Krankenhauskeim MRSA

20.05.08 21:42 #1
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Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
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Todesfalle Krankenhaus
Der mühsame Kampf gegen Krankenhauskeime

Manche kommen wegen einer harmlosen Knieoperation ins Krankenhaus, andere werden gegen Krebs behandelt bis sie plötzlich einen viel bedrohlicheren Feind im Körper haben. Jedes Jahr stecken sich rund 600.000 Patienten in deutschen Krankenhäusern mit gefährlichen Keimen an. Viele sterben daran.
37 Jahre lang hat Werner Meyer als Chefreporter der Münchner Abendzeitung von den Krisenherden der Welt berichtet. Vor drei Jahren hatte er einen Unfall – nicht im Irak oder in Israel, sondern in Deutschland. Er stürzte die Treppe hinunter und quetschte sich die Nervenbahn der Wirbelsäule.
Im Krankenhaus machten die Ärzte der Familie Hoffnung: Mit Krankengymnastik könne Meyer seine Beine vielleicht bald wieder bewegen. Doch es kam anders: Schon wenige Tage nachdem der Reporter in die Klinik eingeliefert worden war, durfte ihn seine Familie nur noch in Schutzkleidung besuchen. Meyer hatte sich mit einem gefährlichen Krankenhauskeim infiziert, dem Methicilin-resistenten Staphylococcus aureus, MRSA. Er litt zwei Jahre lang an Infektionen, halluzinierte, bis er schließlich im Februar 2008 daran starb.
Quelle: BR-online, 16.04.2009 Todesfalle Krankenhaus: Der mühsame Kampf gegen Krankenhauskeime | IQ - Wissenschaft und Forschung | Bayern 2 | BR

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James ist offline
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Sehr gute Recherche der Mainpost.de

150 Jahre nach Semmelweis' Entdeckung erkranken allein in Deutschland noch immer mehrere hunderttausend Menschen jährlich im Krankenhaus an einer Infektion. Verlässliche Zahlen zu den sogenannten nosokomialen Infektionen gibt es nicht, das Robert-Koch-Institut in Berlin geht nach seinen Hochrechnungen von deutlich über einer halben Million Fälle aus. Harnweginfekte und Lungenentzündungen sind am häufigsten, gefolgt von Wundinfektionen nach Operationen und Blutvergiftungen. Von den 64 000 Patienten, bei denen der Erreger ins Blut gelangt, sterben laut der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene 40 Prozent. Das sind geschätzt 25 600 Menschen – weit mehr als im Straßenverkehr oder an Aids sterben.

Waren 1990 in deutschen Kliniken nur zwei bis drei Prozent der Staphylokokken-Stämme gegen alle gängigen Antibiotika resistent, sind es heute schon 22 Prozent. In US-amerikanischen Hospitälern ist jeder zweite Erreger resistent. Die scheinbar allmächtige Wunderwaffe ist zur wirkungslosen Arznei geworden. Bei manchen Erregern müssen die Ärzte hilflos zusehen, wie die Patienten chronische und lebensgefährliche Infektionen entwickeln. „Das ist dann wie vor 150 Jahren“, sagt Oberarzt Dr. Alexander Friedrich, der früher an der Uni Würzburg, jetzt in Münster die Klinikkeime erforscht. Auch Professor Jörg Hacker, der Präsident des Robert-Koch-Instituts, wird nicht müde zu warnen: „Antibiotikaresistenzen stellen in Deutschland ein infektionsmedizinisches Problem ersten Ranges dar.“

Staphylococcus aureus ist ein Alleskönner – „leider in negativem Sinne“, sagt der Arzt für Mikrobiologie Bhanu Sinha. Der Problemkeim Nummer eins kann Wunden befallen – und Lungen, Knochen oder Herzklappen. Und weil die Bakterien vermutlich tückisch in die Körperzellen eindringen können und dort vor der Immunabwehr – und vor vielen Antibiotika – geschützt sind, wird die Bekämpfung besonders schwierig.

