Grundsätzliches zur Quecksilberausleitung

07.05.07 17:21 #1
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gerold ist offline
Beiträge: 4.805
Seit: 24.10.05
Bekanntermaßen werden viele Gifte und auch methyliertes Quecksilber im Fettgewebe gespeichert. Da Schlanke wenig Körperfett haben, dient das fetthaltige Rückenmark und das Gehirn als Hg-Depot. Deswegen leiden Schlanke tendenziell häufiger unter psychischen Symptomen einer Hg-Vergiftung, Dicke eher unter körperlichen Symptomen.

Rizinusöl hat Hg-Mobilisierungspotential. Rizinusöl schafft durch Unterbrechung des enterohepatischen Kreislaufs gewisse Mengen Hg aus dem Organismus. Dadurch kommt es zu einer Umverteilung von Hg im Körper. Diese Umverteilung oder "Wanderung" von Hg ist für eine effektive Entgiftung ausdrücklich erwünscht, denn nur durch diese Umverteilung kann bei einer neuerlichen Unterbrechung des enterohenpatischen Kreislaufs "die nächste Fuhre" an Hg erneut ausgeschieden werden.

Schlanke müssen, besonders wenn die konsequent entgiften, ab einem bestimmten Punkt damit rechnen, daß neben den altbekannten psychischen Symptomen plötzlich auch verstärkt körperliche Probleme auftreten, weil das einst im Gehirn und im Rückenmark deponierte Hg sich unter Umständen bei der Umverteilung in extrazerebralen Geweben festsetzen und dort Symptome auslösen kann. Dies sind bevorzugt Muskeln, Sehnen, Herz, und die Rückenmuskulatur.

Es gibt sehr schlanke Menschen mit dem Mund voller Amalgam ohne die GERINGSTEN Beschwerden; damit ist nicht bei jedem mit Amalgam belasteten Schlanken eine Amalgamausleitung erforderlich, dies aus folgendem Grund: Damit es zu einer Hg-Vergiftung kommt, müssen Amalgam und eine genetisch bedingte schwache Entgiftungsleistung für Schwermetalle aufeinandertreffen. Diese die Schwermetallentgiftung betreffende genetische Ausstattung kann man messen, ein einmaliger Test reicht aus und man weiß Bescheid. 50 % der Menschheit hat eine zu schwache Entgiftungsleistung für Schwermetalle (d.h. auch Amalgam), aber nicht 50 % der Amalgamträger entwickeln Symptome. Deswegen kann es nicht anders sein, als daß die durch Amalgam ausgelösten Krankheiten multifaktorieller Art sind.

Aber: Schlanke Menschen, die Amalgam im Mund haben oder hatten, und die unter psychischen Problemen leiden (wie Phobien, Platzangst, Panikanfällen, Sozialphobie, Depressionen, Schüchternheit) ist dringend anzuraten, bevor sie sich entschließen eine Psychotherapie durchzuführen oder Medikamente einzunehmen, den Versuch einer Ausleitung z.B. mit Rizinusöl, mit Aktivkohle oder mit DMSA zu starten und zu schauen, ob eine Besserung eintritt. Das ist dann eine echte Kausalbehandlung und spart nicht nur Unsummen an Arztkosten, sondern möglicherweise auch kostbare Jahre an gelebter Lebenszeit, weil diese Herangehensweise viel schneller und effektiver zu einer Besserung führt als z.B. eine Psychotherapie.

Alles Gute!
Gerold

Grundsätzliches zur Quecksilberausleitung

mijanou777 ist offline
Beiträge: 19
Seit: 23.03.07
Hallo Gerold

Sehr interessant und es regt mich stark zum Nachdenken an, Dein Beitrag über Rizinusöl. Ich muss die ganzen Anregungen zuerst "verdauen" und "nochmals etwas überlegen" würde mich gerne aber für weitere Fragen nochmals mit Dir in Verbindung setzen.

