Kommt EU-Verbot für Amalgam?

18.02.06 09:43 #1
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Kommt EU-Verbot für Amalgam?
Lukas
Hallo Mike,

mit der Hoffnung ist das so eine Sache... mit der Gentechnik auch. Letztere wird zwar bereits fröhlich dafür eingesetzt, uns alle künftig über die neu erschaffenen Nahrungsmittel kränker und die Menschheit selber gänzlich lebensunfähig zu machen... dies zuzulassen zeigen die verantwortlichen Politiker auch durchaus keine Skrupel - wohl aber, wenn es darum geht, die Gentechnik zum Nutzen der Menschen einzusetzen. Wie lange hoffe ich schon auf eine neue Wirbelsäule, neue Hüfte, neue Knie, neue Hand-, Finger,- Fuß- und Zehengelenke! Möchte mich auch gerne mal wieder bewegen können! Aber da tut sich nichts! Und wenn sich was täte, wäre es für die unterprivilegierten gesetzlich Versicherten ohnehin nicht realisierbar. Und bei den Zähnen sieht es genauso aus. Vor Jahren gab es diese Berichte über bald neu gezüchtete Zähne bereits...

Viele Grüße
Lukas


Kommt EU-Verbot für Amalgam?

Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Es ist doch keine Frage der Machbarkeit mehr. Das was wir heute sehen dürfen sind zum Teil schon fast ein Jahrzehnt alte Technik. Manche Techniken sind schon nach Monaten überholt. Deshalb geschieht auch alles (wie zumeist) hinter verschlossenen Türen. Es geht um die Einhaltung von eigenen Rechten und der Installation von Sicherungsmechanismen. Die 5 bis 10 Jahre die anberaumt sind um solche "Erfindungen" die zum Teil blanker Zufall sind zu Patentreife zu gestalten gehen nur dafür drauf um es gegen "unerlaubtes" kopieren zu schützen.

Amalgam-Verbot ist gescheitert

Oregano ist offline
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Der Ausschuss für Umweltfragen des Europäischen Parlaments (ENVI) hat den Antrag der zypriotischen Abgeordneten für ein totales Amalgamverbot ab 2007 nicht zur Vorlage beim EU-Parlament zugelassen. Die Antragsteller wollten bereits im April einen entsprechenden Parlamentsbeschluss herbeiführen. Stattdessen wurde die "Medical Devices Expert Group" mit einem Gutachten beauftragt.

Die Bundeszahnärztekammer und das Dental Liaison Committee bei der EU erkennen darin einen Erfolg ihrer Arbeit. Eines der Argumente gegen ein Verbot von Amalgam ist, dass es derzeit noch keine angemessene Alternative gibt, weil die Haltbarkeit anderer Füllungsmaterialien geringer ist.
http://www.zahn-online.de/presse/presse3013.shtml

Biologische Probleme vieler Kunststoffe sind weitestgehend ungeklärt
Thema EU-Amalgamverbot abgewehrt – nun bringt der DGZMK-Präsident Komposite ins Zwielicht:
Autor
Beitrag „Aus Sicht der Wissenschaft ist es derzeit nicht zu vertreten, den Füllungswerkstoff Amalgam zu verbieten. Die aktuelle Forschung zeigt, dass Ersatzmaterialien, zum Beispiel auf Kunststoffbasis, bei weitem nicht alle Indikationen von Amalgamfüllungen abdecken beziehungsweise ersetzen können. Die biologischen Probleme derartiger Kunststoffmaterialien sind weitestgehend ungeklärt und bedürfen deshalb intensiver bio-medizinischer Forschung.“

