Dysbiose: Darmsanierung sehr schleppend

07.04.13 00:40 #1
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kirsche89 ist offline
Beiträge: 8
Seit: 24.12.12
Huhu Leute,

ich schreibe hier mal rein, weil ich mal euren Rat bräuchte.
Seit 7 Monaten mache ich nun eine Darmsanierung und nehme tägich nutrimmun pur und sport, dazu Myrrhinil Intest und Regacan.
Außerdem achte ich auf eiweiß-und fettarme Ernährung und histamin- und laktosearm.
Eine nachgewiesene HI habe ich noch nicht, es geht mir damit aber besser.

Mein Stuhltest vom Juli 2012 sah in etwa so aus:

ph-Wert 6,5 (grenzwertig)
E.coli massig erhöht
Clostridien massig erhöht
Bifido normal (allerdings grenzwertig im unteren Bereich)
Lakto normal

Daraufhin begann meine Darmsanierung der Fäulnisflora.

Mein aktueller Stuhltest sieht nun heute so aus:

ph-Wert 7 (zu alkalisch -> toxische Belastung)
E.Coli normal
Bifido erniedrigt
Lakto erniedrigt
Clostridum erhöht

Sprich: aus der Fäulnisflora wurde eine verminderte Säuerungsflora?!

Naja ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt Ozovit nachzunehmen um den Clostridien völlig garaus zu machen, habe aber immer gewartet bis sich zumindest die e.coli wieder stabilisieren.
Das hat es ja nun somit getan, und bei den erniedrigten Bifido und Lakto wäre es doch nun eine Option? Wo nicht viel ist kann man ja auch nicht viel kaputt machen... ich lese nur sehr viel wiedersprüchliches über die Therapie mit Ozovit, deswegen wollte ich euch nochmal fragen, was ihr davon hält?
Ich schätze, dass durch den Sauerstoff des Ozovit nun quasi wieder Grundlage für die e.coli gegeben wird, allerdings habe ich es ja immerhin schonmal geschafft, die e.coli mit Probiotika zu verdrängen. Das dürfte dann wohl nach dem Ozovit doch wieder kein Problem sein, oder?
Macht es denn außedem Sinn, Probiotika während der Ozovit-Therapie zu nehmen? Ich wäre ja dann wohl eine Zeit lang "ohne" Bifido und Lakto, muss ich da auch irgdnwie mit der Ernährung aufpassen? Sollte ich eh einfach weitermachen mit meiner bisherigen Diät, wie bisher?

Hoffe ihr könnt mir weiterhelfen
ganz lieben Gruß!!

Dysbiose: Darmsanierung sehr schleppend

James ist offline
Moderator
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Seit: 20.05.08
Hallo Kirsch89,

mit Ozovit gibt es unterschiedliche Erfahrungen ... von Durchfall bis Verstopfung. Gemeinsam ist nur, dass man es nur sehr kurzzeitig (max. 1 Wo) anwendet. Falls es wiklich "durchhaut", würde ich mit allen anderen Dingen abwarten, denn auf die paar Tage kommt es nun sicher auch nicht mehr an.
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

Dysbiose: Darmsanierung sehr schleppend

James ist offline
Moderator
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Seit: 20.05.08
Nachtrag:

Hattest Du bevor der Darm Schwierigkeiten machte ein Antibiotika bekommen? Bei Clostridien und besonders C. difficile ist das häufig der Auslöser weil die guten Darmbakterien dabei getötet und C. difficile oft resistent ist, somit sich massenhaft vermehrt. Leider bilden C. difficile auch noch Toxine, die den Darm angreifen uns somit weiter schädigen. Insgesamt kann dadurch ein Teufelskreis ausgelöst werden, der letztlich schwer behandelbar wird. Falls Du es noch nicht entdeckt hast hier noch die Lins zu unserem Wiki: Clostridium difficile und Kurzfassung Darmflora
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Gruß, James

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Kayen ist offline
Beiträge: 4.988
Seit: 14.03.07
Hey kirsche,

Inulin wäre auch noch eine Möglichkeit die Anzahl Deiner Darmbakterien zu erhöhen.
Inulin ist quasi Futter für die positiven Darmbakterien und werden so natürlich vermehrt.
Ich bestelle mein Inulin in der Apotheke, man bekommt es auch in Reformhäusern.


