Wie kann ich meiner schwervergifteten Mutter helfen?

17.09.08 18:30 #1
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Carrie ist offline
Beiträge: 3.747
Seit: 21.05.06
Hi,
ich hab ja das Gefühl dass mit das DMSA sehr gut tut und psychisch gehts mir ja meist schon hervorragend, aber ich kenne auch die Angstattacken die vom Amalgam verursacht werden. Früher auch in extremer Form, mittlerweile nur noch leicht und sehr selten.
Aber: meiner Mutter geht es so schlecht. Ich hab ja das Meiste über sie abbekommen (ich will gar nicht wissen wie es ihr gehen würde wenn sie nicht einen Großteil an mich abgegeben hätte). Fakt ist dass sie einen Haufen uralter Amalgamplomben im Mund hat und es geht ihr seit Jahren schlecht und immer schlechter. Sie wohnt in einer KLeinstadt, alleine (meine Eltern sind getrennt, nicht zuletzt wegen ihrer psychischen Probleme) und kommt kaum noch zurecht im Leben.
Sie hat schwere Neurodermitis (schon seit ihrer Kindheit, wurde aber immer schlimmer), schwere Depressionen, Angstattacken, Hormonprobleme, Verdauungsstörungen, halt das volle Amalgam-Programm. Das Problem ist halt, dass es keine fähigen Ärzte in ihrem Ort gibt, und das immer auf die Psyche abgeschoben wird.
Ich habe ihr mehrmals von Amalgam erzählt und ihr Bücher zu dem Thema gegeben aber ich stoße auf Granit. Es dringt nicht zu ihr durch und sie wäre wohl auch zu hilflos, die Sache alleine anzugehen.Sie hat auch eine Riesenangst vor dem Zahnarzt.
Und sie hat große Angst vor schweren Krankheiten wie Krebs etc. Jetzt hat sie mich gerade angerufen, wieder völlig aufgelöst, weil sie Angst hat, irgendwas schlimmes zu haben im Unterleib, weil sie da ja immer Beschwerden hat udn weil sie Gewicht verloren hat.
Es tut mir weh das alles mit anzusehen. Gleichzeitig bin ich erstens noch mit mir selbst und meiner Ausleitung beschäftigt, zweitens fehlt das Geld und drittens weiß ich nicht wie ich anfangen sollte bei ihr.
Wenn ich das Geld hätte, würde ich sie in eine Umweltklinik stecken, wo sie Mittel zur Beruhigung bekommt und das volle Sanierungs- und Entgiftungsprogramm. Ich fühle mich einfach serh hilflos.
Gleichzeitig ist es fast nur ein Pflichtgefühl und ich schäem mich ein bißchen das zu sagen...ich hab wenig Empfindungen für meine Mutter, was wohl mit meiner schwierigen JUgend und meiner eigenen Erkrankung und ihrr Unfähigkeit schon damals für mich eine Mutter zu sein, zusammenhängt. Immer war sie depressiv und diejenige um die sich gekümmert werden musste, gegen Ende hatten sich die Rollen völlig vertauscht, was ja auch nicht gerade förderlich für mich war.
Der Auszug von zuhause war somit für mich einfach wichtig und sehr wohltuend in psychischer Sicht.
Aber jetzt wo ich die Mechanismen einer Quecksilbervergiftung kenne und weiß, was sie aus Menschen machen kann, denke ich natürlich anders, aber ich weiß einfach nicht wie man da anfangen kann.
Sorry, Ihr könnt mir da ja sicher auch nicht viel raten...vielleicht suche ich auch einfach eine Bestätitgung dass es okay ist wenn ich mich erstmal um mich selbst kümmer. Ich bin ja noch weit entfernt von einer stabilen Gesundheit (psychisch wie physisch). Aber ich weiß, dass es nur schlimmer wird für sie und ich hab Angst dass dann irgendwann sowas wie Demenz, Alzheimer etc. kommt. Und natürlich tut es mir auch weh dass sie ihr Leben "verliert", nur noch dahinvegetiert.
Also. Wo den Anfang machen? Ich hab ihr gesagt sie soll zum Hautarzt und einen Allergietest auf Quecksilber machen. Jetzt hat sie mir am Telefon gesagt dass die das nicht machen wollten. Sie wohnt halt in einem Kaff und die Ärzte dort halten sie eh schon für eine Spinnerin und Hypochonderin und sie kann sich auch nicht durchsetzen. Sie ist wie ich auch stark Asperger-typisch. Auch andere Ratschläge von mir (z.B. bessere Ernährung o.ä.) dringen nicht zu ihr durch.
Ich weiß nicht. Es macht nur traurig.
__________________
Liebe Grüße Carrie