Das erklärte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Prof. Dr. Georg Meyer, Universität Greifswald, in einer Stellungnahme an die deutschen Mitglieder des europäischen Parlamentsausschusses für Umweltfragen (ENVI) zur Abwehr eines Beschlusses für ein Amalgamverbot.
Allerdings widersprachen bei einem Symposium der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) Kollegen – Professoren für Zahnerhaltung von anderen deutschen Universitäten –, dass es sich bei dem Meyer-Statement an die EU-Parlamentarier um eine besonders „exponierte Position handele“, die so nicht mit zu tragen sei.
In der Zwischenzeit – wir berichteten in der DZW-Ausgabe 09/06 – ist es auf Grund der Interventionen der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der DGZMK gelungen, den EU-Parlamentsbeschluss zur Amalgam-Verbotsforderung abzuwehren. Beschlossen wurde im ENVI nur, die „Medical Devices Expert Group“ anzurufen, um einen Bericht zur „Sicherheit von Amalgam als zahnärztliches Füllungsmaterial“ zu erhalten.
BZÄK-Präsident Dr. Dr. Jürgen Weitkamp hatte besonders auf den sozialen Aspekt in der Stellungnahme an die Parlamentarier abgehoben: „Die Folge eines übereilten Amalgamverbots wäre zwangsläufig die Zunahme von Zahnerkrankungen in der Bevölkerung, die durch vorzeitigen Füllungsverlust verursacht werden. Da die angebotenen so genannten Amalgamalternativen je nach Ausführung (plastische Kunststofffüllung oder Gold- oder Keramik-Einlagefüllung) in ihrem Preis erhebliche Differenzen aufweisen, hätte ein generelles Amalgamverbot mehr oder weniger ungewollt eine soziale Komponente, die sich wieder einmal gegen Bezieher geringer Einkommen richten würde.“
Meyer bezweifelt dagegen in seinem „Statement des DGZMK-Präsidenten an die EU-Parlamentarier“, dass es „wirklich ein echtes Ersatzmaterial für den Füllungswerkstoff Amalgam gibt“. Meyer: „Trotz intensiver weltweiter Forschung auf diesem Gebiet kommt die aktuelle Literatur zum Schluss, dass im kaubelasteten Seitenzahnbereich der Füllungswerkstoff Amalgam eine unübertroffene Langzeithaltbarkeit hat.“ Das sei, so Meyer, „bei Insidern bekannt, und eine wissenschaftliche Untersuchung, die 2004 im Journal of Prosthetic Dentistry publiziert wurde, zeigt, dass die meisten Zahnärzte in ihrem eigenen Backenzahnbereich Amalgamfüllungen (neben Gold) haben und auch zukünftig anstelle von Kunststoffmaterialien bevorzugen würden“.
Meyer weiter: „Wirklich große Sorgen machen uns aktuelle Forschungsergebnisse, welche den biologischen Eigenschaften von Kunststofffüllungen, die wir uns über Jahre hinweg als Amalgamersatz herbeigesehnt hatten, ein denkbar schlechtes Zeugnis ausstellen.
Besonders in skandinavischen Ländern, in denen diese Kunststoffe schon sehr viel länger als in Deutschland auf sehr breiter Basis eingesetzt werden, was wegen der dortigen staatlich unterstützten Prophylaxesysteme und der damit verbundenen im Durchschnitt sehr kleinen Füllungen durchaus vertretbar ist, beobachtet man eine starke Zunahme von Allergien gegen diese Werkstoffgruppe. Zirka 3 Prozent aller Zahnärzte und Hilfspersonal zeigen bereits Allergien gegen die Füllungskunststoffe, die sie in ihrer Praxis einsetzen“.
Meyer verweist weiter darauf, dass eine internationale Autorengruppe – Prof. Gottfried Schmalz (Deutschland), Prof. Werner Geurtsen (USA) und Prof. Dorthe Arenholt-Bindslev (Dänemark) – eine umfassende Publikation zum Thema „Die Biokompatibilität von Kompositkunststoffen“ verfasst hätten, in der von „Problemen“ berichtet wird, „die in der Amalgamfüllungstherapie unbekannt sind“.
Darüber hinaus würden, so Meyer weiter, aktuelle Untersuchungen an Mäusen zeigen, dass die Fertilität unter Einfluss von zahnmedizinischen Kunststoffen signifikant zurückgeht (Ahmed et al., European Journal of Oral Sciences, 2004); und eine andere Arbeitsgruppe um Prof. Reichel (München) habe im Zellversuch gezeigt, dass antioxidative Vitamine die Zytotoxizität von Bestandteilen in Kunststofffüllungen vermindern können (Archives of Oral Biology, 2004).
Abschließend die Empfehlung des DGZMK-Präsidenten an die EU-Parlamentarier: „Eine wirklich seriöse Alternative wären allein staatliche Prophylaxe-Programme, wie es in den skandinavischen Ländern zum Teil beispielhaft geschieht, denn Karies ist eine weitestgehend vermeidbare Volkserkrankung.“

http://www.dzw-archiv.de/

Uta
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Geändert von Oregano (14.03.06 um 22:08 Uhr)

Kommt EU-Verbot für Amalgam?