Auszug aus einem sehr detaillierten und lesenswerten Artikel. Link: Angesteckt im Klinikbett | Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt - mainpost.de

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capricorn ist offline
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Seit: 17.10.08
Hallo,
ich war gerade fast 3 Wochen im Krankenhaus wg. einer Weichteilinfektion am Oberschenken/Hüfte. Nach intravenösem AB hat sich die Entzündung gebessert. Jetzt, 10 Tage später, bekomme ich neue entzündete Knubbel unterhalb des Ellbogens.
Was kann ich bloß machen? Die Haut ist geschlossen. Dringt Silberwasser durch die Haut?
Erschwerend kommt hinzu. dass ich durch meine Krebserkrankung und die jetzt erforderlich Chemotherapie immunsupprimiert bin.

Liebe Grüße
capricorn

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James ist offline
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Seit: 20.05.08
Versuche der Northwestern Universität in Chicago zeigen:

Verdünnte Wäschebleiche im Badewasser helfen bei Kindern gegen chronische Ekzeme, auch wenn diese durch MRSA ausgelöst werden!

Link: Chronische Ekzeme: Bleiche im Badewasser hilft - News - FOCUS Online

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James ist offline
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Seit: 20.05.08
Die Aktion "Saubere Hände" , die in Deutschland die MRSA-Gefahr mildern soll, wird von immer mehr Kliniken unterstützt. Jetzt kann man im Internet anrufen, welche medizinischen Einrichtungen daran teilnehmen.
Hier der Link: www.praxis-page.de/ash/kliniken.htm

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Shanaja ist offline
Beiträge: 31
Seit: 02.09.08
Hallo,

mich wundert nicht mehr :-(

Letztes Jahr war ich über 12 Wochen im Krankenhaus, als ich eingeliefert wurde, war ich auf einer Station mit MRSA, allerdings wußte ich nicht über diesen Keim und das ich auf einer Isulierstation lag.

Erst als ich verlegt wurde auf eine andere Station und ich aufstehen konnte, erfuhr ich allmählich was ein MRSA Bakterium bedeutet.

Schließlich erkranken auch 3 Leute auf einer MRSA freien Station und mir wurde eine Frau auf das Zimmer gelegt, wo um das Bett/Boden Pfaster geklebt wurden und von da an - nur noch vermumte - sie außerhalb der abgeklebten Bereichs besuchen dürften. Nachts wachte ich zufällig auf und sah, wie eine Schwester ohne Maske und Handschuhe der Dame das Gebiß aus dem Mund nahm und rausging ohne sich die Hände zu desinfizieren!

Da ich offene Wunden hatte, verlange ich ein klärendes Gespräch mit der Stationsärztin und wollte aus dem Zimmer verlegt werden, sie aber meinte das ja noch nicht sicher sei, ob sie MRSA habe und ich doch abwarten sollte, das wäre nur eine Vorsichtsmaßnahme, da sie aus einem anderen Krankenhaus komme. Ich ließ mich beruhigen.

Als aber dann ein Mitpatient erkrankte, mit dem ich öfters zusammen war und er mit einem anderen MRSA Patienten auf ein anderes Zimmer verlegt wurde, verlangte ich einen MRSA Test. Dieser wurde mir abgelehnt, da ich ja nicht mit ihm auf einen Zimmer gelegen hatte. Diesmal ließ ich mich nicht abwimmeln und auch nichts erzählen und bestand auf den Test. Was sie mir alles erkärte, ich mache mich zu verrück, bla, bla. Gott sei dank war alles in Ordnung. Aber ich bekam den Test in Rechnung gestellt.

Dann sah ich eine Patient im Restaurant mit heruntergezogener Maske, ohne Handschuh, der sich innerhalb der Klinik bewegte, normalerweise darf man nur den schnellstmögichen weg nach draußen, lach und da er gebehindert war, nahm er den Aufzug.

Auch mit Schwestern mußte ich mich anlegen, weil sie beim verbinden keine Handschuhe anzogen!!

