Der Einlauf

15.01.08 09:24 #1
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Der Einlauf

klysophil ist offline
Beiträge: 30
Seit: 17.10.11
Ab sofort - Nur Wissensaustausch zum "Topic" Einlauf
(Hoffentlich wird jetzt Bodo nicht wegen Fremdwortnutzung angezählt)

Gerold, zu unserem Diskurs Medieneinsatz:
Bei der jüngsten Großwäsche wurde Isoton genutzt. Bemerkenswert war absolute Ruhe für 15 min, hätte Wechsel zu DB-DR sparen können. Kein Drängen, half schließlich mit Massage nach.
Absoluter Gegensatz zu Zartblau-Nutzung, die unverzügliche Freilassung fordert, also doch Reizwirkung bringt.
Werde Entscheid zu Zartblau oder Isoton künftig nach verfügbaren Zeitfenster und Gefühlserwartung treffen.
Räumeffekt im Prinzip gleich, stärkere Resorption bei Zartblau erhöht Miktionsfolgen. Bleibe trotzdem Anhänger von Zartblau.
Isoton wird nur eingesetzt, wenn Großdurchfluß bei Suda-Bad oder (Toisitzend) Ortho-Session mit Hebergeförderten Spülungen ab Coicum erfolgt, sprich langere störungsfreie Zeit verfügbar ist.

Erfolg und Freude wünscht Dir

klysophil

Der Einlauf

gerold ist offline
Beiträge: 4.740
Seit: 24.10.05
klysophil
Die obigen Aussagen decken sich mit meinen Beobachtungen.

Alles Gute!

Gerold
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben.

Der Einlauf

Bodo H ist offline
Beiträge: 952
Seit: 08.10.06
OFF-TOPIC

Zitat von klysophil Beitrag anzeigen
Bodos Wunsch nach Sauberkeit im Forum teile ich, schließlich
gefiel mir dieser Zug besonders, als ich darin Gastleser wurde.
Feini!

Zitat von Felis Beitrag anzeigen
So und nun befolge ich hier Bodo's Aufforderung
Zitat von klysophil Beitrag anzeigen
(Hoffentlich wird jetzt Bodo nicht wegen Fremdwortnutzung angezählt)
Kinders, Ihr macht das ganz hervorragend!
(Kein Grund zur Beanstandung).




HGB
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carpe diem

Der Einlauf

klysophil ist offline
Beiträge: 30
Seit: 17.10.11
Ein Beitrag zur Geschichte des Einlaufs

Abschrift von Einzelblättern aus einer Gesundheitsschrift unbekannten Titels der Vorkriegszeit, selbstverständlich in schöner Fraktur gedruckt,
die von mir um 1952 als Klopapierersatz auf der Toilette einer Krankenschwester gefunden und dort entwendet wurden:

