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24.03.09 20:54 #1
Neues Thema erstellen
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Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Deiner Meinung nach ist also ein Alkoholiker " Sklave seines Schicksals ".
( Natürlich stellt es keinen Schicksalsschlag dar, keinen Alkohol mehr konsumieren zu dürfen.
Meiner Meinung nach muss das nicht so sein.
Das Thema Ersatzsüchte ist ganz eng mit dem verbunden, was wir hier diskutieren.
Zu einem Konsens werden wir wohl nicht kommen.
Wie ich schon schrieb, akzeptiere ich deine ( und damit die gängige, vorherrschende ) Meinung.
Es sei mir erlaubt, meinen Idealen nachzuschwärmen
Liebe Grüsse, Sine

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Männlich Bodo
Zitat von Sine Beitrag anzeigen
Es sei mir erlaubt, meinen Idealen nachzuschwärmen
Bittebitte, dass ist Dir unbenommen.

Nur als Moderatorin der Suchtrubrik solltest Du wissen,
dass dies nicht gängige Meinung ist, sondern Fakt.

Ich bin selbst Betroffener und habe mich mit Alkoholikern
und Fachleuten intensiv ausgetauscht. Das Thema Ersatz-
sucht ist interessant. Könnte in einem Extrathread behandelt
werden. Oder haben wir den schon?

Für mich ist es übrigens eine Befreiung, nicht mehr Saufen zu müssen.

Schicksal
ist es für den Alkoholkranken, Saufen zu müssen.
Dies nicht mehr tun zu müssen, ist Befreiung. die Rückfallquoten
sind übrigens dann höher, wenn der Trockene sich isoliert.





LGB

Geändert von Bodo (30.03.09 um 20:41 Uhr)

Bei Alkoholsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu trinken, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrumente, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Das wichtige Thema http://www.symptome.ch/vbboard/sucht...satzsucht.html können wir gerne wieder aufwärmen!


Leider bin ich eine kleine Querulantin und nehme nicht alle " Fakten " von Fachleuten als bare Münze.
Wer die Suchtrubrik aufmerksam liest weiss, dass meine Meinung ab und zu nicht auf der selben Linie mit Suchtfachleuten liegt.
Wie immer und überall im Forum gilt auch hier, dass der Leser sich eine eigene Meinung bilden sollte.

Liebe Grüsse, Sine

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Männlich Bodo
Liebe Sine.

Es geht mir um den Punkt, dass ein Alkoholiker nie wieder
Alkohol in Maßen konsumieren kann. Eine gegenteilige
Behauptung ist schlicht falsch.

Ich denke, dass ich als Betroffener, der sich zudem
ausgiebig mit der Materie beschäftigt, ganz ordentlich
etwas zur "Meinungsbildung" beitragen kann.

Alkoholkrankheit und gemäßigter Alkoholkonsum ist ein Unding,
ein Widerspruch in sich selbst. Da geht es auch nicht um eine
Meinung, die relativiert werden könnte, auch wenn die Idee,
die dahinter steckt, verständlich ist.

Für einen alkoholkranken Menschen führt jeder Schluck
Alkohol zum Rückfall. Leider mit Garantie. Es wäre schön,
wenn sich der Alkoholiker wieder an ein Level rantrinken
könnte, doch dies ist wegen der Suchtdynamik beim
Gift Alkohol und der Rezeptorenwirkung ausgeschlossen.

Bei der Alkoholabhängigkeit bilden sich vermehrt Nervenzellen
im Suchtzentrum aus, die einen beträchtlichen Anteil ausmachen.
Diese verlangen nach Alkohol und bleiben stabil, bis dieser aus bleibt.

Bekommen Diese nun keinen Nachschub, dann kommt es zu
körperlichen Entzugserscheinungen. Diese werden überwunden
durch Arzneien - oder - was natürlich fatal ist, durch Zufuhr
der Droge. Das Suchtgedächtnis eines Alkoholikers ist nun
für immer geprägt. Das bedeutet, dass jegliche Zufuhr der
ehemaligen Droge zu erneuten Staibiltätsmaßnahmen zwingt,
ergo Weitersaufen.

Faktisch ist dies ein Teufelskreis, der nur durch absolute
Abstinenz durchbrochen werden kann.




HGB

Geändert von Bodo (30.03.09 um 21:26 Uhr)

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Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Wie wir inzwischen hinreichend wissen, weiß Bodo immer alles ganz genau und anderes ist Quatsch. Das weiß er, weil er sich mit Fachleuten besprochen und seine Erfahrungen gemacht hat.
Ich denke, er hat insoweit recht, als Leute, die nicht in der Lage sind, ihre Sucht zu kontrollieren, wirklich die Finger davon lassen sollten. Ich kann Bodo nur wünschen, dass er das auch tut. Viele erleben das wie er und sind gut beraten, ihre Widerstandskräfte nicht zu erproben, weil sie schon an der ersten Hürde wieder dauerhaft zu scheitern drohen.

