Krankenhaushasser

15.09.10 02:24 #1
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Krankenhaushasser ist offline
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Seit: 15.09.10
www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/PANORAMA/Aufnahmestopp-fuer-Fruehchen-in-Freiburg-artikel7894115.php

Uups - MRSA auf einer Frühchenstation.

Stell Dir vor im Krankenhaus sind Keime und keiner traut sich mehr das zu vertuschen........

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Krankenhaushasser ist offline
Themenstarter Beiträge: 288
Seit: 15.09.10
Bei den Bremer Frühchen wird jetzt geprüft, ob die Totenscheine richtig ausgefüllt wurden.

Amtlicher Totenschein - Gerichtsmediziner sagen aus - Radio Bremen

Die Mitglieder des Ausschusses wollten der Frage nachgehen, ob man bei einem Todesfall im Zusammenhang mit Keimen auch von einem natürlichen Tod sprechen kann.

Michael Birkholz vom Institut für Rechtsmedizin erklärte den Ausschussmitgliedern, dass eine Infektion in einem Krankenhaus nicht automatisch eine Meldepflicht an die Rechtsmedizin auslösen muss. Nur wenn der Arzt, der den Totenschein ausstellt, ein Verschulden bei einer Person feststellen kann, sei eine Infektion eine nicht-natürliche Todesursache.


Wenn der Patient bereits unter der Erde ist, wenn man feststellt, dass Hygienefehler gemacht wurden ist es für eine Obduktion reichlich spät. Und der behandelde Arzt wir sich hüten einen Hygienefehler auch nur anzunehmen.

Schon lange kritisiert Birkholz, dass der letzte behandelnde Arzt auch der Leichenschauarzt sein darf. Dadurch könnten unter Umständen auch Fehler vertuscht werden.

Es glaubt doch wohl niemand, dass ein Krankenhaus einen unabhängigen Arzt an seine verstorbenen Patienten ranlässt - dann müsste das Personal in der Justiz ja verzehntfacht werden.

Das will sicher niemand - außer vielleicht die Patienten - aber die sind ja nicht so wichtig. Vor allen Dingen nicht, wenn sie tot sind - dann bringen sie ja kein Geld mehr.

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Arosa ist offline
Beiträge: 170
Seit: 13.08.11
Liebe Silke,
ich finde es sehr gut, dass Du konsequent diese Erfahrungen mit Krankenhäusern thematisierst.
Zusatz:
Warum nur Krankenhäuser?
Warum nicht auch Ärztehasser?
Mein Bruder, schon schlaganfallgeschädigt, bekam jetzt durch völlig sinnlose Verordnung eines AB diesen Clostridieninfekt, den ich hier schon thematisiert habe, hat weiter Gewicht (in 5 Monaten 20kg) und Muskeln und Lebensmut verloren, ist im Training zurückgeworfen, ich selbst bin so fertig, dass ich nicht mal mehr wütend sein kann.
Ironie dabei:
Der Arzt, der die AB verschrieb, betonte immer, wie wichtig das Sparen im Interesse der Krankenkassen sei...
Viele Grüße
Arosa

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Krankenhaushasser ist offline
Themenstarter Beiträge: 288
Seit: 15.09.10
Zitat von Arosa Beitrag anzeigen
Warum nur Krankenhäuser?
Warum nicht auch Ärztehasser?
Liebe Arosa,
es begab sich einmal zu der Zeit als die Mehrzahl der Bankbeschäftigten, Polizisten, Bahnbeschäftigten oder Lehrer noch Beamte waren – und bei allem, was man dieser Menschengruppe im Punkto Fleiß und Arbeitsgeschwindigkeit Schlechtes nachsagen konnte, konnte man aber in einem Punkt ziemlich sicher sein: man konnte diesen Menschen vertrauen.

In dieser guten alten Zeit konnte man auch bei der Mehrzahl der Ärzte darauf vertrauen, dass sie nach bestem Wissen und Gewissen im Rahmen ihrer Möglichkeiten - ohne finanzielle Überlegungen und ohne darüber nachzudenken, bei welchem Menschen es sich mehr lohnt, ihn zu behandeln und bei welchem weniger - versuchten ihre Patienten zu heilen.

Im Hinterkopf den Eid des Hippokrates – den ja schon lange kein Arzt mehr leisten muss:
Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden. Auch werde ich niemandem ein tödliches Gift geben, auch nicht wenn ich darum gebeten werde, und ich werde auch niemanden dabei beraten.

Die heutige Gesundheitsindustrie war damals noch in staatlicher Hand – damals ging es noch um Gesundheit und noch nicht um Gewinnoptimierung.

