Gutachterwesen

07.04.06 18:29 #1
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Gutachterwesen

Anne S. ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.242
Seit: 28.03.05
Hallo Uta und Ringelblume,

es lief in etwa so ab.
Ich sollte eine Entbindungserklärung für die Gutachterkommsssion unterschreiben, damit mein Arzt Auskünfte geben kann.
Eine Patientenstelle hatte mir den Rat gegeben.
Gutachter der Deutschen Gesellschaft f. Zahn u. Kieferheilkunde, Pharmakologie und Toxikolgie , sowie der Chemie und Pharmakologie abzulehnen, da diese befangen wären.
Desweiteren wurde mir ein Kontrollblatt zugesandt, wo ich in einer einzigen Zeile darstellen sollte, was ich an der Behandlung meines Arztes bemängle.
Da mir schleierhaft war, wie ich diese mit einem Satz formulieren sollte. habe ich einen ausführlichen Anhang beigelegt, da ich auch nach 3 Wochen bei meiner Anwältin noch keinen "Telefontermin zur Nachfrage" erhalten konnte.
Nachdem ich dieses Kontrollblatt dann so abgeschickt hatte, rief Sie an und erklärte mir, so könne man nicht vorgehen.
Mein Arzt hatte seine Darstellung in einem "10 Seitigen Schriftstück" geäußert. Ich sollte dies in einem Satz.
Nachdem ich das 1te mal darauf bestand, so vorzugehen wie ich es für richtig fand, hatte ich am nächsten Tag den Brief mit der Mandatsniederlegung im Briefkasten.
Für den bis zu diesem Zeitpunkt getätigten Schriftwechsel (im Nachhinein war mir klar, die paar Briefchen hätte ich auch selbst schreiben können) hat sie die knapp 2000 Euro abgerechnet.


Liebe Grüße
Anne S.

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.690
Seit: 10.01.04
Das ist mal wieder eine häßliche Geschichte, Anne .
Aber Anwälte dürfen ja auch nicht einfach so mal 2.000,-- € berechnen. Soviel ich weiß, richtet sich die Rechnung nach der Gebührenordnung, und die richtet sich nach dem Streitwert.
Deshalb meinte ich ja, daß ich mich sehr genau erkundigen würde, ob es nicht eine Möglichkeit für Dich gibt, mir das Geld oder einen Teil davon wieder zurückzuholen.

Gruss,
Uta
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

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Ringelblume
Hallo Anne,

vielleicht solltest Du froh sein, dass sie das Mandat nieder gelegt hat. Mit der hättest Du den Prozess nie gewonnen. 3 Wochen auf einen Telefontermin warten ???? Ich vermute allerdings, dass Du in Deiner Angelegenheit wenig Chancen hast, auch mit einem anderen Anwalt. Tatsache ist, dass es Dein Prozess ist und Du nicht drumherum kommst, alles sorgfältig aufzubereiten, damit Dein Anwalt schlagkräftige Argumente hat. Das ist Deine Aufgabe. Ein Anwalt kann allenfalls Dich begleiten, nach Formfehlern schauen und dass alles ordnungsgemäss abläuft. Für den Sachverhalt bist Du zuständig.

Wir haben in unserem Freundeskreis einen Arbeitsrichter. Wir haben ihm die Frage nach Gutachtern gestellt. Selbst der Versuch, einen unabhängigen Gutachter zu einem Gutachten zu motivieren, entbindet den Richter nicht, selbst zu entscheiden. Wenn der Richter erst einmal ein Gutachten hat, bleibt ihm nicht viel übrig bei seiner Entscheidung, ausser er kann selbst Unstimmigkeiten erkennen und gibt nochmal ein Gutachten in Auftrag.

