Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIBO)

10.11.14 00:27 #1
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Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIBO)

damdam ist gerade online
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Kann man aufgrund eines negativen Lactosetests (und einem Fructosetest, wo der Anstieg erst nach 120 Min. war, aber nicht bei Min. 30 und 60) schließen, dass es kein SIBO ist? (Der Test ist aber schon 3 Jahre her, und seitdem sind die Enterokokken kontinuierlich runtergegangen)
Chlostridien hab ich immer mal wieder gehabt, waren dann aber wieder weg. Die Symptome, die oben beschrieben werden, hab ich nicht, bis auf ab und zu Blähungen (ist das nicht normal?).

Viele Grüße

Geändert von damdam (11.11.16 um 13:37 Uhr)

Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIBO)

hitti ist offline
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Zitat von damdam Beitrag anzeigen
Die Symptome, die oben beschrieben werden, hab ich nicht, bis auf ab und zu Blähungen (ist das nicht normal?). Viele Grüße
Hallo damdam,

viele denken, dass sie keine Symptome haben, ich kann mich mit der Diagnose auch nicht wirklich anfreunden, aber anderes deutet darauf hin, auch wenn ich ansonsten keine Darmprobleme zu haben scheine.

Bei mir sind es die unzähligen AB-Einnahmen über viele Jahre hinweg...

Und zu den Tests: Du weißt sicher auch, dass die auch falsch-negativ oder falsch-positiv ausfallen können. Meine Kinder hatten/haben definitiv mit Laktose Probleme (vor allem als Kleinkinder) und sie bekamen beim Test (für mich eindeutig) Hautprobleme, aber laut Testergebnis war alles okay...

LG

hitti

Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIBO)

damdam ist gerade online
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Hallo hitti,

viele denken, dass sie keine Symptome haben, ich kann mich mit der Diagnose auch nicht wirklich anfreunden, aber anderes deutet darauf hin
Also gibt es weitere Symptome?

Ich hatte den Thread gestern beim stöbern entdeckt und gehofft, ich könnte es damit mal abhaken.

Viele Grüße

Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIBO)

hitti ist offline
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Zitat von damdam Beitrag anzeigen
Also gibt es weitere Symptome?
Antwort von Eva siehe hier:

http://www.symptome.ch/vbboard/cfids...ml#post1132428

(Für alle anderen Interessierten)

damdam, ich selbst bin bei SIBO auch nicht firm, will und kann es für mich allerdings leider auch nicht ausschließen bzw. gehe davon aus, dass es auch ein Thema für mich ist.

Den Thread habe ich nur mal eröffnet, weil das Thema mal aus dem RS-Thread raus sollte. Klappt aber nicht ganz, was aber oft so ist...

LG

hitti

Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIBO)

Daenerys ist offline
Beiträge: 496
Seit: 22.04.14
Damdam

Die Tests sind sehr unzuverlässig. Das liegt daran, dass der Dünndarm lang ist. Was bei einem Atemtest an Gas oben rauskommt, sind meist nur die Gase des oberen Dünndarmdrittels. Wenn man SIBO aber im unteren Drittel hat, also bei der Ileozökalklappe (Übergang von Dünndarm zu Dickdarm), was sehr häufig der Fall ist, dann fallen Tests oft negativ aus. Gerade Menschen, die vor allem Archaeen haben (Urbakterien, die vor allem Methangas produzieren), bleiben undiagnostiziert, weil sich diese Gase fast immer im unteren Drittel des Dünndarms befinden. Es gibt viele falsch-negative Tests. Positive Tests sind meistens zuverlässig, sagen aber aus obig genannten Gründen auch nichts über die Stärke der Fehlbesiedelung aus.

Und wegen der Symptome: Das einzige Symptome, das ich jemals hatte, waren Blähungen. Manchmal nicht einmal stark. Ich hatte weder Durchfall, noch Verstopfung (zumindest nicht mehr in den letzten 2 Jahren), keine Bauchschmerzen, nix. Symptome hatte ich erst immer dann, wenn ich angefangen habe, sie auszuhungern. Als ich noch nicht gewusst habe, dass ich SIBO habe, hab ich ab und zu versucht, etwas Gewicht abzubauen. Weniger KH, kaum Zucker. Dabei habe ich mich miserabel gefühlt: Bauchschmerzen, Durchfall, psychische Symptome, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen... etc. Heute weiss ich, dass ich SIBO habe und dass beim Absterben der kleinen unerwünschten Freunde Endotoxine entstehen bzw. LPS (Lipopolysaccharide), welche nicht immer gut abtransportiert werden und massiven Schaden anrichten können. Deshalb kamen bei mir erst Symptome beim Ausrotten dieser Bakterien.