Aber wer heute noch daran glaubt, dass er bei der Bank immer in seinem Sinne beraten wird, oder dass es keine Betrüger unter den Polizisten gibt, oder dass kein Bahnschaffner ein Kind, dass er ohne Fahrschein erwischt, in der Walachei aus dem Zug schmeißt und dass es unter den Lehrern nicht etliche gibt, die gehörig einen an der Waffel haben und der vor allen Dingen daran glaubt, dass das, was ein Arzt ihm sagt das ultimativ Richtige ist und das es Gotteslästerung wäre, es zu hinterfragen, ist verraten und verkauft.

Der Unterschied zwischen Krankenhausärzten und niedergelassenen Ärzten ist für mich, dass man bei den niedergelassenen die Chance hat jederzeit den Arzt zu wechseln und die Diagnosen überprüfen zu lassen bzw. im Internet selbst zu überprüfen.

Wenn man ermal im Krankenhaus ist, wird einem kein außenstehender Arzt mehr helfen können und der Wechsel in ein anderes Krankenhaus ist – wenn er überhaupt möglich ist – nicht gerade einfach. Außerdem weiß man auch nicht, ob man vom Regen in die Traufe gerät.

Besonders hier in der Region Hannover gehören ca. 90 % der Krankenhäuser in irgendeiner Form zusammen – und wenn die elektronische Krankenakte mit den falschen Diagnosen und dem Bericht über den „psychiatrisch auffälligen“ Angehörigen schon vor dem Patienten im anderen Krankenhaus ankommen, wird sich dort auch nicht viel ändern.

Den Begriff Ärztehasser gab es bereits, als ich wegen der Behandlung meiner Mutter angefangen habe, den Ärzten zu misstrauen: Es gab das Ärztehasserbuch von Werner Bartens. Das war das erste Buch, was ich zu diesem Thema gelesen habe und es hat mich zu meinem Namen inspiriert.

Dazu kommt, dass ich bei meinen Eltern das Glück hatte, einen Hausarzt zu haben, der wohl selbst noch an den Eid glaubt. Der hat Hausbesuche gemacht und ich hatte meine Liste mit Fragen und Vorschlägen. Er hat sich das angehört, hat gesagt das machen wir so und wenn etwas nicht gemacht werden sollte, hat er verständlich erklärt, warum nicht. Ohne diesen Arzt wären meine Eltern Monate früher und viel elendiger gestorben.

Aber die Hausärzte haben wirklich finanzielle Grenzen, weil sie von den Krankenkassen gedeckelt werden. Ich wollte z. B. für meinen Vater ein Rezept für Ergo- und Physiotherapie haben. Das konnte der Hausarzt nicht machen, weil er in dem Quartal schon zu viel verschrieben hatte und es wirklich aus eigener Tasche bezahlen müsste. Er schrieb eine Überweisung zur Neurologin und so hat es dann geklappt.

Und das alles wird immer schlimmer werden – besorg Dir mal ein Buch von Renate Hartwig.

Lg Silke

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Arosa ist offline
Beiträge: 170
Seit: 13.08.11
Liebe Silke,
danke Dir für die ausführliche Antwort.
Ob Beamte früher vertrauenswürdig waren... ich weiß es nicht.

Dass Gewinnorientierung dem Gesundheitswesen nicht gut tun kann - da stimme ich dir voll zu.

Ich rudere gerade wieder zurück, denn ich kenne ja auch Ärzte, denen ich vertraue.

Das Wechseln eines Arztes ist auch nicht immer so einfach, z.B. wenn es um Pflegefälle geht oder wenn die "Auswahl" in einer Kleinstadt begrenzt ist oder wenn man unter Zeitdruck/Leidensdruck ist und ... nicht nur die Prinzessin muss viele Frösche küssen, wenn sie den Prinzen sucht, auch der Patient muss viele Ärzte "küssen", um den zu finden, bei dem er sich aufgehoben fühlt.

Der Punkt ist einfach, dass Fehler von Ärzten fatale Konsequenzen haben können, mehr als in vielen anderen Berufen, und deshalb sollten sie sich nicht nur doppelt, sondern dreifach absichern, dass sie das Richtige tun.

Für mich und meinen Bruder hatte dieser letzte Fehler eines Arztes schlimme Konsequenzen, hat uns beide kränker gemacht - von den paar Tausend Euros für die Kasse ganz zu schweigen.
Viele Grüße
Arosa

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Seit: 15.09.10
Täglich grüßt der Murmelkeim:

Neue Keime in Bremer Klinikum
Aufnahmestopp für Babys auf Intensivstation
24. Februar 2012, 11:36 Uhr

www.radiobremen.de/nachrichten/gesellschaft/gesellschaftkeimskandal100.html

Die Bremer Gesundheitsbehörde hat nach dem Auftreten neuer Keime auf der Frühgeborenenstation im Klinikum Bremen-Mitte Fachleute des Berliner Robert-Koch-Institutes zu Hilfe gerufen. Auf der Station sind bei drei Babys gefährliche Keime entdeckt worden. Zudem gibt es seit Freitagmittag einen Aufnahmestopp für Kinder auf der Frühgeborenen-Intensivstation.

