Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen

15.07.09 20:59 #1
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Weiblich KimS
Hallo Stengel,

Du schriebst in einem anderen Thread:

Zitat von Stengel Beitrag anzeigen
(...)

Quecksilber ruft in Tierexperimenten autoimmune Prozesse hervor, und macht psychisch instabil, knipperlicht fertig, und einen Haufen anderer Dinge auch.
Hast Du für diese Aussage irgendwelche nachlesbare Quellen, und könntest Du die hier reinstellen?

Herzliche Grüsse,
Kim


Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen

dmps123 ist offline
Beiträge: 3.880
Seit: 05.09.08
Suchst du etwas bestimmtes zu einer bestimmten Erkrankung?

Bei Pubmed gibt es viele Studien zu Autoimmunerkrankungen und Quecksilber.

Quecksilber wird auch verwendet um bei Versuchtieren Autoimmunerkrankungen zu erzeugen.

zb:

Mercury-induced autoimmunity in mice.


Mercury-induced autoimmunity in mice. [Environ Health Perspect. 2002] - PubMed Result

Immunosuppressive and autoimmune effects of thimerosal in mice.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15808517

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15829271


Chemical exposure can trigger or accelerate the development of autoimmune manifestations. Although heavy metals are elementary chemical structures, they can have profound and complex effects on the immune system. In genetically susceptible mice or rats, administration of subtoxic doses of mercury induces both the production of highly specific autoantibodies and a polyclonal activation of the immune system. We review in this article some of the mechanisms by which heavy metal exposure can lead to autoimmunity.
Das ist an Menschen:

Removal of dental amalgam decreases anti-TPO and anti-Tg autoantibodies in patients with autoimmune thyroiditis.

Removal of dental amalgam decreases anti-TPO and a...[Neuro Endocrinol Lett. 2006] - PubMed Result

Geändert von dmps123 (15.07.09 um 21:19 Uhr)

Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen

Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Das ist ausgezeichnet belegt.

Eine Suche mit den entsprechenden Begriffen (z.B. mercury + autoimmune + rat) liefert viele Treffer.

Beispiele:

dx.doi.org/10.1016/0300-483X
dx.doi.org/10.1016/0300-483X
dx.doi.org/10.1016/0090-1229
dx.doi.org/10.1016/S0896-8411
dx.doi.org/10.1016/S0300-483X
ScienceDirect - Toxicology and Applied Pharmacology : Mercury and autoimmunity: implications for occupational and environmental health
dx.doi.org/10.1016/0041-008X
dx.doi.org/10.1016/0090-1229

Ausreichend Beispiele?

Laut Cutler wird Quecksilber absichtlich zu Forschungszwecken Versuchstieren verabreicht, um autoimmune Prozesse auszulösen, und ist möglicherweise das beste für diesen Zweck bekannte Mittel.
Er widerspricht auch der Behauptung, dass die Konzentration bei uns Menschen zu niedrig wären um ähnliches auszulösen, es gibt laut ihm Studien wo Ratten nachweislich autoimmune Prozesse entwickelten, bei Konzentrationen wie sie, umgerechnet, ohne weiteres durch Amalgam bei Menschen vorkommen können.


Man wundert sich immer wieder was für ein Wahnsinn es ist, Menschen Quecksilber in den Mund zu setzen. Denn wir sind garnicht in der Lage wirklich abzuschätzen was die Auswirkungen davon sind.

Geändert von Stengel (15.07.09 um 21:23 Uhr)

Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen
Weiblich KimS
Themenstarter
Hallo DMPS,

Danke - das ist wirklich interessant! Wäre auch interessant zu wissen in welche Richtungen die Auto-immunität sich entwickelt... Bestimmte Krankheitsbilder, oder dass die Autoimmunreaktion in allerlei Richtungen gehen kann...

Vorläufig werde ich erst die Links auch noch lesen. Wenn Du zu obenerwähntes etwas näheres sagen könntest, wäre das natürlich willkommen.

Interessant ist ja auch für all diejenigen mit Autoimmune Schilddrüsenprobleme kenntnis zu nehmen davon. Vielleicht ein Thread öffnen in der Monatsrubrik? (Falls es sowas noch nicht gibt?).

