Quecksilber/Amalgam-Allergie bzw. Vergiftung

06.09.13 21:46 #1
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Sophiiie ist offline
Beiträge: 39
Seit: 29.08.13
Liebes Forum,

ich habe eine Frage, da ich den Bezug zwischen Quecksilber Allergie und Vergiftung nicht ganz verstehe. Zweimal im Abstand von Jahren wurde bei mir eine Allergie auf Quecksilber und Amalgam u.a. festgestellt. Heisst dies nun automatisch, dass ich vergiftet bin? Auf der Seite des Tox Centers habe ich etwas Ähnliches gelesen wie: eine Allergie ist noch schlimmer als eine Vergiftung, aber würde niedrige Werte im DMPS Test erzeugen. Wie sollte ich dann am besten vorgehen mit der Ausleitung? Lohnt sich dann ein DMPS Test überhaupt? Und stimmt es, dass die Krankenkasse die Ausleitung zahlen muss bei einem positiven Epikutantest? Bin sehr verwirrt...

Quecksilber/Amalgam-Allergie bzw. Vergiftung
Männlich Windpferd
Guten Abend Sophiiie,

Allergie und Vergiftung sind unabhängig von einander. Ganz unterschiedliche Mechanismen. Vergiftung ist definiert durch eine bestimmte Dosis, Allergie ist dosisunabhängig.

Etwa 10% der Amalgamvergifteten sind auch gegen Amalgam allergisch. (Es gibt auch niedrigere Schätzungen.) Ja, bei positivem Epikutantest muß die GKV einiges bezahlen - weiß nicht genau, was.

(Alles Folgende sind persönliche Erfahrungen und Angelesenes - kein ärztlicher "Rat".)

Du brauchst nicht unbedingt einen DMPS-Provokationstest zu machen; besonders am Anfang sind die sowieso oft falsch negativ. Du kannst Deine Belastung relativ gut schätzen, wenn Du rekonstruierst, wie lange Du im Durchschnitt wieviele Amalgamfüllungen im Mund hattest.

Denkbar ist es - aber ich habe damit keine Erfahrungen - daß man bei der Amalgamausleitung mit besonderer Sorgfalt vorgehen muß, wenn gleichzeitig eine Allergie auf Amalgam vorliegt. Vielleicht gilt es dann besonders penibel zu vermeiden, daß Amalgam mobilisiert aber nicht vollständig ausgeschieden wird. Das ist z.B. möglich durch seltene aber hochdosierte Gaben von DMPS i.v. (3 Amp. haben weniger NW als 1!); gründliche Alkalisierung (Basencitrate, Trometamol), hohe Spiegel von anorganischem Selen, aufgefüllte Speicher von Thiolen (z.B. N-Acetyl-Cystein = NAC) und reduziertem Glutathion (GSH).

Näheres in den einschlägigen Büchern von Joachim Mutter und in dessen Beiträgen hier, die sich in der Suchfunktion unter "Mutter Cutler" finden. (Das kein Plädyer für das sog. "Cutlern" sein; im Gegenteil.)

Allerdings habe ich noch nie von einer allergischen Reaktion bei Ausleitung gehört oder gelesen. Falls aber doch mal eine auftritt, kann der Arzt sie mit einem Antihistaminikum, notfalls mit Cortison beherrschen.

Viel Glück und Erfolg wünscht
Windpferd


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