Komasaufen schadet dem jungen Gehirn langfristig

13.07.10 01:16 #1
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Difi ist offline
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Seit: 28.04.09
Komasaufen schadet dem jungen Gehirn langfristig


Trinken bis zum Umfallen hat auch langfristige Folgen für das Gehirn von jungen Menschen: Regelmäßiges jugendliches Komasaufen könnte dem Hippocampus schaden, einer wichtigen Struktur des Großhirns. Das legt zumindest eine Untersuchung an Affen nahe, die in den Proceedings der US- Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht ist. Der Hippocampus ist unter anderem für das Lernen und das Langzeitgedächtnis verantwortlich.Über einen Zeitraum von elf Monaten durften vier Affen täglich eine Stunde lang ein alkoholhaltiges Getränk mit Zitronengeschmack trinken. Blutalkoholtests zeigten, dass die Tiere sich im Schnitt bis zu einem Wert betranken, der knapp 2,5 Promille beim Menschen entsprechen würde. Nach einer zweimonatigen Phase ohne Alkohol wurden die Gehirne der Affen untersucht. Eine Kontrollgruppe aus drei Primaten erhielt während des gesamten Zeitraums keinen Alkohol.

Bei der Begutachtung der Affenhirne entdeckten die Forscher mehrere Veränderungen in der Struktur des Hippocampus. In dieser Region war die Bildung von neuronalen Stammzellen - also Zellen, die sich später zu Nervenzellen entwickeln - deutlich vermindert. Auch im Wachstum der Nervenzellen registrierten die Forscher Abweichungen.

Die Veränderungen durch den Alkohol seien besonders erstaunlich, weil sie auch nach der zweimonatigen Entzugsphase noch deutlich erkennbar waren, betonen die Wissenschaftler um Chitra Mandyam vom Scripps Research Institute in La Jolla (US-Staat Kalifornien). Sie vermuten deshalb, dass Kommasaufen auch bei Menschen langandauernde Effekte auf die Funktionen des Hippocampus hat.

Der Hippocampus liegt im Zentrum des Gehirns und ist ein Teil des sogenannten limbischen Systems. Sein Name geht auf seine besondere Form zurück: Der Hippocampus ist wie ein Seepferdchen (lateinisch hippocampus) gekrümmt.

Quelle: Proceedings: Long-lasting reduction in hippocampal neurogenesis by alcohol consumption in adolescent nonhuman primates

Long-lasting reduction in hippocampal neurogenesis by alcohol consumption in adolescent nonhuman primates

Neurologen & Psychiater im Netz
Das ist für mich nur eine Bestätigung...aber es regt mich doch auf. Das Komasaufen macht mich fertig. Was tun sich besonders junge Menschen damit an.

LG, Difi
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BunnyDog ist offline
Beiträge: 1.288
Seit: 05.08.08
Zum Begriff "Komasaufen" sollte man vielleicht noch ergänzen, dass man keineswegs bis zum Umfallen trinken muss um das Gehirn zu schädigen. Jeder Rausch lässt Gehirnzellen absterben.

Bei jedem Rausch sterben Gehirnzellen ab. Bei ständigem Konsum kommt es zu einer allmählichen Schrumpfung des Gehirns (Atrophie). Dies bleibt lange Zeit ohne Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit, da wir ca. 100 Milliarden Hirnzellen haben. Die Aufgaben der abgestorbenen Zellen werden von "Reservezellen" übernommen, die diese Aufgaben jedoch erst "lernen" müssen. Der Vorrat an Reservezellen wird durch Alkoholtrinken systematisch verringert. Hirnschäden durch Alkohol sind die häufigsten und bedeutendsten, sie sind viel ernster zu nehmen als z.B. Leberschäden.
Quelle

Bei Alkoholsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu trinken, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrumente, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Omtcg ist offline
Beiträge: 1.154
Seit: 16.12.09
Die eigentliche Frage ist: Warum saufen Kinder, bis sie ins Koma fallen?
Welche Not steckt da dahinter?
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Liebe Grüße Sabine

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Difi ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Ja das frage ich mich auch.

In meiner Zeit hatte ich alle schlechten Vorbilder die man sich denken kann. Jeder Filmstar bewaffnete sich mit einer Zigarette und dem Glas im Stehen.

Trotzdem gab es kein Komasaufen. Wenn es einen erwischte war es eine Lehre.

Heute muss es chic sein...cool...wie auch immer...sich mit Brummschädel auszukotzen.

Kann es einfach nicht nachvollziehen.

LG, Difi
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Caitanya ist offline
Beiträge: 102
Seit: 01.12.09
Schlimm... es ist hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Alkohol verboten oder eher verschwunden ist...