Grüsse von Ringelblume

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maichen ist offline
Beiträge: 394
Seit: 01.03.06
Ich würde auf jeden Fall die Anwaltskammer einschalten.Vielleicht bringt es was .Aber man ist als Kranker immer irgentwie auf einer schlechten Seite.
WENN MAN NICHT EINEN GUTEN Anwalt hat.
Ich mußte auch schon mal mit einem Blödmann als Anwalt vors Sozialgericht ,aber der Richter hatte von vornherein der Kasse zugestimmt.
Da hätte ich bis zum Bundesgerichtshof nichts erreicht .
Richter sind die ,die am meisten zu sagen haben.Da kann manchmal der Anwalt noch so gute Karten haben,wenn der Richter nicht will ,dann will er eben nicht .Alles selbst erlebt.
Lest mal das Buch von Rechtsanwalt Bossi "Halbgötter in Schwarz " ,da vergeht euch alles.
M.

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Anne S. ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.242
Seit: 28.03.05
Hallo,

das mit der Anwaltskammer werde ich mir auf jeden Fall noch überlegen.

Ich will aber jetzt erst einmal am Ball bleiben und hoffe ein anderer Rechtsanwalt wird den Fall übernehmen. Ich möchte nicht klein beigeben.
Ich möchte es auch an die Öffentlichkeit bringen egal ob ich jetzt gewinne oder nicht.

Liebe Grüße
Anne S.

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Özdemir ist offline
Beiträge: 30
Seit: 11.03.06
Desweiteren wurde mir ein Kontrollblatt zugesandt, wo ich in einer einzigen Zeile darstellen sollte, was ich an der Behandlung meines Arztes bemängle.
Hallo,

die Begutachtung läuft so ab, dass man zuerst diesen Zettel ausfüllen muss. Eine Kopie davon wird dann wohl an den beschuldigten Arzt weitergeleitet, der dazu Stellung nehmen darf. Darauf bekommt man eine Kopie der Stellungnahme des Arztes und darf noch einmal eine eigene ausführliche Stellungnahme abgeben. So lief das jedenfalls bei mir. Habe nämlich selbst so eine Begutachtung bei der Ärztekammer am Laufen.

Wenn ich fragen darf: Was wirfst Du Deinem Arzt vor, wie hast Du diese Vorwürfe begründet und welche Befunde hast Du beigelegt? Und wie lange hat es gedauert, bis Dein Gutachten fertig war?

Gruß
Özdemir

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Anne S. ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.242
Seit: 28.03.05
Hallo,

ich werfe meinem Arzt eine falsche Diagnosestellung und die daraus resultierende Behandlung vor.
Da ich über die Jahre alle meine Terminkalender mit Arztterminen aufgehoben habe, konnte ich zurückverfolgen, dass ich genau nach dem Herausbohren von Amalgamfüllungen und dem anschließenden Überkronen dieser Zähne krank wurde. Es folgen Schwindelanfälle, Konzentrationsprobleme, ich konnte zeitweise nicht mehr richtig denken, hatte Koordinationsprobleme, Angstzustände, Herzrasen, Atemnot, Taubheitsgefühle, Blasenentzündungen, Drüsenentzündung, Darmbeschwerden, Muskel- und Gelenkbeschwerden und und und. Eigentlich der ganze Körper streikte. Mit den Jahren wurde ich so krank, dass ich zweitweise nicht aufstehen konnte.
Immer wieder versuchte ich meinem Arzt eindringlich zu erklären, dass er irgend etwas bei mir übersehen haben musste. Man hat doch nicht plötzlich so viele Beschwerden grundlos.
Nachdem mehrere fachärztlich Abklärungen nichts ergaben, war ich für ihn psychosomatisch erkrankt und er wollte mir auch unbedingt Psychopharmaka verordnen. Dies habe ich aber immer abgelehnt. Gott sei Dank! In seinem Arztbericht an die Gutachterkommission hat er das so schön ausgedrückt „Sie widersetzt sich jeder Therapie“.

