Manische Depression, bipolare Störung

31.08.07 16:35 #1

Zusätzliche Unterstützung für Menschen mit anhaltender bzw. wiederkehrender psychischer Niedergeschlagenheit, starken Ängsten, Panikattacken oder Phobien . Bitte die Grenzen unserer Möglichkeiten bzw. Notfallnummern unbedingt beachten.
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Manische Depression, bipolare Störung

blinky ist offline
Beiträge: 4
Seit: 02.02.11
Danke dir, ich bin genau deiner Meinung, man muss ja nicht gleich alles von sich Preis geben.
Bei mir besteht das problem das ich zur Zeit in einer schulischen Ausbildung bin, und es doch hin und wieder vorkommt das ich mal ein paar Tage oder in größeren Abständen auch mal 2 Wochen, wegen einem Tief oder evtl. auch wegen Anzeichen einer Manie, nicht zur Schule kann. Dadurch kommt dann von den Mitschülern des öfteren die Frage wo ich denn mal wieder war. Zwar äußere ich dann nur kurz und knapp: " ich war krank". Aber es kommt dann doch gelegentlich vor das nachbohrt wird. Da ich sowieso ein recht schüchterner Mensch bin fällt es mir dadurch ebenso schwer einfach zu sagen... "spielt doch keine Rolle" . Nunja 2-3 gute Klassenkameraden hab ich schon erzählt das ich unter "Depressionen" leide. Diese verstehen das auch. Bei den anderen hab ich immer das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen wenn sie mich auf meine Fehlzeiten ansprechen.

Lg. Blinky

Manische Depression, bipolare Störung

Carmelita ist offline
Beiträge: 10
Seit: 26.04.09
Bloß nicht rechtfertigen!!!

Überlege Dir einfach mal, wie wichtig Dir die Anderen außer den 2-3) sind.

Ist Es Das wert sich zu rechtfertigen? Die Kraft aufzuwenden meine ich...

...oder sollte Es Dir egal sein, was Die denken und Du konzentrierst Dich lieber auf Dich und die kleine Gruppe derer, Die Dich so akzeptieren, wie Du halt bist.

Mir ist Es mittlerweile piepegal, was Andere über mich denken...weil doof reden oder sich eigene Reime machen...Das machen Sie so oder so...egal, ob Du dazu Was sagst...oder eben nicht.

Ich finde Das auf jeden Fall toll, wie Du Das meisterst...Hut ab!

So, jetzt muß ich mich mal um meine Kätz kümmern...wildes Angestubse und Geschnurre... ;-)

bis bald

Carmelita
__________________
**Carpe Diem-Nutze den Tag**

Manische Depression, bipolare Störung

MarieAntoinette ist offline
Beiträge: 9
Seit: 02.02.11
Zitat von MarieAntoinette Beitrag anzeigen
Hallo Carmelita,

darf ich fragen, wie Deine Medikation aussieht? Mein Mann hat eine bipolare Störung, die erst vor kurzem diagnostiziert wurde, nachdem er in eine schwere Depression gestürzt war. Nach einer Woche Venlafaxin (SNRI) entwickelte er eine schwere Psychose, die ihn ins Krankenhaus gebracht hat. Zuerst war er in der Geschlossenen, weil es so schlimm war, nun ist er seit gestern wieder auf der Offenen. Allerdings scheinen die Ärzte absolut keinen roten Faden zu haben. Zuerst bekam er Seroquel (Neuroleptikum), Ergenyl (Valproinsäure) und Lorazepam, jetzt will die Ärztin das Ergenyl absetzen, weil sie keine Indikation sieht. Da er im Moment sehr ruhig ist (das Lorazepam haut ihm total weg), glaubt sie nicht an die Diagnose manisch-depressiv. Aber das Ergenyl als Phasenerhaltungsmittel wäre meines Erachtens total wichtig, oder sehe ich das völlig falsch?

Für einen Austausch mit anderen Betroffenen wäre ich extrem dankbar, denn ich stehe ziemlich ratlos vor dieser Problematik. Leider kann mein Mann im Moment nicht viel selbst regeln, da ihn dass Lorazepam zu sehr benebelt.