Ernährungsphysiologische Bedeutung von Inulin

Inulin ist vergleichbar mit Stärke, die aus vielen Glukose-Bausteinen aufgebaut ist. Im Gegensatz zu dieser kann Inulin jedoch nicht von den Verdauungsenzymen aufgeschlossen werden. Es zählt daher zu den Ballaststoffen, die im Dünndarm nicht aufgespalten werden und so den Dickdarm erreichen. Dort dient das Inulin den Bifidusbakterien als Nahrung und fördert deren Wachstum. Man zählt Inulin deshalb zu den Prebiotika.
Im Dickdarm wird Inulin von den Darmbakterien zu Fettsäuren abgebaut, die teilweise in die Blutbahn aufgenommen werden.

Studie über Inulin

In verschiedenen Tiermodellen hat sich eine inulinhaltige Diät sogar als wirksamer Schutz gegen die Entstehung von Dickdarmtumoren erwiesen: Füttert man die Tiere mit Inulin, geht im Darm die Anzahl der Fäulnisbakterien zugunsten der Bifido- oder Säurebakterien zurück. Folglich sinkt die Produktion von Ammoniak, das die Entstehung und das Wachstum von Dickdarmtumoren beschleunigt.
Lesen Sie mehr unter: Inulin - Ballaststoffe für Ihren Darm



Grüsse von Kayen
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Dysbiose: Darmsanierung sehr schleppend

James ist offline
Moderator
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Beiträge: 5.837
Seit: 20.05.08
Kann ich nur bestätigen!
Auch Oligofructose (ein ähnlich wirkender Ballaststoff) ist Futter für die "guten" Bakterien des Dickdarmes.
Zusätzlich könnte man auch mit Flohsamenschalen den Wasserhaushalt verbessern. Auch zu diesem Thema gibt es ein Wiki: Ballaststoffe
Mit einer gut durchdachten Ernährung ist nach meiner Meinung mehr für die Gesundheit zu erreichen, als es durch Medikamente möglich ist. Letztere können nur unterstützend wirken aber ursächlich und damit dauerhaft wenig ausrichten.
Gruß, James

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kirsche89 ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 24.12.12
Hallo,

vielen Dank für eure schnellen und doch so hilfreichen Antworten )

Ja das mit der AB-Einnahme kann bei mir sehr gut sein. Angefangen hat das ganze mit den Magen-Darmbeschwerden glaub schon vor 5 Jahren, als ich AB genommen habe, ohne danach einen Darmaufbau zu machen. Unkenntnis und die Nichtaufklärung der Ärtze waren Schuld. Das letzte mal AB hatte ich vor 1 1/2 Jahren genommen, wieder ohne auf einen Darmaufbau aufgeklärt worden zu sein. Solch ein Verhalten ist doch echt verantwortungslos, oder nicht?
Das schlimme war, dass ich nach den AB-Therapien meist mit sehr ungesunder Ernährung weiter gemacht habe. Schätze da sind die Clostridien nur so gesprossen. Umso wichtiger diese nun los zu werden.
Achja, ich habe nur Cl. spezies erhöht, Cl. difficile war bei mir negativ.

Das mit dem Inulin in ein sehr guter Tipp, hatte ich noch nie gehört. Da ich aber eh vermute, dass die guten Baktis es gerade sehr schwer haben sich in meinem Darm anzusiedeln geschweige denn zu vermehren, möchte ich das nun angehen. Die Ernährung kann bei mir glaub nicht Grund dafür sein, da ich sehr viel Gemüse esse und ungesundes aus meinem Ernährungsplan gestrichen habe. Habe sogar einen Kaffeeentzug hinter mir.

Kennt ihr denn gute Präparate die Inulin enthalten? Allein durch die Nahrung kann man den Bedarf ja wohl nicht decken? Und wie lange sollte ich das Inulin dann nehmen, ist das komplett begleitend zur Darmsanierung?

