Sanfte Leberreinigung

13.10.07 05:26 #1
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helen ist offline
Beiträge: 675
Seit: 24.02.07
hallo,

da ich keine medikamente vertrage, muß ich eine sanfte leberreinigung machen.
also die rizinusölanwendungen werde ich auch nicht vertragen. ich bin mit ehemals 20 amalgamfüllung extrem hoch vergiftet.

daher ist nur eine sanfte und immer wiederholende entgiftung möglich.
danke!

lg
helen

lebereinigung

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Liebe Helene.
Was deine Leber bestimmt schätzen wird, sind Schafgarbenwickel und eine warme Bettflasche darauf, am Besten über Nacht.
Liebe Grüsse, Sine

lebereinigung

margie ist offline
Beiträge: 4.779
Seit: 02.01.05
Hallo Helen,

Auch wenn dies keine Antworten sind auf Deine eigentliche Frage, möchte ich dennoch folgendes Dich fragen bzw. Dir mitteilen:
Wie wurde denn festgestellt, dass Du durch die 20 Amalgamfüllungen vergiftet bist?
Welche Beschwerden hast Du?
Wurde Deine Leber denn schon gründlich untersucht und mit welchem Ergebnis?
Wie hoch sind Deine Leberwerte, wie GGT, GPT, GLDH (ein sehr wichtiger Wert, der leider nicht oft bestimmt wird), GOT, AP (bei M. Wilson sagt die AP viel aus), Bili, CHE?
Wie sieht die Leber im Ultraschall aus?

Weshalb ich dies frage, kannst Du aus dem Folgenden entnehmen:
Ich selbst hatte auch etwa so viele Amalgamfüllungen und ich war mal der Meinung, ich hätte davon meine gesundheitlichen Probleme bekommen. Ja ich war jahrelang sehr aktiv in einer Amalgam-Selbsthilfegruppe, weil ich eben so viele Amalgam-Füllungen hatte, im Dimaval-Test hatte ich auch etwas zu viel Quecksilber und meine Symptome passten so gut auf eine Amalgamvergiftung.
Ich ließ mir natürlich alle Amalgamfüllungen entfernen, nicht alle auf ein Mal natürlich und meine Beschwerden wurden aber im Laufe der nächsten 10 Jahre nicht besser. Ich bezweifelte so nach und nach, dass meine Beschwerden überhaupt vom Amalgam kamen, hörte dann etwas von Borreliose (auch so einer "Modekrankheit") und da ich mal so einen roten Fleck auf der Wade hatte, den man bei Borreliose bekommen kann, ließ ich mich darauf untersuchen. Die meisten Blutwerte waren negativ. Mal hatte ich 2 Banden im Westernblot, aber eine davon war diese die fast jeder hat.
Ich bekam wegen Infekten immer wieder Antibiotika, nahm es auch oft sehr lang (also 10 bis 12 Tage, länger als 14 Tage sollte man Antibiotika wegen der gefährlichen Nebenwirkungen nie nehmen). Es waren etliche Antibiotika dabei, die bei Borreliose auch helfen würden. Doch meine Beschwerden besserten sich nicht.

Schließlich las ich glücklicherweise mal etwas über M. Wilson (Kupferspeicherkrankheit) in einem Wartezimmer eines Arztes.
Die angegebenen Beschwerden passten alle.
Also lies ich mich auch darauf untersuchen. Machte erst die Laborwerte, die empfohlen werden (siehe unter GOOGLE: Morbus Wilson oder Kupferspeicherkrankheit) und siehe da, diese Ergebnisse waren verdächtig. Doch sollte man sich gut mit der Labordiagnostik vorher beschäftigt haben, denn erst dann kann man die Werte interpretieren. Bei mir war das sog. "freie Kupfer", das ist das schädliche Kupfer, das ungebunden sich im Blut befindet, sehr erhöht.
Ich ließ also die Leberbiopsie machen und auch da war das Kupfer erhöht und ich werde seither auf M. Wilson behandelt.