Danke schonmal und liebe Grüße,
Marie-Antoinette
Ich glaube, mein Post ist irgendwie untergegangen, weil ich mich so in die Unterhaltung reingequetscht habe und am Ende der Seite gelandet war... Jetzt drängel ich mich nochmal vor

Manische Depression, bipolare Störung

blinky ist offline
Beiträge: 4
Seit: 02.02.11
Rechtfertigen...ich glaub ich hab mich falsch ausgedrückt In den Situationen wo mich Schüler auf meine Fehlzeit ansprechen will ich immer einen "Ausweg" finden.. denen kurz und knapp zu sagen wieso ich nicht da war aber dabei natürlich nicht von mir Preis geben was für ne Erkrankung ich habe, da ich der Meinung bin das die es doch eh nicht wirklich verstehen würden und sich dann nur irgend etwas zusammen dichten. Meine Sorge ist somit in dem Moment nur, das die anderen aus meiner Klasse mich dann "Mobben" könnten...naja und sowas belastet mich halt...da ich in meinen "manischen Phasen" häufig "bezugs Gedanken" bekomme und alles mögliche auf mich beziehe...Nunja ich hab mittlerweile einen Therapeuten gefunden mit dem ich genau diese Thematik besprechen kann

Finde es Super hier mit gleichgesinnten so offen über die Erkrankung sprechen zu können *happy*

edit:
Zitat von MarieAntoinette Beitrag anzeigen
Ich glaube, mein Post ist irgendwie untergegangen, weil ich mich so in die Unterhaltung reingequetscht habe und am Ende der Seite gelandet war... Jetzt drängel ich mich nochmal vor
Wie lang ist dein Mann denn jetzt schon in Behandlung, bzw. wie lang hat die Ärztin das Ergenyl bei ihm angewendet?
Bei mir wurde die bipolare Störung - manisch/depressiv mit knapp 16 Jahren festgestellt. Danach folgte bei mir eine heftige Psychose wobei ich ca 6 Monate in der Klinik war. In dieser Zeit wurden viele Medis bei mir ausprobiert um erstmal die Psychose wieder weg zu bekommen....danach folgten über die Jahre bei mir mehrere Depressionen und Manien wobei mehrere Klinikaufenthalte nötig waren bis die Ärzte den richtigen Phasenvorbeuger gefunden hatten der bei mir auch Wirkung zeigt.
Am Ende war es Orfiril (bzw. Valproinsäure)...soweit ich weiss dauert es bei dem Valproat eine gewisse Zeit (2-4 Wochen) bis man im Körper den richtigen Valproatspiegel erreicht hat und erst dann greift der Phasenvorbeuger richtig. Daher meine Frage wie lang hat dein Mann das Ergenyl verschrieben bekommen? Ich nehme zur Zeit nur Valproat retard (600mg - 900mg -).

Alles Gute euch beiden, ich drück deinem Mann die Daumen das er schnell ein Medikament findet, was bei ihm Wirkung zeigt

Lg. Blinky

Geändert von blinky (03.02.11 um 17:17 Uhr)

Manische Depression, bipolare Störung

MarieAntoinette ist offline
Beiträge: 9
Seit: 02.02.11
Hi Blinky,

vielen Dank für Deine Antwort!
Mein Mann hatte mit 31 Jahren - das ist jetzt 18 Jahre her - zum erstenmal eine schwere Depression mit drei mißglückten Selbstmordversuchen. Damals hat niemand eine bipolare Störung erkannt, weil er da noch keine manischen Phasen hatte. Vor etwa acht Jahren hat er begonnen, manische Phasen zu haben, teilweise auch Mischphasen. Das hat aber keiner von uns erkannt, und im letzten September ist er durch einen Knöchelbruch in eine superheftige Depression gefallen. Daß das Teil einer dipolaren Erkrankung zu sein scheint, hat erst vor vier Wochen ein Psychiater herausgebracht. Und dann entwickelte sich vor drei Wochen diese Psychose. Sprich, er hat erst mit 49 jetzt zum ersten Mal eine Psychose gehabt. Ergenyl bekommt er nun seit 9 Tagen. Jetzt bekommt er hochdosiert Seroquel, Ergenyl (also Valproinsäure) und abends Lorazepam.