Eine gute Seite mit sehr vielen Zusammenhängen, ist diese hier (leider auf Englisch):
No-Hype Holistic Health Resource Center
Gerade für Leute, die nicht "nur" SIBO haben, sondern eventuell auch andere Trigger oder Baustellen wie Candida, HIT etc. hat es sehr viele gute Infos betreffend Behandlung. Zum Beispiel in diesem Artikel hier, geht die Therapeutin darauf ein, wie man vorgeht, wenn mehrere Baustellen vorhanden sind und wie man diese von den Symptomen her auseinanderhalten kann:
Candida, SIBO or H. Pylori?

Bei Candida und SIBO würde ich zuerst Candida adressieren. Biologisch gesehen ist es so, dass die Pilze die Bakterien umhüllen können (sie sind dann quasi eingeschlossen und vor Zerstörung geschützt). Wenn man also erst den Candida-Überschuss wegputzt, kriegt man die Bakterien besser zu fassen. Kokosöl zerstört übrigens beide - Pilze und Bakterien - damit anzufangen, ist sicher nicht schlecht. Aber ich würde auch noch etwas nehmen, was den Biofilm der Bakterien zerstört (z.B. Mastixharz). Andernfalls sind sie vielleicht zu stark und überleben die Angriffe.

Und das wichtigste, was ich auch in den oben erwähnten Interviews mit Chris Kresser herausgehört habe, war die Sache mit dem Timing. Man sollte die SIBO-Diät und Kräuter oder AB nicht zu lange nehmen, weil sonst der Darm so geschwächt ist, dass gerade deshalb die Fehlbesiedelung wieder anfängt. Aber man sollte auch nicht zu früh mit den Mitteln aufhören. Und genau dort liegt vermutlich die Krux: Wann ist der richtige Zeitpunkt. Ich bin sicher, das ist auch der Grund für die hohe Rückfallquote von ca. 85%.

Falls jemand noch Fragen hat, ich bin mittlerweile (wie Hitti) so eine Art SIBO-Profi ISO-geprüft :-)) und habe x Studien und Forschungsmaterial zu Hause über was-weiss-ich im Zusammenhang mit SIBO.

Was mich momentan zu diesem Thema am meisten beschäftigt, sind die Ursachen. Ich meine, wenn diese nicht aufgelöst wird, bringen auch alle Mittelchen und Kräuter nix. Mir sind die möglichen Ursachen durchaus bekannt, aber ich kann sie bei mir selber nicht wirklich finden. Es könnte fast alles oder nichts davon sein.

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damdam ist gerade online
Beiträge: 2.041
Seit: 02.10.10
Hallo Daenerys,

vielen Dank für Deine Informationen, auch die Links. Ich werde sie mir demnächst nochmal genauer ansehen.

Wie hast Du denn dann schließlich rausgefunden, dass Du SIBO hast?

Ich finde das aber schwierig: Tests unzuverlässig, Symptome muss man keine haben. Da weiß man gar nicht, wie man ansetzen soll.

Gegenwärtig bin ich erst noch am schauen, wie ich am besten rausfinde, ob ich Candida habe. D-Arabinitol oder LTT auf Candida, aber ich weiß leider nicht, welcher Test am besten geeignet ist und die Labors sagen einem als Patient entweder gar nichts oder wissen selbst nicht viel.

H. pylori und Gastritis hab ich definitiv, ob das für meine letzten Beschwerden verantwortlich ist, weiß ich aber auch nicht. Vielleicht werde ich ja aus dem einen Artikel schlauer.

Kokosöl verwende ich schon die ganze Zeit zum kochen/braten. Allerdings ungehärtetes Fett aus dem Supermarkt, ich weiß nicht, ob das genauso tauglich ist.

