Schwellungen Kopf-Hals-Bereich: Ursache, Therapie, Notfallmaßn.

01.11.17 22:52 #1
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Oregano ist offline
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Dieser Artikel könnte ebenso gut in den Rubriken der Intoleranzen, vor allem der Histamin- und Salidylat-Intoleranzen stehen. Denn auch da können Schwellungen im Kopf-Hals-Bereich aufreten .

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Wenn es im Bereich der Schluck-Atem-Wege zu Schwellungen kommt, der medizinische Fachbegriff lautet „Angioödem“, kann das für die Betroffenen sehr unangenehm sein. Schwellungen an den oberen Atemwegen können jedoch auch lebensbedrohlich werden, wenn sie so stark werden, dass die Atmung eingeschränkt wird. Kommt es zu einer Notfallsituation aufgrund akuter Erstickungsgefahr, kann schnelles Handeln lebensrettend sein. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es unterschiedliche Arten von Schwellungen gibt, die auch unterschiedliche Maßnahmen erfordern. Welche Ursachen können Schwellungen haben, welche Therapien sind möglich und welche Notfallmaßnahmen sollte man kennen, wenn es zu Schwellungen im Kopf-Hals-Bereich kommt?

Dr. med. Janina Hahn, Assistenzärztin an der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie am Universitätsklinikum Ulm.
Frau Dr. Hahn:

Es gibt zwei Arten von Schwellungen, die sich nach dem zugrunde liegenden Gewebshormon unterteilen lassen. Zum einen gibt es Schwellungen, die durch von Mastzellen ausgeschüttete Botenstoffe, hauptsächlich dem Gewebshormon Histamin, verursacht werden. Zu diesen Mastzell-vermittelten Schwellungen kann es zum Beispiel im Rahmen einer Urtikaria, auch Nesselsucht genannt, oder auch im Rahmen von Allergien kommen.

Seltener sind die durch das Gewebshormon Bradykinin-vermittelten Schwellungen, die zum Beispiel im Rahmen des hereditären Angioödems, einer vererbbaren Erkrankung, auftreten können. Auch Medikamente können diese Art von Schwellungen verursachen, ein möglicher Auslöser sind zum Beispiel ACE-Inhibitoren, blutdrucksenkende Medikamente.
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Am häufigsten sind die durch Mastzellen ausgelösten, Mastzell-vermittelten Schwellungen. Dazu gehört der komplette Formenkreis der Allergien, wie z.B. durch Wespenstiche oder Nahrungsmittelallergien ausgelöste klassische Sofortreaktionen. Dazu gehört die Urtikaria, oder Nesselsucht, die zum Teil allergisch bedingt sein kann, aber auch unabhängig von Allergien möglich ist. Zudem gibt es eine große Gruppe idiopathischer Schwellungen, das sind Schwellungen, deren Ursache unklar ist.

Eher selten sind die Bradykinin-vermittelten Schwellungen als Nebenwirkung auf ACE-Inhibitoren. Lediglich bei 0,5 Prozent der Patienten, die ACE-Hemmer einnehmen, kommt es zu Schwellungen als Nebenwirkung des Medikamentes. Allerdings ist die Zahl der Menschen, die regelmäßig ACE-Hemmer einnehmen, so groß, dass man in Deutschland von mehreren Tausend Fällen pro Jahr ausgehen muss. Die Dunkelziffer dürfte hier jedoch relativ hoch sein.
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Gibt es für das hereditäre Angioödem auch eine Labordiagnose?
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Könnten Sie die drei Typen des hereditären Angioödems nochmals definieren?
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Sie hatten erwähnt, dass Bradykinin-vermittelte Angioödeme häufig nicht erkannt werden, bedeutet dies, die Schwellungen werden mit Kortison und Antihistaminika behandelt, obwohl diese Therapie nicht wirkt?
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Wie groß ist das Zeitfenster, das bei Schwellungen an so kritischen Stellen wie dem Kopf-Hals-Bereich zur Verfügung steht?
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Können sich Angioödeme von Mal zu Mal steigern?
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Welche Triggerfaktoren kennt man für Schwellungen bzw. Angioödeme?
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Kommen wir zur Therapie des hereditären Angioödems, welche Möglichkeiten gibt es?
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Wie genau erfolgt die Therapie der Angioödeme im Akutfall?

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Und wie sieht die Therapie der Schwellungen in der Dauerbehandlung aus?
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An welchen Facharzt soll man sich bei Schwellungen im Bereich der oberen Atemwege wenden bzw. wann sollte man den Notarzt rufen?

Frau Dr. Hahn: Bei Schwellungen im Kopf-Hals-Bereich ist der wichtigste Faktor, dass der Arzt aufgesucht wird, zu dem der Anfahrtsweg am kürzesten ist. Zwar sind interdisziplinäre Notaufnahmen und Fachkliniken, beispielsweise HNO-Kliniken, auf Atemwegssicherung spezialisiert, aber wenn diese weit entfernt sind, ist es wichtiger, dass man so schnell wie möglich in ärztliche Betreuung kommt. Auch allgemeininternistische Notaufnahmen haben Antihistaminika und Kortison immer vorrätig. Im Zweifelsfall ist der Notarzt zu rufen, das ist allemal besser, als mit einer Schwellung im Kopf-Hals-Bereich eine Stunde allein im Auto in eine Klinik zu fahren.
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Gibt es Angaben, die der Patient bei unklarer Ursache der Schwellungen machen kann, um die Diagnose zu erleichtern?
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Welche Sofortmaßnahmen kann der Patient selbst einleiten?

Frau Dr. Hahn: Patienten mit bekannter Allergie oder Patienten mit Schwellungen unklarer Genese verordnen wir ein Notfallset, das selbst angewendet werden kann. Es besteht aus einem Antihistaminikum und einem Kortisonderivat in flüssiger Form, das schnell getrunken werden kann. Für Patienten mit hereditärem Angioödem ist von Vorteil, dass die Anti-Bradykinin-Medikation größtenteils auch für die Heimselbsttherpie zugelassen ist. Hier ist es wichtig, dass die Patienten selbst, aber auch die Angehörigen in der Verabreichung der Medikamente geschult sind.
https://www.mein-allergie-portal.com...n/seite-4.html

Wer solche Schwellungen schon einmal erlebt hat, weiß, daß man damit leicht in Panik geraten kann, weil das Gefühl, daß der Hals immer enger wird, sehr unangenhm sein kann.
Insofern ist es wichtig zu wissen, woher solche Schwellungen kommen können, was man dann machen kann und daß man schnell zum Arzt gehen sollte, wenn Schwellungen auftreten.
Es lohnt, den ganzen Artikel zu lesen. Manche der Informationen sind sicherlich für Betroffene sehr wichtig .

Am besten hat man gar keine solchen Schwellungen !

Grüsse,
Oregano

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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Geändert von Oregano (01.11.17 um 22:55 Uhr)


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