von zwölf Monaten.
Alle Kinder wurden ab Geburt bis zum Alter von drei Jahren regelmäßig untersucht, unter anderem auf die Entwicklung von Autoimmunität, Größe und Gewicht.
...
Das Ergebnis: Der unterschiedliche Zeitpunkt der ersten Glutenaufnahme, hatte keinen signifikanten Einfluss auf die untersuchten Parameter. Der Anteil der Kinder, die in der analysierten Zeit Inselautoimmunität entwickelten, betrug in den beiden Gruppen zwölf bzw. dreizehn Prozent und war damit nicht signifikant unterschiedlich. Typ-1-Diabetes wird wahrscheinlich durch ein Zusammenspiel von Umweltfaktoren und genetischen Komponenten ausgelöst.
...
Studie: Einfluss von Gluten auf Typ-1-Diabetes-Risiko - Glutenfrei glücklich

Hier geht es dann um die Ernährung der werdenden Mutter in Schwangerschaft und Stillzeit. Da soll glutenfreie Ernährung das Risiko des Kindes , an Diabetes Typ 1 zu erkranken, senken :
...
Ernährt sich die werdende Mutter während der Schwangerschaft und der Stillzeit glutenfrei, kann sie damit offenbar das Diabetes Typ 1-Risiko ihres Kindes senken. Gluten aus der Nahrung verändert die Darmflora.
...
https://www.zentrum-der-gesundheit.d...ko-141021.html

Wenn nicht durch die klare Diagnose Zöliakie/Sprue aber auch Gluten-Intoleranz gegeben ist, daß man auf Gluten (gerne) verzichtet, sollte man sich überlegen, ob nicht auch beim Thema "Gluten" der goldene Mittelweg gut ist. Abgesehen davon wird jeweils wenig zum Studiendesign berichtet, so daß sich da Fehler einschleichen könnten,die man so gar nicht beurteilen kann.

Grüsse,
Oregano

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Geändert von James (16.03.17 um 09:56 Uhr)

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ullika ist offline
Beiträge: 1.456
Seit: 27.08.13
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
... sollte man sich überlegen, ob nicht auch beim Thema "Gluten" der goldene Mittelweg gut ist.
Hallo Oregano, mit dem goldenen Mittelweg könntest du richtig liegen, aber der bedeutet vermutlich für jeden etwas anderes.
Ich esse Gluten ungefähr zweimal pro Woche, in Form von Vollkornbot in Bioqualität und Natursauerteig ohne Hefe, das sehe ich als Mittelweg, weil Vollkornweizen Inositol enthält.
Ansonsten kein glutenhaltiges Mehl, keine Semmeln, kein anderes glutenhaltiges Brot, keine Nudel, keine Pizza, keine Kekse, Torten, Kuchen oder andere Backwaren...

Was ist dein goldenes Mittelweg? Wie oft am Tag isst du Gluten?
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Geändert von ullika (13.03.17 um 10:56 Uhr)

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SamiaX ist offline
Beiträge: 538
Seit: 18.01.10
Glutenfreie Lebensmittel wie Brot, Mehl, Kuchen, Kekse, Pizza usw haben einen hohen glykämischen Index, das heißt sie wirken auf den Körper wie viel Zucker und Süßigkeiten essen, und führen somit natürlich zu Diabetes.

Die Studie müsste also unterscheiden, ob man diese Produkte isst oder nicht, um eine Aussage über das Gluten selbst treffen zu können - bzw. hat in meinen Augen nicht viel mehr Aussage als viele Produkte mit hohem glykämischen Index zu essen kann zu Diabetes führen.

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Tarajal ist offline
Beiträge: 4.258
Seit: 12.05.13
Mein Mann hat eine Diabetes II und natürlich haben wir die Ernährung umgestellt und Süßes isst er auch nicht mehr.

Ich backe aber unserer eigenes Roggen- und Dinkelvollkornbrot meist auf Sauerteigbasis, manchmal auch mit frischer Hefe.

Dazu nehme ich 600 g Roggenschrot, 600 g Roggenvollkornmehl, 300 g Dinkelvollkornmehl und geschätzte 150 g Leinsamen, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Hirse oder Quinoa, Chia-Samen, was halt grad da ist.

