Krankenhauskeim MRSA

20.05.08 21:42 #1
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Krankenhauskeim MRSA

Monie ist offline
Beiträge: 2
Seit: 25.05.09
Hallo,

ich bin neu im Forum. Erst mal ein bisschen zu meiner Vorgeschichte bzw. zu der meines Schwiegervaters.

Er wurde vor ca. 10 Wochen ins Krankenhaus eingeliefert. Mit der Diagnose: Keine Durchblutung im Rechten Bein. Er hat seit Jahren offene Beine und ihm wurden schon in den 80 er Jahren 4 Zehen abgenommen.

Zuerst versuchten die Ärzte die Durchblutung durch einen Beipass im Bein wieder her zustellen. Leider ohne Erfolg. Die Stelle entzündete sich und er kam auf die Intensiv Station, auf der er nun seit über 4 Wochen liegt. Kurze Zeit nach der Beipass OP wurde der rechte Fuss schwarz und man musste ihm das Bein bis erst bis zum Knie amputieren. Er wurde bisher ca. 5x operiert und immer wieder trat Wundflüssigkeit aus. Die Wunden wollten nicht heilen und die Ärzte amputierten noch ein Stück bis über dem Knie. Zzt. wird er teilweise noch künstlich über einen Luftröhrenschnitt beatmet.

Nun meine Frage, kann dies durch einen MRSA - Erreger hervorgerufen worden sein?

Wäre toll eine Antwort zu bekommen. Vielen Dank.

Krankenhauskeim MRSA

Oregano ist offline
Beiträge: 63.740
Seit: 10.01.04
Hallo Monie,

das ist ja grausam .

Hat denn Dein Schwiegervater Diabetes?

Gruss,

Uta

Krankenhauskeim MRSA

nobix ist offline
Beiträge: 1.922
Seit: 30.11.04
Hallo MONIE !

Mit MRSA kenne ich mich nicht sehr gut aus, aber bei deiner Schilderung bzgl. Krankengeschichte sehe ich eine Parallele zu einem Artikel den ich vor kurzem begonnen habe, der sich mit Ernährung und Gesundheit beschäftigt.

Ich poste jetzt mal einen Entwurfstext-Auszug daraus, um dir zu zeigen, welche Ursachen im Bereich des möglichen liegen bei offenen Beinen und Amputationen, bzw. sich als roter Faden durch div. Krankengeschichten ziehen:

Bei deinem SV muss es nicht zutreffen, wie unten dargelegt, aber in vielen Fällen deckt sich die Vorgeschichte...:

...Unser Körper baut ein seit Millionen Jahre erlerntes Mehrstufen-Notprogramm nach dem anderen auf,
wenn wir nicht vernünftig werden und die div. "Müll-Zwischenlager" mal wieder abbauen. Folgeketten solcher Notprogramme führen sonst langsam aber sicher, zu immer ärgeren Gesundheitsbelastungen.

Hier eine nicht untypische, mögliche Kausalkette als Beispiel:

- Übersäuerungsbeginn durch Trend zu sauer verstoffwechselnden Lebensmitteln
- dadurch bedingter Neutralisationszwang im Körper, mit Verbrauch körpereigener Mineralien
- Folge: Interner Mangel an Mineralien
- Problemverstärkung durch unausgewogene Ernährung (Überfluss, Mangel, Schadstoffe)
- damit können weitere Zehrungen bei essentiellen Mineralien im Körper eintreten:
- Haut-, Gelenke-, Muskelbereich, Kreislauf etc.
- dann folgen Haarausfall
- Hämorrhoiden(*)
- offene Beine
- Amputationen
und auch eine
- Vielzahl bekannter, zivilisatorischer, chronischer Volkskrankheiten sind möglich,
weit verbreitet ist u.a. Bluthochdruck, Diabetes, rheumatische Symptome...

(*) Da Frauen sich über die Mens regelmässig entgiften, ausser in der Schwangerschaft, ist bei ihnen hier weniger Gefahr, aber mit den Wechseljahren entfällt diese natürliche "Selbstreinigung" sauerer Stoffwechselreste bzw. von "Körperschlacken", die über die Säuren entstehen können. Dann verlieren auch Frauen schneller Haare oder bekommen Hämorrhoiden, offene Beine, etc. etc.

