Massiver Einsatz von Antibiotika bei der Hähnchenmast

28.10.11 10:13 #1
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Massiver Einsatz von Antibiotika bei der Hähnchenmast

James ist offline
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Beiträge: 5.916
Seit: 20.05.08
Es gibt einen alten Spruch, den ich mal in diesem Zusammenhang bringen möchte:
"Man tritt den Hund - aber meint den Herrn"
Das Dilemma in dem wir uns befinden hat politische Ursachen. In unseren Ländern gibt es zwar tausende Bestimmungen, Durchführungsverordnungen und Gesetze aber keine klare Linie ohne offene Schlupflöcher. Das es auch anders geht, ist (und ich wiederhole das zum x.mal) bei unseren unmittelbaren Nachbarn zu sehen. Weil die Zustände bei uns so sind, wird der Ball immer nur hin und her geschoben.
Ich bin der gleichen Meinung wie Krankenhaushasser und hätte es auch nicht besser formulieren können. Solange keine klare Regelung besteht wird sich an den Zuständen nichts ändern!
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

Massiver Einsatz von Antibiotika bei der Hähnchenmast

Krankenhaushasser ist offline
Beiträge: 288
Seit: 15.09.10
Mittwoch, 25.Januar 2012, 23.00 Uhr im ZDF:

Tödliche Keime in Krankenhäusern
"ZDFzoom" untersucht Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und Todesfällen

Tdliche Keime in Krankenhusern / "ZDFzoom" untersucht Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und Todesfllen | ZDF | Presseportal.de

Massiver Einsatz von Antibiotika bei der Hähnchenmast

Laudanum ist offline
Beiträge: 1.469
Seit: 16.11.10
Danke für den link zur Reportage, Krankenhaushasser.

Wenn Antibiotika nichts mehr ausrichten, sind auch Ärzte machtlos
och...haben se sonst echt nix drauf, außer Antibiotika verschreiben?
Dann müssen se halt ne Umschulung machen, gell.