Damit kommt er sehr gut zurecht.

Viele Ausweichmehle, beziehungsweise alle aus der Low-Carb oder der glutenfreien Ernährung jagen den BZ schlagartig nach oben, das ist für Diabetiker also schon mal überhaupt nix.

Es ist wie immer und wie überall, der goldene Mittelweg ist am besten wenn man kein direktes Problem mit dem Gluten hat.

Liebe Grüße tarajal

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damdam ist offline
Beiträge: 1.343
Seit: 02.10.10
Meines Wissens ist die glutenfreie Ernährung wichtig zur Vorbeugung bzw. Behandlung von Autoimmunerkrankungen, in dem Fall Diabetes Typ 1. Mit Studien kann ich da nicht helfen, aber ich hab die Videoserie zu Autoimmunerkrankungen (mit lauter Experten zu dem Thema) neulich gesehen, wo es so gesagt wurde.

Mit Diabetes Typ 2 hat es meiner Meinung nach nichts zu tun bzw. ist es auch mein Eindruck, dass die Ballaststoffe in glutenhaltiger Ernährung geeigneter sind, dem Diabetes Typ 2 entgegen zu wirken. Ich weiß nicht, inwieweit man das mit extra zugeführten Ballaststoffen ausgleichen kann. Aber demnächst bin ich bei einem Arzt, der sich mit beidem gleichermaßen auskennen könnte und wo ich dann hoffentlich mehr weiß.

Was die Studie mit den Kindern angeht, könnte ich mir vorstellen, dass 3 Jahre zu kurz ist.

Zitat von SamiaX
Die Studie [...] hat in meinen Augen nicht viel mehr Aussage als viele Produkte mit hohem glykämischen Index zu essen kann zu Diabetes führen
Wenn es um Diabetes Typ 2 ginge, würde ich Dir da zustimmen, bei Typ 1 bin ich mir da nicht so sicher. Es wurde ja die Autoimmunität untersucht und nicht Diabetes im allgemeinen.

Viele Grüße

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SamiaX ist offline
Beiträge: 538
Seit: 18.01.10
Hallo Damdam, ich bezog mich auf die erste verlinkte Studie, und in der ging es (nur) um Typ 2.

Ich meinte übrigens glutenfreie Ersatzprodukte, nicht alles was glutenfrei ist, also Brot, Kuchen, Kekse, Mehl usw. aus Reismehl, Maismehl und Co. Diese haben einen so hohen glykämischen Index (also steigern den Blutzucker sehr schnell) und sind nicht notwendig für eine glutenfreie Diät, ich zähle sie wie Süßigkeiten.

Übrigens gab es auch eine Studie, dass diese Ersatzprodukte wohl belasteter mit Toxinen sind als glutenhaltiges, wohl wegen der Belastung von Reis.

Ich habe die Serie auch gesehen, gibt es einen Thread dazu?

Die dort empfohlene autoimmune Paläodiät beinhaltet keine glutenfreien Ersatzprodukte.

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ullika ist offline
Beiträge: 1.456
Seit: 27.08.13
Ich glaube, für jeden ist Gluten schädlich, wenn er es dauernd isst, weil es eben die Schleimhäute reizt, als erstes die Magenschleimhaut, dann die Darmschleimhaut und am Ende auch die Arterienwände, die dann mit Cholesterin gekittet wird - meine Meinung zumindest.

Früher hat man deshalb beim Brotbacken immer einen Sauerteig angesetzt, ohne Hefe, damit sich das Gluten mehr oder weniger abbaut.
Inwieweit die Pestizide und Industriesalz mit Fluorid sich schädlich auswirken, kann ich nicht beurteilen. Es ist schwierig, Glutenfreies Brot in Bioqualität zu finden, da hilft nur selber backen.
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Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 60.535
Seit: 10.01.04
Bitte nicht vergessen, daß wir hier in der Diabetes-Rubrik sind und es primär nicht um glutenfreie Ernährung geht sondern um einen eventuellen Nutzen der Fasern in Teigwaren mit Gluten im Vergleich zu den Teigwaren ohne Gluten.