Ich habe ein Produkt bei mir daheim gefunden, was ich mal in der Drogerie gekauft habe. Es heißt "darm AKTIV Prebiotisch" und ist von der Marke Biolabor. Es sind so Kautabletten.
Hier mal die Inhaltsstoffe: Oligofruktose (4,2g Tagesdosis), Dextrose, Miclhsäure (90g Tagesdosis), Calciumlactat, gehärtetes Pflanzenfett, Siliciumdioxid und Magnesiumsalze von Speisefettsäuren, Aroma, Zinkcitrat (Zink 5mg Tagesdosis).
Sind die denn empfehenswert? Ich gebe ja eigentlich nicht mehr so viel auf Zeugs aus der Drogerie...

Flohsamenschalen nehme ich auch schon ab und an, habe aber noch keinen Nutzen feststellen können.
Ich versuche jetzt eh speziell mehr Ballaststoffe zu mir zu nehmen, also bin gerade dabei es aufzubauen. Esse auch sehr viel Leinsamen, und ich merke wie es mir hilft. Bei Leinsamen merke ich schon eine abführende (aber angenehme) Wirkung. Bei Flohsamenschalen noch nicht, finde es aber auch irgdnwie eklich sie zu "trinken"...

Ich habe mit der Ozovittherapie gestern begonnen und werde euch auf dem laufendem halten. Bis jetzt habe ich die Dosis sehr gut vertragen. Habe jetzt die Probiotikaeinnahme eingestellt.
Ich habe im Internet folgenden Tipp zur Einnahme von Ozovit bekommen:
Zunächst ein paar Tage abend 1/2 ML, dann morgens und abends 1/2 ML, wenn es gut vertragen wird morgens 1/2 ML und abends 1ML dann weiter zu 1 ML morgens und abends. Das ganze 2 Wochen. Danach nur noch abends 1 ML und wieder anfangen mit Probiotika morgens. Da stand dann noch dabei, dass man das Ozovit nehmen soll bis die Packung leer ist, das schließt sich für mich auf nen sehr langen Zeitraum... ich werde einfach mal schauen ob ich nicht nach 2 1/2 Wochen Schluss mache oder so.
Ist das denn so in Ordnung? Ich werde natürlcih weiterhin auf meinen Körper hören, und wenn das so nicht geht, geht das nicht so.

Angst habe ich aber immernoch nachwievor, dass die Laktos (die bei mir eh schon kaum noch vorhanden sind) hiermit komplett weggespühlt werden, und ein Wachstum danach kaum mehr möglich ist. Es kommt mir grad so vor wie die Wahl zwischen Clostridien und Laktos.... echt ein Teufelskreis. Ich bin gespannt, und hoffe das beste

Ganz liebe Grüße!!

Dysbiose: Darmsanierung sehr schleppend
Männlich Windpferd
Hallo Kirsche,

ich glaub Du machst Dir viel zu viele Sorgen.

Wenn man sich richtig ernährt, kommt die Darmflora in der Regen von selber in Ordnung.

Richtig: das heißt (etwas vereinfacht): roh, grünbetont, mit wenigen komplexen Kohlendydraten und ohne jegliche Einfach-KH.

Ich weiß, mit dieser Empfehlung macht man sich bei den Meisten nicht beliebt.

Trotzdem: Guten Appetit,
Windpferd

Dysbiose: Darmsanierung sehr schleppend

James ist offline
Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.837
Seit: 20.05.08
Hallo Kirsche,

nach meier Erfahrung war es wirklich eine der Antibiosen! Zur Aufklärung: C. spez. heißt nur, dass man Clostridien gefunden hat, die genaue Zuordnung der Art jedoch NICHT erfolgt ist. Aus Deiner Schilderung der Symptome kann man aber ableiten, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen AB-resistenten Colstridium difficile-Stamm handelt. Das Bakterium selbst greift zwar den Darm nicht an, seine toxischen Abbauprodukte aber sehr wohl. Dadurch kann es unbehandelt sogar bis zum Leaky-Gut-Syndrom (durchlässiger Darm) mit Zerstörung der Zotten und Darmwand kommen. Es ist demnach sehr gut, dass Du was unternimmst und auch Durchhaltevermögen zeigst.