lg, laudanum

Krankenhauskeim MRSA

Rota ist offline
Beiträge: 2.638
Seit: 22.07.08
Geflügelmahlzeit Nein Danke
Was ist schlecht am Verzehr von Geflügelfleisch, besonders Hähnchen und Huhn?
(Dr. med. Karl Braun-von Gladiß, 1.1.2012)
Der durchschnittliche Deutsche verzehrt pro Jahr 10,7 kg Hühnerfleisch, im EU Durchschnitt sind das sogar 17,1 und in USA 40 kg.
Dies erfordert (allein in Deutschland) ca. 2,8 Millionen Tonnen Futtermittel. Der Anteil der aus Brasilien stammende Sojaschrot beträgt dabei 600.000 Tonnen. Diese Futtermittelproduktion zerstört sehr große Urwaldflächen und Regenwälder, beraubt Bauern ihrer einheimischen Landflächen und provoziert Landflucht und soziales Elend.
Brust oder Schenkel der Hähnchen werden in Deutschland selbst verzehrt. Weniger Attraktives landet über Kühlcontainer in afrikanischen Ländern und zerstört dort die lokalen Märkte.
Das Industriekonsortium um den Unternehmer Rothkötter erzeugt alleine etwa ein Viertel des Hähnchenbedarfs der Deutschen. Es sei bloß die Erfüllung der Verbraucherwünsche; so stellt es Herr Rothkötter selbst dar. Nicht er erzeuge den Markt, es sei umgekehrt: er folge nur der Vorgabe der Verbraucher, und einer müsse es ja tun.
In seinem bisherigen Betrieb wirft das Band schon jetzt 3,3 Hähnchen pro Sekunde filletiert und versandfertig aus. Doch in seiner neuen Anlage in Wietze / Nd.sachsen) steigt die Geschwindigkeit auf 3,7 Hähnchen pro Sekunde. Das macht ca. 26.000 „Stück“ pro Stunde, 422.400 am Tag und 134,8 Millionen Hähnchen pro Jahr. Für den gesamten Bedarf der Deutschen sind die Zahlen dann mal vier zu nehmen.
Rodung von Wald für Futtermittelanbau, Brutanlagen, Massenmastbetriebe, Akkordschlachthöfe (3,7 „Stück“ pro Sekunde), Speditionen, Vermarktungslogistik - alle Bereiche müssen getaktet auf einander abgestimmt werden.
Auf knapp fünf Wochen Zeit und auf eine Fläche von weniger als 22x22 cm (1 qm für 21 „Stück“) ist dabei das Leben der Tiere vom Ausbrüten bis zur Schlachtung beschränkt. Der Mastprozess ist computeriell streng gesteuert: Kraftfutter, Hormon-und Antibiotikazusätze, Wachstumsbeschleuniger, Desinfektionsmittel, Pestizide – alle Komponenten werden programmgerecht dosiert. Wer meint, diese Chemikalien landeten nicht (auch) im Fleisch, ist naiv. Was sich davon im Tier nicht anhäuft, findet sich im Abwasser und in der Atmosphäre.
Die Presse (zum Beispiel Süddeutsche Zeitung am 14.8.2010 und am 7. Juli 2011, 3SAT am 13.9.2010 und die ZEIT am 23.9.2010) berichtete mehrfach über diese Fakten. Solche Reportagen, Dokumentarfilme und Journalistenrecherchen führen uns die Bilder des hinter diesen Zahlen stehenden Grauens immer wieder vor Augen.
Dass Viele die Betriebe der Hähnchenproduktionsindustrie „Hähnchenhölle“ nennen, erstaunt nicht. Erstaunlich ist vielmehr, dass es immer noch viele Zeitgenossen gibt, die meinen, ihr Geflügelkonsum sei eine harmlose Angelegenheit.
Die beschriebenen Zusammenhänge treffen auf biologisch gezogene Hähnchen weniger und im Idealfall gar nicht zu. Aber auch Bio-Hähnchen sind in der Regel nicht mehr die Tiere, die in einer kleinen Hühnerschar auf der Wiese des Bauernhofs lebend sich von Körnern, Salatblättern und Würmern ohne Kraftfutter ernähren. Die Bedingungen, die wir in der Massentierhaltung zu beklagen haben, sind hier abgemildert. Nichts desto weniger fordern aber auch hier Konditionen des Marktes und Preisdrucks eine im Vergleich zur Bauernhofidylle zugespitzte Situation und eine Schlachtquote, die das erheblich übersteigt, was man sich unter Nachhaltigkeit vorstellt. Wie weit sich im Einzelfall die Produktionsbedingungen bei biologischer Hähnchenzucht von denen der „Hähnchenhöllen“ industrieller Geflügelfarmen konkret unterscheiden, lässt sich nicht definieren. Es ist zu hoffen, dass der Unterschied sehr groß ist. Die Vorstellung vom Hühnerleben auf „Onkel Gustavs Bauernhof“ dürfte aber eher naiv sein und damit auch die Meinung, Chemikalienrückstände über Futtermittel seien bei Bio-Hähnchen völlig ausgeschlossen.

Die Gründe, die gegen Geflügelkonsum aus konventionellem Handel sprechen, werden nachstehend aufgelistet:
1. Im Fleisch sind oft Rückstände von Antibiotika, Wachstumsförderungschemikalien, zum Beispiel Hormone, Desinfektionsmittel und Pestizide enthalten.
2. Solche Rückstände fördern bei den Konsumenten Allergien, Hormonstörungen, Entzündungsvorgänge, Autoimmunkrankheiten. Menschen mit solchen Erkrankungen sollten also schon zur Verringerung kofaktorieller Belastungen auf den Verzehr von Geflügel verzichten.
3. Der Verzehr von Hähnchenbrust und Hähnchenschenkeln provoziert den Export unattraktiver Hähnchenteile nach Afrika, zerstört dort die lokalen Märkte und treibt Einheimische ins Elend.
4. Verbraucher tragen eine Mitverantwortung an den als unethisch zu bezeichnenden Konditionen von „Hähnchenhöllen“ und auch an den ökologischen und sozialen Auswirkungen.
5. Die Umweltbelastungen müssen als massiv bezeichnet werden, zum Beispiel Ammoniak-Ausdünstungen und Verunreinigung des Grundwassers mit Nitrat, CO2-Anstieg, Klimaerwärmung und Energieverschwendung.
6. Große Regenwaldflächen werden gerodet, um die Produktion der Futtermittel sicherzustellen, welche wiederum die Voraussetzung ist für die Hähnchenproduktion am Fließband und für die Realisierung einer Schlachtrate von ca. 16 „Stück“ (Hähnchen) pro Sekunde zwecks Erzeugung von fast 1 Milliarde Kilogramm (genau: 883,143 Mill.) Hähnchenfleisch pro Jahr für Deutschland.