„Das Tiefenklistier

Seit Alters her war bei mangelhaften oder aussetzenden Stuhlgang der Darmeinlauf oder das Klistier üblich, ist es doch ein Mittel, den Abgang des Stuhles bei Verstopfung ohne Gewaltmaßnahmen herbeizuführen. Das allgemeinübliche Klistier hatte jedoch den Nachteil, das es nur diejenigen Massen, welche unmittelbar am Ausgang des Darmes lagerten, herausschaffte; die tiefer liegenden Massen wurden durchweg nicht von dem Wasser erreicht.
Diesem Mangel hilft das Tiefenklistier ab. Der einzuführende Darmschlauch ist ca. 75-80 Zentimeter lang und so tief wird das Wasser auch in den Darm vorgetragen; also dorthin, wo die Massen vorwiegend lagern. Bei diesem Klistier werden 2, 3, 4 oder sogar auch 5 Liter Wasser in den Darm eingeführt. Es findet demnach eine regelrechte „Auswaschung“ des Darmes statt, die natürlich nicht ohne günstige Wirkung auf die fernere Darmtätigkeit, sowie auf das allgemeine Befinden des Menschen bleibt.
Bei dieser Gelegenheit werden auch die sogenannten Darmsteine, die sich in den „Darmtaschen“ („Darmfalten“) des Dickdarmes aufhalten und welche vielfach, für abgegangene Gallensteine angesehen werden, aufgeweicht und hinausbefördert; kurz,
das Tiefenklistier oder auch Darmbad genannt, ist ein großer Darmreiniger.
Die Technik dieses Klistiers ist folgende:
Man benötigt zunächst ein Gefäß von ca. 5 Liter Fassungsvermögen. Dasselbe steht mit
dem Wasser auf einem höheren Möbelstück (Schrank) und führt von diesem Gefäß ein Gummirohr, an dessen Ende das Darmrohr (aus festerem Gummi) von 75-80 Zentimeter sich befindet. Zwischen beiden Teilen befindet sich ein Hähnchen zum Absperren des Wassers.
Zweckmäßig schaltet man zwischen Hähnchen und oberen Gummischlauch noch eine sogenannte Klysopompe (d. i. ein Gummiball mit zwei Ventilen) ein, um bei Beginn der Prozedur das Wasser bequem aus dem oberen Gefäß zunächst ansaugen zu können. Am Fuße des Schrankes steht das Lager des Patienten, welches zweckmäßig, da oft etwas Wasser beim Einlaufen in den Darm wegläuft, mit einer alten Decke, Segeltuch oder dergleichen etc. bedeckt wird. Das Klosett sei in der Nähe, andernfalls halte man einen Eimer in Bereitschaft, da oft das nach dem Klistier das Wasser und der Stuhl mit aller Macht nach Entleerung drängt.
Das Wasser nehme man 38-42 Grad Celsius warm und führe nun, nachdem man bei offenen Hähnchen das Wasser angesaugt hat, das eingeölte Darmrohr zunächst nur ca. 10 Zentimeter ein und lasse hierauf ca. 1 Liter Wasser in den Darm einfließen. Am Eingang des Mastdarmes befindet sich eine Darmerweiterung, in welcher die Massen sich ansammeln.
Diese angesammelten Massen gilt es zunächst hinauszubefördern. Nachdem dies geschehen, führe man das Darmrohr der ganzen Länge nach derart ein, dass man dasselbe „etappenweise“ einölt und auch so einführt. Wird es gleich der ganzen Länge nach eingefettet, so läßt es sich in diesem Zustand schlecht einführen und handhaben. Das Darmrohr sei nicht zu kalt, man hänge es bis zum Gebrauch in das warme Klistierwasser, trockne es darnach ab, da sonst das Oel nicht haftet. Beim Einführen des Darmrohres kommt es vor, dass die im Darm immer weiter vordringende Rohrspitze in einer der Darmfalten sich „fängt“ und sich dann beim weiteren Nachschieben des Rohres umbiegt. Dann kann kein Wasser mehr in den Darm einfließen. Um dies feststellen zu können, drücke man nach jeder Etappe des Weiterschiebens, bei geöffnetem Hähnchen, den Ball der Klysopompe. Läßt sich derselbe zusammendrücken, so ist dem Wasser der Austritt aus dem Darmrohr nicht verhindert. Leistet der Ball beim Zusammendrücken jedoch Widerstand (lässt sich also nicht zusammendrücken)
So ist der Austritt in den Darm behindert, die Spitze des Darmrohres hat sich an einer Darmfalte umgelegt. In diesem Falle ziehe man mit der einen Hand unter dauerndem Drücken des Balles, mit der anderen Hand das Darmrohr langsam etwas zurück, bis der Klysoball sich wieder zusammendrücken lässt. Das ist das Zeichen, dass die Spitze des Darmrohres wieder das Wassere durch lässt. Dann kann die weitere Einführung in der beschriebenen Weise .bis zum Hähnchen erfolgen. Beim Einführen des Darmrohres kann man schon auf halbem Wege das Wasser in den Darm mit einlaufen lassen. Zeigen sich beim Darmfüllen krampfartige Darmzusammenziehungen, so stelle man zur Beruhigung für kurze Zeit den Wasserzufluß ab
und führe kreisende Streichungen über den Leib in Richtung des Uhrzeigers aus. Ist alles Wasser in den Darm gelangt, so halte man dasselbe so lange wie möglich noch im Darme fest, da hierdurch die Kotmassengut aufweichen.
Dasa Entleeren der großen Wassermenge vollzieht sich nur etappenweise. Man verbleibe deshalb längere Zeit auf dem Klosett, um sich vor „Überraschungen“ zu bewahren.
Ratsamer ist stets die Benutzung eines Eimers, um sich von dem großen Unrat,
der sich im Darm angesammelt hat, persönlich zu überzeugen. Erst dann ermißt man voll und ganz die Wichtigkeit eines Tiefenklistieres. Der Mensch fühlt sich nach einem solchen Bade wie neugeboren.
Nach der völligen Entleerung des Darminhaltes nehme man mit einer kleinen Oelspritze noch ein kleines Oelbleibeklistier von ca.50 Gramm guten Oeles. Dieses Oel soll im Darm verbleiben, um der Darmwandung die erforderliche Geschmeidigkeit zu geben. Manche Personen sind nach der Prozedur etwas ermattet. Deshalb nimmt man dasselbe meist abends vor dem Schlafengehen; es nimmt ungefähr 5/4 bis 1 ½ Stunden in Anspruch, man vermeide dabei jedoch jegliche Eile.
Das Tiefenklistier wird normalerweise alle 2-3 Wochen bis zur normalen Darmtätigkeit angewandt. In Ausnahmefällen kann es in einer Woche auch 2 mal angewendet werden, jedoch dies nicht wochenlang aufeinander; der Patient beobachte selbst dabei die Wirkung auf den Körper. Es ist zu bedenken, dass Klistiere trotz ihrer „Natürlichkeit“ doch immer wieder etwas „Unnatürliches“ für den Körper sind.
Nach diesem Klistier erst nehme man das Abendessen ein und zwar am ratsamsten einen Teller Weizenschleim in Wasser gekocht; jedoch keine feste Nahrung. Nur erst am anderen Tage lebe man wieder in gewohnter Weise.“

