Disposition zu Entgiftungsstörungen

07.03.11 08:20 #1
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Oregano ist gerade online
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In einem anderen Thread wurde geraten, die Disposition zu Entgiftungsstörungen abzuklären.

http://www.symptome.ch/vbboard/amalg...tml#post629185

Die gesunde Leber
Im Darm gebildete neurotoxische (giftige) Substanzen, wie z.B. Ammoniak, gelangen über die Pfortader in die Leber. In der gesunden Leber wird Ammoniak über die Bildung von Harnstoff und Glutamin entgiftet.

Die kranke Leber
Bei chronischen Lebererkrankungen ist die Entgiftungsleistung der Leber eingeschränkt. Ammoniak kann nicht mehr ausreichend durch die Bildung von Glutamin und Harnstoff entgiftet werden. Ammoniakreiches Blut gelangt ins Gehirn und verusacht dort eine Störung der Gehirnfunktion, die man als leberbedingte Hirnleistungsstörung bzw. als hepatische Enzephalopathie bezeichnet.
Diese äußert sich meist durch Müdigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, eine verminderte Leistungsfähigkeit und verzögertes Reaktionsverhalten beim Führen eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von Maschinen.
Entgiftung in der Leber - Eine anschauliche Darstellung - leber-info.de (mit Animation)

Wie kann man denn labortechnisch feststellen lassen, ob eine Entgiftungsstörung vorliegt? Genügen die üblichen Leberwerte oder gibt es da noch andere Werte, z.B. zu den Glutathion-S-Transferasen?

Grüsse,
Oregano

Disposition zu Entgiftungsstörungen
Männlich Bodo
Hallo Oregano.


Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Wie kann man denn labortechnisch feststellen lassen, ob eine Entgiftungsstörung vorliegt?
Genügen die üblichen Leberwerte oder gibt es da noch andere Werte,
z.B. zu den Glutathion-S-Transferasen?
Postlinks:
  1. Zum Abbau des im Startpostzitat erwähnten Ammoniaks empfiehlt sich Lactulose.
  2. Die GST lässt sich über eine Blutuntersuchung ermitteln. Bei grenzwertig niedrigen
    Werten bzw. Fehlen spricht man vom Nicht-Konjugierer - je weniger Enzym-Schwefel
    gebildet werden kann, umso wichtiger ist (bei Belastung) eine geeignete und stringente
    Entgiftung (sinnvoller Weise mit periodischem Messen der Ausscheidungs-Werte).





GB

Geändert von Bodo (07.03.11 um 09:34 Uhr)

Disposition zu Entgiftungsstörungen

Biene 94 ist offline
Beiträge: 351
Seit: 16.08.11
Hallo,

ich hab mal ne Frage. ich hab ein HPU Test machen lassen und der ist positiv ausgefallen. Also hab ich ne Stoffwechselstörung. Nun nehme ich Depyrrol. Damit soll die Entgiftung ja wieder in Gang kommen.

Hat es dann noch Sinn GST testen zu lassen?

lg

Disposition zu Entgiftungsstörungen

Oregano ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 62.004
Seit: 10.01.04
Noch etwas mehr Erklärendes zu den Entgiftungs-Transferasen und ihre Funktion:

...
Entscheidend für eine effiziente Entgiftung von Umweltschadstoffen ist das Zusammenspiel der Phase-I- und Phase-II-Detoxifikationsenzyme.

In der Phase-I werden Substanzen reduziert, hydrolysiert und oxidiert. Dies geschieht durch verschiedene mikrosomale Enzyme, die Cytochrom P450 Mixed Function Oxidasen (MFO) [4]. Die MFO-Enzyme sind im Bereich der Membran des endoplasmatischen Retikulums der Leberzellen angesiedelt und katalysieren dort den Abbau von Stoffwechselprodukten und Schadstoffen. Die Leberzellen können durch Induktion mit unterschiedlichen chemischen Stoffen eine Reihe von spezifischen Cytochrom P450-Isoenzymen (CYP-Familie) bilden [5].

Aufgrund genetischer Unterschiede (Polymorphismen) können einige Enzyme sehr leicht induziert werden und mit hoher Aktivität metabolisieren. Ein Beispiel hierfür sind die Phase-I-Enzyme Cytochrom P450 IA1 und IA2, die zahlreiche Xenobiotika, darunter polyzyklische Kohlenwasserstoffe, verstoffwechseln [6, 7]. Durch die Aktivität dieser Enzyme entstehen hochgiftige Metaboliten, die normalerweise in den Phase-II-Reaktionen umgehend verstoffwechselt werden. Dazu werden in der Leber kleine polare, hydrophile Moleküle wie Glutathion, Acetat, Cystein, Sulfat, Glycin oder Glukuronat an Metabolite und Zellgifte addiert, um sie für die Ausscheidung über die Leber und die Niere in eine wasserlösliche Form zu überführen. Zu den wichtigsten Phase-II-Enzymen zählen die Glutathion-S-Transferasen (GSTs) und die N-Acetyltransferasen (NATs).

Eine besondere Bedeutung misst man heute den Glutathion-abhängigen Enzymen bei [8, 9]. Sie entschärfen die bei der Verstoffwechselung von Umweltgiften entstehenden, hoch reaktiven freien Radikale durch Oxidation des nukleophilen Glutathions. Ein Ungleichgewicht durch eine reduzierte oder eine fehlende Proteinbiosynthese der GSTs bewirkt einen Stau an elektrophilen Metaboliten. Personen, bei denen aufgrund einer genetischen Veranlagung die Enzymaktivität einer oder sogar mehrerer Gluthation-S-Transferasen fehlt oder reduziert ist, neigen bei Belastung mit Xenobiotika verstärkt zur Entwicklung von Multiorganerkrankungen und einer erworbenen Immunschwäche [10]. Häufig sind bei diesen Patienten Phase-I-Enzyme stark aktiviert, die entstehenden Stoffwechselprodukte können jedoch nicht umgehend metabolisiert werden. Die Folge kann eine Akkumulation von Schadstoffen sein, die dauerhaft den Organismus belasten.
....
Umweltmedizin.de [ Umweltmedizin->Zeitschriftenarchiv->Nr. 38 (1-2/01)->Originalia: Erhöhte genetische Suszeptibilität gegenüber Umweltgiften bei schadstoffbelasteten Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom ]

Grüsse,
Oregano
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Disposition zu Entgiftungsstörungen

Oregano ist gerade online
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Seit: 10.01.04
Ich setze einfach mal den Link hier hin, ohne groß darauf eingehen zu können:

http://www.lebe-dich-gesund.at/team/...glutathion.pdf

"Glutathion Transferasen und Krankheiten" von B. Kuklinski

Grüsse,
Oregano
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