In der Sendung NDR Aktuell wurde gerade gesagt, dass als neuste Hygienemaßnahme das Personal verpflichtet wird, sich auf Keime untersuchen zu lassen - bisher war das freiwillig .........

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Seit: 15.09.10
München (ots) - "Eingeliefert, ausgeliefert - wenn das Krankenhaus zum Risiko wird" lautet das Thema bei ANNE WILL am Mittwoch, 29. Februar 2012, um 22.45 Uhr im Ersten.

Das Erste / ANNE WILL am 29. Februar 2012: Eingeliefert, ausgeliefert - wenn das Krankenhaus zum Risiko wird | ARD Das Erste | Presseportal.de

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Seit: 15.09.10
Endlich sagt mal jemand die Wahrheit:

Tod von Frühchen in Bremen: Geschäftsführer des Klinikverbunds weist Verantwortung zurück - Gesellschaft - FAZ

Hansen sagte vor dem Ausschuss, sollte die inzwischen geschlossene Abteilung an anderer Stelle wiedereröffnet werde, sei es „völlig irrig“ zu glauben, dass die Keimgefahr gebannt sei.

Deutschlandweit sei ihm fast keine Frühchenstation bekannt, auf der keine Keime vorhanden wären.

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Krankenhaushasser ist offline
Themenstarter Beiträge: 288
Seit: 15.09.10
Solingen: Kliniken testeten 2011 vier Wochen lang alle Patienten. Ergebnisse liegen nun vor.

MRSA-Bakterien gefährden vor allem Ältere - solinger-tageblatt.de

Da wurde im Artikel aber ein sehr wichtiger Risikofaktor vergessen:

Krankenhausaufenthalt (>24 h) innerhalb der letzten 6 Monate bzw. (<3 Tage) innerhalb der letzten 12 Monate in einem deutschen Krankenhaus (mrsa-net).

Außerdem sollte man bei den getesteten Personen mal zählen, wie viele im Verlauf des Krankenhausaufenthalts bzw. bei der Entlassung MRSA – Träger sein werden.

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Themenstarter Beiträge: 288
Seit: 15.09.10
Stellt euch mal vor, es gäbe in Deutschland Einrichtungen, in die sich im Laufe eines Jahres 1,8 Mio. Menschen begeben. Vielleicht sind es Kletterparks. Von diesen Menschen verletzen sich 600.000 bis 800.000 schwer, weil sie aus verschiedenen Gründen Unfälle erleiden – die meisten durch schlecht geschultes Personal oder defekte Geräte.

20.000 bis 40.000 von Ihnen sterben daran.

Die Betreiber eines Kletterparks sagen:
Also zunächst ist es so, dass ich nicht denke, dass wir diejenigen sind, die die Öffentlichkeit dadrüber informieren sollte und muss, wenn ein Unfall auftritt. Aber, man muss auch wissen: wir haben ständig mit diesen Unfällen zu tun und das ist eigentlich inzwischen ein normaler Vorgang, dass diese Unfälle auftreten. Wenn man jetzt jeden Tag anruft und in der Öffentlichkeit sagt: wir haben heute drei Menschen mit Unfällen, fünf Menschen mit Unfällen, einen Mensch mit einem Unfall – wie auch immer – ich denke, dann verunsichert man mehr, als es notwendig ist.

Die Zuständige Überwachungsstelle sagt:
Ich glaube, das ist nicht im Sinn der Sache und würde den Bürger auch dann nicht mehr informieren, sondern er würde es glaub’ ich gar nicht mehr wahrnehmen wenn es schon zum Tagesgeschehen gehören würde, solche Meldungen zu bekommen.

Und die zuständigen Politiker sagen:
Wir haben alle Meldewege eingehalten. Die Öffentlichkeit wurde nicht informiert, weil es Meldefälle dieser Art täglich gibt und keinerlei Gefahr für die Bürger bestand. Deshalb gehörte das Thema auch nicht in den Untersuchungsausschuss.

(Anmerkung: Damit sind die Bürger gemeint, die sich nicht in Kletterparks aufhalten)

Buten und binnen sagt:
Auch künftig will die Behörde die Öffentlichkeit nicht über jede Unfallmeldung der Kletterparks informieren – das soll Panik vermeiden…..

Soetwas gibt es in Deutschland nicht? Richtig!
Jedenfalls nicht in Kletterparks – aber in Krankenhäusern:

Gestern im NDR bei butten und binnen:

Audios und Videos - Mediathek - Radio Bremen

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