Liebe Grüsse
Barbara

Grundsätzliches zur Quecksilberausleitung

Carrie ist offline
Beiträge: 3.747
Seit: 21.05.06
Was wäre das für ein Test um die Entgiftungsleistung festzustellen, Gerold?

Grundsätzliches zur Quecksilberausleitung

toxdog ist offline
Beiträge: 1.021
Seit: 06.05.07
Hi Carrie,

die individuelle Entgiftungskapazität (Gerold hat zwar "Entgiftungsleistung" geschrieben, ich unterstelle eben mal wir meinen das Gleiche) wird durch die Glutathion-S-Transferasen abk. GST (=Enzyme) bestimmt. Davon kann genetisch bedingt eben ein Mangel vorliegen. Dann ist bei der Entgiftung nochmal besondere Vorsicht geboten.

mfg Thomas

Grundsätzliches zur Quecksilberausleitung
oli
Hier werden verschiedene Laborparameter aufgezählt, die zum Bereich Entgiftungskapazität zählen:
Superoxid dismutase
Glutathion peroxidase
Glutathion-S-Transferase
P 450-Cytochromoxidase
(Coffein-Atem-Test)
Glutathion
Quelle:Effektmonitoring
Hier noch Folgendes:
Zu den wichtigsten Phase-II-Enzymen zählen die Glutathion-S-Transferasen (GSTs) und die N-Acetyltransferasen (NATs).
Quelle:Umweltmedizin.de
Es wird von Transferasen gesprochen, es gibt wohl also verschiedene Typen von Glutathion-S-Transferase und auch verschiedene N-Acetyltransferasen. Dies scheint auch ein Entgiftungsenzym zu sein, desweiteren gibt es auch von jedem Enzym einen Unterschied, ob es nur im Genotyp oder auch in funktionsfähigem Zustand vorhanden ist.

Folgendes ist auch interessant:

Im Koffeinfunktionstest (Detoxtest) lässt sich die Aktivität von vier Detoxifikationsenzymen (Cytochrom P1A2, Cytochrom P2A6, Xanthinoxidase und N-Acetyltransferase) zugleich bestimmen. Für die phenotypische Untersuchung der Glutathion-S-Transferasen q, p und a stehen photometrische und immunologische Tests zur Verfügung.

Spezielle Funktionstests überprüfen weitere Phase-II-Entgiftungswege. Beispiele sind der Acetylsalicylsäurefunktionstest für die Konjugation mit Glycin und Glukuronsäure [3], der Paracetamoltest (Acetaminophentest) für die Sulfatierung [4] und die Bestimmung der Hippursäure als Maß der Konjugation von Benzoesäure mit Glycin [5] (Abb. 1).

Genpolymorphismen, also Veränderungen in Genbereichen der in Phase I und Phase II beteiligten Enzyme, können das Gleichgewicht im Abbauweg stören. So reichern sich zum Beispiel durch funktionsunfähige Enzyme der Phase II ebenso wie durch ultraschnelle Enzyme der Phase I hochreaktive Radikale an, die unkontrolliert mit ihrer Umgebung in der Zelle reagieren und irreversible Schäden in Form von Addukten mit Lipiden, Proteinen und DNA hervorrufen können. Diese Störungen stehen oft mit diversen, nicht immer leicht zuzuordnenden Symptomen in Zusammenhang, die von Müdigkeit, Migräne, Infektanfälligkeit bis hin zu Zellschädigungen, Erbgutveränderung oder gar Tumoren reichen können.
Quelle: Umweltmedizin -> Zeitschriftenarchiv -> Nr. 39 (3-4/01)

Geändert von oli (08.05.07 um 09:35 Uhr)