Grüsse,
Oregano
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ullika ist offline
Beiträge: 1.456
Seit: 27.08.13
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Bitte nicht vergessen, daß wir hier in der Diabetes-Rubrik sind ...
Alles klar, dann kann ich darauf hinweisen, falls das noch nicht bekannt ist, dass Wiener Forscher im Tierversuch entdeckt haben, dass Artemisin sogar Typ-1-Diabetes heilt, geschädigte Zellen produzierten wieder Insulin.

Hulda Clark hatte vor Jahren behauptet, Diabetes werde durch Gifte und Parasiten in der Bauchspeicheldrüse verursacht. Sie hatte ihre Forschung mit Bioresonanz betrieben und das natürliche Kraut Wermut empfohlen, weil es Parasiten und Krebszellen tötet, auch das wurde inzwischen bewiesen.

Schon die Chinesen verwendeten Artemisia zur Behandlung von Malaria, das auch von einem Parasiten verursacht wird. Seine Verwendung war lange Zeit "in Vergessenheit" geraten. Hulda Clark hatte behauptet, Wermut würde Parasiten und Krebszellen töten, weil beide einen erhöhten Eisenbedarf haben und viel Eisen speichern. Sie hatte recht:

Gerät Artemisin in Kontakt mit Eisen, kommt es zu einer chemischen Reaktion, durch die freie Radikale erzeugt werden, die die Zellmembrane auseinanderreißen und vernichten.

Also könnte man versuchen, Parasiten in der Bauchspeicheldrüse mit Wermut töten versuchen und dann Gifte meiden, damit sich keine Parasiten mehr ansiedeln und dann natürlich gesund ernähren.

So massiv bekämpft und verleumdet wie Hulda Clark werden ja meistens nur Forscher, die recht haben.
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Geändert von ullika (14.03.17 um 07:42 Uhr)

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Oregano ist offline
Themenstarter Beiträge: 60.535
Seit: 10.01.04
Hallo ullika,

danke für den Hinweis auf Artesimin, das ja überhaupt eine sehr potenter Bestandteil von Wermut zu sein scheint.

...
Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen Körper der Patienten zerstörten Beta-Zellen - verantwortlich für die Insulinproduktion - sollten durch neue, künstlich hergestellte Zellen ersetzt werden.
...
„Wir konnten mit unserer Arbeit zeigen, dass diese Substanzen auch das genetische Programm von Alpha-Zellen, die Glukagon-produzierenden Gegenspieler der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse, verändern.“
Alpha- und Beta-Zellen bilden, gemeinsam mit zumindest drei weiteren hochspezialisierten Zelltypen, die sogenannten Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse, die Steuerzentralen für den Blutzuckerspiegel. Insulin aus Beta-Zellen senkt ihn, Glukagon aus Alpha-Zellen lässt ihn wieder ansteigen.
Doch die Zellen sind flexibel: In vorangegangenen Studien mit Modellorganismen wurde gezeigt, dass bei einem extremen Verlust von Beta-Zellen eine Umwandlung der Alpha-Zellen stattfinden kann, die den Schaden ausgleicht. Man fand heraus, dass der genetische Hauptschalter Arx dabei eine zentrale Rolle spielt.
...
wurde diabetischen Fischen, Ratten und Mäusen der Wirkstoff verabreicht, und tatsächlich erhöhte sich ihre Beta-Zellmasse, ihr Blutzuckerspiegel normalisierte sich.
...
Außerdem müssen Wege gefunden werden, die neuen Beta-Zellen vor der Zerstörung durch das Immunsystem zu schützen. Doch wir sind sehr zuversichtlich, mit den Artemisininen und deren Wirkmechanismen die Grundlagen für eine neue Form der Therapie gegen Typ-1 Diabetes gefunden zu haben.“
...
Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Da hoffe ich doch, daß die Forscher mit Hilfe von Novo Nordisk mit ihrer Forschung noch weiter kommen!

Nur nebenbei: zur Zeit wachsen bei mir die ersten Blättchen an der Wermut-Staude. Die schmecken richtig gut: kaum bitter, eher so wie Chicorée.

Grüsse,
Oregano
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