Staphylokokkus MRSA?

09.08.08 16:31 #1
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rahel ist offline
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bei meiner tochter und auch meiner mutter wurde der o.g. keim in der nase gefunden. meine frage: woher weiss man ob es ein mrsa oder ein nicht resistenter keim ist? muss man ein extra test machen um dies zu wissen? falls es ein resistenter ist, wie aussage kräftig ist ein antibiogram? und vorallem wie wird man sie loss, könnte man sie auch im darm haben? danke, gruss rahel

staphylokokkus a. mrsa?

James ist offline
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Hallo rahel,
es gibt verschiedene Arten von Staphylococcus. Um welche es sich handelt wird in der ersten Phase nach Bebrütung im Labor ermittelt. Von Stapylococcus aureus selbst haben sich eine Unzahl von Formen entwickelt, die unterschiedlich resistent sind. Deshalb ist ein Antibiogramm nötig. An der Reaktion erkennt man, ob der Keim zur gefährlichen Gruppe MRSA gehört. Ob und wie man MRSA wieder los werden kann ist vom Ort der Infektion und von der Möglichkeit abhängig, ob gerade dort mit den wenigen noch wirksamen Antibiotika eine Therapie überhaupt möglich ist.
Umfangreiche Informationen findest Du unter "Krankenhauskeim MRSA" etwas weiter unten. MRSA ist ein resistenter Keim! Eine Infektion im Nasen-Rachenraum ist sehr häufig. Gefährlich wird er dann, wenn das körper-eigene Immunsystem schwach ist. Ein Infekt im Bauchraum wäre lebensbedrohlich. Falls Fragen offen bleiben bitte melden!
Mit besten Grüßen,
MRSA

staphylokokkus a. mrsa?

rahel ist offline
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danke für meldung. wäre ein ping-pong effekt bei familienmitgl. möglich mit s.a.? )ich habe gesehen, du kennst dich ziemlich gut mit dem keim aus) oder ist das nur ein resultat des geschwächsten im.systems?. erfährungsberichte sind mir sehr wichtig, dass was man in der literatur finden kann habe ich schon gelesen, erfahrungen haben für mich grössere bedeutung.danke gruss

staphylokokkus a. mrsa?

James ist offline
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Hallo rahel,
leider sind das, was ich im Thread beschrieben habe Teil meiner eigenen Erfahrung. Ich habe MRSA zwar überlebt, habe aber ein Bein verloren. Wichtig wäre, wenn Du #1, #2 und #6 ansehen würdest, da dort die Antworten stehen.
Man muß zwischen Träger von MRSA und akuten Infekten unterscheiden. Träger ist inzwischen bei uns ca. 30% der Bevölkerung. So lange die Immunabwehr funktioniert, bemerkt man nichts. Sollte sie aber durch Krankheit, Unfall und Alter (Kinder und Senioren) geschwächt werden, wird es kritisch. Schließlich sterben daran mehr Menschen in Deutschland, Schweiz und Österreich als durch Aids, Influenza und Verkehrsunfall zusammen! Wie viele Krüppel MRSA hinterlässt ist unbekannt.
Da der Keim sehr ausdauernd (in Wäsche ca. 300, an steriler Fläche ca. 100 Tage) und zugleich äußerst leicht (schon durch Handschlag) übertragbar ist sind nicht nur Familien sondern auch komplette Belegschaften - inzwischen schon ganze Gemeinden- infiziert. Während man in Holland mit großem Aufwand in einer Isolierstation therapiert wird, kann man bei uns infiziert am OP-Tisch stehen oder in der Alten- und Säuglingspflege arbeiten, während jede Brötchenverkäuferin aufmerksam vom Gesundheitsamt überprüft wird. Bedarf das noch weiterer Worte? Da der Keim bei uns keiner zwingenden Meldepflicht unterliegt, auf Totenscheinen nicht vermerkt wird und der Patient auch nicht aufgeklärt werden muß kann das Gesundheitswesen lustig im Bereich der Hygiene sparen, während ich mir wie der Rufer in der Wüste vorkomme, obwohl ich nicht allein bin. Das Robert-Koch-Institut und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene warnen seit über 10 Jahren dringlichst, jedoch die Politik schläft weiter...

staphylokokkus a. mrsa?

James ist offline
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Nachtrag:
So lange man "nur" Träger im Nasen-Rachenraum ist, hat eine Sanierung mit Mupirocin-Salbe (3xtäglich, 5 Tage lang, Handelsname Turixin) oft Erfolg. Sollte das festgestellte MRSA gegen Mupirocin auch resistent sein, kann eine antiseptische Behandlung mit Betaisodona weiter helfen. Sehr wichtig ist jedoch zugleich auf strenge Hygienemaßnahmen zu achten, da sonst permanente Selbstansteckung geschieht.

staphylokokkus a. mrsa?

dshudshu ist offline
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Seit: 06.04.08
Hallo MRSA,

könntest Du die genaue Anwendung der Salben, die PZN, die Hygienemaßnahmen, ........ in einem neuen Thread „MRSA Therapie“ konkretisieren?

Gruß
dshudshu

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rahel ist offline
Themenstarter Beiträge: 388
Seit: 26.05.04
danke dir mrsa, eben wir sind nicht sehr gesund, deswegen bin ich ja gleich in panik, habe schon angst von alles. gruss rahel

Staphylokokkus MRSA?

James ist offline
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Seit: 20.05.08
Hallo Shudshu
Da ich kein Arzt bin, kann ich hier nur von eigenen Erfahrungen ausgehen. Ich bin überzeugt, dass an oberster Stelle ein Antibiogramm stehen sollte. Dadurch weiß man auf welches AB´s der Stamm noch reagiert. Im Thread „Krankenhauskeim MRSA“ habe ich über die mir bekannten Zusammenhänge schon berichtet.

Der häufigste Ansiedlungsort sind die Nasenvorhöfe. Hier hat sich Salbe auf Mupirocin-Basis (Handelsname Turixin-Nasensalbe, 3g ca. 42,-€, rezeptpflichtig, PZN 4524898) vielfach bewährt, sofern keine Resistenz vorliegt. Aufgetragen wird zwar dünn aber vollflächig und tief genug per Wattetupfer. Natürlich empfiehlt sich zuvor eine Reinigung. Dazu kann man Prontoderm-Lösung benutzen, da diese von den Schleimhäuten gut vertragen wird.
Wegen der extremen Unempfindlichkeit der Keime ist die Hygiene äußerst wichtig. Da die Keime auf steriler Fläche wie Edelstahl und Plastik über 100 Tage und auf Textilien über 300 Tage lebensfähig bleiben ist die Selbstansteckung ein häufiger Grund, dass MRSA so schlecht in den Griff zu bekommen ist.
Die eigene Hand ist an der Übertragung in vielen Fällen beteiligt. Es versteht sich von selbst, dass diese gründlich mehrfach gereinigt werden muß. MRSA ist empfindlich auf alkoholische Lösungen wie Promanum N. Seife sollte ph-neutral sein – schon um den Säureschutzmantel der Haut nicht zu schädigen.
Der körpernahen Wäsche, Bett- und Nachtwäsche kommt ebenfalls im Übertragungsweg besondere Bedeutung zu. Sie sollte möglichst täglich gewechselt und mit hoher Temperatur sofort und ohne Lagerung gewaschen werden.
Pinzetten und andere Instrumente kocht man ab oder desinfiziert mit Alkohol. Gebrauchte Tupfer und Verbandsmaterial ist kindersicher zu entsorgen.
Gruß,
MRSA


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