Prof. Ameisen: "Das Ende meiner Sucht" (Baclofen)

25.04.10 17:57 #1
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Prof. Ameisen: "Das Ende meiner Sucht" (Baclofen)

Federico ist offline
Beiträge: 21
Seit: 19.06.10
@Difi,

bin da ganz bei Dir. Der Grund für die Angst ist dem Betroffenen sehr oft bekannt, eine langfristige Therapie ist zur Bewältigung nötig. Der „Schlaffmacher“ macht aber nur in der Einschleichphase etwas „schlaff“, ich würde es als erhöhte Müdigkeit bezeichnen. Nach einiger Zeit, die unterschiedlich sein kann, verschwindet die Müdigkeit und Elan und Tatkraft steigen an. Erst dann kann mit einer, dann aber sehr erfolgversprechenden Psychotherapie begonnen werden. Eine gerade angelaufene Studie des ZI Mannheim in Kooperation mit dem Forum könnte hier mehr gesicherte Erkenntnis bringen.

Olivier Ameisen äußerte unlängst mir gegenüber, er gehe davon aus, Baclofen lebenslänglich zu nehmen. Abgesehen von seiner Theorie der Heilung durch „high dosed baclofen“ bin ich auch da nicht seiner Ansicht sondern strebe eine echte Heilung an. Wenn es gelingt die Angst zu heilen, benötige ich kein Baclofen mehr, so meine These. Nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen zu suchen, dürfte hierbei wenig hilfreich sein.

LG Federico
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dmps123 ist offline
Beiträge: 3.880
Seit: 05.09.08
ich bin auch der Meinung dass Baclofen keine schlechte Sache ist, es ist halt nur eine Symptombekämpfung wie Alkohol auch allerdings eine viel gesündere. Es ist halt keine langfristige Heilung denke ich.. ähnlich wie wenn man jemanden ein Aspirin gibt weil er Schmerzen hat.

Bei Alkoholsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu trinken, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrumente, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Federico ist offline
Beiträge: 21
Seit: 19.06.10
@dmps123,

genau. Wenn dann deine Kopfschmerzen aber immer wieder kommen, Aspirin nicht mehr so richtig wirkt, wird es Zeit über die Ursachen nachzudenken.

Jeder der schon mal rasende Kopfschmerzen hatte weiß, denken geht dann nicht mehr. Genauso verhält es sich mit Angst, Depression und Sucht.

LG Federico
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ory ist offline
Weiblich ory
Moderatorin
Beiträge: 8.270
Seit: 04.02.09
........sondern strebe eine echte Heilung an. Wenn es gelingt die Angst zu heilen, benötige ich kein Baclofen mehr, so meine These.
zu dieser meinung kann ich dir nur gratulieren.

die angst zu heilen wird nicht einfach sein , es sei denn du weißt wo sie zu finden ist ............um dann bereit zu sein ........zu akzeptieren,........ zu verstehen ............loszulassen um dann zu vergeben....... dies alles um mit dir ins reine zu kommen.
denke da kann dir baclofen eine "verübergehende " stütze sein .

lg ory
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Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen. (Buddhistische Weisheit)

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Difi ist offline
Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Hier geht es auch um die Angst vor der Angst. Wenn man sie nehmen könnte, wäre das ein riesiger Schritt. Alkohol verstärkt sogar die Angst. Erst ist man locker, dann kippt oft die Stimmung um.

LG, Difi
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Oregano ist gerade online
Themenstarter Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Bevor hier der Eindruck entsteht, daß Baclofen ohne Nebenwirkungen und Gegenanzeigen ist. - Es gibt sie:

Absolute Gegenanzeigen
- Überempfindlichkeit gegen Baclofen
orale Behandlung:
- Epilepsie und andere zerebrale Anfallsleiden
- terminale Niereninsuffizienz
- Spastizität bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (Therapie nicht geeignet)
- Spastizität bei Morbus Parkinson (Therapie nicht geeignet)
- Spastizität bei Trauma-induzierten zerebralen Erkrankungen (Therapie nicht geeignet)
intrathekale Anwendung:
- Therapie-resistente Epilepsie
- Alter <4 Jahre

Relative Gegenanzeigen
- eingeschränkte Nierenfunktion
- schwere Leberfunktionsstörungen
- Ulzera des Magen-Darm-Traktes
- akute oder chronische Verwirrtheitszustände
- zerebrovaskuläre Störungen/Insuffizienz
- bulbär-paralytische Symptome
- Schwangerschaft (strenge Nutzen/Risiko-Abwägung)
- Stillzeit (strenge Nutzen/Risiko-Abwägung)
- höheres Lebensalter, körperliche Schwäche, hirnorganische Erkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Ateminsuffizienz (besonders langsame Dosissteigerung)

orale Anwendung zusätzlich:
- schwere psychische Erkrankungen
- Syringomyelien mit schlaffer Lähmung im Schulterbereich und ausgeprägter Atrophie der betroffenen Muskulatur
- akute Vergiftung, z.B. mit Alkohol oder Schlafmitteln

intrathekale Anwendung zusätzlich:
- verlangsamte Liquor-Zirkulation infolge Passage-Behinderung
- Dysreflexie des autonomen Nervensystems in der Anamnese
- Epilepsie und andere zerebrale Anfallsleiden
- Paresen der Atemmuskulatur
- psychotische Zustände, Schizophrenie, Morbus Parkinson
- respiratorische Insuffizienz
- vorbestehende Sphinkterhypotonie der Blase
- Alter <6 Jahre....