Leider war ich damals total unwissend und habe mein Beschwerden nie mit dem Zahnarztbesuch in Verbindung gebracht.
Inzwischen habe ich Schwermetallanlaysen, DMPS Mobilisationen, Untersuchen der Glutathion-S-Transferasen, verschiedene Arztberichte die alle meine Schwermetallvergiftung, sprich Amalgamvergiftung beweisen. Leider zählt dies alles vor einer Gutachterkommission nichts.
Eigentlich wurde ich vorher schon von vielen Betroffenen gewarnt, dass diese Ständeorganisationen eigentlich nie für den Patienten entscheiden und nur die eigenen Mitglieder schützen. Zynisch gesagt, ist es wohl deren einzige Daseinsberechtigung.
Nach ca. 1 ½ Jahren gab es ein mündliche Anhörung vor der Gutachterkommission.
Dies war ein einziger Hohn für mich.

Im Grund gebe ich aber dem verantwortlichen Gesetzgeber die Schuld, der diesen Gremien die gesetzliche Handhabung gibt so entscheiden zu können. Diese Kommissionen beziehen sich immer auf den momentanen Stand der Wissenschaft und die Gesetzesvorlagen.

Hier Zitate des Gutachtens :

Nach abschließender Beratung haben sich die weiteren Kommissionsmitglieder den anliegenden schriftlichen Ausführungen ihres fachärztlichen Kommissionsmitglieds, die keine Änderung oder Ergänzung bedürfen, in vollem Umfang angeschlossen. Sollte tatsächlich die Amalgamfüllung der Zähne, bzw. die mangelnde Sorgfalt bei der Entfernung der Amalgamfüllungen Ursache für das Unwohlsein gewesen sein, so wäre dies nicht dem Antragsgegner anzulasten. Er hatte keinen erkennbaren Anlass, an eine derartige, von der Patientin angenommene Quecksilbervergiftung zu denken. Dies wäre vielmehr Sache der Zahnärzte gewesen.
Im Übrigen gibt es aber nach Auffassung der Gutachterkommission für diese Quecksilbervergiftung und die Verursachung des Leidenszustandes der Patientin durch solch eine Aktenlage keinen Beweis.

Vorsitzender Richter a.D. am OLG Karlsruhe
Dr. Kalmus Facharzt f. innere Medizin
Dr. Werner Chefarzt a.D. der Klinik für innere Medizin d. Krankenhauses St. Trudpert Pforzheim



Liebe Grüße
Anne S.

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Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Hallo Anne, es ist schön das Du Dich da so sehr rein hängst (geht wohl heutzutage nicht anders) aber es wäre besser gewesen wenn Du einen Nierenschaden gehabt hättest oder eine Schwangerschaft in der Zeit des herausbohrens. Das geschriebene Wort gilt hierzulande mehr als jedes GEfühl das Du oder andere haben. In ein paar Jahrzehnten und mit andern (feineren) Methoden der Detektion sowie einen Verständnis um die Techniken unseres Organismus in Umgang mit Fremdstoffen würde das sicher anders ausgehen. Aber Du verlangst Einsicht über das scheinbar unmögliche und Vertrauen in Dein Wort und das geht so nicht. Von mir aus würde das gehen aber diese gesammte Gesellschaft verlässt sich darauf das einige wenige schon alles im Griff haben. Klar das das nicht gut geht und das die wenigen Ihren Schwanz einklemmen werden wenn es eng wird und dann das große Erwachen kommen wird aber solange müssen wir (die versuchen wenigstens mal zu denken) wohl warten und dann ist Deine Geschichte nur eine von vielen.

Wenn Du aufgepasst hast steht in den paar Zeilen von Gutachten schon alles.

Im Übrigen gibt es aber ... durch solch eine Aktenlage keinen Beweis.
Nicht "durch die Aktenlage" oder "durch Aktenlage" oder "nach Aktenlage" sondern "durch solch eine Aktenlage"!