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Alanis ist offline
Beiträge: 2.343
Seit: 02.03.04
carrie, ich kann zwischen dir und mir schon seit längerer zeit viele ähnlichkeiten sehen und drück dich jetzt einfach mal *tröst*
deine gefühle gegenüber deiner mutter sind völlig normal. lass dir nicht noch mehr aufdrücken, als sie schon über die schwangerschaft bei dir abgeladen hat. einmal muss der kreis durchbrochen werden. ich bin eine zeitlang auch mit ihr von arzt zu arzt gegangen und hab irgendwann gemerkt, dass ich mich aufreibe, während sie nichts von meinen ratschlägen umgesetzt hat. die chlorellas stehen im schrank und verstauben.
es ist natürlich klar, dass es nicht schön ist, die eigene mutter leiden zu sehen. aber ich sage immer: mitfühlen ja, mitleiden nein! und du kannst jeden nur da abholen, wo er/sie gerade steht. kümmer dich um dich selbst, damit du stark genug bist, wenn ihr zustößt, was immer auf ihrem "plan" steht, verstehst du? manche menschen kann man nicht retten, auch wenn man es noch so gerne möchte. ich musste bei meiner mutter auch zusehen und kann jetzt nur schadensbegrenzung machen. das ist nicht schön, aber so ist es nun mal. dagegen ankämpfen kostet energie, die man als kranker nicht zur verfügung stehen hat.
*knuddel*
alanis

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Liebe Carrie,

ich möchte mich voll und ganz dem anschließen was Alanis dir schreibt.
Mütter und Töchter, das ist schon bei "gesunden" Menschen eine schwierige Beziehung. Unter solchen Umständen aber noch viel schwieriger.

Ich weiss dass es weh tut zuschauen zu müssen, obwohl man selber davon überzeugt ist es würde helfen wenn sie......, aber sie will oder kann es nicht.
Es ist, hart aber wahr, ihre Entscheidung, ihr Leben und du kannst nichts dagegen tun.
Alanis hat recht: sammle deine Kräfte, schau nach dir und versuche ihr das zu geben was du kannst und was sie auch annehmen kann. Mehr geht nicht.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

liebe Grüße von Hexe

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Carrie ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.747
Seit: 21.05.06
Hallo Ihr Zwei,
ich danke Euch ganz doll! Ich denke, ich hab auch gerad vor allem Zuspruch gesucht, was kann man einem in so einer Situation schon raten...?
Jedenfalls helfen mir Eure Worte sehr. Es ist so traurig anzusehen wenn ein Mensch der einem nahesteht (oder nahe stehen sollte) so "am Leben vorbeisegelt"...
Danke Euch für Eure Unterstützung, mehr denn je.
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Liebe Grüße Carrie

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gerold ist offline
Beiträge: 4.808
Seit: 24.10.05
Carrie,

frage Deine Mutter, ob sie bereit ist, all die Gifte und Schwermetalle, die derzeit in ihrem Körper deponiert sind, selbst dann auszuleiten, wenn dies vermutlich extrem unangenehm sein wird und ein hohes Maß an Ausdauer und Zähigkeit erfordern wird. Falls Deine Mutter nach sorgfältiger Prüfung hierzu ihre Zustimmung geben sollte, gilt es, dies unverzüglich und möglichst effizient anzupacken.

Alles Gute!

Gerold
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben.

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Carrie ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.747
Seit: 21.05.06
Nein, Gerold, dazu ist sie ja eben nicht bereit. Sie sieht ja nicht einmal dass sie vergiftet ist. Und sie wird auf gar keinen Fall Rizinusöl nehmen.
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Liebe Grüße Carrie

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Cherry ist offline
Beiträge: 682
Seit: 09.01.08
Ich denke, jeder von uns hier hat jemand im Verwandten- oder Bekanntenkreis der die typischen Amalgamprobleme hat. Ich auch. Niemand von denen hält es für nötig mal etwas in die Richtung zu unternehmen. Ich kann froh sein, dass sie mich nicht in die Klapsmühle stecken möchten .
Meinem Vater geht es psychisch ganz schlecht, er hat starke Depressionen. Ich meinte auch zu ihm er soll einfach mal versuchen den Weg zu gehen, den ich ihm vorgeschlagen habe. Das mit dem Rizinusöl hat er sich sogar bis zum Ende angehört...
Mein Mann genauso: Er ist kurz davor wegen diverser Allergien arbeitsunfähig zu werden. Glaubst du er tut was? Oder meine Mutter mit ihrer Migräne und chronischen Sinusitis. Jetzt hat sie sich wenigstens mal ihren toten Zahn ziehen lassen.
Ich könnte noch weiter aufzählen, manchmal denke ich, ich rede gegen eine Wand.