Die Symptome von M. Wilson sind die allerselben wie die von jeder anderen Schwermetallvergiftung, also auch von Amalgam, das ja auch viel Kupfer enthält, denn M. Wilson ist ja eine Kupfervergiftung.
Seit ich mich mit M. Wilson beschäftigt habe, weiß ich, dass man, wenn man einen Gendefekt auf die Krankheit hat, also Genträger ist oder wenn man 2 Gendefekte hat, also M. Wilson richtig hat, dass man dann also eine Ausscheidungsstörung für Kupfer aber auch für andere Metalle hat.
Es gibt ca. 1 Million Genträger für M. Wilson in Deutschland und die meisten wissen gar nicht, dass sie Genträger sind. Das läßt sich nämlich so einfach nicht feststellen und die meisten Ärzte kennen sich nicht mal damit aus, wie man M. Wilson feststellt und die Dunkelziffer der nicht entdeckten Wilson-Fälle liegt bei ca. 2 Drittel.

Angenommen, Du bist nur Genträger auf M. Wilson, dann hast Du eine Ausscheidungsstörung für Kupfer und andere Metalle und die entsprechende Symptomatik kann die der sog. "Amalgamvergiftung" entsprechen. Hast Du gar M. Wilson, dann wäre das ganze um einiges heftiger und Du wirst dann immer kränker.

Ja, meine Überzeugung nach all den vielen Jahren, die ich mich mit Amalgam, Borreliose etc. beschäftigt habe, ist, dass Amalgam oder Borreliose bei vielen gar nicht ihr wirkliches Problem ist.
Die Ärzte, die sich darauf spezialisiert haben, sehen in fast jedem Fall, der zu ihnen kommt, komischerweise den Amalgamvergifteten oder den Borreliosekranken, sie kennen sich aber nicht aus mit Krankheiten wie M. Wilson.
Ich war auch mal bei Daunderer. Schrecklich, was ich da erlebt habe. Der hat mir eine richtige Panik einzujagen versucht. Ja, wer da psychisch nicht gut drauf ist, der bekommt noch Selbstmordgedanken (es soll ja einen Fall geben, der durch die Presse ging, der hat sich nach einem Besuch bei Daunderer das Leben genommen, ein Schauspieler...).
Ja ich war auch bei Borreliose-Spezialisten, jeder hätte mich mit meinen nicht eindeutig positiven Blutwerten (hatte nur 2 Banden im Westernblot und in anderen Westernblots waren es dann auch mal nur eine oder auch gar keine), also jeder der beiden hätte mich sehr sehr lange mit Antibiotika behandelt.
Was ich bei allen Ärzten stark vermißt habe, ist eine gute Diagnostik, also das Ausschließen von möglichen anderen Ursachen, die die gleichen Beschwerden verursachen können.

Du hast mal D-Penicillamin probiert, das wird bei M. Wilson zum Teil noch gegeben, weil es billig ist. Viele erfahrene Wilson-Experten geben es aber nicht mehr, weil es gegenüber den anderen Wilson-Medikamenten ca. doppelt so viele Nebenwirkungen hat. Dass Dir das nicht gut bekommen ist, glaube ich gleich.
Du hast Herzrhythmussstörungen bekommen. Das läßt sich einfach erklären. Offenbar hat das D-Penicillamin wie fast jeder Chelatbildner, auch die gesunden Mineralstoffe entfernt, also Kalium und Magnesium z. B., bei deren Mangel man schnell Herzrhythmusstörungen bekommt.
Solltest Du M. Wilson haben, würdest Du mit der Zeit evtl. davon einen Kaliummangel (neben einem Calcium und Aminosäuremangel) bekommen, weil man, wenn die Niere betroffen ist, davon vermehrt über die Niere ausscheidet.
Kaliummangel führt zu ganz deutlichen Herzrhythmusstörungen, aber auch Mg-Mangel trägt dazu bei.

