Wikipedia wird ein bisschen weniger frei

26.08.09 09:18 #1
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alibiorangerl ist offline
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Seit: 09.09.08
[ZITAT]

Wikipedia wird ein bisschen weniger frei

Um seriöser zu werden, schränkt die englische Version die freie Editierbarkeit ein, dafür geht die Grundidee der Enzyklopädie verloren.

kurier.at/mmedia/2009.08.25/1251198881_5.jpg
Die freie Enzyklopädie wird immer unfreier.


Wikipedia verabschiedet sich langsam von seiner revolutionären Grundidee. Die englischsprachige Version der Online-Enzyklopädie Wikipedia führt von nun an redaktionelle Kontrollen - sogenannte "Flagged Revisions" - ein. In Zukunft sollen Artikel zu lebenden Personen für die Nutzer nur noch eingeschränkt editierbar sein. Wie offizielle Vertreter der Wikimedia Foundation in San Francisco verlauten ließen, werden die Beiträge bzw. Änderungen in diesem Bereich künftig zunächst von "erfahrenen freiwilligen Redakteuren" gegengelesen, bevor sie endgültig online gehen. Der Schritt erfolgt angesichts dessen, dass Teile der Wikipedia-Führung aufgrund der wachsenden Bedeutung der Online-Enzyklopädie danach trachten, der Seite noch mehr Seriosität zu verleihen und zuverlässige Informationen zu liefern.

"Wir sind nicht mehr länger an dem Punkt, wo wir sagen können, es ist akzeptabel, Sachen einfach raus zu schmettern und zu sehen, was passiert", erklärt Michael Snow, Rechtsanwalt aus Seattle und Chairman des Wikimedia-Vorstands, die Einführung der Vorab-Kontrollen auf der englischen Seite. Früher sei es vielleicht noch eher verziehen worden, wenn Informationen nicht korrekt oder ungenau waren, meint Snow. Inzwischen sei die Community aber weitaus weniger tolerant gegenüber Fehlinformation.

In der deutschsprachigen Version sind solche Vorab-Sichtungen bereits Usus. "Schon seit längerem werden auf der deutschen Seite alle Änderungen an Beiträgen zunächst von Wikipedianern geprüft, bevor sie für die Allgemeinheit sichtbar werden", so Kolja Kreß von Wikimedia Deutschland. Eine spezielle Diskussion um Personen-Artikel gebe es jedoch nicht. "Wir haben auch keine festgelegten Standards", so Kreß weiter. Allerdings komme es in Einzelfällen immer wieder vor, dass bei Artikeln über lebende Personen Details geändert oder einzelne Informationen herausgenommen würden. "Wenn jemand beispielsweise die Namen seiner Kinder nicht öffentlich verbreiten will, dann wird so etwas herausgenommen. Anders ist es aber mit kritischen Informationen, diese bleiben natürlich in den Artikeln, auch wenn sich jemand darüber beschwert", erläutert Kreß.


Grundidee ade
Während durch die Ausweitung der redaktionellen Bearbeitung und Kontrolle die Qualität der Wikipedia-Artikel zunehmen soll, geht gleichzeitig die Grundidee des Online-Lexikons mehr und mehr verloren. Setzt sich diese Entwicklung weiter fort, so wird es künftig nicht mehr eine gemeinsame, offene Community geben, sondern eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft. Auf der einen Seite bildet sich die Gruppe der erfahrenen, vertrauenswürdigen Redakteure, auf der anderen Seite bleibt der Rest der Durchschnittsuser - mit eingeschränkten Rechten.

Artikel vom 25.08.2009 13:30 | pressetext.at | mn

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quelle:Wikipedia wird ein bisschen weniger frei | kurier.at
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💗liche Grüße, Alibi ORANGERL
{gerechtfertigtes Apfelsinchen}

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Wikipedia wird ein bisschen weniger frei

Clematis ist offline
Beiträge: 5.284
Seit: 29.01.10
Zitat von alibiorangerl Beitrag anzeigen

Wikipedia wird ein bisschen weniger frei

Um seriöser zu werden, schränkt die englische Version die freie Editierbarkeit ein, dafür geht die Grundidee der Enzyklopädie verloren.
kurier.at/mmedia/2009.08.25/1251198881_5.jpg
Die freie Enzyklopädie wird immer unfreier.
Hallo Alibiorangerl,

nun, inzwischen wurden diese Einschränkungen auch in der deutschen Wikipedia eingeführt, die Manipulationen wurden dadurch noch gefördert, weil nichts mehr ohne Prüfung der allmächtigen Administratoren und "Sichter" veröffentlicht wird. Dazu heißt es, daß bei der deutschen Version viel einschränkender verfahren wird als etwa in der Englischen .

Dazu eine sehr ausführliche Recherche von 2015:
KenFM zeigt: Die dunkle Seite der Wikipedia

In diesem Video wird Wikipedia genau untersucht. Dabei werden Dr. Daniele Ganser, der dort als Verschwörungstheoretiker bezeichnet wird, und 9/11 als Musterbeispiele verwendet, aber nicht nur diese.