Solche Ablagerungen sind fast immer durch Selbstverursachung erreicht worden und können insbesondere über Nahrungs- und Genußmittel erreicht werden wenn eine Säure-Basen-Balance, z.B. durch Fehl- oder Überversorgung nicht eintreten kann.
Das hilft dir jetzt aktuell nicht weiter, kann aber evtl. für die spätere Heilung und Fortsetzung, bzw. Reduzierung von Problemen wichtig sein.

Evtl. kannst du ja mal berichten wie es mit der gesunden Ernährung, Körpergewicht und Grösse, oder Bodymassindex deines Schwiegervaters aussieht...

Ich wünsche dir, dass die Ärzte die Probleme deines SV wieder in den Griff bekommen.

Geändert von nobix (26.05.09 um 16:14 Uhr) Grund: Ergänzt: zivilisatorische Volkskrankheiten

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.916
Seit: 20.05.08
Hallo Monie,

es kann durchaus sein, dass neben den Durchblutungsstörungen auch MRSA im Spiel ist. Ob dies der Fall ist, kann durch einen Abstrich und ein Antibiogramm ganz leicht geklärt werden. Sollte eine resistente Form der Bakterie Staphylococcus aureus in den Wunden sein zerstörerisches Werkt tun, sind die Möglichkeiten, die Antibiotika bieten stark eingeschränkt oder sogar nicht vorhanden. Bei mir war es ähnlich und es blieb mir keine Wahl. Der Unterschenkel wurde bis zum gesunden Gewebe amputiert. In den meisten Fällen tritt MRSA zusammen mit anderen Erkrankungen auf. Leider informieren Ärzte ihre Patienten nicht immer vollständig wobei die MRSA-Infektion meist verschwiegen wird. Frage bitte gezielt, ob Abstriche gemacht wurden und welches Ergebnis diese gebracht haben. Leider muß ich Dir auch mittelen, dass neben der Heilungsstörungen auch noch die Gefahr einer Sepsis besteht. Zudem sollten die engeren Kontaktpersonen sich auch screenen lassen, da sie den Keim unbemerkt kolonisiert haben könnten.
Falls Fragen offen geblieben sind, bitte melden!
Herzliche Grüße und alles Gute für Deinen Schwiegervater,
James
__________________
Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

Krankenhauskeim MRSA

Monie ist offline
Beiträge: 2
Seit: 25.05.09
Hallo,

vielen Dank für die schnellen Antworten. Mein Schwiegervater hat leider bereits einen schlechte Gesundheitszustand vor dem Krankenhausaufenhalt.
Er leidet neben den offenen Beinen auch an Diabetes, hat eine kronisch Lungenerkrankung und hat Probleme mit dem Herzen.

Ich werde auf jeden Fall die Ärzte mal darauf ansprechen und dann werde ich bescheid geben wie das Ergebnis war.

Zurzeit sieht es wohl so aus, dass der Oberschenkel dabei ist zu heilen, was Sorgen macht ist weiterhin die Wunde an der Leiste. Das ständige auf und ab zehrt an den Nerven.

Man würde sich wünschen endlich mal vernünftig im Krankenhaus aufgeklärt zu werden. Meist heißt es nur der Allgemeinzustand ist in Ordnung, oder für die Zeit die er bei uns ist hat er sich gut gemacht. Aber damit ist einem doch auch nicht weitergeholfen. Wenn man die Ärzte darauf anspricht, heißt es nur, bedenken sie der Patient hat viele Vorerkrankungen und mit 75 Jahren ist er ja auch nicht der Jüngste. Da denke ich immer nur: "Das wusstet ihr doch vorher!", da hat uns aber nie einer darauf hingewiesen das so was passieren kann.

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.916
Seit: 20.05.08
Hallo,

hier mal die Liste der Kliniken, die an der Aktion "Saubere Hände" im Kampf gegen MRSA telnehmen: www.praxis-page.de/ash/kliniken.htm
Falls man die Wahl hat, sind diese Krankenhäuser anderen vorzuziehen.
Mit freundlichen Grüßen,
James
__________________
Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.916
Seit: 20.05.08
Hier ein interessanter Artikel über MRSA und den Folgen:

