Wir stehen vor einer Katastrophe

18.09.13 14:09 #1
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Dora ist offline
Beiträge: 2.848
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Antibiotikaresistente Bakterien: Sorgloser Einsatz in der Tierzucht

23.000 Tote jährlich, zwei Millionen Infizierte: Die US-Seuchenschutzbehörde schlägt Alarm. Gegen Antibiotika resistente Bakterien werden zur Gefahr für die Weltbevölkerung.


Quelle: Multiresistente Keime: US-Behörde CDC warnt vor tödlichen Bakterien - SPIEGEL ONLINE

Das musste ja einmal so kommen.
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Wir stehen vor einer Katastrophe"

Rota ist offline
Beiträge: 2.638
Seit: 22.07.08
Hallo Dora, ich bin froh, daß Du noch einmal dieses Thema Staphylokokkeninfektion aufrollst.

Das musste ja einmal so kommen.
Es wird jetzt sooo viel über das Thema geschrieben, daß man sich in den Texten leicht verlaufen kann und das ist deshalb gefährlich, weil es auch Texte gibt, die Panik machen sollen, aber nicht auf die Ursachensuche gehen. Andere drücken sich um die Tatsache, daß nicht immer operiert werden müßte, nur weil man kann, sondern dann, wenn es nicht anders zu kurieren geht.

Es müßte doch möglich sein, mit einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Liste zu erstellen, was man als ganz normaler Bürger ohne medizinische Vorkenntnisse tun kann, damit einem eine solche Infektion erspart bleibt.

Ich mache jetzt mal den Versuch einer Aufstellung.
Jeder hier kann sich beteiligen, und die Liste erweitern.
Am Ende kann man Ähnliches bündeln und besonders Wirksames farblich kennzeichnen.

Als Überschrift möchte ich das Wort Gesundheitsschutz für Jedermann/Frau nehmen.

Dabei sind viele Punkte die nicht neu sind und bereits zu einer guten Erziehung gehören, aber besser sie sind noch einmal genannt.

Ganz wichtig ist, den Kindern so früh wie möglich das Händeindenmundstecken abzugewöhnen.

1. Staphylokokken kommen überall vor und können abgewaschen werden, wenn sie sich auf der Haut befinden.

2. Staphylokokken kommen auch auf den Schleimhäuten vor, man kann sie mit gewissenhafter Mundhygiene entfernen, zumindest stark reduzieren.

3. Im Nasen-Rachenraum kann man sie mit Salzspülungen herausspülen (auch da zumindest reduzieren)

4. Hände waschen nach jeder unreinen Handlung dürfte ja selbstverständlich sein. Dazu kann man die seit Urzeiten bekannte Kernseife benützen die keimtötend ist. Eine kleine Sprühflasche mit Duft hilft gegen den etwas faden Geruch der Seife an den Händen.

5. Die Schuhe zu wechseln, wenn man von draußen ins Haus kommt, erhöht die Sicherheit vor gefährlichen Keimen und hält das Haus sauberer.

6. Schnupftücher aus Stoff sind out.

7. Spucken auf den Boden ist auch out (wenn auch die Fußballer es so schön vormachen).
8. Wunden müssen abgedeckt werden, auch kleine, damit es keine Schmierage auf Bettzeug und Möbeln gibt.
9. Wenn möglich kein Händeschütteln zur Begrüßeung
10. Küsse auf den Mund sind Übertragungsmöglichkeit Nr. 1. Menschen die zusammen leben tragen oft den selben Erreger mit sich herum. Innerhalb der Familie ist die Ansteckungsgefahr also vielleicht nicht soo groß. Trotzdem, Wunden sehr ernst nehmen.

So, liebe Freunde, was wißt Ihr noch Wirksames zu dem Thema?