Kein Wunder, das wir überall in den Kliniken MRSA haben.

Ich habe dann Schwestern den link gegeben

www.mrsa-net.nl/de/selectie.php

wie in Holland damit verfahren wird. Aber so wirklich hat es nichts gebracht.

Nicht mal Ärzte haben sich bei der Visite die Hände desinfiziert.

LG
Shanaja

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
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Seit: 20.05.08
Bericht: Workshop „Multiresistente Erreger im Krankenhaus“

Am Do., dem 07.05.09 fand eine weitere Veranstaltung unter Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) in Partnerschaft des Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) zum Thema multiresistente Erreger statt. Die Leitung lag in den bewährten Händen von Herrn Prof. Dr. Axel Kramer, Präsident der DGKH und Leiter des Institutes für Hygiene und Umweltmedizin an der Uni Greifswald.

Obwohl die Veranstaltung als Fortbildung für medizinisches Personal gedacht war, wurde ich als Patientenvertreter hierzu eingeladen. Mein Dank gilt deshalb dem Veranstalter und es zeigt deutlich, dass damit eine neue Qualität erreicht wurde.

Im epidemiologischen Bericht Bericht der EU über Infektionskrankheiten wird die Zunahme nosokomialer Infektionen noch vor der pandemischen Influenza und HIV genannt! Man schätzt pro Jahr ca. 3 Millionen krankenhauserworbene Infektionen mit bis zu 100.000 Todesfällen. Die Sterblichkeit nach MRSA-Infektionen liegt bei 30%. Nach Kalkulation durch die DAK ist mit einer Mehrbelastung von ca. 19.000€/Betroffenen nur für die akute Behandlung zu rechnen. Die Folgekosten wie Rehabilisation, Weiterbehandlung, Arbeitsausfall, Verrentung, Schwerbehinderung usw. sind hierbei ebenso wenig betrachtet wie das unbezahlbare Leid und den vermeidbaren Tod Betroffener. Die MRE-Pandemie erfordert ein generelles Umdenken. Vorbild könnten die Niederlande und Dänemark mit einer MRSA-Rate unter 1% sein.

Neben MRSA gewinnt VRE und ESBL (zunehmend in Süddeutschland) mit hohem Ausbruchspotential in Krankenhäusern an Bedeutung. Um eine Eindämmung zu erreichen, muss neben einer einheitlichen Prävention mit klaren Regelungen eine Antibiotikastrategie entwickelt werden, um entbehrliche Medikation zu verhindern.

Im Ergebnis des Workshops kann man zusammenfassend positiv feststellen:

*seit dem letzten Jahr hat sich die Wahrnehmung der Problematik in Politik und Öffentlichkeit stark erhöht
*immer mehr Kliniken entwickeln Strategien gegen die ungebremste Weiterverbreitung multiresistenter Erreger
*Das „Greifswalder Modell“, ein Maßnahmenbündel der Primärprävention sich immer stärker durchsetzt
*es bilden sich fachübergreifende Netzwerke
*Kosten/Nutzen-basierte Entscheidungen zugunsten der Infektionsprävention zunehmend getroffen werden

Trotzdem kann keine Entwarnung gegen die Folgen von Antibiotikaresistenzen gegeben werden.
Obwohl sich die Kurve der Neuansteckungen leicht abgeflacht hat, ist das Problem nach wie vor kaum überschaubar und immer noch hoch brisant. Damit eine wirksame Eindämmung erzielt werden kann, reichen Einzelmaßnahmen nicht aus. Notwendig erscheint:

*Etablierung von schlüssigen Hygienestandards in allen Einrichtungen, die im weitesten Sinne Brennpunkte multiresistenter Erreger darstellen.
*Gezieltes, vorbeugendes Screening von Patienten mit Risikofaktor nach Problemkeimen um eine Sanierung vor einer Einweisung in eine andere Einrichtung zu erreichen
*Nachfolgescreenings bei kolonisierten und infizierten Patienten.
*Screening von Mitarbeitern in Problembereichen und ab 2 Fällen mit dem gleichen Erregerstamm in der Einrichtung.
*Meldepflicht (nicht namentlich) für alle multiresistenten Keime zur statistischen Erfassung der Prävalenz

