Enterohepatischer Kreislauf bei Hg (ausgelagerte Diskussion)

22.04.09 09:05 #1
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Enterohepatischer Kreislauf bei Hg (ausgelagerte Diskussion)
Binnie
Zitat von Stengel Beitrag anzeigen
Von der Giftigkeit her ist anorganisches, wenn überhaupt, stärker. Methylquecksilber ist nähmlich teilweise an was organisches gebunden.
Und woher kommt das "Organische" -> Aus Deinem Körper. Thiole, Enzyme und sonstige schwefelhaltige Strukturen sind dabei besonders beliebt.

Zitat von dmps:
Anorganisches ist auch nicht ungefährlich wenn regelmässig in kleineren Mengen verschluckt. Das Quecksilber das relativ harmlos ist wenn konsumiert ist elementares...
Das hängt davon ab, ob es flüssig oder gasförmig ist...

Enterohepatischer Kreislauf bei Hg (ausgelagerte Diskussion)
Männlich Bodo
Zitat von Stengel Beitrag anzeigen
Von der Giftigkeit her ist anorganisches, wenn überhaupt, stärker.
Methylquecksilber ist nähmlich teilweise an was organisches gebunden.
Schlicht Unfug!

Das Hg, das im Hirn gefährlich ist, ist das Organische.

Und zu Deinem enterohepatischen Kreislauf liest
Du Dir mal genau das PDF aus Post 18 durch. Danke.





HGB

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dmps123 ist offline
Beiträge: 3.880
Seit: 05.09.08
Und woher kommt das "Organische" -> Aus Deinem Körper. Thiole, Enzyme und sonstige schwefelhaltige Strukturen sind dabei besonders beliebt
Das hast du dir jetzt zusammenphantasiert.. In keinem Lehrbuch steht das sich das organische Quecksilber so bildet

Organisches Quecksilber bindet sich gerne an schwefelhaltige Moleküle. das ist ganz was anderes.

Enterohepatischer Kreislauf bei Hg (ausgelagerte Diskussion)
Binnie
Verdreh mir nicht immer die Worte im Mund! Stengel hat diesen Blödsinn verzapft, dass Methyl-Hg an was Organisches gebunden wäre. Ja klar bindet sich Methyl-Hg mit organischen Strukturen im Körper. Wenn Du Methyl-Hg aus Fisch zu Dir nimmst, ist das kein Problem, wenn Du aber selber der "Wirt" für das Methyl-Hg bist, dann schon! Lest den Boyd-Haley-Artikel nochmal genau! Ihr scheint zwar einiges zu lesen, aber nur sehr wenig zu verstehen...

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dmps123 ist offline
Beiträge: 3.880
Seit: 05.09.08
Also ich habe da nichts verdreht Binnie, das Kommentar mit den Thiolen kam eindeutig von dir

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alibiorangerl ist offline
Beiträge: 8.950
Seit: 09.09.08
wuhu bodo ;-)
Zitat von Bodo Beitrag anzeigen
...
Und zu Deinem enterohepatischen Kreislauf liest
Du Dir mal genau das PDF aus Post 18 durch. Danke.
HGB
schreib doch bitte noch dazu, dass das pdf ein scan aus nem daunderer buch ist, sonst wird wieder meilenlang darüber debattiert, wohers nun käme, kommen möge oder sicher nicht kommen könnte...

manchen hier
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dmps123 ist offline
Beiträge: 3.880
Seit: 05.09.08
Interessante Diskussion...

Ich werde nochmal was beisteuern.

Die 3 Arten von Quecksilber im menschlichem Körper und wie gut und wie schlecht sie aufgenommen werden.

1. Metallisches Quecksilber:

Wird sehr schlecht absorbiert wenn konsumiert. Warscheinlich weniger als 0.01%. Wenn inhaliert ist die Aufnahme in den Körper allerdings 80%. Inhaliertes metallisches Quecksilber kann die Bluthirnschranke sehr gut passieren, kann also das Gehirn sehr gut vergiften.

2. Anorganisches Quecksilber

Die Aufnahme bei verschlucken ist ca. 5%-10%.

3. Organisches Quecksilber

Wird gut absorbiert wenn verschluckt so ca. um die 90%. Genau wie metallisches Quecksilber kann es sehr gut die Bluthirnschranke passieren.

Das Zeug das aus unserem Amalgam freigesetzt wird ist übrigens metallischer Quecksilberdampf, der zu 80% absorbiert wird und ohne Probleme ins Hirn kommt. :(

Geändert von dmps123 (23.04.09 um 11:37 Uhr)

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Stengel ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Ich glaube der wichtige Punkt ist das die Aussage "methylquecksilber ist so viel gefährlicher als anorganisches oder metallisches" nur darauf basiert was passiert wenn verschiedene Quecksilberformen verschluckt werden.

Dies ist aber leider der Wissensstand von vor 30 Jahren oder so.

Stengel hat diesen Blödsinn verzapft, dass Methyl-Hg an was Organisches gebunden wäre.
Mein worte: "oft an was organisches gebunden". Wenn du so etwas Blödsinn nennst, zeugt das nur von Ignoranz.

Was glaubst du ermöglicht Methylquecksilber Zellwände zu passieren?
Erstens ist die Methylgruppe selber was organisches für unseren Körper, zweitens bindet sich das MeHg wieder an anderes.