Liebe Grüße
Rota
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Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

Geändert von Rota (18.09.13 um 19:01 Uhr)

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Dora ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.848
Seit: 05.07.09
Gesundheitsschutz für Jedermann/Frau

Nicht jeder kann die Straßeschuhe im Treppenhaus zurück lassen,
also schleppt er unweigerlich alles Mögliche in seine Wohnung.

Schuhe im Bad ausziehen und am Besten auf ein Putztuch abstellen.

Schuhsohlen mit Essigwasser abwaschen.

Wohnung mit Essigwasser und Seife jede Woche gut reinigen.

Hände lieber einmal mehr, als zu wenig waschen.


Unterwegs:

Nach Möglichkeit keine öffentliche Toiletten benutzen,
es sei denn man hat ein Desinfektionsmitte mit dabei.

Spuckzone:

Es ist schön, wenn Werbung und leckere Häppchen beim Einkauf angeboten werden,
doch keiner denkt dabei, dass oft Bakterien durch die Spuckzone weiter gereicht werden.

Hygienevorschrift laut Ordnungsamt

darf keine Ware offen in Sichtweite vom Kunden stehen.


Schutz vor Viren & Bakterien: Hygiene im Alltag - Gesundheit - Bild.de


Einen schönen Abend
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Rota ist offline
Beiträge: 2.638
Seit: 22.07.08
Wenn im Krankenhaus abgenommene Tests ausgewertet werden, stellt man fest, daß die Menschen stark unterschiedliche Mengen von den sogenannten resistenten Keimen in sich tragen.

Das hängt zum großen Teil davon ab, wie intakt das Immunsystem des Menschen ist, mit den Keimen die dauernd in ihm vorhanden sind,fertig zu werden.

Welche Möglichkeiten haben wir, unser Immunsystem zu stärken?
Welche Ernährung schützt vor krankmachenden Keimen?
Eher Kräutertee, oder ein klarer Schnaps?
Welche natürlichen Mittel kennt Ihr dafür?
Was versteht man unter Abhärtung?
Was versteht man unter Resistenz?
Gegenstände die man zu Hause haben soll, wenn man gegen Keime therapieren muß.
Viele Keime vertragen keine Hitze, wie erzeuge ich vorrübergehendes Fieber?
Wie wichtig ist Sauerstoff für das Immunsystem?
Reicht die richtige Kleidung um sich dem Wetter anzupassen?
kalte Füße, sind sie ein Vorzeichen für Erkrankung?
Was hat es mit der Kerntemperatur des Körpers auf sich?
Kalte Hände, heißes Herz, stimmt das?
Feuchtigkeit und Zugluft, was bedeuten sie für den Menschen?

diese Liste ist ebenfalls zur Vervollständigung frei gegeben.
Ich bitte Euch um reichliche Ideen.

Gute Nacht, Euch allen
und einen gesunden Schlaf.
Rota
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Geändert von Rota (18.09.13 um 22:37 Uhr)

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James ist offline
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Seit: 20.05.08
Das Hauptproblem sehe ich darin, dass einige der Bakterien zur ganz normalen menschlichen Flora gehören, völlig egal ob die Spezies AB-resistent ist oder nicht. Ohne diese Bakterien könnte der Mensch gar nicht leben, viele verrichten für uns notwendige Aufgaben. Das klappt aber nur, wenn sie an ihrem angestammten Besiedlungsort verweilen. Wird dieser verlassen, kann daraus eine Infektion entstehen. Erst jetzt, wenn diese Infektion von unserem eigenen Immunsystem nicht in Grenzen gehalten werden kann entscheidet die Eigenschaft "resistent oder nicht" ob das eingesetzte AB wirken kann. Hat man Pech und der Stamm ist resistent, geht gleichzeitig wertvolle Zeit (von den unerwünschten Nebenwirkungen abgesehen) verloren, denn diese Keime entwickeln teilweise ein rasantes Wachstum (Verdopplung aller 20 Minuten).
Aus diesem Grund empfehlen wir, dass zumindest vor (geplanten) OP's immer erst ein Screening und wenn notwendig eine Sanierung erfolgt.
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Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muß ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen. Max Frisch, schweizerischer Architekt und Schriftsteller