Da kommt so manches ans Licht: die Organisationsstruktur von Wikipedia, insbesondere die deutsche Version; die Grabenkämpfe, die dort stattfinden - unter dem Namen Vandalismus und anderen internen Fachbegriffen; die Administratoren, die Nutzer sperren; die Sichter - eine Stufe tiefer, die ebenfalls Beiträge löschen können. Eine ganze Reihe besonders wichtiger Dokumente, die im Film genannt werden, habe ich gefunden und liste sie nachstehend auf.

Eingangs wird gesagt, daß Wikipedia in einigen Fachbereichen wie Technik, Physik, Chemie, Biologie ein gutes Nachschlagewerk sein kann. In Bereichen die Macht, Geschichte, internationale Politik, Wirtschaft, Sozialwissenschaften, Psychologie usw. betreffen - kurz: bei allem, was mit Meinungsbildung in Zusammenhang steht, ist Wikipedia kein geeignetes Nachschlagewerk. Da sollte man dann doch lieber auf die Enzyklopädia Britannica oder den Brockhaus zurückgreifen. Letztere schon deshalb, weil die Verfasser hier mit ihrem Namen für die Richtigkeit ihrer Angaben gerade stehen müssen, Falschaussagen würden sie in Fachkreisen recht schnell zu Parias machen.

Eine Art positiver Zensur:
https://zappi.wordpress.com/2007/01/...edia-zensiert/

Verschwörungstheorie - Wikipedias Definition, "bekannte" Verschwörungstheoretiker gemäß Wikipedia, Verschwörungstheorien der Jahrhunterte
https://de.wikipedia.org/wiki/Versch..._der_Literatur
https://de.wikipedia.org/wiki/Katego...B6rungstheorie
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_...6rungstheorien

Ganser - Gladio: Die dunkle Seite des Westens
http://www.orwell-staat.de/cms/files/gladio.pdf
http://magazin.spiegel.de/EpubDelive...l/pdf/39997525
ZEITGESCHICHTE: Die dunkle Seite des Westens - DER SPIEGEL 15/2005

Eine Parodie auf Wikipedia: WikiPrawda
WikiPrawda – WikiMANNia
Anspruch und Wirklichkeit bei Wikipedia:
Wikipedia – WikiMANNia

Die Irrungen und Irrwege von Wikipedia in der Presse:
Computer: Hintergrund: Wo Wikipedia in die Irre führte - FOCUS Online
Krise der Wikipedia - Unleserlicher Mist - Kultur - Süddeutsche.de
Urheberrechtsverletzungen:
Wikipedia im Kampf der Weltanschauungen [Update] | heise online
Sammelklage gegen Wikipedia in Vorbereitung? - Golem.de
Falschdarstellungen - als Witz?
Wikipedia-Fake war ein Witz | heise online
Nicht mehr ganz offen?
Wikipedia nicht mehr ganz offen | heise online
Fake-Accounts bzw. "Sockenpuppen" - eine Gruppe User ändert einen bestimmten Artikel kontinuierlich im eigenen Sinne - so geschehen auch bei dem Artikel über Homöopathie.
Fake-Accounts: Wikipedia enttarnt Sockenpuppen-Netzwerke | heise online

Die verkürzte Darstellung der Definition Verschwörungstheorie brachte die Löschung folgender Fußnoten mit sich:
NSA-Skandal: Geheimdienste manipulieren und diskreditieren im Netz | heise online
Die Sachverwaltung des Westens in ein Überwachungs- und Propagandasystem – Maskenfall
NSA-Skandal: GCHQ verfälscht Daten im Netz | heise online
Britischer Geheimdienst: So werden Menschen vernichtet - Überwachung - FAZ
Exclusive: Snowden Docs Show British Spies Used Sex and 'Dirty Tricks' - NBC News
https://theintercept.com/2014/02/24/jtrig-manipulation/
Begründung: das sei keine reputable wissenschaftliche Literatur!
Dabei waren "nur" zwei hochkarätige Journalisten!

Breitband - Glaubt nichts, was ihr nicht selbst gehackt habt
Radiosendung dazu hier:

Heise Verlag, Telepolis, darf auf Wikipedia weder zitiert noch erwähnt werden! Hier herrscht Krieg: Wikipedia v/s Heise!

Das kommentierte Video, widerlegt die Beschuldigungen bei Wikipedia:
10.AZK-Verdeckte Kriegsführung- Blick hinter die Kulissen der Machtpolitik -Dr. phil. Daniele Ganser