Herzrhythmusstörungen sind eines von vielen möglichen Symptomen beim M. Wilson (aber natürlich auch von anderen Krankheiten).

Ich will nun nicht behaupten, dass Du M. Wilson hast, dazu weiß ich zu wenig über Deine Werte und Deine Beschwerden. Doch halte ich M. Wilson oder eine Genträgerschaft für M. Wilson bei den Menschen für wahrscheinlich, die unter einer Amalgamvergiftung leiden, weil man eben dann für einige Metalle Ausscheidungsstörungen hat. Auch Gendefekte auf die Eisenspeicherkrankheit führen zu Ausscheidungsstörungen auch anderer Metalle wie Eisen.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

lebereinigung

Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Hallo margie,

danke für deinen sehr klugen Beitrag. Ich würde mir wünschen, dass ihn möglichst viele im Forum lesen. Auch ich finde es bedenklich, wenn bei doch recht unbestimmten Symptomekombinationen immer die gleichen Ursachen herauskommen.

Viele Grüße, Horaz

lebereinigung

Shelley ist offline
Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo sine,

aber ist ein schafgarbewickel nicht auch ein medikament?
weil dann kann helen das ja nicht machen.

oder ist ein schafgarbewickel kein medikament?
ja weil dann kann die helene ja gerade so gut mariendistel essen...
aber ich dachte, dass das nicht geht, weil ich dachte, mariendistel ist ein medikament.

fragende grüsse von shelley
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IchDiskutierNichtMitIdioten.ErstZiehnSieMichAufIhrNiveauRab, DannSchlagen'sMichMitIhrerErfahrung.

lebereinigung

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Shelley.
Darüber würde ich mir nicht so grosse Gedanken machen.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass meine Leber mehr davon hatte, wenn ich ihr einen warmen Wickel gegönnt habe, als wenn ich eine Kur mit der Einnahme von Mariendistel gemacht habe.
Deshalb diese meine Empfehlung, viel sanfter geht's wohl nicht, denke ich.
Gut, eine kleine Anmerkung noch: Viel Ruhe und wenig Stress tun der Leber auch gut.
Diese Empfehlungen sind übrigens für jede geplagte Leber gut, egal, aus welchem Grund es ihr nicht gut geht.
Liebe Grüsse, Sine

lebereinigung

carmen007 ist offline
Beiträge: 782
Seit: 21.11.06
Hallo Margie,

deinem Beirag kann ich nur beipflichten. Kannst du mir die genaue Diagnostik für diese Kupferspeicherkrankheit nennen? Die werde ich versuchen, bei eiem Borrespezi durchzusetzen, da ABs bei mir überhaupt nichts mehr bewirken. Im Gegenteil, sie verschlechtern nur noch meinen Zustand. Kann man bei einer Kupferspeicherkrankheit auch Schmerzen in allen Großgelenken haben wie bei einer Polyneuropathie??? starke Hautveränderungen???? Wie sind überhaupt die Symptome einer Kupferspeicherkrankheit????

Es gibt ja auch die Eisenpeicherkrankheit, die ist ebenfalls sehr schleichend, aber bei mir ausgeschlossen.