Nur durch konzertierte Maßnahmen ist das Hauptanliegen „Erreger erkennen, Infektionen vermeiden, Verbreitung bekämpfen“ zu erreichen. Das schwächste Glied der Kette bestimmt dabei den erreichbaren Fortschritt.
Erfreulich empfand ich, dass ein Umdenken auch aus der Kosten/Nutzen Betrachtung in den Verwaltungen stattfindet. Es ist viel sinnvoller präventiv zu agieren, als im Ernstfall „nachzubessern“. Dies liegt auch im vollen Interesse der Patienten (und Beitragszahler der Krankenkassen, Rententrägern, Arbeitgebern...), da nur so vermeidbares Leid und sehr hohe Kosten abgewendet werden können.

Für symptome.ch
MRSA

Die hoch interessanten Hauptvorträge stehen komplett als PDF interessierten Usern im Netz zur Verfügung.
Link: Ipse » Expertennetzwerk Krankenhausinfektionen
Herrn Prof. Dr. A. Kramer und Herrn Kai Weller (ipse) sei herzlich gedankt.

Krankenhauskeim MRSA

Oregano ist offline
Beiträge: 63.740
Seit: 10.01.04
Vancomycin-resistente Enterokokken [VRE]

Erreger: Enterokokken sind fakultativ anaerobe, grampositive Bakterien und eine anteilsmäßig bedeutende Spezies der normalen Dickdarmflora. Bislang wurden vor allem E. faecium und E. faecalis als Krankheitserreger beschrieben. Enterokokken verdienen aufgrund ihrer Resistenzeigenschaften zunehmende Beachtung (17). Die 1988 erstbeschriebenen Vancomycin-resistenten Enterokokken wurden als "die nosokomialen Krankheitserreger der 90ger Jahre bezeichnet" (28)

Vorkommen, Pathogenität: E. faecium und E. faecalis sind fakultativ pathogene Bakterien. Isoliert wurden sie bei katheterassoziierten Harnwegsinfektionen, Infektionen von Dialyseshunts (6), Wundinfektionen, seltener auch bei Kathetersepsis, Endokarditis, Meningitis oder bei polymikrobiellen nosokomialen Infektionen (16,17,32). Zunehmend häufiger werden Enterokokken bei länger als 4 Wochen hospitalisierten Frühgeborenen mit Sepsis beschrieben (15,16). Enterokokken verursachen keine primären Infektionen des Respirationstraktes, breiten sich nicht invasiv im Gewebe aus und produzieren keine relevanten Exotoxine (17).

Bei 85-95% aller Enterokokkeninfektionen wird E. faecalis isoliert. Infektionen mit E. faecalis können meist mit Ampicillin und Gentamicin oder Mezlocillin und Gentamicin behandelt werden. E. faecium (5-15% aller Isolate) gilt als virulenter und macht aufgrund seiner intrinsischen Resistenz gegen b-Lactamantibiotika eine primäre Behandlung mit Vancomycin oder Teicoplanin erforderlich (32). Auch wenn Enterokokken im allgemeinen nur eine geringe Virulenz aufweisen, ist die Mortalität der Enterokokkensepsis mit 28 - 58% hoch; wahrscheinlich spielt der schlechte Allgemeinzustand und der Schwere anderer Grunderkrankungen der betroffenen Patienten hier eine entscheidende Rolle (32). Henning et al. fanden bei 23 von 73 pädiatrisch-onkologischen Kindern eine VRE-Besiedlung (32%), die innerhalb eines Jahres bei 6 von 73 (8.3%) zu einer VRE-Infektionen führte (12).