Ehrlich gesagt bin ich auch sehr froh, daß es hier andere Betroffene gibt, mit denen man sich austauschen kann!

LG,
Marie-Antoinette

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Carmelita ist offline
Beiträge: 10
Seit: 26.04.09
Das freut mich/uns, daß wir Dir hier helfen können.
Ich bin gerne bereit mein Wissen und meine Erfahrungen mit anderen Betroffenen oder Angehörigen zu teilen.
Wenn Dir noch Was auf der Seele brennt - ich helfe gerne...aber Das ist wohl die Mischung aus Bordi und Jungfrau.

Liebe Grüße

Carmelita
__________________
**Carpe Diem-Nutze den Tag**

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blinky ist offline
Beiträge: 4
Seit: 02.02.11
Zitat von MarieAntoinette Beitrag anzeigen
Hi Blinky,

vielen Dank für Deine Antwort!
Mein Mann hatte mit 31 Jahren - das ist jetzt 18 Jahre her - zum erstenmal eine schwere Depression mit drei mißglückten Selbstmordversuchen. Damals hat niemand eine bipolare Störung erkannt, weil er da noch keine manischen Phasen hatte. Vor etwa acht Jahren hat er begonnen, manische Phasen zu haben, teilweise auch Mischphasen. Das hat aber keiner von uns erkannt, und im letzten September ist er durch einen Knöchelbruch in eine superheftige Depression gefallen. Daß das Teil einer dipolaren Erkrankung zu sein scheint, hat erst vor vier Wochen ein Psychiater herausgebracht. Und dann entwickelte sich vor drei Wochen diese Psychose. Sprich, er hat erst mit 49 jetzt zum ersten Mal eine Psychose gehabt. Ergenyl bekommt er nun seit 9 Tagen. Jetzt bekommt er hochdosiert Seroquel, Ergenyl (also Valproinsäure) und abends Lorazepam.

Ehrlich gesagt bin ich auch sehr froh, daß es hier andere Betroffene gibt, mit denen man sich austauschen kann!

LG,
Marie-Antoinette
huhu, ob es hilft weiß ich nicht genau. Ich kann aus Erfahrung und von raten der Ärzte die mir bereits "über den weg gelaufen" sind, sagen das 9 Tage Valproat Einnahme noch nicht ausreicht um entscheiden zu können ob das Medikament Wirkung zeigt. Vllt. Kannst du mit dem zuständigen Arzt nocheinmal sprechen, um dessen Meinung zu der Aussage nochmal zu hören. Hoffe es hilft ein wenig.

Gruß, Blinky

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MarieAntoinette ist offline
Beiträge: 9
Seit: 02.02.11
Hi Blinky,

danke nochmals
Der aktuelle Stand ist nun, daß die Ärztin das mit der bipolaren Störung begriffen hat. Jetzt haben sie das Lorazepam komplett abgesetzt, das Seroquel von 600 auf 300 mg retard abends heruntergesetzt und das Ergenyl von 900 auf 600 mg. Wenn er unruhig ist, kann er bei Bedarf Atosil bekommen.
Also irgendwie macht mich das etwas nervös, daß das Seroquel so schnell (nach 2 Wochen) wieder heruntergefahren wird. Die Ärztin will es so schnell wie möglich ganz absetzen, weil es meinen Mann halt sehr müde gemacht hat, und seine kognitiven Fähigkeiten waren nur noch bei 76 von 100 Prozent. Allerdings ist mir heute (erster Tag mit nur 300 mg Seroquel) aufgefallen, daß er zwar weniger müde war, jedoch auch wieder wesentlich depressiver, und seine Pupillen waren auch wieder so erweitert wie kurz vor der Psychose. Muß ja nichts heißen - aber sollte man das Seroquel nicht lieber etwas länger in höherer Dosierung lassen, damit er keinen Rückfall bekommt und sich die Depression vielleicht ein wenig mehr bessert? Wenn er wieder so unruhig ist wie vor der Psychose, ist damit auch nichts gewonnen, denn so kann er auch nicht arbeiten.