Aber es gibt andere Erfahrungen und da empfinde ich sehr ähnlich wie Sine.
Ich war starker Raucher – über Jahrzehnte. Dann beschloss ich, meine Menge an gerauchten Zigaretten zu reduzieren. Es war ein langer Weg. Am Ende stand, dass ich nahezu ungewollt nicht mehr rauchte, mir aber jederzeit ein Genuss-Zigarettchen anzünden kann – ohne in eine Suchtspirale zu geraten. Meine letzte Einzelzigarette liegt jetzt mehr als ein halbes Jahr zurück. Möglicherweise werde ich zu einem bestimmten Geburtstag eine rauchen.

Ich kenne die Zuckersucht. Und weiß, wie schädlich Zucker ist. Also gibt es seit langer Zeit keinen Zucker, keine Schokolade, keinen Kuchen und was sonst noch zur süßen Welt gehört. Dort wo ich aus geschmacklicher Sicht Süßes benötige, süße ich mit Stevia. Den Morgenkaffee zum Beispiel. Nötigt mir irgendwer bei einer Feier einen Kuchen auf, dann esse ich ihn zwar, aber mit der festen Maßgabe, dass es eine absolute Ausnahme sei. Mich daran zu halten ist kein Problem.

Ich trinke nicht Alkohol, sondern Wein. Bier und Schnaps können mir gestohlen bleiben. Den Geschmack von Wein liebe ich. Früher trank ich nach Lust. Manche Feiern ergaben am nächsten Tag schwere Kater. Ich suchte nach einem Weg zwischen dem Genuss von Wein und dem Verlust der Kater-Situation. Ich stellte fest, welche Menge an Wein ich katerlos vertragen konnte. Die wurde von mir zur Höchstgrenze erklärt. Bei Anlässen mit Wein sicherte ich zuerst, dass nicht in meine Weinglas unkontrolliert nachgeschenkt wurde und achtete strikt auf meine Grenze. Seitdem trinke ich nur noch mit Genuss. Exzessive Feiern, in der alle Widerstandslinien weg gesoffen werden, habe ich lange vor ihrem Beginn verlassen.

Die Kontrolle der diversesten Suchtverhalten ist nicht einfach. Absolut nichts mehr von einer Substanz zu sich zu nehmen, ist ein Weg. Aber nicht der einzige. Genussmittel kontrolliert einzusetzen, finde ich erheblich erfreulicher.

Viele Grüße, Horaz

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Männlich Bodo
Hi Horaz.

Zitat von Horaz Beitrag anzeigen
Ich war starker Raucher – über Jahrzehnte. Dann beschloss ich, meine Menge
an gerauchten Zigaretten zu reduzieren. Es war ein langer Weg. Am Ende
stand, dass ich nahezu ungewollt nicht mehr rauchte, mir aber jederzeit ein
Genuss-Zigarettchen anzünden kann – ohne in eine Suchtspirale zu geraten.
Da gratuliere ich. Die Nikotinsucht ist jedoch nur sehr bedingt mit der
Alkoholsucht vergleichbar. Sie hat eine ähnliche Dynamik, ist aber
physiologisch grundverschieden.

Zitat von Horaz Beitrag anzeigen
Genussmittel kontrolliert einzusetzen, finde ich erheblich erfreulicher.
Stimme ich Dir vollkommen zu. Nur dies kann ein Alkoholiker eben nicht mehr,
wie ich zuvor darlegte. Wichtig ist für mich auch, dass es zum Glück bei mir
keinen Saufdruck gibt, und dies seit nun mehr über drei Monaten. Ich weiß
allerdings ganz genau, dass ein Glas Bier bei mir - da alkoholkrank - zwangsläufig
wieder zu einem Rückfall führte.

Interessant ist die Definition einer Alkoholsucht, und wann diese beginnt.

Hier gibt es unterschiedliche Meinungen, was Regelmäßigkeit und Menge
anbelangt. Sie ist aber definitiv dann vorhanden, wenn eine körperliche
Abhängigkeit einsetzt. Dies geschieht meist schleichend und unbemerkt
vom Konsumenten. Bei mir ging es sehr viele Jahre "gut". Das ich vor
einigen Monaten dann körperlich abhängig wurde, bemerkte ich nicht.