An alle, die gesünder leben wollen herzliche Grüße
Rota
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Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

Geändert von James (25.01.12 um 18:21 Uhr) Grund: korr

Massiver Einsatz von Antibiotika im Stall

James ist offline
Moderator
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Beiträge: 5.916
Seit: 20.05.08
Heute berichtet wieder mal Spiegel.online über Antibiotika im Stall und die Auswirkungen auf uns Verbraucher:

Massentierhaltung: Bakterienbefall im Stall - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wissenschaft
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Gruß, James

Krankenhauskeim MRSA

Manno ist offline
Beiträge: 1.141
Seit: 09.09.08
Das ist jetzt mal wieder einer der Texte, bei dem der Hinweis: "Bitte möglichst viel irrelevanten Text entfernen", schon beim Abschicken des Postings hätte beachtet werden sollen. Man fragt sich automatisch: Wenn wir kein Hähnchen mehr essen sollen - was sollen wir denn sonst essen ? Eine Alternative wird in dem Artikel jedoch nicht empfohlen.

Der Text ist außerdem verlogen, denn das Huhn stammt (wie alle Vögel) noch von den Dinosaurieren ab und die hatten Millionen Jahre Zeit ihr Wachstum zu optimieren. Zu keiner Zeit ist ein Lebewesen schneller und optimaler gewachsen, wie es bei den Dinosaurierern der Fall war. Aus dem Grund benötigt man nur die halben Resourcen, um Hühnerfleisch herzustellen. Nichts anderes kann den Bedarf der weltweit inzwischen 7 Milliarden Menschen umweltverträglicher decken wie das Hühnerfleisch (es sei denn man reduziert die Weltbevölkerung). Für Rind oder Kalbfleisch benötigt man die doppelten Resoucen und Fisch ist heutzutage mit allen möglichen Schwermetallen verseucht. In dem Text ist also nur ein einziger Satz von Interesse :
Zitat von Rota Beitrag anzeigen
Im Fleisch sind oft Rückstände von Antibiotika, Wachstumsförderungschemikalien, Hormone, Desinfektionsmittel und Pestizide enthalten. Solche Rückstände fördern bei den Konsumenten Allergien, Hormonstörungen, Entzündungsvorgänge, Autoimmunkrankheiten.
Ich empfinde eine derartig in den Raum gestellte Behauptung für einen Arzt als unhaltbar ! Diesbezüglich habe ich mich vor zwei Wochen selbst darum bemüht einen Beleg für derartige Behauptungen zu finden. Wieviel Hühnerfleisch kann man essen, bevor man dadurch vergiftet wird. Nur weil Hühnerfleisch billiger ist, muß es ja nicht schlechter sein ...

Ich habe weder herausgefunden, wie lange sich die Antibiotika im Fleisch nachweisen lassen, bevor sie wieder abgebaut worden sind, noch konnte ich herausfinden, wie hoch die Dosis ist, die sich in einem Kilo Hühnerfleisch, Rindfleisch, Schweinefleisch befindet, noch war herauszufinden, wie lange ein Mensch nach dem Verzehr benötigt, um evtl. Reste zu entgiften. Es sind dazu einfach keine Daten zu finden ...

Wahrscheinlich hat das auch damit zu tun, daß Ärzte und Pharmaindustrie die Bevölkerung nicht beunruhigen wollen. Ich ahne Schlimmes, was die Auswirkungen von Antibiotika auf unsere Mitochondrien angeht, denn ohne Grund wird man wohl nicht dafür sorgen, daß diesbezüglich nichts in Erfahrung zu bringen ist. Es wird lediglich lapidar ausgesagt: "Nach dem Einsatz von ABs darf das Tier erst geschlachtet werden, nachdem die AB-Rückstände wieder abgebaut worden sind".