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Phoeni ist offline
Beiträge: 7
Seit: 28.06.10
Hi Marie-Antoinette,

sorry, dass ich mich erst so spät melde, hab Deine Antwort erst jetzt in meinen Mails entdeckt.

Was mich grundlegend wundert: Bekommt er kein Antidepressiva?

Bei mir wurden Seroquel und später / jetzt Valproinsäure als Phasenstabilisator zusätzlich eingesetzt (zum Antidepressiva). Nach meinem jetzigen (noch recht frischen) Kenntnisstand, wäre ich dafür, Antidepressiva einzusetzen, um ihn aus der Depression heraus zu bekommen (die Serotoninproduktion wieder in Gang zu bekommen).

Das Seroquel relativ schnell abzusetzen, wenn es große Auswirkungen (Müdigkeit hat), halte ich (laienwissend) für unbedenklich und gut.

Ich bekomme Valproinsäure 300 / - / 600, also relativ niedrig dosiert, Spiegelkontrolle am 2.3. wieder. Und zur Zeit noch 150 mg Trevilor morgens (von 75 / - / 150 ursprünglich - muss mich auch nochmal schlau machen, ob ich das für sinnvoll erachte, dass jetzt wieder ausschleichen zu lassen, wo es mir zwar besser geht, die Stimmung aber immer noch in zu großen Schwankungen instabil ist).

Magst Du mir evtl. die Psychose Deines Mannes noch näher beschreiben?

LG
Anne

Manische Depression, bipolare Störung

MarieAntoinette ist offline
Beiträge: 9
Seit: 02.02.11
Hi Anne,

danke für Deine Antwort!
Nein, er bekommt kein Antidepressivum mehr. Zuerst hatte er Doxepin, was ihn nur müde gemacht hat, dann Mirtazapin, was ihn einigermaßen hat schlafen lassen, aber null antidepressive Wirkung hatte, und dann schließlich bekam er einen Serotoninwiederaufnahmehemmer, Venlafaxin, infolge dessen sich ziemlich rapide die Psychose entwickelt hat.
Die Psychose hat sich stufenweise entwickelt. Es ging ihm immer einen Tag gut und dann am nächsten eher schlecht mit schrittweise stärker werdenden Wahnvorstellungen. Auf dem Gipfel war er dann überzeugt, ich wolle mich von ihm trennen und der Nachbar werde gleich kommen und ihn in die Psychiatrie bringen. Er hat sich auch völlig uncharakteristisch bewegt und ausgedrückt. Wie ein Automat eigentlich. Stereotype Bewegungen und Sätze, immer das gleiche. Egal, ob ich mir einen Kaffee machen oder telefonieren wollte, er starrte mich an und sagte: "Willst du das wirklich machen? Laß das doch bitte!"

Sie trauen sich jetzt nicht mehr, ihm einen Serotoninwiederaufnahmehemmer zu geben, allerdings hat das Seroquel auch eine antidepressive Wirkung, die inzwischen einzusetzen scheint. Er ist mittlerweile recht munter und betriebsam im Vergleich zu der Zeit vor der Psychose. Jetzt bekommt er 600/-/600 Valproinsäure und -/-/300 Seroquel. Damit schläft er so mittelprächtig, manchmal hilft er da mit Zop nach, und seine Stimmung scheint sich Richtung normal zu bewegen.
Was uns beide irritiert ist, daß er schon seit längerem das Muster hat, daß er wenn er gut geschlafen hat, am nächsten Tag eher schlecht drauf ist, und wenn er schlecht geschlafen hat, zwar müde, aber in besserer Stimmung. Gibt es dafür eine Erklärung?

Puh, so viele Fragen! Ich bin so heilfroh, wenn ich mich mit anderen Betroffenen austauschen kann, da wir beide echt verunsichert sind.

Lieben Dank fürs Lesen und Antworten

Marie


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