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dmps123 ist offline
Beiträge: 3.880
Seit: 05.09.08
Ich habe mir gedacht das ich noch ein paar Info über die Methylation von Quecksilber im menschlichem Körper bringe da Organisches Hg ja die einizige Quecksilberform ist die am enterohepatischem Kreislauf teilnimmt.

Es gibt Vermutungen das durch die Darmflora im menschlichem Körper Methylquecksilber enstehen kann.

Grundsätzlich wird von der Wissenschaft diesem Vorgang keine grosse Bedeutung beigemessen.

Einige Studien zu dem Thema Methylation von Quecksilber im Menschen:

Quelle ein Report der WHO: http://www.inchem.org/documents/ehc/ehc/ehc118.htm

It was stated in WHO (1976) that there is no evidence
in the literature for the synthesis of organomercury com-
pounds in human or mammalian tissues. Minor methylation
may occur in vitro by intestinal or oral bacteria (Rowland
et al., 1975; Heintze et al., 1983). A slight increase in
the concentration of methylmercury in blood and/or urine
has been reported among dentists and workers in the
chloralkali industry (Cross et al., 1978; Pan et al.,

1980; Aitio et al., 1983). These data cannot be taken as
evidence of methylation, however, due to lack of analyti-
cal quality control and possible confounding by exposure
to methylmercury. Chang et al. (1987) did not observe any
methylation in a study of dentists.
Eine Studie die oft als Beweis gebracht wird das unser Körper Quecksilber in grösseren Mengen methylieren kann ist:

Studies on the Role of Gastrointestinal Tract Contents in
the Methylation of Inorganic Mercury Compounds
Jan K. Ludwicki

Bull. Environ. Contam. Toxicol. (1989)
Ludwicki gelang es mit dem Darminhalt von Ratten kleine Mengen Methylquecksilber zu produzieren.

In einem späteren Versuch fand er auch heraus das der Darminhalt auch Quecksilber in geringem Umfang de-methylieren konnte.

Das wurde beschrieben in:


In vitro Methylation and Demethylation of Mercury
Compounds by the Intestinal Contents
Jan K. Ludwicki

Bull. Environ. Contam. Toxicol. (1990)
In der ersten Studie gelang es Ludwicki durchschnittlich 0.155% des Quecksilbers zu methylieren.

ZUSAMMENFASSUNG DER STUDIE VON LUDWICKI:

Die WHO schätzt das wir ca. 2.41µg Methylquecksilber täglich mit der Nahrung zu uns nehmen.

(Environmental Health Criteria 101: Methylmercury WHO, 1990)

Wenn wir jetzt 1000µg anorganisches Quecksilber konsumieren könnten theoretisch 1.55 µg Methylquecksilber vom Darminhalt hergestellt werden.

Das ist deutlich weniger Methylquecksilber als wir täglich mit der Nahrung zu uns nehmen.

1000µg ist natürlich eine grosse Menge die wir auch nicht konsumieren.

Die WHO schätzt das wir ca. 4.3µg anorganisches Quecksilber mit der Nahrung aufnehmen.

(Environmental Health Criteria 101: Methylmercury WHO, 1990)



Es gab noch eine ähnliche Studie zu dem Thema und zwar:

Biosynthesis of methylmercury compounds by the intestinal flora of the rat. Rowland I, Davies M, Grasso P.
Also die Forscher schätzten hier das der Darminhalt des Menschen ca. 400ng/Tag an Methylquecksilber herstellt könne.

ZUSAMMENFASSUNG DER RATTENSTUDIE:

Was bedeutet das und wie viel wäre das:

400ng = 0.4 µg

170 Gramm Thunfisch enthält 20 µg Methylquecksilber .

Also die theoretischen Schätzungen sagen es wäre möglich in einem Monat so viel Methylquecksilber herzustellen wie sich in einer halben Dose Thunfisch befindet.

FAZIT:

Grundsätzlich scheint es einen wissenschaftlichen Konsens zu geben das unser Körper und der von Säugetieren keine bedeutenden Mengen Methylquecksilber herstellt aber das manche Meereslebewesen und Organismen in unserer Umwelt sehr wohl in der Lage sind auch grössere Mengen Quecksilber umzuwandeln. Als grösste Methylquecksilberquelle im Menschen wird die Nahrung genannt.

Die Studien die manchmal als "Beweis" zitiert werden das Säugetiere Quecksilber methylieren zeigen zwar das es theoretisch möglich ist mit einem Darminhalt Methlyquecksilber herzustellen aber das diese Mengen in der Praxis keine grosse Bedeutung haben.

Hoffe der Text hat ein bisschen Klarheit in die ganze Angelegenheit gebracht.

Geändert von dmps123 (23.04.09 um 14:26 Uhr)

Enterohepatischer Kreislauf bei Hg (ausgelagerte Diskussion)

Stengel ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Gute Arbeit dmps123

Bloss weil manche, schlecht informierte Menschen lange behauptet haben das Methylation ein grosses Problem wäre, bedeutet nicht das es wirklich so ist. Ich meine hier nicht die Forumsuser sondern gewisse Menschen die schockierenderweise noch als Experten angesehen werden, und die diese Informationen verbreitet haben.

Da fragt sich dann wie verlässlich diese Menschen in anderen Bereichen sind.

Geändert von Stengel (23.04.09 um 14:02 Uhr)


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