VG Carmen

lebereinigung

margie ist offline
Beiträge: 4.779
Seit: 02.01.05
Hallo Horaz

ja, ich fürchte auch, dass bei ungeklärten Krankheitsbildern mit Symptomen wie Erschöpfung, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Schwindelneigung, evtl. Verdauungsstörungen, evtl. Herzrhythmusstörungen, evtl. Hautveränderungen viel zu schnell die Ursachen im Amalagam, in einer Borreliose oder in einer Pilzbesiedelung gesucht werden.
Wenn ich hier so mitlese, kommen bei ziemlich jeder Anfrage Empfehlungen sich auf Amalgam, auf Borreliose und auf Pilze untersuchen zu lassen, als ob es wirklich keine anderen Krankheiten mehr gibt.
Dabei habe ich bei den verschiedenen Anfragen oft den Eindruck, dass andere viel naheliegendere Ursachen noch gar nicht untersucht wurden. Die Anfragenden werden so auf relativ seltene Ursachen "geleitet", obwohl bei ihnen evtl. nur ein Vitaminmangel vorliegt.
So werden häufigere Ursachen vielleicht gar nicht untersucht und die Betroffenen versuchen dann im Falle einer vermuteten Amalgamvergiftung mit DMPS, einem sehr schädlichen Mittel, wenn es zu Unrecht eingesetzt wird, ihre Symptome zu bekämpfen und wenn dies nicht wirkt, weil die Ursache der Beschwerden wo anders liegt, dann wird die Dosis evtl. gar noch erhöht. Das dadurch eintretende schlechtere Befinden aufgrund der schädlichen Wirkungen von DMPS wird dann wieder der noch nicht beseitigten Amalgamvergiftung zugeschoben....

Ähnlich kann es bei einer Antibiotika-Therapie sein:
Antibiotika sind unbestritten oft lebensrettend. Bei nur vagem Verdacht einer Borreliose würde ich aber raten, den Verdacht erst zu bekräftigen oder aber andere genauso in Betracht zu ziehende Krankheiten auszuschließen. Letzteres wird leider oft nicht gemacht. Ich bin sicher, dass viele vermeintlich Borreliose-Kranke eine falsche Diagnose haben und ihre Beschwerden nicht von einer Borreliose kommen.
Wenn man dann liest, dass manche Menschen mehr als 2 Wochen lang Antibiotika einnehmen, ja manche nehmen das Zeug sogar mehr als 4 Wochen lang ein, dann wundert es mich nicht, wenn es den Betroffenen nicht besser geht.
Man muss doch nur den Beipackzettel durchlesen, bei kurzen Therapien ist mit den vielen möglichen Nebenwirkungen weniger zu rechnen und viele bilden sich auch nach Absetzen der (kurzen) Therapie wieder zurück. Doch bei längeren Therapien haben viele Antibiotika ja auch toxische Wirkungen, d. h. sie können auch zu bleibenden Schäden führen.
Die einen können die Leber schädigen, die anderen das Nervensystem, viele können zu ganz erheblichen Infektionen im Darm führen, ja, es ist bei vielen Antibiotika möglich, dass man davon lange krank werden kann oder eben sogar bleibende Schäden bekommt.
Nach so einer (langen) Antibiotika-Therapie dann zu sagen, was ist nun die negative Wirkung der überlangen Antibiotika-Therapie und was ist die tatsächliche Grunderkrankung ist sicher fast unmöglich.

Man sollte sich vor Augen halten, dass es neben Amalgam, Pilzinfektionen und Borreliose noch so viele andere Krankheiten gibt und das es sehr unwahrscheinlich ist, dass jeder Zweite von Amalgam, von Pilzinfektionen oder/und von Borreliose krank sein kann.


Leider sind wir hier jetzt vom eigentlichen Thema, das war die Frage nach der Leberreinigung, die Helen gestellt hat, ganz deutlich abgewichen und ich hoffe, dass Helen das nicht für übel nimmt.
Ich halte den Vorschlag von Sine nicht für schlecht, es mal mit Wickeln zu probieren. Auch Mariendistel-Kapseln sind wohl nicht schädlich, es sei denn, man ist allergisch auf Mariendistel.
Doch würde ich bei Leberproblemen erst mal die Leber gründlichst auf Leberkrankheiten untersuchen lassen. Wenn die Leber nicht gesund ist, dann sicher nicht von Amalgamfüllungen. Bei einer kranken Leber sind natürlich alle zusätzlichen Gifte, wie Amalgam, wie Antibiotika, Psychopharmaka oder andere Medikamente nur sehr eingeschränkt einsetzbar.
Da es viele, viele Leberkrankheiten gibt (nicht nur Hepatitis A, B oder C), sollte man wirklich da alles abklären. Und ganz wichtig:
Die Leberwerte steigen bei vielen Leberkrankheiten erst an, wenn die Leber schon stark geschädigt ist. Das wird von vielen Ärzten ignoriert und es wird bei nur leicht erhöhten Leberwerten von vielen Ärzten noch behauptet, dass dies nicht schlimm sei.