Der Journalist Paul Schreyer machte seine eigenen Erfahrungen mit Wikipedia bezüglich Ergänzungen zum Thema 9/11 und Verschwörungstheorien - wenn es nicht so traurig wäre, könnte man Wikipedia nur auslachen oder als Clowntheater beschreiben:
Verschwörungstheorie! | Telepolis Seite 1
Verschwörungstheorie! | Telepolis Seite 2
Auf meinen Einspruch verlagerte sich die Argumentation wiederum und nun hieß es, der Autor Kupferberg sei "keine anerkannte Quelle", da er in 9/11-Fachliteratur nicht zitiert werde. Weil das aber nicht stimmte und Kupferberg tatsächlich in einer ganzen Reihe von Sachbüchern zum Thema zitiert wird, kam das ultimative Argument: die Autoren der ihn zitierenden Bücher seien eben auch alles Verschwörungstheoretiker. Da war er - der klassische Zirkelschluss. Der hermetische Ausschluss von jeder möglichen Kritik - der sonst gerne eben jenen "Verschwörungstheoretikern" vorgeworfen wird. Was verboten ist, kann es nicht geben. Und wenn doch, dann ist es gelogen. Denn sonst wäre es ja erlaubt. Oder so ähnlich. Wer einen Verschwörungstheoretiker zitiert, muss selbst einer sein, per Definition. Denn sonst wäre der Zitierte ja keiner. Und das ist ja ausgeschlossen. Was zu beweisen war.
Verschwörungstheorie! | Telepolis Seite 3
Es gibt ein Tool mit dem man einen Artikel in etwa auf seine Zuverlässigkeit überprüfen kann, ohne in die von Wikipedia veröffentlichten Diskussionsrunden und weiterem einsteigen zu müssen, was recht aufwendig ist. Doch mein Test s.u. ergab, daß dieses Tool keineswegs eine eigene kritische Haltung überflüssig macht, im Gegenteil!
Was ist Wikibu? Wikipedia-Artikel haben unterschiedliche Qualität. Versionsgeschichte, Diskussionsseiten etc. helfen aber, die Verlässlichkeit eines Artikels einzuschätzen. Der kostenlose Dienst Wikibu für die deutschsprachige Wikipedia bietet dabei Unterstützung. Wikibu analysiert die Artikel automatisch anhand mehrerer Kriterien und liefert Anhaltspunkte zur weiteren Überprüfung durch die Nutzenden der Wikipedia. Wikibu ist speziell für den Einsatz in den Schulen gedacht und soll die kompetente Nutzung der Wikipedia als Teil der Informationskompetenz fördern.

Was ist Wikibu nicht? Wikibu wertet Artikel in der Wikipedia nur nach statistischen und nicht nach inhaltlichen Kriterien aus. Wikibu kann deshalb eine sorgfältige inhaltliche Prüfung von Artikeln nicht ersetzen. Die Wikibu-Punkte machen über die Verlässlichkeit eines Wikipedia-Artikels nur eine Aussage vergleichbar mit der Aussage des Google PageRank über die Relevanz einer Webseite.
Wikibu
Falsche Literaturverweise, falsche Zitate, Rufschädigungen, Verleumdungen, Beleidigungen sind bei Wikipedia an der Tagesordnung und sie betreffen nicht nur Personen, Biographien, sondern jedes Thema, das auch im Mainstream verleumdet wird, der Meinungsbildung dient. Betroffene Personen können sich dagegen nicht wehren weil die Verfasser -Sichter und Administratoren bei Wikipedia- auschließlich unter ihren fiktiven Namen bekannt sind. Zwei deutsche Gerichte mußten bereits die Erfahrung machen, daß die Verleumder nicht faßbar waren. Über Wikipedia, Firmensitz in San Francisco, USA, kommt man ebenfalls nicht an sie heran, genauso wenig wie an die Bosse der Konzerne mit Sitz in den USA. Diese Situation kann nur verbessert werden, in dem juristisch festgelegt wird, daß die Sichter und Administratoren nur mit ihren Klarnamen und einem eindeutig identifizierbaren Impressum arbeiten dürfen.

Gruß,
Clematis

Test zum Tool mit "Homöopathie": ergab 10 von 10 Punkte, also Bestnote. So gut ist das Tool also nicht. Und das trotz des folgenden Inhalts:
Diese behauptete selektive Steigerung erwünschter Wirkungen durch die Prozeduren des Potenzierungsverfahrens, die von einigen Autoren auch als „rituell“ bezeichnet werden,[6][7] widerspricht naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und dem Grundprinzip der evidenzbasierten Medizin.[8] Die Homöopathie wird daher zu den Pseudowissenschaften gezählt.[9][10] Auch das hahnemannsche Ähnlichkeitsprinzip ist wissenschaftlich nicht haltbar.[11][12] Klinische Studien nach wissenschaftlichen Standards konnten keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nachweisen.[13] Erfolge einer Behandlung[14] werden somit ihrem Umfeld, nicht dem Mittel selbst zugeschrieben, etwa dem Glauben des Patienten an die Wirksamkeit der Behandlung (Autosuggestion) oder der Qualität der Beziehung zwischen Therapeuten und Patienten.[15][16] Der Fachbereich Humanmedizin der Philipps-Universität Marburg verwarf die Homöopathie 1992 im Rahmen der „Marburger Erklärung zur Homöopathie“ als „Irrlehre“.[17]
Was ich fett hervorgehoben habe ist zudem eine dreiste Lüge. Es gibt zahlreiche Doppelblindstudien, die die Wirksamkeit der Homöopathie belegen. Doch auch der weitere Text enthält subtile Negativaussagen, die nicht berechtigt sind.
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Es ist besser, unwissenschaftlich gesund zu werden, als wissenschaftlich krank zu bleiben!


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