Nebenwirkungen....
Baclofen

Gruss,
Uta

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Difi ist offline
Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Wenn ich die Liste lese, liebe Uta, nehme ich lieber ein Glas Wein.

Natürlich darf man das nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Habe bei deinem Link die Nebenwirkungen mir angesehen..

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
intrathekale Anwendung:
- Konzentrationsstörungen, verwaschene leise Sprache, Lethargie, Gedächtnisverlust/Vergesslichkeit, verminderte Wahrnehmung, Paranoia, Angst, Suizidgedanken bzw. -versuch
- erhöhte Muskelspannung, Krampfanfälle
- Hypothermie
- zerebellare Dysmetrie/Koordinationsstörungen, zerebrovaskuläre Störungen
- Druckgefühl im Nacken-/Kopfbereich
- Hypertonie, Bradykardie, Kollaps, tiefe Venenthrombose, Schwellung der unteren Extremitäten
- Hautrötung, Blässe
- Appetitminderung, Dehydratation, Ileus, Hypersalivation
- Beklemmung im Brustkorb, Aspirationspneumonie
- Blasenspasmen, sexuelle Störungen
- Alopezie, Ödeme, Diaphorese
- subdurale Hämorrhagie, akzidentelles Trauma
- Gewichtsverlust, Fieber/Schüttelfrost, Schmerzen
Auch nicht schlecht......ja...da kann man Angst bekommen. Difi
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Federico ist offline
Beiträge: 21
Seit: 19.06.10
@Difi,

Unerwünschte Wirkungen, ohne Angabe der Häufigkeit
intrathekale Anwendung:
Diese Anwendung findet nur in der Dauerbehandlung bei MS-Patienten Anwendung. Die hier beschriebenen Nebenwirkungen resultieren in erster Linie aus den technischen Unzulänglichkeiten veralteter Pumpensysteme. Viele dieser implantierten Systeme produzierten teilweise extreme Überdosierungen die dann zu den berichteten Nebenwirkungen führten. In der oralen Anwendung ist Baclofen nahezu Nebenwirkungsfrei.

Macht euch mal schlau, wenn ihr es nicht schon wisst, wie die Nebenwirkungen einer Überdosis Alkohol sind. Alkohol ist übrigens rund um die Uhr rezeptfrei erhältlich.

LG Federico
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Petrocelli ist offline
Beiträge: 19
Seit: 31.10.10
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Hallo Federico,

wenn dieser Blog anfängt, könntest Du ja den Link hier einstellen?

Grüsse,
Uta
Hallo,

ich wollte diesen Thread einmal aufwärmen, da ich einen solchen Blog seit einigen Tagen gestartet habe.

Warum der Interessant sein könnte? Ich leide seit gut 25 Jahren unter einer starken Angststörung, die mich seit Jahren nicht mehr aus dem Haus gehen lässt. Ich habe alles an Psychopharmaka geschluckt, was zugelassen war und 6 oder 7 Therapien aller Ausrichtungen gemacht. Nun versuche ich es mit Baclofen.

Wer sich meinen Blog anschaut, sollte es ruhig von vorne machen, da ich seit ca 10 Tagen täglich schreibe und noch NICHT mit der eigentlich Einnahme begonnen habe (was sich evtl. heute ändert). Das Timing wäre also vielleicht interessant.

Den Blog findet Ihr hier: Frei von Angst und Panik
Einen Tweet gibt es auch: @AngstFrei

Ich freue mich über jeden, der kommt und dabei sein will.

Viele Grüße
Petrocelli

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Antonio Branca ist offline
Beiträge: 46
Seit: 24.11.08
Als relativ Unbedarfter, der bis vor kurzem noch nie davon gehört hat, muss ich sagen: Wo ist da das "Ende der Symptombekämpfung"?! Gebe hier difi recht. Ich will gar nicht in Frage stellen, ob Baclofen helfen könnte oder nicht, ich glaube sogar, dass es evtl. besser als traditionelle Mittel wie ADs ist, aber ich sehe da keinen neuartigen Ansatz. Überhaupt verstehe ich die "Baclofen-Begeisterung", die ich nun auch schon in anderen Alkoholiker-Foren erlebt habe, nicht. Für mich ist das keine echte Sensation, zumal heute in jeder vernünftigen Suchtklinik professionelle Verhaltenstherapien und Methoden der Tiefenpsychologie zur "echten" Bekämpfung der Ursachen angewendet werden.

Dennoch: Ich sehe ein, dass für viele Menschen eine medikamentöse Therapie der Ursachen (z.B. Baclofen gg. Angst) leichter/einfacher als eine Psychotherapie ist. Habe leider sehr viele Abhängige erlebt, die nicht "therapiefähig" (widerliches Wort) waren. Sie sind einfach nicht in der Lage, sich einem Therapeuten gegenüber zu öffnen. So können tiefliegende Ursachen gar nicht erst gefunden werden. Einige wenige sind aber auch einfach nur "therapieunwillig". Die wollen sich nicht helfen lassen, sprich, sie haben die Flasche nur mal kurz beseite gestellt ...

Geändert von Antonio Branca (08.04.11 um 15:17 Uhr) Grund: RS + Ergänzung


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