Wechsel von EDTA, DMPS und DMSA sinnvoll? Ausleitungsreihenfolge?

22.03.14 17:29 #1
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marielou ist offline
Beiträge: 240
Seit: 07.01.08
Hi ,

ich habe mir - hoffentlich richtig - aus unterschiedlichen Quellen die Reihenfolge der Schwermetallbindung nachfolgender Chelatoren zusammengeschrieben:

EDTA
Blei, Kupfer, Nickel, Kobalt, Zink, Calcium, Eisen, Mangan, Magnesium

DMPS
Zink, Kupfer, Arsen, Quecksilber, Blei, Eisen, Cadmium, Nickel, Chrom

DMSA
Cadmium, Blei, Eisen, Quecksilber, Zink, Nickel

Meine Therapeutin hat aufgrund meines DMPS Tests (File-Upload.net - dmps_test_10.03.14_chelat_o_d.pdf) eine Ausleitung abwechselnd mti EDTA, DMPS und DMSA vorgeschlagen.

1. Ist die Reihenfolge oben richtig?
2. Macht in meinem Fall eine Ausleitung im Wechsel mit EDTA, DMPS und DMSA Sinn?

Vielen Dank für eure Meinungen
Marie

Wechsel von EDTA, DMPS und DMSA sinnvoll? Ausleitungsreihenfolge

Eukaryote ist offline
Gesperrt
Beiträge: 46
Seit: 08.05.12
FYI

English - ein sehr guter Überblick über die verschiedenen Chelatoren.

Chelation in Metal Intoxication

Nettes Detail am Rande: In der Mitte, bei DMPS, ein eher abfälliger Satz zu den Behauptungen der "Alternativmedizin-Anhänger", dass sie Quecksilberschaden durch Amalgam haben - aber am Ende sagen sie, mit Verweis auf eine Studie, dass genau DAS passiert.


Ich selbst mache inzwischen nach 3.5 Jahren intensiver Nutzung aller hier so kursierenden Mittel (insg. mit sehr gutem Erfolg) 95% Cutler (DMSA und ALA für 7-12 Tage), nachdem ich die ersten beiden Jahre 99% DMPS Pulsdosis gemacht habe. Ich habe aber nicht etwa meine Meinung geändert, welches besser ist, sondern nach 2 Jahren war DMPS einfach ZU gut: Ich stellte fest, dass mit Pulsdosis nicht mehr genug (auf einmal) zu holen war, auf der anderen Seite ging es mir aber mit der Dauer-DMSA-Dosis bei Cutler besser als ohne. Allerdings immer noch so 1/Jahr DMPS Pulsdosis.

MUSS JEDER FÜR SICH PROBIEREN!


Übrigens: Die Bindungsreihenfolge der Chelatbildner hat nur eine geringe Aussagekraft, wenn du nicht außerdem die *Konzentration* mit beachtest! Und zwar nicht "irgendwo im Körper" oder gar gemittelt über den ganzen Menschen, sondern an genau der Stelle wo die zusammentreffen. Also, nur als Beispiel, Kalium in den Zellen ist irrelevant, wenn der Bindungspartner nur außen rumschwimmt.

Ich mache gerade einen Unikurs "Medicinal Chemistry", deshalb fällt mir das nun auf. Ist ja eigentlich logisch. In der Chemie ist alles "Zufall", und der Zufall hängt nunmal sehr davon ab, wieviel Chance du den Molekülen gibst, sich überhaupt zu treffen. Es ist ja nicht so wie im menschlichen Online-Dating, dass das DMPS Molekül eine Anzeige aufgibt und gezielt nach seinem Lieblingspartner sucht - es nimmt, wen es findet!

Außerdem gibt es für jede Bindungs-Kombination Chelatbildner --- Metall eine Dissoziationskonstante - keine chemische Verbindung ist 100% stabil. Die Konstante gibt an, wieviel von einem Molekül sich spontan wieder löst ("einfach so" - Grüße aus der Quantenwelt). Die hängt natürlich auch von pH und Temperatur. Die Reihenfolge der Metalle in der Liste heißt, dass diese Konstante für die jeweilige Bindung besser ist, aber wie sich das konkret auswirkt hängt halt noch von vielen anderen Sachen ab! Gerade "in vivo", im lebenden Körper, erleben die Mediziner und Biochemiker immer wieder Überraschungen.

Deshalb: Starre nicht zu sehr auf diese "Bindungsreihenfolge"! Details finden sich in der verlinkten (Meta)Studie. Die dir da aber auch nur in soweit helfen wird, welche Chelatbildner überhaupt in Frage kommen - welche konkret bei dir wirken, und WANN (man geht durch Phasen), das musst du experimentell selber rausfinden.

Geändert von Eukaryote (22.03.14 um 20:08 Uhr)


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