So sahen Rezepte um etwa 1930 aus, etwas weitschweifig, aber auch dem „einfachen“ Menschen verständlich. Muß aber nicht nachgemacht werden!

meint klysophil

Der Einlauf

Bodo H ist offline
Beiträge: 952
Seit: 08.10.06
Ein wahrlich (beinah) antiquarisches Fundstückchen, klysophil,
dazu noch an passendem Orte "ausgegraben" ... gratuliere!

Ist das denn Heute medizinisch noch haltbar mit der Empfehlung einer "Ölschmierung"?!

Zitat von klysophil Beitrag anzeigen
Nach der völligen Entleerung des Darminhaltes nehme man mit einer kleinen
Oelspritze noch ein kleines Oelbleibeklistier von ca.50 Gramm guten Oeles.
Dieses Oel soll im Darm verbleiben, um der Darmwandung die erforderliche
Geschmeidigkeit zu geben.



GB
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carpe diem

Der Einlauf

gerold ist offline
Beiträge: 4.740
Seit: 24.10.05
Nein, ein Einlauf von 5 l wäre für mich eindeutig über meinem Fassungsvermögen; 3 l sind für mich das Maximum. Die Empfehlung mit dem 80 cm langen Darmrohr habe ich auch schon ausprobiert; hierfür vermag man ein als Schlundrohr für Magenspülungen bezeichnetes Rohr entweder aus Kunststoff oder aus Gummi zu verwenden, das den großen Vorteil hat, daß man nach dessen Einführung über die ganze Länge durch sämtliche Gasansammlungen im Dickdarm hindurch ist, wodurch sich sämtliche diesbezüglichen Probleme erledigen: Auf angenehmste Weise vermag man so auch eine größere Einlaufmenge aufzunehmen.

Alles Gute!

Gerold
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben.