Gruß
Margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

lebereinigung

margie ist offline
Beiträge: 4.779
Seit: 02.01.05
Hallo Carmen,

ich will Dir gleich sagen, dass diese Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson) relativ selten sein soll. Daher würde ich mich erst darauf untersuchen lassen, wenn andere häufigere Krankheiten für Deine Symptome schon gründlichst ausgeschlossen wurden.
Wenn Du Gelenkbeschwerden hast, warst Du sicher schon bei Rheumatologen, oder? Wurden denn dort schon gründlichst Antikörperbestimmungen gemacht? Es gibt ja sehr sehr viele Antikörper und ich kenne natürlich nur ein paar davon wie Rheumafaktor, wie ANA, ENA, AMA, ANCA...doch es gibt viele mehr.
Also ich würde mich an Deiner Stelle da erst von kompetenten Ärzten untersuchen lassen. Es gibt auf jedem Fachgebiet gute und weniger gute Ärzte und ich würde raten, nicht nur zu einem Arzt zu gehen. Die Wahrscheinlichkeit dass Du bei mehreren Ärzten auch an einen guten gerätst, ist eben höher, als wenn Du nur zu einem gehst. Gut, wenn Du Glück hast, ist der erste Arzt bereits ein guter.

Du schreibst etwas von Polyneuropathie? Warst Du evtl. auch bei Neurologen? Ich gehe mal davon aus, dass Du auch schon bei Neurologen warst. Auch hier würde ich raten, zu mehreren zu gehen, da Deine Beschwerden auch neurologisch sein können und Neurologen auch die Muskulatur untersuchen.

Hautveränderungen hast Du also auch. Da könnte man an eine Kollagenose denken. Dies wiederum wird zum Teil auch von Endokrinologen untersucht, z. B. der Lupus Erythema... (LE). Auch hier, gehe zu mehreren Ärzten.

Ich habe auch schon eine Ärzteodyssee hinter mir und rate daher, wenn das Krankheitsbild unklar ist, nicht bei dem erst besten Arzt zu bleiben.

Doch ich nehme an, Du hast da auch schon einige Erfahrungen gemacht und kennst das auch.

Ja, die Symptome der Kupferspeicherkrankheit sind nicht ganz einheitlich, weil man sagt, dass sie auch von der Genmutation abhängen sollen und es gibt schon mehr als 250 verschiedene Mutationen bei dieser Krankheit.
Es ist eine Krankheit, die von der Leber ausgeht. Die Leber kann das in der Nahrung enthaltene Kupfer (und auch manche andere Mineralien) nicht richtig oder gar nicht ausscheiden. Die Folge ist, dass das Kupfer sich im Körper anreichert. Zunächst reichert es sich in der Leber an und wenn diese es nicht mehr speichert auch in anderen Körperteilen. Es kommt zu einer langsamen Kupfervergiftung.
Daher hat diese Krankheit im Grunde dieselben Symptome wie eine Schwermetallvergiftung und die Symptomatik ist bei allen Schwermetallvergiftungen ziemlich ähnlich:
Es werden die Leber und vor allem die Nerven geschädigt, es kommt aber auch zu Schädigungen der Gelenke, des Herzens, der Nieren, der Augen, der Haut, der Hormondrüsen, .... Im Grunde wird der gesamte Organismus geschädigt, wobei es in den meisten Fällen in ersten Linie die Leber und die Nerven sind. Bei den Nerven gibt es sowohl neurologische als auch psychiatrische Schädigungen bzw. Störungen. Polyneuropathien sind möglich, ebenso Schwindel, Gleichgewichtsprobleme, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Schlafstörungen, Zittern, Depressionen, Psychosen, epileptische Anfälle, ... Es ist jede Nervenkrankheit möglich.