Du wirst wohl Deine Aktenlage noch mal aufpolieren müssen bis sie sich von "solch" auf "eine" Aktenlage modifiziert hat. Das heisst aber in erster Linie keine Hilfe durch Rechtsverdreher sondern Fachunterstützung.

Mein Tip als NICHTJURIST: vergiss diese Klage, nimm die Akten und bau eine neue Konstruktion zusammen = neue Gutachter + neues Thema + neue Richter + neue Ansichten
Vielleicht findest Du auf diesem Weg (Publik) auch neue Mitstreiter die ähnliches oder gleiches erlebt haben und Ihr euch zusammen schliessen könnt.

Gutachterwesen

Özdemir ist offline
Beiträge: 30
Seit: 11.03.06
Hallo,

stammen Deine Arztberichte und Befunde, die Du mitgeschickt hast, von Daunderer?

Habe noch etwas Hoffnung, dass mein Gutachten anders ausfallen könnte. Mein Psychiater hat mich nämlich an keinen Facharzt überwiesen, ausser zu einer CT des Gehirns. Selbst ein mickriges Blutbild wurde erst nach 1,5 Jahren erfolgloser Behandlung mit Psychopharmaka und Psychotherapie gemacht. Wobei mein Psychiater in einem Arztbrief sogar selbst bestätigt, dass es weder durch Psychopharmaka noch durch Psychotherapie zu einer Besserung gekommen ist, trotzdem schreibt er im selben Arztbrief, er würde eine weitere stationäre Psychotherapie empfehlen, da meine Probleme im psychologischen Bereich liegen würden. Auch meine Befunde entsprechen dem aktuelen Stand der Wissenschaft, wobei ich zum Beweis extra einen Artikel aus der Zeitschrift "Psychotherapie" beigelegt habe.

Mal sehen, habe meine Stellungnahme erst im Januar abgeschickt. Kann also noch etwas dauern, bis ich das Ergebnis bekomme. Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit der Ärztekammer habe ich allerdings auch den Eindruck, dass sie den Ärzten nicht an den Karren fahren wollen. Obwohl ja in manchen Bundesländern diese Gutachten in 30% der Fälle zu Gunsten der Patienten ausfallen sollen.

Gruß
Özdemir

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Anne S. ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.242
Seit: 28.03.05
Hallo,

nein meine Berichte stammen nicht von Dr. Daunderer.

Eigentlich von ganz normalen Schulmedizinern.
Meine Hausärztin hat mich jetzt z.B. wieder zum Rheumatologen überwíesen, damit Untersuchungen gemacht werden die ihr Budget nicht erlaubt. Auf die Überweisung hat sie auch geschrieben "hohe Amalgambelastung". Ich habe CRT Aufnahmen, auf denen Marklagerveränderungen zu erkennen sind. Es gibt z.B. pathologische Abhandlungen wo beschrieben wird ,wie Hg dies verursacht.
Ich glaube man könnte 100 fach Beweise anführen, es hätte trotz allem keinen Erfolg. Es wird einfach mit allen Mitteln zu verhindern versucht, dass man Recht bekommt sonst würde eine Lawine losgetreten werden.

Ich habe der Gutachterkommission z.B. vorgeschlagen doch eine gründliche Untersuchung meinerseits zu veranlassen um herauszufinden woher meine Beschwerden alle kommen, wenn sie angeblich nichts mit Schwermetallen zu tun hätten. Ich wäre sogar froh darüber, wenn etwas anderes dabei herauskäme und mir eine wirkungsvolle Therapie oder Behandlung für meine Beschwerden angeboten würde. Das haben diese Herren geflissentlich überhört und überhaupt nicht darauf reagiert. Ich habe nachgefragt , ob sie wohl besorgt wären, dass sich bei einer solchen Untersuchung meine Amalgamvergiftung bestätigen würde?


Liebe Grüße
Anne S.

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