Ich weiss nicht, warum manche Menschen eine Entgiftung durchziehen und die meisten anderen nicht. Sind "wir" stärker oder intelligenter oder ist unser Leidensdruck größer?

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Alanis ist offline
Beiträge: 2.343
Seit: 02.03.04
bei meinem mann hatte ich glück, er hat sich das amalgam unter dreifachschutz entfernen lassen. bei meinem bruder laufe ich gegen die wand.
man muss halt aufpassen, dass man sich nicht verausgabt. wer nicht will, der will halt nicht. das zu akzeptieren kann auch ganz schön anstrengend sein.
cherry, auf deine letzte frage weiß ich auch keine antwort, noch nicht mal ansatzweise. ich wünschte, ich hätte eine *seufz*

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Iris ist offline
Beiträge: 295
Seit: 24.08.05
Hallo Carrie,


da meine familiären Umstände nahezu identisch sind, kann ich sehr gut nachvollziehen wie es dir dabei geht.
Während einer depressiven Phase an Eigeninitiative zu appellieren, ist leider oft ein völlig sinnloses Unterfangen. Durch die Gewöhnung an schnell wirkende Medikamente, liegt meist auch nichts ferner, als etwas zu tun, was die Situation schubweise sogar noch verschlechtert und je nach Schweregrad enorm viel Ausdauer und Durchhaltevermögen bedarf, bevor es zu einer Besserung kommt.
Ich konnte für dieses familiäre Problemfeld sehr gute Erfahrungen mit klassischer Homöopathie machen. (Rein zufälligerweise stehen die angewandten Konstitutionsmittel auch in der Rubrik "Folgen nach Quecksilbermissbrauch…")
Da komplette Sanierung auch nicht infrage kommt und die Quecksilberproblematik ähnlich abgeblockt wird, habe ich es auf anderen Wegen versucht. Also Unterstützung der Entgiftungsfunktion, speziell der Leber, die bei depressiver Symptomatik oft besonders angeknackst ist.
Kohle kommt jetzt neu hinzu und ist mit einer wöchentlichen Einnahme auch gut anwendbar für Leute mit wenig Selbstdisziplin. Mit Trinkhalm sollte es auch kein Problem mit Geschmacksüberempfindlichkeit geben.
(Ist für mich nach wie vor das beste "arme-Leute-Ausleitmittel" mit der größten Breitbandwirkung)
Habe auch die Erfahrung gemacht, dass sich vieles besser unter einem anderen Label "verkauft". Also bspw. argumentieren, dass diese oder jene Maßnahme gut ist für die Verdauungsprobleme, Haut, Gewichtsabnahme o.ä. und ist ja noch nicht mal gelogen…

Aber wie schon geschrieben gilt, dass man anderen nur Anregungen geben kann, Umsetzung und vor allem der unabdingbare Wille dazu, liegt nicht mehr im Bereich deiner Möglichkeiten...


viele Grüße
Iris

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Carrie ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.747
Seit: 21.05.06
Hallo,
ja letztens war wieder so ein "Therapeut" bei ihr, ich weiß gar nicht woher und was für einer, aber der hat ihr auch Homöopathie gegeben, eine Einmaldosis. Leider wusste sie natürlich nicht mehr den Namen. Danach meinte sie, es wäre schlimmer geworden. Ich hab ihr von Erstverschlimmerung und so erzählt, aber scheinbar hat sich nicht weiter was getan bzw. denke ich dass dieser "Therapeut" nicht wirklich Ahnugn gehabt haben kann
Weiß nicht was daraus geworden ist.
Um ehrlich zu sein, habe ich auch schon ziemlich abgeblockt und halte den Kontakt zu meinen Eltern auf ein Minimum reduziert weil er mir einfach nicht gut tut.
Nur kommt dann halt doch mal das schlechte Gewissen durch, weil man ja "eigentlich für seine Eltern da sein soll"/"was die alles für einen getan haben" usw. Na ja, aber was haben sie denn für mich getan?
Na ja, ich werde also versuchen weiter Distanz zu wahren, und wenn es geht Tipps zu geben oder einfach zuhören (meist will meine Mutter sich in solchen Momenten nur aussprechen, aber es fällt mir einfach verdammt schwer Mitgefühl zu zeigen). Ihr habt Recht, in so einer Phase wie sie wieder im Moment ist, ist sie eh nicht einsichtig für gar nix.
Es ist wohl nicht meine Aufgabe sie zu retten. So schwer es fällt (weil es ja nicht ihre Schuld ist).
Zeigt mir aber wieder mal wie dankbar ich sein kann dass ich "sehe" und verstehe und diesen Weg gefunden habe.
__________________
Liebe Grüße Carrie

Geändert von Carrie (18.09.08 um 06:55 Uhr)


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