Viele Grüße

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evalesen ist offline
Beiträge: 3.171
Seit: 20.08.09
Zitat von Daenerys Beitrag anzeigen
Was mich momentan zu diesem Thema am meisten beschäftigt, sind die Ursachen. Ich meine, wenn diese nicht aufgelöst wird, bringen auch alle Mittelchen und Kräuter nix. Mir sind die möglichen Ursachen durchaus bekannt, aber ich kann sie bei mir selber nicht wirklich finden. Es könnte fast alles oder nichts davon sein.
Hallo Daenerys,

die üblichen Verdächtigen: Vireninfektionen und Schwermetalle in den Dünndarmnerven. Die SIBO-Diät (oder SIFO, meistens hat man beides) bzw. Behandlung steht ja nur am Anfang der Behandlung der Dysbiose, damit kommt behandelt man keine Vireninfektionen, man reduziert lediglich die bakterielle Überwucherung.


LG Eva

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Daenerys ist offline
Beiträge: 496
Seit: 22.04.14
Damdam

Ich hab den Lactulose/Mannulose-Test gemacht und das "Glück" gehabt, dass das Resultat sehr eindeutig war.

Evalesen
Viren und Schwermetalle wurden ausgeschlossen. Ich denke, bei mir hat es was mit der Vorgeschichte zu tun. Ich hab Hashimoto und war wegen der SD-Unterfunktion lange Zeit verstopft. Daraus hat sich vermutlich ein Leaky Gut und/oder eine Divertikulose entwickelt. Das habe ich aber nicht untersuchen lassen. Zudem habe ich eine Schwachstelle bei der Ileozökalklappe, weil das eine öfters schmerzhafte Stelle ist.
An sich sind das schon viele Anhaltspunkte, an denen ich arbeiten kann. Aber gerade eine verlangsamte Darmmotilität (was ich als Hauptverdächtigen sehe) ist für mich schwierig zu korrigieren, denn die Sibo-Diät (keine fermentierten Lebenmittel und keine Fasern) verschlimmern ja die Verstopfung noch. Bei der Sibo-Behandlung vermindere ich also die Bakterien, fördere aber gleichsam die Ursache (langsame Verdauung).
Daher bin ich schon gespannt, wie sich das Ganze entwickelt.
Auch die Schilddrüse selber kann der Auslöser sein, aber auch da beisst sich die Sibo-Behandlung mit der Ursache. Sobald ich nämlich arm an Kohlenhydraten esse, sackt mein T3 ab (trotz T4-Substitution) und meine Verdauung wird auch da wieder langsamer.

Aber ich bleibe trotzdem mal optimistisch. Ich habe es schon einmal geschafft, diese Dinger loszuwerden (unwissentlich) und bin sicher, dass es wieder funktionieren wird. Die Frage ist nur, in welchem Zeitrahmen.

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damdam ist gerade online
Beiträge: 2.041
Seit: 02.10.10
Hallo Daenerys,

ich dachte, der Lactulose-Mannitol-Test (den meinst Du wohl?) ist für den Nachweis von Leaky-Gut?!

Zu dem verlangsamten Darm mal als Idee, ohne zu wissen, ob es klappt: Kannst Du nicht irgendwas essen, was weder Du noch die Darmbakterien verstoffwechselt?

Viele Grüße

Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIBO)

malk ist offline
Beiträge: 1.188
Seit: 26.08.11
Zitat von Daenerys Beitrag anzeigen
Aber gerade eine verlangsamte Darmmotilität (was ich als Hauptverdächtigen sehe) ist für mich schwierig zu korrigieren, denn die Sibo-Diät (keine fermentierten Lebenmittel und keine Fasern) verschlimmern ja die Verstopfung noch. Bei der Sibo-Behandlung vermindere ich also die Bakterien, fördere aber gleichsam die Ursache (langsame Verdauung).
Bei mir kommen SIBO ähnliche Zustände immer wieder (Rückfälle), obs nun wirklich SIBO ist, kann ich auch nicht sicher sagen.

Das Thema Darm Peristaltik ist definitiv bei mir ein Hauptproblem. Ich bekam mal ein Medikament dagegen und das wirkte genial. Leider hatte es schwere Nebenwirkungen (Herzrhythmusstörungen, aber nicht bei mir) und wurde daher vom Markt genommen.

Woher das allerdings kommt (das Symptom), weiß ich auch nicht. Vermutungen (und auch Diagnosen) habe ich einige.

Geändert von malk (07.12.16 um 19:34 Uhr)


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