7-Tage-Regel bei Antibiotika neuerdings veraltet

07.04.17 12:17 #1
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7-Tage-Regel bei Antibiotika neuerdings veraltet

James ist offline
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Meine Schuld! Ich habe den Bericht Antibiotika-Therapie: Dauert meist viel zu lange gemeint aber vergessen ihn zu benennen.
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

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MaxJoy ist offline
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Alles klar. Dieser Bericht ist auch schon 11 Jahre alt ...

Sehr seltsam übrigens, dass es 11 Jahre gedauert hat, bis diese Erkenntnisse jetzt im Mainstream angekommen sind.
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James ist offline
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Wie auch bei MRSA. Ich hatte 2003 das "Vergnügen" und schon damals bin ich als Wanderprediger im Netz, TV und Presse unterwegs gewesen. Erst vor 5 Jahren ist auch das Gesundheitswesen darauf aufmerksam geworden. Aber grundsätzlich hat sich nichts getan...
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Gruß, James

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MaxJoy ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.452
Seit: 18.03.16
Mich wundert diese allgemeine Ignoranz auch ziemlich, schließlich geht es um Leben und Tod, und es kann jeden jederzeit treffen. Vielleicht liegt es ja daran, dass wir das Sterben so weit industrialisiert haben, dass es keiner mehr richtig mitbekommt oder sich verantwortlich fühlt. Dazu kommt das Verschwinden der Familienstrukturen, die Menschen altern einsam und niemanden kümmert es, wenn sie dann weg sind.

Früher war ich genauso, erst mein Hund hat mich für Gesundheitsthemen sensibilisiert. Dafür und für vieles mehr bin ich ihm wirklich dankbar.
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James ist offline
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Seit: 20.05.08
Ja, da hast Du durchaus den Nerv getroffen!
Alter und Tod sind aus den Familien verschwunden und man hat die Verantwortung an Altenheime und an das Hospiz "abgegeben". Diese Themen sind somit aus dem Bewusstsein der jüngeren Menschen entrückt, sie haben auch vergessen wer und wie sie selbst als Baby, Kleinkind und Jugendlicher umsorgt hat und mit welchem Aufwand sie aufgewachsen sind. Den Generationenvertrag in diesem Sinne gibt es nicht mehr. Man macht Karriere, kümmert sich um möglichst viel Gehalt, will Prestigeobjekte wie schnelle Autos, Eigentumswohnungen, Aktien, Häuser in der Großstadt und Urlaub in exklusiver Umgebung. Das ist wichtig...die Alten und die Sogen der wenigen "Sehenden" nicht.
Übrigends...Hunde bringen uns Halter oftmals in die Wirklichkeit zurück, denn auch wir sind Rudeltiere. Ich habe momentan 2 Hunde (aus spanischen Tierheimen und manchmal waren es mehr) und die halten mich fit. Inzwischen sind wir zwar voll im OT, aber einem Mod sei auch das mal gestattet.
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Rauke ist offline
Beiträge: 787
Seit: 17.11.12
Genau so ist es. Die Konsequenzen aus Fehlbehandlungen und Fehlentscheidungen werden nicht gesehen, oder abgestritten.
Niemand ist verantwortlich.
Ich habe früher auch viel zu oft und zu lange Antibiotika bekommen.
Nur einmal, als ich nach 5 Wochen schwerer Sinusitis um ein Antibiotikum bat, wurde es mir verweigert.
Da müsste sich etwas ändern in den Gesetzen, mehr Patientenschutz.
Wie sollen denn Patienten beweisen, dass sie durch häufige Fehlbehandlungen schwer krank geworden sind.

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Earl Grey ist offline
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Seit: 25.09.13
In Schwangerschaft und Stillzeit durfte ich kein Antibiotikum, obwohl ich monatelang an Husten und sonstigen Erscheinungen laborierte. Anderen wird in einer solchen Situation dringend Antibiotika empfohlen, damit "es nicht aufs Herz schlägt".
Es gab also schon immer eine Lücke in der "Antibiotikaversorgung" und das Argument mit dem Herz scheint auch weit her geholt, wenn es bei Schwangeren und Müttern dann plötzlich egal ist.
Viele Grüße
Earl Grey

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MaxJoy ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.452
Seit: 18.03.16
Zitat von Rauke Beitrag anzeigen
Wie sollen denn Patienten beweisen, dass sie durch häufige Fehlbehandlungen schwer krank geworden sind.
Im Fall von Bakterienresistenzen geht das gar nicht. Auch wenn du diejenige warst, bei der eine Resistenzbildung stattgefunden hat, musst du noch lange nicht krank werden. Die mutierten Bazillen können jahrzehntelang in deinem Körper hausen, ohne dass dir jemals etwas passiert. Du verbreitest die neuen Superkeime dann nur in deiner Umwelt und andere können daran erkranken.

Schon nach kurzer Zeit ist es daher nicht mehr möglich, den genauen Ursprung eines neuen Bakterienstammes herauszufinden. Und selbst wenn - wie soll man beweisen, dass eine zu lange Antibiotikaeinnahme die Ursache war?

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James ist offline
Moderator
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Beiträge: 5.804
Seit: 20.05.08
Im Prinzip hast Du recht. Inzwischen kann man jedoch durch die veränderte DNA genau den Weg verfolgen, die ein resistentes Bakterium genommen hat. Man macht sich nur selten die Mühe und darin liegt die Crux...
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Gruß, James

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MaxJoy ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.452
Seit: 18.03.16
Auch wenn Rauke und ihr Doktor auf diese Weise 'überführt' werden würden, kann man nicht ausschließen, dass es sich um eine zufällige Mutation gehandelt hat, die sich auch ohne den Selektionsdruck des Antibiotikums durchgesetzt hätte. Genetik ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten, zwingende Schlussfolgerungen a la Sherlock Holmes und juristische Schuldzuweisungen sind da kaum drin.

Früher oder später taucht immer eine resistente Keimvariante auf, die ein Antibiotikum entwertet. Bei den bisherigen längeren Einnahmezeiten dauert das im Schnitt 2 Jahre. Das ist sehr wenig Zeit, um die Entwicklungskosten wieder hereinzuholen, deswegen werden kaum noch neue Antibiotika entwickelt. Mit einem sparsameren und gezielteren Einsatz der Medikamente könnte man ihre 'Lebenszeit' vielleicht so verlängern, dass sich Neuentwicklungen wieder lohnen.
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