Bei den Gelenken sollen die Kniegelenke am häufigsten betroffen sein, es kommt aber auch zu Schädigungen an anderen Gelenken.
Dermatosen sind bei der Haut möglich.
Gynäkologisch können u. a. Ausbleiben der Periode, Fehlgeburten vorkommen.
Reizleitungsstörungen, Rhythmusstörungen am Herzen gibt es.
Bei den Nieren kann es zu Überausscheidungen an Calcium, Kalium, Aminosäuren kommen.
Patienten können zuviel Insulin haben mit der Folge von Hypoglykämien.
Im Blut können sich erniedrigte Thrombozyten, Leukozyten finden und es kann zu einer Hämolyse, das ist ein vorzeitiges Absterben der roten Blutkörperchen, kommen.
Im Auge bildet sich evtl. ein sog. Kayser-Fleischer-Ring, dessen Ausschluss bei der Diagnostik sehr wichtig ist.
Die Leber ist teils relativ unauffällig (weil oft lange die Leberwerte normal sind) und teils bildet sich eine schwere schnell verlaufende Leberkrankheit. Bei den Fällen, die erst im Erwachsenenalter diagnostiziert werden, ist die Leber meist nicht so stark betroffen.

Die Diagnostik ist, besonders wenn es sich um einen milderen Wilson-Fall handelt, sehr sehr schwierig, weil gerade die Laborwerte, auf die es ankommt, auch bei Wilson-Patienten oft im Normbereich liegen können.
Die wichtigsten Werte sind erst mal die Leberwerte und die Untersuchung der Leber (Ultraschall sehr wichtig; auch hier gibt es große Unterschiede bei den Ärzten, ein guter Ultraschall der Leber dauert etwas länger, denn erst bei genauerem Hinsehen erkennen die Ärzte bei mir, die Schäden an meiner Leber). Auch die Milz sollte genau untersucht werden, ist sie vergrößert, wäre dies evtl. ein Zeichen für M.Wilson.

Leberwerte:
GGT, GPT, GLDH, GOT, ChE, AP, Bili.
GLDH wird leider oft nicht gemacht, ist aber ein sehr aussagefähiger Leberwert. Ist die GLDH erhöht oder evtl an der oberen Grenze würde ich auf jeden Fall die Leber weiter im Auge behalten.
AP: Dieser Wert kann bei M. Wilson eher im unteren Normbereich oder darunter liegen. Ist die AP stets erhöht, spräche dies für eine Cholestase (Gallenstau, was auch zu erhöhtem Kupfer der Leber führen kann).

Die Leberwerte sollte man öfters bestimmen lassen. Sie können beim Wilson normal sein, sie können auch schwanken und Schwankungen findet man oft erst, bei mehrmaligen Bestimmungen.

Die Laborwerte für die Wilson-Diagnostik sind im wesentlichen:
Coeruloplasmin im Serum
Kupfer im Serum
Kupfer im 24Stunden-Urin
Wichtig ist hier noch, dass das Labor mit der Bestimmung der Werte Erfahrung hat (für schlecht halte ich, wenn das Blut vom Labor an ein anderes versandt wird, weil meiner Erfahrung nach z. B. das Coeruloplasmin sich verändert, wenn es nicht am gleichen Tag bestimmt wird).

