Mein Mann ist Alkoholiker, was kann ich tun?

03.05.09 12:39 #1
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Mein Mann ist Alkoholiker, was kann ich tun?

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Er kann zu einer Selbsthilfegruppe gehen, es gibt die Möglichkeit des ambulanten Entzugs mit entsprechenden Tabletten, des Entzugs im Krankenhaus, Entziehungskuren, ambulante Psychotherapien.

Wenn er Angst hat, dann sollte er wohl besser die Angst haben mit Anfang 50 an Leberzirrhose oder anderen schweren körperlichen Gebrechen zu sterben, nur verbrannte Erde zu hinterlassen und für Jahrzehnte seine Sucht gelebt zu haben.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Mein Mann ist Alkoholiker, was kann ich tun?

kugelfischchen ist offline
Beiträge: 10
Seit: 02.10.10
Guten Morgen,

habe mir diesen Tread hier durchgelesen und muss sagen, ich kenn das meiste davon selber. Gehe seid einem halben Jahr zu zwei Selbsthilegruppen, Alanon und Diakonie und habe schon viele neue Erkenntnisse gewonnen.
Mein Partner macht nach einer stationären Entgiftung eine Langzeittherapie.
Er wusste um sein Problem mit dem Alkohol. Ich nicht, als ich ihn kennenlernte.
Dachte vor 4 Jahren, mal nen Glas Wein,Bier oder auch schnaps, wäre normaler Umgang mit Alkohol. da wir nicht zusammen wohnen, habe ich erst sehr spät, nach seinem zweiten Rückfall mit Suizidversuch in unserer Beziehung mitbekommen, das etwas nicht stimmt.
In den Selbsthilfegruppen hab ich als erstes gelernt und kann es auch annehmen, das wir als Co-Abhängige gegenüber dem Alkohol machtlos sind.
Wenn der Alkoholabhängige trinken will, trinkt er und nimmt keine Rücksicht auf sein Umfeld.
Meine erste Hilfestellung war eine Buch: "Wenn Frauen zu sehr lieben: Die
heimliche Sucht, gebraucht zu werden" von Robin Norwood. Von einer Freundin empfohlen bekommen. Als ich anfing dieses Buch zu lesen, bin ich gerade mal bis zur zweiten Seite des Vorwortes gekommen, sass in Tränen
aufgelöst da, und merkte, fast jeden satz kann ich auf mich beziehen.
Das war schon ein Schock, wenn auch ekn heilsamer.
Seid ich die Selbsthilfegruppen besuche, kann ich besser mit meinen Helfersyndrom, meinen Beziehungs- und Verlassenwerdenängsten umgehen.
Auch habe ich gelernt, mehr für mich zu tun. Ich lege auch schon eine gewisse Gelassenheit an den Tag, auch wenn das noch nicht immer klappt.
Kleines Beispiel: (mein Partner ist noch zur Lanzeittherapie) meine freundin regt sich auf, wenn mein Partner sich bei mir nicht meldet, egal ob per sms oder Anruf, und bewundert mich meiner Gelassenheit, wenn ich sage. Wenn er sich nicht meldet, dann meldet er sich halt nicht. dann meldet er sich halt an einen anderen Tag. Gut manchmal fällt es mir auch noch schwerr so zu denken, aber dafür habe ich den Gelassenheitsspruch:

"Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden! "

Ob nun Gott oder nicht, jedenfalls hilft mir der spruch in vielen Situationen meines täglichen Lebens weiter. genauso wie die Erkenntnis nur einen Tag nach dem anderen zu leben.

Vielleicht kann jemand aus meinen Worten etwas für sich mitnehmen, das würde mich freuen.


wünsche ein schönes WE

Chrissi
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Probleme sind Lösungen in Arbeitskleidung!