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.675
Seit: 10.01.04
Schlanke müssen, besonders wenn die konsequent entgiften, ab einem bestimmten Punkt damit rechnen, daß neben den altbekannten psychischen Symptomen plötzlich auch verstärkt körperliche Probleme auftreten, weil das einst im Gehirn und im Rückenmark deponierte Hg sich unter Umständen bei der Umverteilung in extrazerebralen Geweben festsetzen und dort Symptome auslösen kann. Dies sind bevorzugt Muskeln, Sehnen, Herz, und die Rückenmuskulatur
Nicht nur Schlanke können diese Folgen der Entgiftung erleben. Auch Leute mit guten Fettpolstern können beim Entgiften gleiches erleben, denn auch da passiert das.
Bei den Dicken besteht allerdings eine mindestens genauso große Gefahr, daß sie Vergiftungssymptome wieder erleben, wenn sie abnehmen. Denn ein Großteil der Schwermetalle wird im Fettgewebe gelagert und beim Abnehmen freigesetzt.

Gruss,
Uta

Grundsätzliches zur Quecksilberausleitung

Beat ist offline
Beiträge: 9.174
Seit: 14.01.04
Hallo allem zustimme, ausser, dass bei schwacher entgiftung Dann ist bei der Entgiftung nochmal besondere Vorsicht geboten. sein soll. Dann ist eine Entgiftung umso mehr angebracht, weil es eben nie von alleine weg gehen wird!
Ob das messen der entgiftungsleistung nötig ist, weiss ich nicht, bezweifle es aber. wenn jemand hoch hg elastet ist und nicht aussergewöhnlich hohen hg Quellen ausgesetzt war, dann sit er eben im vergleich zum "normalen" hoch belastet, weil er eine schlechte Entgiftung hat. Also kann ich mir das Geld füür den test doch sparen, oder?
__________________
Liebe Grüsse
Beat

Wenn die Seele krank ist, auch am Körper arbeiten, umgekehrt gilt ebenso

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.675
Seit: 10.01.04
Ich habe schon öfters gelesen, daß sich die Glutathion-S-Transferasen-Werte mit zunehmender Entgiftung und Giftbelastung positiv verändert haben. Allerdings scheint es da keine richtigen Studien zu geben.

Was ich nicht weiß: gibt es eigentlich verschiedene Ergebnisse, wenn man einfach so mal den Wert der GSTs aus dem Blut machen läßt bzw. wenn man per Gentest überprüfen läßt, wie es mit der prinzipiellen Entgiftungskapazität per GST aussieht?

Gruss,
Uta

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EM-Zahn ist offline
Beiträge: 153
Seit: 23.04.06
@Uta

gibt es, weniger GTS ist der Beweis für eine Amalgamvergiftung.

Hg blockiert GTS über eine Bindung des Schwefels, die dadurch verminderte Menge des Enzyms verursacht das auch andere Gifte nicht ausgeschieden werden. (Cadmium, Blei, und andere)

Daher, es steigt der prozentuale Anteil von GTS wieder wenn Quecksilber entgiftet wird.

Weniger als 90% GTS leichte Vergiftung, weniger als 70% schwere Vergiftung.


Gentechnisch nach einem Enzym zu angeln ist ............ es gibt etwa 50 Enzyme die an der Entgiftung beteilig sind.

Gruß

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Helene85 ist offline
Beiträge: 193
Seit: 05.01.07
Hallo Leute,

hab auch mal kurz einen Einschub - weiß nicht so recht, ob ich hier richtig bin, aber ich dachte, wenn es schon mal um Genetik geht...

Und zwar ist es ja so, dass bei manchen Menschen nicht alle 4 Weißheitszähne angelegt sind, d.h. es gibt z.B. nur die zwei unteren.

Jetzt hab ich am Wochenende von einem Zahnarzt gehört, dass das bedeutet, dass diese Menschen genetisch sogesehen schon einen Schritt weiter sind.
Jetzt kommt mir die wilde Therorie: Kann es sein, dass aufgrund dieser "weiteren Genetik" der Entgiftungsprozess anders oder evtl. schlechter funktioniert?
Will hier jetzt keine falschen Gerüchte in die Welt setzen, aber es könnte ja sein?!

Grüssle


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