Coeruloplasmin ist beim Wilson oft erniedrigt, kann aber auch im (unteren) Normbereich liegen. Es kann ansteigen, wenn man Infektionen hat, wenn die Leber aufgrund des Wilsons entzündet ist auch und es steigt an, wenn man Hormone (z. B. die Pille) einnimmt.
Kupfer im Serum steigt auch bei Hormoneinnahmen an.
Daher empfiehlt es sich bei der Diagnostik evlt. Hormone längerzeitig vorher abzusetzen.
Auch die Einnahme von Zink verändert das Kupfer im Serum und in Urin. Besteht ein Verdacht auf M. Wilson und wird hochdosiert Zink eingenommen, kann das Absetzen des Zinks gefährlich sein.
Zink wird ja zur Therapie des Wilsons in hochdosierter Form eingesetzt und jeder Therapieabbruch kann zu einer bedrohlichen Situation beim M. Wilson führen (wie Leberversagen, wie akute Hämolyse).
Da Kupfer und Zink Gegenspieler sind, d. h. sich gegenseitig verdrängen, kann man beim M. Wilson evtl. einen Zinkmangel haben, weil das im Körper überschüssige Kupfer das Zink verdrängt.

Mit dem Serum-Coeruloplasmin und der Serum-Kupfer kann dann noch das sog. freie Kupfer, das ist das schädliche Kupfer errechnet werden. Formel findet sich unter .:: www.morbus-wilson.de ::. unter Diagnose.

Auch diese Werte können schwanken und man sollte sie mehrmals bestimmen lassen.


Wenn man Nerven-Probleme hat, sollte man den sog. Kayser-Fleischer-Ring bei einem erfahrenen Augenarzt ausschließen lassen und man sollte ein MRT des Gehirns machen lassen und dies einem neurologischen Wilson-Experten zeigen. Radiologen kennen sich in der Interpretation der Veränderungen oft nicht richtig aus.

Ja, und wenn der Verdacht auf M. Wilson besteht, gibt es noch Fachambulanzen bzw. Fachkliniken:

Fachkliniken Deutschland:
www.morbus-wilson.de/klinik.html

Und in der Schweiz oder Österreich würde ich hier nachsehen oder nachfragen:
Selbsthilfegruppe Morbus Wilson Schweiz

Morbus Wilson Selbsthilfegruppe Österreich - Home

Dort sollte man evtl. die Leberbiopsie machen lassen, um den Kupfergehalt des Lebergewebes zu bestimmen. Das ist oft die entscheidende Untersuchung. Aber auch hier kann es vorkommen, dass man gerade ein Biopsie an einer Stelle nimmt, wo das Kupfer nicht richtig erhöht ist und es gibt Experten, die dann raten, die Biopsie evlt. ein zweites, drittes Mal zu machen.
Gentests gibt es auch, doch können immer noch ein Drittel der Wilson-Patienten damit nicht diagnostiziert werden, weil wohl immer noch nicht alle Mutationen bekannt sind.
Es besteht da die Möglichkeit, dass verdächtige Patienten im Rahmen von Studien genetisch (kostenlos) untersucht werden.

Wichtig zu wissen ist, dass sich kaum ein Hausarzt oder anderer Facharzt mit M. Wilson und seiner Diagnostik auskennt, daher würde ich bei Verdacht auf die Krankheit in eine Fachambulanz gehen.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass man den Wilson nicht hat, dass man aber Genträger ist und man hat dann evtl. ein Teil der Symptomatik in abgeschwächter Form.
Genträger ist man, wenn man eine Mutation auf M. Wilson hat, bei 2 Mutationen hat man den M. Wilson.
Genträger haben z. B. in der Leber auch etwas vermehrt Kupfer gegenüber Gesunden, wobei es keine spezielle Untersuchung zur Feststellung der Genträgerschaft gibt. Man kann evt. wenn der M. Wilson ausgeschlossen ist, sagen, ob jemand Genträger sein könnte, weil er evlt. leicht erhöhte Werte z. B. in der Leberbiopsie hat und weil bei ihm in der Genuntersuchung keine 2 Mutationen gefunden wurden. Doch das ist schwierig.
Da jeder 80. bis 100. Mensch Genträger sein soll, gibt es doch relativ viele Genträger, in der BRD also rd. eine Million Menschen.
Es wird von einigen Experten vermutet, dass Wilson-Genträger ein erhöhtes Risiko für Parkinson haben. Daher rate ich bei Verdacht auf ein Wilson-Genträgerschaft, dass man lebenslänglich eine erhöhte Zinkdosis einnimmt und die Werte des Kupferstoffwechsels regelmäßig kontrolliert werden, denn Zink kann in erhöhten Dosen auch zu einem Kupfermangel führen und das sollte auch vermieden werden.