Ich bin 30 und war noch nie betrunken - ich fand Alkohol schon immer scheußlichst. Was bin ich froh drüber!!
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Om Namo Bhagavate Vasudevaya

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BunnyDog ist offline
Beiträge: 1.288
Seit: 05.08.08
Zitat von Caitanya Beitrag anzeigen
Schlimm... es ist hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Alkohol verboten oder eher verschwunden ist...
Ich bin klar gegen ein Verbot. Alkohol kann man auch in vernünftigem Masse konsumieren, und ich sehe keinen Anlass hier die Freiheit des Einzelnen zu beschneiden, zumal es etliche Anzeichen dafür gibt, dass mässiger Alkoholkonsum der Gesundheit zukommt.

Um es zynisch zu formulieren: ich bin der Wahlfreiheit willen bereit, ein paar tote Komasäufer hinzunehmen, die ihr Schicksal - im Gegensatz etwa zu etlichen Verkehrsopfern - selbst in der Hand hatten.

Des weiteren zeigt ja die Geschichte der Prohibition in den USA, Russland, Island, Norwegen, Finnland und in einigen anderen Staaten, dass die Nachteile bald die Vorteile überwiegen, der Schuss somit nach Hinten losgeht.

Gruss- BunnyDog

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Difi ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Des weiteren zeigt ja die Geschichte der Prohibition in den USA, Russland, Island, Norwegen, Finnland und in einigen anderen Staaten, dass die Nachteile bald die Vorteile überwiegen, der Schuss somit nach Hinten losgeht.
So ist es! Habe noch nie so viele Schnapsleichen erlebt wie in Norwegen. Auf Grund der Preise brennen sie oft selbst. Blindheit ist noch die humane Fassung.

Mich interessiert der Grund der jungen Menschen. Ist das eine neue Form von Mutprobe?

LG, Difi
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Bastian ist offline
Beiträge: 233
Seit: 17.11.05
Bevor man sich doch die Frage stellt: Warum? Muss man sich zu erst die Frage stellen: Ist das auch wahr?
Es gibt manche Presse Futzis, die halt was schreiben müssen. So werden ja auch Gewalttaten von Jugendlichen immer häufiger, das suggeriert zu mindest die Presse. Es entspricht allerdings nicht der Wahrheit. Vielleicht ist es so auch mit dem Komasaufen!?
Aber mal einen Schritt weiter: Diejenigen, die das machen, haben sicherlich (genau wie in den letzten JAhrzehnten auch!) nicht alle den gleichen Grund.
Manche testen ihre Grenzen aus; Manche sind verzweifelt; Manche haben Schmerzen..... unzählige Gründe können das sein.

Warum beschäftigt euch das? Habt ihr denn schön mal Berührungspunkte damit gehabt?

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Difi ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Es reicht Kinder zu haben Bastian.
Sollte das ein Trend sein, muss man dringend Aufklärung betreiben. Ab der Grundschule. Im Elternhaus. Im Gespräch. Man trinkt ja auch nicht Rattengift um zu sehen was daraus wird. Kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Jugendlicher darüber im Klaren ist was da ablaufen kann. Alkohol gehört zum Alltag. Das mit dem Rattengift haben wir früh gelernt. Man kann zwar schlecht einen Totenkopf auf die Weinflasche machen. Aber man muss einen Weg der Aufklärung finden, das die Form des Kampftrinkens das Gehirn schädigt.

Ich habe hier was gefunden...nix Pressefuzzis.....

gwsg.net/eltern/koma-saufen

LG, Difi
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Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Guten Morgen miteinander.
Bastian, ich muss dir leider widersprechen.
Meine eigenen Erlebnisse als Jugendliche gelten für mich als Vergleiche zu den Erzählungen meiner Töchter.
Es ist erschreckend, was für Veränderungen im Trinkverhalten und in der Gewaltbereitschaft der jungen Menschen passiert ist innerhalb einer Generation.
Ich denke, ein Hauptgrund ist die Tatsache, dass viele Jugendliche heutzutage keine Ziele haben, sich nicht auf die Zukunft freuen können. Wer sich vom allgemeinen Pessimismus anstecken lässt sieht keinen Grund, den morgigen Tag gesunder zu erleben als den heutigen Tag.
Also spielt man lieber den Helden mit zweifelhaften Mitteln und erregt so die Aufmerksamkeit, die man sonst nicht bekommen kann.
Dieses Verhalten ist auch für gleichaltrige Jugendliche schwer zu ertragen und zu verstehen, nicht nur für die ältere Generation.
Der langen Rede kurzer Sinn: Wer keine Zukunft sieht, macht sich auch keine Gedanken um ein zukünftiges Leben mit weniger Hirnzellen.
Liebe Grüsse, Sine


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