Es wäre also grob fahrlässig, einen Alkoholiker - auch nach Jahren -
zu moderatem Alkoholkonsum zu animieren. Da steht die Alkoholsucht vor.






LGB

Geändert von Bodo (30.03.09 um 21:57 Uhr)

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EDW90 ist offline
Themenstarter Beiträge: 95
Seit: 30.12.08
Zitat von Bodo Beitrag anzeigen

Es wäre grob fahrlässig, einen Alkoholiker - auch nach Jahren -
zu moderatem Alkoholkonsum zu animieren. Da steht die Alkoholsucht vor.






LGB
Also ich wünschte mir eh das gegenteil. Ich finde Menschen die kein Alkohol Trinken sowieso cool!!!

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toxdog ist offline
Beiträge: 1.021
Seit: 06.05.07
Hi,

hier noch etwas Sachinformation um die Meinungsbildung zu befördern: Alkoholkrankheit ? Wikipedia

mfg Thomas

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Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Guten Abend.
Erstmal ein Dankeschön an Horaz für die Teilnahme an diesem interessanten Thread.
Dann auch ein Dankeschön an Toxdog. In dem Wikipediartikel kann man tatsächlich nachlesen, dass nicht mehr nur eine allgemeingültige Prognose im Umlauf ist.
Ein weiteres Dankeschön natürlich auch an Bodo, für die eindringliche Schilderung seiner Sichtweise.
Wichtig ist für mich auch, dass es zum Glück bei mir
keinen Saufdruck gibt, und dies seit nun mehr über drei Monaten. Ich weiß
allerdings ganz genau, dass ein Glas Bier bei mir - da alkoholkrank - zwangsläufig
wieder zu einem Rückfall führte.
Bodo, du sprichst von Monaten und dass ein einziges Glas zum Rückfall führen würde.
Das ist völlig richtig und es ist toll, dass du dir dessen bewusst bist und dementsprechend handelst.
In meinem Modell eines ehemals süchtigen Menschen gehe ich von Jahren, eher sogar Jahrzehnten, der Suchtmittelfreiheit aus, je nach Typus der Droge. Zudem sollten diese vielen Jahre dann auch noch mit Arbeit an sich selber ausgefüllt gewesen sein.
Ich möchte einfach die Menschen dazu aufrufen, über den Tellerrand der einen besiegten Sucht hinauszuschauen. Ich glaube, dass dies den Horizont der möglichen Erfolge erweitert.
Wie angesprochen habe ich übrigens den Thread http://www.symptome.ch/vbboard/sucht...satzsucht.html wieder belebt.Vielleicht magst du darin erzählen, wie du mit diesem Thema umgehst oder umzugehen gedenkst?
Du hast hier geschrieben, dass die Ursachen der Sucht mit Hilfe von Fachleuten angegangen werden.
Ich würde mich sehr freuen, wenn du ein wenig darüber berichten könntest, wie diese Arbeit abläuft. Das wäre dann wieder einen eigenen Thread wert.
Liebe Grüsse, Sine

Leckeres Bier - ohne Alkohol

Petri ist offline
Beiträge: 5.315
Seit: 27.10.07
Hallo Sine,

ich möchte noch genauer darauf eingehn welches "gesponnene Thema/Posting" ich meine, welches meiner Meinung nach gelöscht werden sollte.

http://www.symptome.ch/vbboard/alkoh...efinition.html

Sucht ist in meinen Augen ein Symptom.
Man kann nun das Suchtmittel meiden, um die damit verbundenen unangenehmen Folgen auszuschalten.
Dies ist eine mögliche Taktik.
Bei Alkoholikern absolut erste und wichtigste Massnahme!
Nun nennen wir unser Forum ja " Das Ende der Symptombekämpfung "
Und hier sehe ich auch den nächsten Schritt, den ein suchtkranker Mensch gehen kann.
Er sollte versuchen, den Ursachen der Sucht auf den Grund zu gehen und an diesen Ursachen zu arbeiten. Ich bin überzeugt davon, dass dies mit genügend Zeit und Hilfe gelingen kann.
Sollte dieses Ziel irgendwann erreicht sein, wird auch ein entspannter Umgang mit dem ehemaligen Suchtmittel möglich sein.
Das wäre dann in meinem Beispiel eben ein " Exalkoholiker " ohne kaschierende Ersatzsüchte.
Dass dies nicht von heute auf morgen gelingen kann, versteht sich von selbst.
Gruss, Sine
Dieses Posting ist meiner Meinung nach eine enorme Gefahr, daß jemand rückfällig wird.

PS: ich habe auch nichts dagegen wenn anschließend mein Posting hier gelöscht werden würde

Geändert von Petri (05.04.09 um 12:31 Uhr)


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