Es gibt auf den Seiten hier noch die Rubrik "Morbus Wilson" und dort sind auch noch viele Links in der Linksammlung, in denen u. a. Symptome etc. aufgeführt sind.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

lebereinigung
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Off topic:

Hallo Margie,

Ich selbst hatte auch etwa so viele Amalgamfüllungen und ich war mal der Meinung, ich hätte davon meine gesundheitlichen Probleme bekommen. Ja ich war jahrelang sehr aktiv in einer Amalgam-Selbsthilfegruppe, weil ich eben so viele Amalgam-Füllungen hatte, im Dimaval-Test hatte ich auch etwas zu viel Quecksilber und meine Symptome passten so gut auf eine Amalgamvergiftung.
Ich ließ mir natürlich alle Amalgamfüllungen entfernen, nicht alle auf ein Mal natürlich und meine Beschwerden wurden aber im Laufe der nächsten 10 Jahre nicht besser. Ich bezweifelte so nach und nach, dass meine Beschwerden überhaupt vom Amalgam kamen,
Amalgamfüllungen sind grds. ein Problem! Amalgam findet nämlich eben gerade auch die genetisch bedingten Schwachstellen im Körper und "setzt" dann dort an. Wie wurden denn bei Dir die Füllungen entfernt? Unter Schutz? Nur "Entfernen" bringt nämlich gar nichts, im Gegenteil, wenn man danach nicht richtig weiter ausleitet kann man dadurch alles u.U. bloß noch verschlimmern!

Ein guter Arzt untersucht Dich natürlich genauer auch auf Deine genetischen Schwachstellen, weil er weiß, dass das Amalgam dort dann am schlimmsten wirkt. Mein Arzt behandelt ja auch nicht "nur" meine Amalgamvergiftung, sondern eben auch meine spezielle Disposition zu verstopften Gefäßen. Nur durch die Intoxikation mit Schwermetallen verschlimmert sich dieser Zustand halt auch besonders rapide.

Die Leber ist bei mir dann die letzten Jahre auch ganz stark durch die Quecksilberbelastung in die Knie gegangen, obwohl ich dort eigentlich keine besondere Schwachstelle habe. Aber nach über 20 Jahren Amalgam war sie wohl so über und über damit vergiftet, dass da einfach nicht mehr viel ging. Deswegen leite ich jetzt auch schon seid über einem halben Jahr mit Algen aus, nehme Taraxacum S (Synergonnr. 164), Infitract (Kurkuma -> regt die Gallenausschüttung an), trinke selbst gepressten Karottensaft, Lebertees, usw....

Deshalb kann ich Deine Argumentation, ehrlich gesagt, nicht wirklich nachvollziehen. Dein Arzt oder Du solltest m.E. natürlich auch beides in Kombination behandeln. Wenn ein Dr. Daunderer da nicht mehr unterscheidet, dann spricht das halt in dem Fall nicht gerade für ihn. Dann macht er halt auch schon, wie die meisten auch von ihm beklagten Schulmediziner, nur noch "Pauschalmedizin" anstatt den ganz individuellen Fall zu betrachten. Die Frage muss doch immer lauten "wie und wo wirkt sich die Vergiftung in dem ganz speziellen Organismus besonders aus?", oder nicht?

Viele Grüße
Sabine


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