Nun wissen wir ja, daß auch diese Regierungspropaganda nicht der Wahrheit entspricht. Es werden auch hier (großzügig bemessene) Grenzwerte festgelegt worden sein. Dennoch: Ich will mich nicht grundlos in einen Wahn hineinsteigern, sodaß ich fast beglückt war, als sich endlich auch mal ein Fachmann dazu äußerte: Dr. med. Karl Braun-von Gladiß
Ein Wort mit "X" das war wohl nix !

Massiver Einsatz von Antibiotika bei der Hähnchenmast

James ist offline
Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.916
Seit: 20.05.08
@Manno,

sicher ist manche Reaktion überspitzt. Wie aber sonst wird man in der Zukunft zum vernunftigen Umgang mit diesen Medikamenten kommen? Solange sie nicht nur bei medizinischer Notwendigkeit sondern auch als Mastbeschleuniger eingesetzt werden ist doch dem Mißbrauch jede Tür geöffnet. Zusätzlich muß auch bei der Medikation in der Veterinär- UND in der Humanmedizin sich was verändern. Diese Mittel sollten nur bei dringender Notwendigkeit und nachgewiesener Empfindlichkeit auf die Keime ganz gezielt eingesetzt werden. Alles Andere ist Raubbau und versperrt die zukünftigen Möglichkeiten. Das ist nach meiner Meinung der Knackpunkt der gelöst werden muß.
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Gruß, James

Massiver Einsatz von Antibiotika bei der Hähnchenmast
kopf
aufschrei und auch überspitzt ist oft notwendig .schliesslich ist es auch eine art werbung und soll beachtung finden .
wer weiß schon ,das antibiotika wirkung auf die mitochondrien hat ,das "kraftwerk" der zelle ?
das problem ist ,wir denken ,wir seien so intelligent ,der gegenreaktion des raubbaus entgehen zu können .hoffentlich haben wir da recht !

bestürzt ,wirklich mitgenommen , sieht man leute diese grausamen berichte verfolgen ,beispielsweise im tv .sie sind entsetzt und betroffen ,aber wohl nicht wirklich ,denn.... am nächsten tag gibt es dann billighuhn zur mahlzeit .

bei allem was so geschieht , kommt mir der verdacht ,am menschen gibt es wenig liebenswertes .er kommt mir vor ,wie eine zerstörungswütige heuschreckenart .

LG

Massiver Einsatz von Antibiotika bei der Hähnchenmast

Laudanum ist offline
Beiträge: 1.469
Seit: 16.11.10
Hallo,

es geht doch nicht nur darum, dass im Hähnchen so viel Antibiotika und Zeugs drin ist, dass es unserer Gesundheit schaden könnte, es geht doch auch darum, dass überhaupt soviel Antibiotika nötig ist, um die Hühner bis zur Schlachtbank am Leben zu erhalten. Was ist mit der Wertschätzung und dem Respekt vor dem Leben, und wollen wir uns wirklich von etwas ernähren, was in der Hölle unter grössten Qualen im Marathondurchlauf (künstlich am Leben erhalten) aufgewachsen ist? Mal abgesehen von den messbaren Keimen und Medikamenten usw, wo ist die Energie im Lebensmittel, welches wir benötigen und welches uns gut tun würde,w elches wir dringend brauchen? Seit Jahren esse ich kein Hähnchen mehr, denn es schmeckt mir nur noch nach Aas.

Prost Mahlzeit!

Und wie lange muss noch disskutiert, wieviele Skandale müssen noch publiziert, Reportagen gedreht und TV-Disskusionsrunden geführt werden?
Wie lange wird es noch dauern, dass sich etwas ändert? Wird sich jemals etwas daran ändern? langsam bezweifle ich es.

aufschrei und auch überspitzt ist oft notwendig
Die Emanzipation war auch völlig hardcore und überspitzt anfangs. Aber nur so ist eine Änderung möglich. Vom einen Extrem ins Andere, mit der Zeit reguliert es sich ins Normale.

lg, laudanum

Geändert von Laudanum (26.01.12 um 12:01 Uhr)

Massiver Einsatz von Antibiotika bei der Hähnchenmast
Akim
Mhhhh... da fällt mir ein gutes Rezept ein!


Guten Hunger!




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