Hallo Stengel,

Ausreichend Beispiele?
ja, ja, es geht mir nicht darum von Dir Beispiele (als Beweis für Deine Aussage) zu erhalten, sondern darum dass ich interessiert bin mehr darüber zu lesen. Weniger von Mäuse und Ratten, bevorzügt von Menschen, und spezifische Autoimmunerkrankungen.

Zu lesen gibt's jetzt ja einiges .

Danke

Herzliche Grüsse,
Kim

Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen

Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Eventuell ist das hier interessant, da Hashimoto erwähnt wurde.

http://www.nel.edu/pdf_w/24_12/NEL24...-Sterzl_wr.pdf

Hier generall etwas über autoimmune Krankheiten (Lupus, multiple Sklerose, Hashimoto, atopisches Exzem). Interessant ist die Aussage, dass selbst geringe Mengen von Quecksilber bei den Kranken in-vitro Reaktionen hervorrrufen.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15349088

Noch eine im allgemeinen über autoimmune Prozesse und Amalgam

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17261999


Was interessiert dich genau?

Interessant ist ja auch für all diejenigen mit Autoimmune Schilddrüsenprobleme kenntnis zu nehmen davon. Vielleicht ein Thread öffnen in der Monatsrubrik? (Falls es sowas noch nicht gibt?).
Das letzte Mal als ich versuchte, auf die Problematik von Hashimoto und Quecksilber hinzuweisen, wurde ich öffentlich im Forum angegriffen.

Geändert von Stengel (15.07.09 um 21:52 Uhr)

Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen
Weiblich KimS
Themenstarter
Hallo ihr Beiden,

Im moment lese ich noch fleissig, habe noch nicht alles durchgelesen.

Soweit ich es jetzt verstanden habe trifft dies alles nur zu bei Personen mit überempfindlichkeit auf Quecksilber oder? (Personen die oft auch Allergisch/empfindlich auf u.A. Nickel reagieren, hiess es u.A...)
Und dies (ob es die Empfindlichkeit gibt) müsste dann mittels einen sog. "MELISA" test festgestellt werden. Von einen MELISA test habe ich bisher noch nie gehört, aber das muss ja nichts bedeuten. Daher die Frage: Ist das was übliches oder eher etwas was bisher nur noch eingesetzt wird bei solche Forschungsarbeiten? Werde selber auch mal schauen ob ich mehr dazu finde, aber vielleicht weiss einer von euch da schon mehr.

Die Studien zeigen (soweit ich jetzt gelesen habe) dass bei Personen mit diese Empfindlichkeit es sich tatsächlig in den meisten Fällen lohnt die Quecksilberbelastung zu verringern. Auch MS wurde erwähnt und da soll es laut ein von den Studien sogar die grösste Verbesserungen bringen (im Vergleich zu den anderen untersuchten Autoimmunerkrankungen).

Danke soweit, für das Thema und das Lesefutter dazu. Ich melde mich wenn ich mehr gelesen habe auf jedenfall nochmal wieder hier.

Herzliche Grüsse,
Kim

Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen

Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Soweit ich es jetzt verstanden habe trifft dies alles nur zu bei Personen mit überempfindlichkeit auf Quecksilber oder? (Personen die oft auch Allergisch/empfindlich auf u.A. Nickel reagieren, hiess es u.A...)
Und dies (ob es die Empfindlichkeit gibt) müsste dann mittels einen sog. "MELISA" test festgestellt werden.
Ich wäre vorsichtig damit, das zu verallgemeinern. Das eine schließt das andere nicht aus.
Aber Überempfindlichkeit macht es natürlich um so wichtiger die Exposition zu stoppen.

Hier ist noch etwas was die Firma darüber sagt:

In the case of autoimmune disease, removal of dental amalgam in patients with positive MELISA® reactivity to inorganic mercury results in the decrease of auto-antibody titers concomitant with improvement of the patients’ health.
Klingt schon so als ob Amalgam beteiligt ist in diesen Fällen.

MELISA gibt es übrigens auch im Laborzentrum Bremen.

Geändert von Stengel (16.07.09 um 18:59 Uhr)

Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen

Borrelia ist offline
Beiträge: 2.407
Seit: 31.07.08
Ich finde diesen Zusammenhang zwischen Amalgam/Quecksilber und Autoimmunerkrankungen/Hashimoto sehr interessant.