Nachweismethode:
Die Methode der Wahl zum Nachweis einer Besiedlung mit VRE ist die Untersuchung von Stuhlproben oder besser: Analabstrichen (23,31).

Übertragungswege: VRE können über die nicht desinfizierten Hände des Pflegepersonals oder der behandelnden Ärzte, über Textilien und Gegenstände (Stethoskope, Thermometer, Infusionspumpen, Monitortastaturen, den Toilettensitz, Windeln, die zum Abwiegen aus dem Zimmer gebracht werden usw.) von Patient zu Patient übertragen (6,13,14,17,21,22,26). Rhinehart et al. beschrieben eine Enterokokkenepidemie auf einer chirurgischen Säuglingsstation, die über 60 Patienten umfaßte und durch eine Krankenschwester aufrechterhalten wurde, deren Darm und Hände mit multiresistenten Enterokokken besiedelt bzw. kontaminiert waren (22). Auf trockenen Oberflächen in der Umgebung des Patienten kann E. faecium eine Woche bis maximal 4 Monate überleben (33); VRE tolerieren kurzzeitig Temperaturen bis zu 60oC (32). Andererseits sind VRE durch eine sorgfältig durchgeführte Desinfektion mit einem gegen S.aureus wirksamen Desinfektionsmittel (siehe Desinfektionsmittelliste der MEB) sicher abzutöten (26).
!199VRE
--------------
extended-spectrum-beta-lactamase (ESBL)bildenden gramnegativen Stäbchenbakterien (ESBL-Bildner) ESBL steht als Abkürzung für eine bestimmte Form der erweiterten Resistenz gegenüberAntibiotika bei Bakterien.
Im Unterschied zu den bisher bei uns häufiger anzutreffendengrampositiven MRSA und VRE handelt es sich bei den ESBL-bildenden Bakterien umgramnegative Keime, sogenannte Enterobakterien, die originär im menschlichen Darm als Normalflora angesiedelt sind. Sie sind, wie auch MRSA und VRE, keine obligaten Infektionserreger. Verschiedene Untersuchungen zur Übertragungswahrscheinlichkeit der ESBL-Bildner haben gezeigt, dass sie sehr viel schwieriger auf andere Personen übertragen werden als MRSA oder VRE. Entsprechend ihrer ursprünglichen Herkunft, dem menschlichen Darm, sind Kontaminationen beim Umgang mit Fäkalien am wahrscheinlichsten. Dennoch können sich die Keime, insbesondere bei bettlägerigen Patienten, auch passager an anderen (Körper-) Stellen aufhalten.