Die Todeskeime aus der Klinik

MfG,
James
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

Krankenhauskeim MRSA

Petri ist offline
Beiträge: 5.315
Seit: 27.10.07
Hallo James,

Zitat von James Beitrag anzeigen
Hallo,

hier mal die Liste der Kliniken, die an der Aktion "Saubere Hände" im Kampf gegen MRSA telnehmen: www.praxis-page.de/ash/kliniken.htm
Falls man die Wahl hat, sind diese Krankenhäuser anderen vorzuziehen.
Mit freundlichen Grüßen,
James
Ich möchte Dir nicht in dem widersprechen daß die Hände so oft wie möglich während der Tätigkeit in der Klinik desinfiziert werden MÜSSEN. Dies sollte eigentlich vorrausgesetzt werden dürfen. Vorallem die Hände sind die Übertragungsquelle von Keimen bekanntlich die Nr 1.
Meiner Meinung nach sind es vorallem auch andere Gründe die zur Ausbreitung der MRSA-Keime führen. Häufig wird entweder die Isolation der Patienten mit MRSA falsch durchgeführt oder nicht konsequent korrekt nach den Hygienevorschriften. Was hinzu kommt daß in Kliniken nicht so häufig auf Grund der Kosten Abstriche der Wunden durchgeführt werden. Außerdem wird der Mitpatient aus Platzgründen nicht immer zusätzlich isoliert wenn ein Abstrich des anderen Patienten positiv war. Leider ist sehr selten eine Isolierstation vorhanden wo die Isolation wesentlich besser durchgeführt werden könnte.

Am auffälligsten wird es wenn ein Magen-Darm-Virus wie zBsp der Rotavirus, in der Klinik kursiert. Dann wird es offensichtlich wie eine Klinik die Hygienevorschriften einhält. Bei uns wurde einmal eine Station hierfür zur Isolationstation bestimmt und sehr schnell war das Problem des Rotavirus verschwunden.

Ich denke die strengere Kontrolle der Hygienevorschriften wären sehr sehr wichtig. Wenn ein Abklatsch zBsp an der Nase + Rachen sowie auch an der Dienst-Kleidung des Klinik-Personals ohne Ankündigung ab und zu durchgeführt werden würde wären sicher einige überrascht. Vor einigen Jahren war dies der Fall und 1/3 des Personals einer Station mußte zu Hause bleiben!!

Krankenhauskeim MRSA

ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 8.270
Seit: 04.02.09
Zitat:von Petri
Meiner Meinung nach sind es vorallem auch andere Gründe die zur Ausbreitung der MRSA-Keime führen. Häufig wird entweder die Isolation der Patienten mit MRSA falsch durchgeführt oder nicht konsequent korrekt nach den Hygienevorschriften.


……..dies kann ich leider nur bestädigen.
nach wochenlangen krankenhausaufendhalts meines mannes wegen einer sepsis ,wurde 14 tage vor der entlassung ein MRSA -patient sein bettnachbar (passt ja …..sepsis und MRSA )…………….da ich ständig vorhanden war bekam ich natürlich auch die hygienemaßnahmen des bettnachbars mit .
ich konnte keine großartige veränderung in der hygiene zwischen den beiden kranken festgestellt ,auch gingen familienemitglieder ein und aus .sie wurden nicht angehalten sich wennigsten nach ende der besuchszeit die hände zu waschen ( vor jedem eingang hang ein desinfektionmittel) nie sah ich dies jemanden benutzen …….hinweise und proteste meinerseits wurde mit einem faden lächeln( wie .....was versteht“ die „ denn davon) abgetan. geändert hat sich nichts………………………

gruß ory

Krankenhauskeim MRSA

Petri ist offline
Beiträge: 5.315
Seit: 27.10.07
Hallo ory,

danke daß Du das Beispiel der Besucher ansprichst. Ja, da ist auch ein sehr großes Problem daß auch dabei nicht immer informiert wird wie sich der Besucher zu verhalten hat. Bei uns gibt es eine "Patienten-Kaffeeküche", wo sich jeder Kaffee und Tee usw selbst holen kann. Was passiert wohl wenn dort diese Angehörigen OHNE sich vorher gründlich die Hände zu desinfizieren Kaffee oder Tee für sich oder den Patienten holen? Der nächste der sich dort Kaffee holt bekommt die Keime des MRSA-Patienten unter Umständen an die Hände und gibt diese dann an den jenigen Patienten weiter den er besucht und wenn dieser Besucher sich ebenfalls die Hände nicht desinfiziert ........ Es gilt unbedingt soviel wie möglich die Hände zu desinfizieren, wenn man das Patientenzimmer verläßt sowie auch bevor man es betritt!!

Ich würde dir raten an die Krankenhausleitung einen Brief mit diesen Infos, unter Angabe welche Station usw., zu schreiben. Ich denke dann wird etwas unternommen.


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