Ich möchte andererseits zu bedenken geben, daß es eine genetische Prädisposition für Autoimmunerkrankungen gibt, sprich Patienten mit Autoimmunerkrankungen haben oft andere Familienverwandten mit Autoimmunerkrankungen.Die meisten Patienten mit Hashimoto z.B. haben Verwandten mit Hashimoto oder Morbus Basedow oder anderen Autoimmunerkrankungen.

Mein Sohn hat kein Amalgam im Mund (und wird auch nie welches bekommen!!!), bei ihm wurde aber bereits mit 4 Jahren Hashimoto festgestellt (ich habe Hashimoto).

Gut, da ich selber Amalgamplomben habe , kann ich nicht ausschliessen, daß ein Teil des Quecksilbers in der Schwangerschaft an das Kind übertragen wurde.
__________________
Das Leben ist eine Dose Pralinen...

Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen

Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Ich möchte andererseits zu bedenken geben, daß es eine genetische Prädisposition für Autoimmunerkrankungen gibt, sprich Patienten mit Autoimmunerkrankungen haben oft andere Familienverwandten mit Autoimmunerkrankungen.
Das kann genausogut eine Prädisposition für Quecksilbervergiftung sein.

Denn auch Quecksilbervergiftung läuft in der Familie.
Gut, da ich selber Amalgamplomben habe , kann ich nicht ausschliessen, daß ein Teil des Quecksilbers in der Schwangerschaft an das Kind übertragen wurde.
Das Kind kriegt immer was ab. Leider. Das gilt inzwischen als wissenschaftliche Tatsache.

Geändert von Stengel (12.08.09 um 10:38 Uhr)

Frage an Stengel: Quecksilber als Auslöser von Autoimmunerkrankungen

Borrelia ist offline
Beiträge: 2.407
Seit: 31.07.08
Zitat von Stengel Beitrag anzeigen
Das kann genausogut eine Prädisposition für Quecksilbervergiftung sein.

Denn auch Quecksilbervergiftung läuft in der Familie.
Oder beides.Sprich jemand hat gleichzeitig Gene, die zur Entstehung einer Autoimmunerkrankung beitragen (bei Hashimoto spielt übrigens Jodexzesse eine große Rolle) und zur Entstehung von Entzündungen aufgrunde einer Sensibilisierung auf Quecksilber.Bzw. vielleicht aktiviert die Sensibilisierung auf Quecksilber die Gene für Autoimmunerkrankungen?

Diagnosis and treatment of metal induced side effects.

Stejskal V, Hudecek R, Stejskal J, Sterzl I.


Environmental factors are recognized as a cause of the increasing frequency of allergic and autoimmune diseases. In addition to external pollutants, metal ions released from dental restorations or from other body implants might trigger inflammation in susceptible subjects.

In humans, genes governing metal-induced inflammation and autoimmunity are not yet known.

(...)

We postulate that in vivo metal ions will activate T-cells starting systemic inflammation which, through cytokines affect the brain and hypothalamus-pituitary-adrenal (HPA) axis.

If performed properly, this treatment can result in decreased systemic inflammation and improved health in sensitized patients.
1: Neuro Endocrinol Lett. 2006 Dec;27 Suppl 1:7-16
Erratum in:
Neuro Endocrinol Lett. 2007 Oct;28(5):iii.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1...gdbfrom=pubmed

Wahrscheinlich erhöht eine Sensibilisierung auf Quecksilber bei Patienten mit Genen, die zur Entstehung einer Autoimmunerkrankung beitragen,das Risiko, an einer AI zu erkrankung.So wie Jod bei Hashimoto Patienten.Das heißt Gene und Umwelt wirken synergetisch.

Interessant diese Studie, die zeigt, daß die Entfernung von Amalgamplomben die Zahl der Antikörper gegen die Schilddrüse (TPO Ak +TG AK) reduzieren kann:

Removal of dental amalgam decreases antiTPO and antiTg autoantibodies in patients with autoimmune thyroiditis.

Sterzl I, Prochazkova J, Hrda P, Matucha P, Bartova J, Stejskal V.

1: Neuro Endocrinol Lett. 2006 Dec;27 Suppl 1:25-30
Erratum in:
Neuro Endocrinol Lett. 2007 Oct;28(5):iii.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1...gdbfrom=pubmed
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