Gruß, James

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Rota ist offline
Beiträge: 2.638
Seit: 22.07.08
Hallo James,

Das Hauptproblem sehe ich darin, dass einige der Bakterien zur ganz normalen menschlichen Flora gehören, völlig egal ob die Spezies AB-resistent ist oder nicht. Ohne diese Bakterien könnte der Mensch gar nicht leben, viele verrichten für uns notwendige Aufgaben.
Ja, vor allem im Nasen-Rachenraum.

Das klappt aber nur, wenn sie an ihrem angestammten Besiedlungsort verweilen.
Sprich, Schmierinfektionen müssen ausgebremst werden. Dafür wäre z.B. ein Mundschutz und peinliche Vorsicht beim Schneuzen und Husten nötig.

Wird dieser verlassen, kann daraus eine Infektion entstehen
.

Also, wenn ich das recht verstehe, kann sich der Patient, der zur OP gekommen ist mit seinen eigenen Keimen selber infizieren, wenn sie innerlich an den Ort der frischen Operation wandern?

Dagegen ist ja kaum ein Kraut gewachsen. Jetzt verstehe ich erst, warum sich ein solcher Patient in einem andauernden Kreislauf befindet von keimarmen Zeiten und einer Überschwemmung trotz guter Hygienezustände in der Klinik.

Aus diesem Grund empfehlen wir, dass zumindest vor (geplanten) OP's immer erst ein Screening und wenn notwendig eine Sanierung erfolgt.
Das heißt ja, daß man das Immunsystem schwächen muß damit der Patient überhaupt operiert werden kann. Oder verstehe ich das falsch?

Hat die Wissenschaft eigentlich schon herausgefunden, warum diese Streptokokken heute dermaßen zunehmen? Vielleicht fehlen ja genügend andere Keime, die sich gegen sie gestellt haben in früheren Zeiten.
Welche könnten das sein?

Vielleicht ist es aber auch, daß die Menschen sich über die Nahrung schon so viele Antibiotika reingezogen haben, daß die nicht mehr wirken gegen die Keime. Die Tierzucht arbeitet ja andauernd damit.

Vor Jahren hat einmal ein befreundeter Chirurg zu uns gesagt, daß er viel lieber auf einem Küchentisch operieren würde, als heute in der Klinik mit sogenannter totaler Hygiene.

Vielleicht leben aber auch viel zu viele Personen auf einem Raum zusammen, daß sich die Keime so rasant entwickeln können. Das ist dann wie in einer Massentierhaltung.

Es grüßt Euch die Rota, sehr besorgt
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James ist offline
Moderator
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Seit: 20.05.08
@Rota

ja, man kann sich an den eigenen Keimen infizieren! Das geht ganz schnell, man braucht nur eine Pforte (zB OP-Wunde) zu berühren. Diese Möglichkeit wird immer in Betracht gezogen, wenn man als Patient wegen Hygienemängel oder Wundheilungsstörung klagt.

Das Immunsystem darf und kann bei einer Sanierung vor einer OP nicht geschwächt werden. Es gibt zur Sanierung spezielle Salben (ohne AB für Schleimhäute) und Waschlotionen.

In der Tat entwickeln sich die gefährlichsten Keime auf der Intensivstation und den OP-Sälen, denn an Orten, wo ständig Antibiotika verwendet werden sind die jeweils überlebenden Keime immer jene, welche die höchsten Resistenzmerkmale ausgebildet haben. Deshalb zählt jeder Tag, den man länger auf Intensiv zubringt als zusätzliche Gefährdung.

Natürlich findet auch ein Austausch zwischen mehreren Patienten, dem med. Personal und Besuchern statt. Aus dem Grunde sollte man auch die Besuchszeiten und die Anzahl der Personen begrenzen.
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Gruß, James


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