Bei Alkoholsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu trinken, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrumente, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Hexe316 ist offline
Beiträge: 63
Seit: 06.06.09
Hallo einen schönen sonnigen Sonntag Nachmittag wünsche ich euch.
Meine Schwester kommt gleich mit ihrer Tochter zu besuch und ich und die Kinder freuen uns schon sehr. Meine große ist gerade auf Konfi freizeit seit Freitag und kommt so gegen 16-17 Uhr erst wieder. Die freut sich bestimmt auch ihre Tante zu sehen zu ihr hat sie einen guten draht.
Zur Zeit ist es etwas ruhiger um mich. mein Mann versucht angestrengt weniger zu trinken, das schwere ist nur das er dann mir auf die nerven geht in dem er nur vor em TV liegt, den Alk im Wohnbereich gibt es nicht ich rauche nur im Kelleer oder draußen wegen der Kinder und Alk gibt es dann auch net.
Es ist richtig anstrengen mit ihm er ist mürrisch und launisch aber ich denke an die Worte rege dich nicht auf was du nicht ändern kannst, ich kann ihm nur gegenübertretten so wie ich es gerne hätte. Das Helfer dings hab ich recht weit abgelegt ich habe z.b grad heute wieder erst ihn die Hausaufgaben mit unserer mittleren machen lassen (kl.1). Klar hätte ich es gleich am Freitag tun können oder gestern aber ich dachte mir, NEIN er ist ja auch da und er ist Papa des kann der auch.
Hat er auch ganz fein gemacht.
Nur net loben dachte ich den des is so selbstverständlich in gesunden Familien wie das die Frau kocht oder wäscht. Dafür bekomm ich ja auch keinen kniefall.
Wenn ich unterwegs bin mit den Kindern muss er sich auch selbst versorgen wenn er heim kommt von der arbeit oder eben hungern wenn ich net gekocht hab. Warm machen kann er ja Mikro sei dank.
Auf die frage hin als wir die neue Küche bekammen wie des teig geht gab es von mir die gebrauchsanweisung in die Hand und sagte les da steht alles drin. Ich musste sie schließlich auch selber lesen. :-)
Als ich am Mittwoch bei Frisör war und er heim kam sagte er sogar WoW sieht echt gut aus, gefällt mir. Das waren 2 sätze von denen ich ohne ihn zu fragen net mal einen erwartet hätte.
Meine große is meinte sie will net zu nem Pscho dock oder ne komischen gruppe und laber laber aber ich lass ihr erst mal Zeit zum denken und geh die Woche mal selber zur Diakonie wie man weiterverfahren soll. Sie hat sich auch ganz schön gewandelt die letzte Woche. Auch ich schafe es einfacher mit ihr und meinem Mann umzugehen. hier zu schreiben hilft wirklich KRAFT zu tanken und mut zu fassen.
Ich danke euch allen die ihr immer für mich da seit.
Eure Sandra
Schönen Sonntag noch.

Mein Mann ist Alkoholiker, was kann ich tun?

Hexe316 ist offline
Beiträge: 63
Seit: 06.06.09
Zitat von kugelfischchen Beitrag anzeigen
Guten Morgen,

habe mir diesen Tread hier durchgelesen und muss sagen, ich kenn das meiste davon selber. Gehe seid einem halben Jahr zu zwei Selbsthilegruppen, Alanon und Diakonie und habe schon viele neue Erkenntnisse gewonnen.
Mein Partner macht nach einer stationären Entgiftung eine Langzeittherapie.
Er wusste um sein Problem mit dem Alkohol. Ich nicht, als ich ihn kennenlernte.
Dachte vor 4 Jahren, mal nen Glas Wein,Bier oder auch schnaps, wäre normaler Umgang mit Alkohol. da wir nicht zusammen wohnen, habe ich erst sehr spät, nach seinem zweiten Rückfall mit Suizidversuch in unserer Beziehung mitbekommen, das etwas nicht stimmt.
In den Selbsthilfegruppen hab ich als erstes gelernt und kann es auch annehmen, das wir als Co-Abhängige gegenüber dem Alkohol machtlos sind.
Wenn der Alkoholabhängige trinken will, trinkt er und nimmt keine Rücksicht auf sein Umfeld.
Meine erste Hilfestellung war eine Buch: "Wenn Frauen zu sehr lieben: Die
heimliche Sucht, gebraucht zu werden" von Robin Norwood. Von einer Freundin empfohlen bekommen. Als ich anfing dieses Buch zu lesen, bin ich gerade mal bis zur zweiten Seite des Vorwortes gekommen, sass in Tränen
aufgelöst da, und merkte, fast jeden satz kann ich auf mich beziehen.
Das war schon ein Schock, wenn auch ekn heilsamer.
Seid ich die Selbsthilfegruppen besuche, kann ich besser mit meinen Helfersyndrom, meinen Beziehungs- und Verlassenwerdenängsten umgehen.
Auch habe ich gelernt, mehr für mich zu tun. Ich lege auch schon eine gewisse Gelassenheit an den Tag, auch wenn das noch nicht immer klappt.
Kleines Beispiel: (mein Partner ist noch zur Lanzeittherapie) meine freundin regt sich auf, wenn mein Partner sich bei mir nicht meldet, egal ob per sms oder Anruf, und bewundert mich meiner Gelassenheit, wenn ich sage. Wenn er sich nicht meldet, dann meldet er sich halt nicht. dann meldet er sich halt an einen anderen Tag. Gut manchmal fällt es mir auch noch schwerr so zu denken, aber dafür habe ich den Gelassenheitsspruch:

"Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden! "

Ob nun Gott oder nicht, jedenfalls hilft mir der spruch in vielen Situationen meines täglichen Lebens weiter. genauso wie die Erkenntnis nur einen Tag nach dem anderen zu leben.

Vielleicht kann jemand aus meinen Worten etwas für sich mitnehmen, das würde mich freuen.


wünsche ein schönes WE

Chrissi
Dieses Buch werde ich mir auch kaufen gehen hört sich gut an. Danke dir
Sandy

Mein Mann ist Alkoholiker, was kann ich tun?