Gruß, James

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kirsche89 ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 24.12.12
Huhu,

also Clostridium difficile habe ich zum Glück nicht. Nur die ganz normalen Clostridien, in erhöhter Form.
Das mit der Ernährung versuche ich schon einige Zeit, esse jetz auch gerade sehr viel mehr Balastoffe und ich muss sagen, dass mein Stuhl sich auch sehr viel gebessert hat.
Allerdings nehme ich jetzt ja seit 1 Woche Ozovit und bin aktuell schon bei der Dosis morgens und abends 1 ML angekommen. Das einzige was ich merke sind vermehrte Blähungen (aber auch übelriechend -.-), aber das kann ja auch von dem Sauerstoffausstoß vom Ozovit kommen.
Was mir auch aufgefallen ist, ich habe seither viel festeren Stuhl. Ich dachte eigentlich, dass Ozovit ja auch abführend wirken soll, aber davon keine Spur.
Verstopfung habe ich aber auch nicht.
Es kann ja auch sein, dass hier die Balaststoffe gut mitarbeiten?!

Leaky Gut habe ich auch etwas. Dagegen hat mir mein Arzt auch Regacan verschrieben. Dieses soll die Immunität wieder aufbauen.

Alles in allem bin ich gerade so mit der Therapie ganz glücklich, hoffe dass die Clostridien nun eingedämmt werden und dann nehme ich wieder in einer Woche meine Probiotika.

Eine Frage habe ich allerdings noch, wie lange nach den 2 Wochen morgens und abends Ozovit soll ich denn Ozovit noch abends weiternehmen? Ich habe mal gelesen, dass man dieses so auch wieder ausschleichen soll?

Schonmal danke und ein schönes sonniges Restwochenende noch euch

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margie ist offline
Beiträge: 4.752
Seit: 02.01.05
Hallo Kirsche,

Clostridien-Erhöhung habe ich auch und ebenso habe ich Histaminintoleranz.

Bei mir kommt beides von meiner Leberkrankheit, dem Morbus Wilson. Das ist eine genetisch bedingte chronische Kupfervergiftung, die dadurch zustande kommt, dass die Leber das Kupfer aus der Nahrung nicht vollständig ausscheiden kann.
Natürlich gibt es noch andere Leberkrankheiten, die zu Fäulnisbakterien (wie Clostridien) und zu Histaminintoleranz führen können.

Wenn die Leber krank ist (anfänglich sind die Leberwerte normal, d. h. man merkt das oft nicht sofort), dann kann die Leber das Eiweiß, vorwiegend das Eiweiß aus Fleisch, Wurst nicht mehr richtig verstoffwechseln und es bilden sich Fäulnisbakterien, d. h. Clostridien.
Es bildet sich auch Ammoniak, der wiederum die Hirnleistung, d. h. Gedächtnis, Konzentration herabsetzt.
Es kann zu der sog. minimalen hepatischen Enzephalopathie kommen.
http://data.aerzteblatt.org/pdf/109/10/m180.pdf
Auch bei den Ursachen für die Histaminintoleranz wird oft die Leber angegeben. Manchmal kann es auch die Nieren sein oder eine andere Grunderkrankung.

Bei der Leberkrankheit, die ich habe, können noch neurologische Symptome hinzukommen.

Es gibt aber, wie oben gesagt, auch andere Leberkrankheiten. Etwa die Eisenspeicherkrankheit, bei der man viel Eisen, Ferritin und eine hohe Transferrinsättigung hat.

Wurden die Leberwerte bei Dir mal untersucht? Waren sie erhöht oder an der oberen Grenze?
Ist die Gerinnung in Ordnung? Manchmal wirkt sich die Leberkrankheit auch negativ auf die Gerinnung aus.

Häufige Folge von Leberkrankheiten sind folgende auffällige Blutwerte:
Zinkmangel
Magnesiummangel
Vitamin A-Mangel




LG
Margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller


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