Gaby ist offline
Beiträge: 651
Seit: 14.05.05
Ein Beitrag aus Österreich:
Zitiere aus unserem "Wald-und-Wiesen-Blatt" heute:
"Strassburg.
Das EU-Parlament hat eine Empfehlung an die Kommission beschlossen, wonach bis Ende 2007 der Einsatz von Zahnplomben aus Amalgam verboten werden soll. Quecksilber-Dämpfe seien ein enormes Gesundheitsrisiko. Kurzfristig würden sie Kosten für Versicherungen zwar steigen, langfristig würde der Aufwand durch Wegfall der Folgeerkrankungen sinken, sagte der ÖVP-Abgeordnete Richard Seeber."

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Kommt EU-Verbot für Amalgam?

Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Sorry, aber dem ist was hinzuzufügen. Der Mann namens Dr. Richard Seeber ( auch bekannt als der Mann der in Zimmer 08F161 in Brüssel sitzt), war mit bei der Beschlussfassung über die Gemeinschaftsstrategie für Quecksilber in Europa und somit könnte was dran sein.

ich für meinen Teil bete auf jeden Fall heute Abend mal still in mich rein und werde der Sache morgen mal auf den amalgamlosen Zahn fühlen.

Kommt EU-Verbot für Amalgam?

Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Och, hat zwar einen Tag gedauert aber die Antwort vom Büro des Herrn Seeber war recht ernüchternd. Es liegen keine Unterlagen vor...

Ich hatte nach dem eingereichten Text gefragt.

Kommt EU-Verbot für Amalgam?

Oregano ist offline
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Eigentlich nichts Neues seit 2006 :

...
Aufgrund eines internationalen Abkommens schränkt die Europäische Union die Verwendung von Quecksilber zukünftig weiter ein. Ab Mitte 2018 sollen Kinder und schwangere Frauen kein Zahn-Amalgam mehr erhalten. Homöopathie-Hersteller konnten befürchtete Einschränkungen abwenden.
...
Strengere Regeln zum Umgang mit Quecksilber
Vorgesehen ist neben den Auflagen für Kinder und Schwangere auch, dass Amalgam künftig auch nur noch in vordosierter Form verwendet werden darf. Zahnärzte müssen das Material in Abscheidern auffangen.

Die EU hat in der sogenannten Minamata-Konvention zugesagt, die Quecksilber-Nutzung einzudämmen. Das wird mit dem Kompromiss umgesetzt
...
Ein komplettes Verbot von Amalgam sei aber nur dann anzustreben, wenn es ausreichende Sicherheit für die Patienten gibt – doch Alternativen zum Amalgam seien teils noch nicht ausreichend erforscht oder auch problematisch.
https://www.deutsche-apotheker-zeitu...dung-teils-ein

Da ist doch ein Kommentar eigentlich völlig überflüssig, oder?

Grüsse,
Oregano
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Geändert von James (20.03.17 um 10:15 Uhr)

Kommt EU-Verbot für Amalgam?

bestnews ist offline
Beiträge: 6.401
Seit: 21.05.11
Hm.....seltsam das Ganze:

Schwangeren und Kindern mutet man also die zu wenig erforschten Materialien und vielleicht sogar schädlicheren als Amalgan zu!

Das ist eine Wahnsinnslogik.

Nierenkranken geht es im übrigen genauso: Auch sie erhalten nicht das so gut erforschte Amalgam...und das schon sehr lange.

Schöne Woche.
Claudia.

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Hallo Claudia,

da steht : Ab Mitte 2018 sollen Kinder und schwangere Frauen kein Zahn-Amalgam mehr erhalten.#37
Ich interpretiere das zunächst einfach mal als das, was wir ja schon haben: Kinder und Schwangere sollen kein Zahnamalgam erhalten.
Daß das heißt, daß sie andere Materialien erhalten müssen, wenn Löcher da sind, ist zwar klar, aber nicht explizit ausgesprochen. Ich finde es zwar lange nicht so gut wie ein generelles Verbot von Amalgam aber trotzdem richtig.

Amalgam - Informationen - Aktuell

Grüsse,
Oregano
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ullika ist offline
Beiträge: 3.031
Seit: 27.08.13
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Eigentlich nichts Neues seit 2006 :
Wie sollen die Konzerne denn sonst das Quecksilber gratis entsorgen können
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Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke (Sebastian Kneipp)


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