♦Erreger: Enterobakteriaceae ( z.B. Klebsiella spp ., Proteus spp., E. coli, E. cloacae ) mitResistenzentwicklung gegen ß-Laktam-Antibiotika einschließlich Breitband-Cephalosporineund Monobactame.
♦Infektionsquelle: Infizierter Patient, Keimträger (meist im Stuhl bzw. anogenitalen Bereich, Urin; seltenAtemwege)
♦Übertragung: Schmier- und Kontaktinfektion: Übertragung erfolgt überwiegend über kontaminierte Hände, in Einzelfällen ausgehend von Flächen in der Umgebung des Patienten. Aerosole können nicht ausgeschlossen werden (z.B. bei Absaugung besiedelter Atemwege). Direkter und indirekter Kontakt mit Stuhl, infizierten Wunden, erregerhaltigen Sekreten (Hände,kontaminierte Gegenstände wie z.B. Steckbecken, Wäsche, Stethoskop, Pflegeutensilien), Patientenbezogene Maßnahmen (bei Patienten mit Infektionen / Besiedelung)
♦Einzelzimmer - Isolierung nur notwendig bei unkooperativen Patienten / Kindern *)Der Patient sollte jedoch eine eigene Toilette benutzen.Es müssen eine patientenbezogene Kittelpflege(brombeerfarben) und Einmalhandschuhe (bei direktem Patientenkontakt und Kontakt mit infektiösem Material) eingesetzt werden.Bei Besiedelung oder Infektion des Respirationstraktes einen Mund- Nasenschutz tragen.
♦Täglicher Wechsel von Handtüchern, Waschlappen, Unterwäsche, Flügelhemd nachder Körperwaschung.
♦Die Untersuchungsstelle ist vorab zu informieren.
♦Patient, Angehörige, medizinisches Personal und Reinigungspersonal sind überentsprechende Maßnahmen aufzuklären und auf eine vermehrte Händehygienehinzuweisen.
♦bei Entlassung ist eine normale Routine-Wischdesinfektion für das Zimmer ausreichend. Personalbezogene Maßnahmen
♦Eine hygienische Händedesinfektion ist vor Betreten und beim Verlassen des Zimmerssowie nach jeder Manipulation am Patienten durchzuführen.
♦Bei direktem Patientenkontakt ist ein brombeerfarbener Schutzkittel zu tragen (Schutzkittel verbleiben im Zimmer und werden pro Schicht gewechselt).
♦Bei direktem Patientenkontakt sind zusätzlich Handschuhe zu verwenden, nach dem Ausziehen ist ebenfalls eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen.
♦Krankenhausakte und Verlegungsbericht kennzeichnen (ESBL Vermerk).
♦Die Flächendesinfektion ist wie üblich durchzuführen (s. Hygieneplan). Auf dieNotwendigkeit der Verwendung frischer Reinigungstücher pro Patientenzimmer wirdverwiesen.
♦ Routine Entsorgung der Abfälle (gemäß dem Abfallentsorgungskonzept).
♦ Routine Entsorgung von Wäsche und Geschirr.
♦ bei Verlegung: nachfolgende Station / Klinik informieren.
♦Dauer der durchzuführenden Maßnahmen: Über die Dauer des gesamten Aufenthaltes des Patienten, da eine Sanierung im Darm nichtmöglich ist.Gegebenenfalls Rücksprache mit der Hygienefachkraft oder den ärztlichen Mitarbeitern derKrankenhaushygiene (Tel. 39999) halten.
♦Entlassung: Die Entlassung von Patienten mit ESBL ist jederzeit möglich. ♦Ambulanzbesuche: Bei direktem Patientenkontakt ist ein brombeerfarbener Schutzkittel zu tragen. Zusätzlichsind Handschuhe zu verwenden und nach dem Ausziehen ist ebenfalls eine hygienischeHändedesinfektion durchzuführen. *) Unkooperative Patienten / Kinder sind solche, die nicht in der Lage sind angemessene Hygienemaßnahmen (z.B.Händehygiene, Zurückhaltung bei Körperkontakten) durchzuführen
Ihre Krankenhaushygiene informiert

Vielen Dank für Deinen Bericht MRSA. Es ist gut zu hören, daß die Aufmerksamkeit anscheinend steigt in Bezug auf diese Erreger.
Wenn ich mir allerdings die vorgeschriebenen und anscheinend bekannten Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Keime in Kliniken durchlesen, kommen mir schon Zweifel , ob die alle wirklich beachtet werden. Erst recht in Alten- und Pflegeheimen.

Gruss,
Uta

Krankenhauskeim MRSA

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Hallo Uta,

eben um dies zu ändern und allgemein gültige Regeln (vorerst für Berlin-Brandenburg) aufzustellen diente diese Veranstaltung. Wir hoffen, daß sich bald was ändert denn die extrem hohe Zahl der Neuinfektionen und Toten (über 10 x mehr als durch den Straßenverkehr!) kann keinesfalls akzeptabel sein.

Herzliche Grüße,
MRSA

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
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Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bewertet die Risiken der Übertragung auf Verbraucher durch rohes Fleisch und Milch LaMRSA-infizierter Tiere für gering. Dies steht im Gegensatz zu den Kontaktpersonen in der Tierhaltung. Näheres in der Pressemeldung vom 13.05.2009:
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) | Übertragung von MRSA durch Schweinefleisch unwahrscheinlich | Pressemitteilung | Pressemeldung

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