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von kugelfischchen Beitrag anzeigen
Meine erste Hilfestellung war eine Buch: "Wenn Frauen zu sehr lieben: Die
heimliche Sucht, gebraucht zu werden" von Robin Norwood. Von einer Freundin empfohlen bekommen.

Chrissi
Ach lustig. Das habe ich vor Jahrzehnten auch Mal gelesen. Mich selbst, als Tochter einer Alkoholikerin, hat aber ein Buch über die Folgen des Alkoholismus auf Kinder und insbesondere das Älteste sehr viel weiter gebracht. Ist schon lange her und ich weiß den Titel leider nicht mehr.
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Viktoria Tapp ist offline
Beiträge: 42
Seit: 15.09.09
Guten Morgen, Sandra!

Denke daran: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Jedoch hört sich deine Veränderung sehr gut an.

Schön, daß du Hilfe annimmst.

Liebe Grüße an alle hier im Forum
Viktoria

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Hexe316 ist offline
Beiträge: 63
Seit: 06.06.09
Nabend alle zusammen.
So nun habe ich mit der großen einen Termin bei der Diakoni für die Jugend Suchtberatung da sie den Vogel abgeschoßen hat und morgens um halb 7 an der Bushaltestelle sich Bacardi rein gekippt hat und in der Schule hat sie gekotzt sie musste aufs Rektorat und bekam ne verwahrnung die haben es noch net mal für nötig gehalten mir bescheid zu geben oder sie abholen zu lassen. Meinen Mann hat es schon ganz schön mitgenommen aber immer noch net so arg das er was dagegen tut. Kotz würg des waren richtig heftige 7-8 Tage jetzt. Ich bin froh das er aber trotzdem nicht davon abkommt weniger zu trinken. Aber ich denke nicht das er es schaft ohne hilfe. Mein Moto ist stark ist der der sich selbst eingesteht ich brauche hilfe und sie sich auch sucht und annimmt.
Meine Tochter ist im moment für mich wichtiger wie mein Mann der is Erwachsen und für sich selbst verantwortlich es dreht sich nicht nur alles um ihn und seine Krankheit.
Ich weiß eines aber die große und ich sind wir schafen das.
In diesem Sinne nach einem mal wieder viel zu langem bericht eine gute nacht und süße träume.
Sandy

Geändert von Hexe316 (14.10.10 um 00:26 Uhr) Grund: Was geändert

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Viktoria Tapp ist offline
Beiträge: 42
Seit: 15.09.09
Guten Morgen, Sandy!
Liebe Grüße an das gesamte Forum!

Ich wünsche dir weiterhin viel Mut und finde es großartig, daß der Termin bei der Suchtberatung für deine Tochter ansteht.

Du hast recht: Sie benötigt nun deine besondere Hilfe

Hoffentlich geht sie auch mit!

Liebe Grüße
Viktoria

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zarandra ist offline
Beiträge: 37
Seit: 23.08.09
Liebe Sandy

Um Gottes Willen, trenne Dich von Deinem Mann. So kann es nicht weitergehen, dass Du den ganzen Hass und Groll auf Deine Tochter auslässt! Wie kann es denn sein, dass Du Deine Tochter anspuckst? Wie sich Deine Tochter verhält (trinken, ausspionieren, kratzen) sind alles Reaktionen auf das Verhalten der Eltern. Du hast keine Zeit mehr zu verlieren, Deine Kinder gleiten Dir aus den Händen und das sind die letzten Jahre, in denen Du Ihnen etwas auf den Weg geben und sie beeinflussen kannst.

Es ist echt traurig, wie Du Dich mit Deinem Helfersyndrom mit aller Kraft an einen Mann festklammerst, der nicht vorhat sich zu ändern. Es gibt eine Regel, die IMMER gilt, nämlich: DROGENSÜCHTIGE LÜGEN IMMER!! Ohne Entzug in einer Klinik wird das gar nichts werden. Nachsicht hilft in diesem Fall gar nichts, sondern führt nur zur Bequemlichkeit.

Dazu gibt es ein jüdisches Sprichwort, das mir auch schon zu Herzen gegangen ist: "Sind die Eltern Narren, werden die Kinder Räuber."

Auch wenn es noch so hart klingt, aber wenn Dir etwas an Dir selbst und an der Zukunft Deiner Kinder liegt, handle, und zwar schnell! Trennung oder Einweisung in die Entzugsklinik! Mehr Möglichkeiten gibt es nicht.

Mein Mann ist Alkoholiker, was kann ich tun?

Viktoria Tapp ist offline
Beiträge: 42
Seit: 15.09.09
Guten Morgen, Sandy!

Wie geht es Dir?
Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß Druck allein nicht das Mittel [/B]der Wahl ist, Änderungen vorzunehmen.

Dies gilt besonders für dein Wohlergehen. Deshalb: vergiss dich nicht bei all dem Kummer.

Du schaffst deinen Weg auf deine Art und wir alle hier können nur Wegbegleiter sein.

Bis bald
Viktoria


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