Der Einlauf

klysophil ist offline
Beiträge: 30
Seit: 17.10.11
Hallo Gerold,
habe extra darunter geschrieben, es nicht nachzumachen.
Abgesehen davon räumt der Erfinder erst mit 1L das Rektum aus, bevor das große Volumen kommt. Sonst wäre auch mir das zuviel, es heißt ja auch 2,3,4, bis 5L.
Ich habe meine 1922 geborene Tante, sie war Schwester und die Quelle des Papiers, aus "Gschamigkeit" nie zum Praxiseinsatz befragt. Wer will sich als junger Mensch schon als Einlauffreund offenbaren.
Wenn Du Beitrag #1171 vergleichst, sind Ähnlichkeiten zu finden.
Ich wurde gefragt, ob der Öl-Eintrag heute noch als sinnvoll anzusehen sei.
Meines Wissens verarbeitet der Dickdarm nichtausgeschiedenes Öl nur durch Verseifung, was einen längeren Schiebereflex auslösen würde. Weißt Du dazu genaueres? Mein in frühen Anwenderjahren hoch instilliertes bißchen Mohnöl
fand sich lange nicht heraus und verschmutzte die Wäsche. Hab es nicht wieder versucht.
Bin auf weitere Resonanzen zur alten Gebrauchsanweisung gespannt.
Eine gute Woche wünscht
klysophil

AW: Der Einlauf

Evgenij ist offline
Beiträge: 1.725
Seit: 08.02.15
Ich habe vorkurzem auch meine ersten Einläufe ausprobiert. 1 Liter vorgespült und dann 2 Liter der Einlauf. Benutze ein 40 cm Darmrohr was ich mit Kokosöl einfette, klappt ganz gut bis jetzt. Aber 80 cm ist schon ein nettes Stück, genau so wie die 5 Liter, nicht schlecht... Ist es auch so effektiv wie es klingt?

Mit was spült ihr eigentlich vor, Natron oder Himalaya Salz?

Grüße
Evgenij

Der Einlauf

klysophil ist offline
Beiträge: 30
Seit: 17.10.11
Hallo Evgenij,
verstehe Deine Frage nicht. das angestrebte Ausräumen kann durch Einbringen mehrerer kleiner oder eines großen Einlaufs erreicht werden. Den Begriff des Vorspülens benutze ich daher nicht.
Die eingeführte Darmrohrlänge ist nur für den gewünschten Ort des Wasseraustrittes interessant, der allgemein etwas weiter drin als weniger unangenehm empfunden wird. Ein Darmrohr 40cm reicht dafür immer aus. Natron setze ich nicht ein, dünnes Seifenwasser ist auch leicht basisch, wenn isotonisches Wasser sein soll, genügt mir normales Speisesalz. Zur Menge muß jeder eigene Erfahrungen sammeln, 2l gelten schon als ordentliche Größe.

Der kopierte Beitrag wurde vor etwa 75 Jahren nach dem damaligen Kenntnisstand für die Spezialität Tiefenklistier geschrieben und ist keine aktuelle Handlungsanweisung oder Aufforderung zum Nachnutzen!

Alles Gute
klysophil

Der Einlauf

Creamdoc ist offline
Beiträge: 370
Seit: 01.09.13
Zitat von klysophil Beitrag anzeigen
(...)
Die eingeführte Darmrohrlänge ist nur für den gewünschten Ort des Wasseraustrittes interessant, der allgemein etwas weiter drin als weniger unangenehm empfunden wird. Ein Darmrohr 40cm reicht dafür immer aus. Natron setze ich nicht ein, dünnes Seifenwasser ist auch leicht basisch, wenn isotonisches Wasser sein soll, genügt mir normales Speisesalz. Zur Menge muß jeder eigene Erfahrungen sammeln, 2l gelten schon als ordentliche Größe.
Der kopierte Beitrag wurde vor etwa 75 Jahren nach dem damaligen Kenntnisstand für die Spezialität Tiefenklistier geschrieben und ist keine aktuelle Handlungsanweisung oder Aufforderung zum Nachnutzen!
Alles Gute
klysophil
...dachte ich zu Beginn doch tatsächlich, hierbei handle es sich um ein Forum welches sich zum Ziel gesetzt habe, jedweder Symptombekämpfung ein Ende zu setzen...

Geändert von Creamdoc (18.08.15 um 10:32 Uhr)


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